Dartsbuch

Noppert wirft Price aus dem World Matchplay

Am dritten Spieltag des World Matchplay 2020 standen die nächsten fünf Erstrundenpartien auf dem Programm. Der höchstplatzierte Spieler in dieser Session war Gerwyn Price, der im vierten Match von Danny Noppert herausgefordert wurde. Dave Chisnall, Vincent van der Voort, Ian White, Joe Cullen, Daryl Gurney, Ricky Evans, Steve Beaton und Adrian Lewis waren die acht weiteren Spieler, die heute ihren Turnierauftakt bestritten.

Den Anfang machte das Aufeinandertreffen von Dave Chisnall und Vincent van der Voort. Der Niederländer erlebte einen aus seiner Sicht guten Start ins Match, konnte zwei gegnerische Fehler sofort in ein eigenes Break umwandeln und überstand anschließend vier Breakdart gegen sich unbeschadet. Nachdem er auch den dritten Durchgang abgeben musste, war „Chizzy“ im vierten erstmals erfolgreich, als er einen 12-Darter auf dem Bullseye beendete. Dieses Break konnte er souverän bestätigen, ehe er nach der Pause 130 Punkte auf Null brachte, um auf 3:3 auszugleichen. Begünstigt durch fünf Fehlwürfe von van der Voort konnte Chisnall anschließend sogar ein viertes Leg nacheinander für sich entscheiden, ehe der „Dutch Destroyer“ dieser Serie mit einem 12-Darter ein Ende bereitete. Da die nächsten beiden Legs gerecht aufgeteilt wurden, ging es mit einem 5:5 in die zweite Unterbrechung. Die beiden darauffolgenden Durchgänge liefen analog dazu ab, danach löschte van der Voort 101 Punkte zum Abschluss eines 12-Darters und produzierte ein wichtiges Break. Der Niederländer war jetzt richtig gut unterwegs, legte erfolgreich nach und zeigte im 15. Leg einen starken 11-Darter. Das ihm jetzt noch fehlende Leg holte sich van der Voort schließlich völlig problemlos, er siegte mit 10:6 und erreichte zum ersten Mal seit 2011 die zweite Runde.

Cullen gewinnt im Sudden Death-Leg

Schon im letzten Jahr trafen Ian White und Joe Cullen in der ersten Runde des World Matchplay aufeinander. Damals siegte White tatsächlich makellos mit 10:0; Cullen wollte diese Schmach heute natürlich vergessen machen. Für den „Rockstar“ ging es erfolgreich los, er profitierte von mehreren Fehlern seines Kontrahenten und entschied die ersten drei Legs allesamt für sich. White war erst im vierten Durchgang erfolgreich, legte allerdings ein 118er-Finish nach und lag zur ersten Pause nur noch knapp in Rückstand. White kam mit einem sehenswerten 151er-Checkout zurück auf die Bühne, vergab anschließend aber die eine Breakchance. Zwei Legs später gelang „Diamond“ dann das gewünschte Break, und er brachte sich erstmals in Front. Da Cullen kurz darauf fünf Möglichkeiten zum sofortigen Rebreak ungenutzt ließ, schaffte es White, mit einem 6:4 im Rücken in die zweite Pause zu gehen.

Mit 14 und 15 Darts gingen auch die beiden ersten Legs nach der genannten Unterbrechung an den Weltranglistenelften, der seinem Gegner dadurch immer weiter davoneilte. Nach fünf verlorenen Legs in Serie war Cullen kurz darauf endlich mal wieder erfolgreich, er machte 95 Zähler via 19, Doppel-19 und Doppel-19 aus. Weil White anschließend drei Chancen zu einer möglichen Vorentscheidung ausließ, wurde die Partie tatsächlich noch richtig dramatisch. Cullen erzielte in diesem Moment ein Break, bestätigte dieses mit einem 98er-Finish und beobachtete im 16. Leg, wie White zwei weitere Pfeile an Doppel vorbeisetzte. Cullen erwischte die Doppel-10 mit dem letzten Dart in der Hand und stellte durch das 8:8 Parität her. Per 14-Darter holte sich der „Rockstar“ anschließend das vierte Leg in Folge und benötigte plötzlich nur noch ein Leg zum Erfolg. Er wartete im nachfolgenden Leg bereits mit 74 Restpunkten auf seine Chance dazu, doch White ließ ihn in dieser Situation nicht mehr ran. Er checkte 89 Punkte auf dem Bullseye und sorgte für die Verlängerung. Da die nächsten drei Legs allesamt vom jeweils anwerfenden Spieler gewonnen wurden, hatte Cullen jetzt wieder die Nase vorn und sollte nun tatsächlich seinen ersten Matchdart erhalten – der Versuch auf der Doppel-10 ging jedoch ziemlich deutlich daneben. White erhielt nur eine Möglichkeit auf Tops, nutzte diese eiskalt aus und hielt sich durch das 11:11 im Turnier. Da auch die nächsten beiden Legs keine Entscheidung herbeiführten – Cullen ließ zwei weitere Matchdarts liegen – musste diese im finalen 25. Leg fallen. Dort nutzte Joe Cullen schließlich seinen Anwurf aus, er verwandelte den insgesamt sechsten Matchdart in der doppelten 16 und ging als Sieger aus diesem Krimi hervor.

