Suljovic mit starker Leistung ins Viertelfinale

An Tag vier des World Grand Prix 2018 in Dublin fanden die vier noch verbliebenen Zweitrundenpartien statt. Den Anfang an diesem Mittwochabend machten dabei Mensur Suljovic und Ian White, ehe Steve Beaton gegen Gerwyn Price antrat und Peter Wright gegen Jermaine Wattimena ranmusste. Im letzten Zweitrundenmatch duellierten sich am Ende des Abends noch Adrian Lewis und James Wilson.

Beaton lässt zu viele Möglichkeiten liegen

Die Bühne des Citywest Hotels wurde heute zuerst von Ian White betreten, einige Momente später folgte ihm Mensur Suljovic nach und das Spiel konnte losgehen. Der Mann aus Wien holte sich ohne größere Probleme Leg Nummer eins, vergab im darauffolgenden Leg allerdings drei Möglichkeiten zum Break. Das Glück war in diesem Moment jedoch auf seiner Seite, denn White überwarf sich bei 8 Restpunkten gleich mit dem ersten Dart, der nämlich in der großen 13 landete. So versenkte Suljovic in der Doppel-10, profitierte ein Leg später von weiteren Ungenauigkeiten seines Gegners beim Checkout und gewann den ersten Satz mit 3:0. Aus der Pause kam „The Gentle“ mit einem 101er-Finish auf „seiner“ Doppel-14 gut heraus, schaffte auf diese Weise sofort ein Break. Danach konnte White aber sein erstes Erfolgserlebnis feiern, ein 82er-Checkout brachte ihm das Rebreak zum 1:1 im zweiten Satz. Im darauffolgenden Leg musste „Diamond“ allerdings einen heftigen Dämpfer einstecken: er vergab seinerseits zwei Möglichkeiten beim Double-Out und wurde dafür in alle Härte bestraft, indem Mensur 129 Punkte auf dem Bullseye aus für ein weiteres Break ausmachte. Im nächsten Leg checkte der Weltranglistensechste dann noch 65 Punkte erneut auf dem Bullseye und führte folglich mit 2:0 in den Sätzen. Zu Beginn des dritten Satzes zeigte Suljovic mit 116 Punkten sein drittes Highfinish, ehe er 121 Punkte auf dem Bullseye auscheckte und in diesem Satz mit 2:0 führte. Das letztgenannte Checkout tat White besonders weh, denn er hatte eine Aufnahme vorher zwei weitere Male auf Doppelfelder gepatzt. Mensur fehlte jetzt nur noch ein Leg, und es dauerte nicht mehr lange, bis er sich dieses Leg mit einem 78er-Checkout holen konnte. Speziell beim auf dem Doppeln und beim Finishing zeigte Mensur Suljovic heute eine Weltklasse-Leistung. Beim Double-In hatte er eine Erfolgsquote von zwei Dritteln, beim Double-Out war sie ähnlich hoch. Zusätzlich dazu gelangen ihm vier High- und drei Bullfinishes, nach eigener Aussage traut sich Mensur nun auch selbst den Turniersieg zu.

Es folgte das Aufeinandertreffen von Steve Beaton und Gerwyn Price. Beaton, Weltmeister von 1996, hatte in der ersten Runde den amtierenden Weltmeister Rob Cross ausschalten können. Sein heutiger Gegner Price hatte sich einer emotional sehr aufgeladenen Partie gegen Danny Noppert durchsetzen können. Beaton startete mit fünf Fehlern beim Double-In die Partie und stellte seinem Gegner so quasi einen Freifahrtsschein für ein frühes Break aus. Price nahm diesen auch dankend an und bestätigte das eben vollbrachte Break wenig später mit einem 88er-Checkout über Triple-16 und Tops zum 2:0 im ersten Satz. Beaton konnte bei eigenem Anwurf zwar verkürzen, doch Price ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen und traf die Doppel.10 zum Satzgewinn. Zum Start des zweiten Satzes vergab der „Iceman“ dann allerdings drei Möglichkeiten zum Leggewinn, was Beaton mit einem Treffer in der doppelten 1 und dem damit verbundenen Break bestrafen konnte. Mit einem schönen 90er-Finish konnte Beaton nachlegen, noch wollte sich Price in diesem Satz aber nicht geschlagen geben und holte