Gurney mit entpanntem Auftaktsieg

Auch das Duell zwischen Daryl Gurney und Ricky Evans gab es bereits im vergangenen Jahr in Runde eins. Damals setzte sich „Superchin“ mit 10:7 durch und rückte im weiteren Verlauf bis ins Halbfinale vor. Die Anfangsphase der Begegnung verlief sehr ausgeglichen, beide Spieler konzentrierten sich erfolgreich auf die selbst begonnenen Legs. Da Evans das Ausbullen vor der Partie gewonnen hatte, nahm er die 3:2-Führung mit zum Pausentee. Die erste Breakmöglichkeit überhaupt erhielt „Rapid“ einige Minuten später, zielte allerdings knapp unter die Doppel-20. Stattdessen setzte sich das bisherige Muster ausnahmslos fort. Beide Profis brachten ihre eigenen Anwürfe nach Hause, folgerichtig lautete der Zwischenstand nach zehn Legs 5:5-Unentschieden.

Erst als „Rapid“ im elften Leg der Partie zweifach an Doppelfeldern vorbeiwarf, gelang es Gurney für das ersten Break zu sorgen, gleichzeitig brachte er sich erstmals in Führung. Der Nordire drückte jetzt aufs Gaspedal, bestätigte das erwähnte Break und sicherte sich begünstigt durch zwei weitere gegnerische Fehler ein viertes Leg hintereinander. Von diesem Zeitpunkt an ließ sich der zweifache Major-Sieger nicht mehr von der Siegerstraße abbringen. Er holte sich die beiden ihm noch fehlenden Legs mit zwei 16-Dartern und besiegelte den komfortablen 10:5-Erfolg.

Danach startete Mitfavorit Gerwyn Price gegen Danny Noppert in das Turniergeschehen. Der „Iceman“ sicherte sich das Auftaktleg mit einem 114er-Highfinish, doch Noppert blieb davon unbeeindruckt und gewann seinerseits unter anderem mit einem 80er-Finish drei Legs nacheinander. Allerdings vergab er kurz darauf zwei Möglichkeiten, um noch weiter davonzuziehen. Price nutzte das aus und verkürzte auf 2:3 aus seiner Sicht. Nach der ersten Pause stellte „Noppie“ seinen alten Abstand wieder her, ehe Price seine Klasse mit einem 122er-Bullfinish präsentierte. Der Weltranglistendritte ließ diesem ein 70er-Finish folgen, kassierte allerdings auch umgehend das Rebreak. Auch das darauffolgende Leg ging in die Niederlande, sodass Noppert mit einem 6:4-Vorsprung im Rücken in die zweite Pause ging.

Nach der Pause leisteten sich beide Profis einige Unsicherheiten auf die Doppelfelder, sodass die Legs Nummer elf und zwölf gegen den Anwurf gewonnen wurden. Im 13. Durchgang gelang Noppert ein 89er-Checkout, das ihn erneut ein Stückchen näher an die Ziellinie brachte. Nachdem er dieses Break erfolgreich bestätigt hatte, benötigte er sogar nur noch ein einziges Leg zum Matchgewinn. Price kämpfte sich noch mal heran und spielte einen 12-Darter, zudem überlebte er anschließend die ersten vier Matchdarts. Danach gelang es Noppert allerdings, den Deckel drauf zu machen. Er beendete einen starken 12-Darter mit einem 88er-Checkout und bezwang den Favoriten mit 10:7. Price verlor zum vierten Mal in Folge sein Erstrundenmatch beim World Matchplay.

Lewis kämpft sich eine Runde weiter

Zum sage und schreibe 21. Mal nahm Evergreen Steve Beaton am World Matchplay teil, davon zum 20. Mal nacheinander. Doch auch sein heutiger Gegner Adrian Lewis ist ein hocherfahrener Spieler, der frühere Doppelweltmeister war zum 16. Mal Teilnehmer dieses Turniers. Nachdem Lewis das Auftaktleg auf seine Seite zog, feierte Beaton sein erstes Erfolgserlebnis mit einem 88er-Bullfinish, zudem gelang ihm mit einem 13-Darter das erste Break der Partie. „Jackpot“ reagierte mit einem eigenen 13-Darter und übernahm dank eines 11-Darters noch vor der ersten Pause die Führung. Mit einem 70er-Finish stellte Beaton anschließend wieder Parität her, ehe die nächsten beiden Legs gerecht geteilt wurden. Weil sein Kontrahent zwei Breakchancen nicht verwerten konnte, brachte sich Lewis wenig später wieder in Front, schaffte per 13-Darter zudem selbst ein Break und nahm einen 6:4-Vorsprung in die zweite Unterbrechung.

Im Anschluss daran leistete sich Lewis drei Fehlwürfe bei 40 Rest, konnte diesen Ausrutscher im nächsten Leg aber sofort wieder korrigieren. Beaton kam aber seinerseits ebenfalls zum direkten Rebreak und blieb durch das 6:7 aus seiner Sicht noch im Rennen. Auch in den nächsten Minuten gab es zahlreiche Breaks zu sehen. Mit 8:6 vorne liegend hatte Lewis sogar die Gelegenheit zur Vorentscheidung, konnte 56 Punkte aber nicht auf Null bringen. Beaton erwischte letztlich die Doppel-2 und schaffte es in dieser Situation tatsächlich, auch sein eigenes Anwurfleg durchzubringen – ein 111er-Highfinish sorgte für den 8:8-Ausgleich. Mit einem 96er-Finish konnte Lewis nach langer Wartezeit mal wieder seinen Anwurf verteidigen, doch Beaton hielt konsequent dagegen und sorgte durch das 9:9 für die Verlängerung. Mit einem 104er-Finish konnte „Jackpot“ erneut die Führung an sich reißen, und diesmal schaffte er es auch, das Match zu Ende zu bringen. Lewis machte abschließend 72 Punkte aus und freute sich über den 11:9-Erfolg.

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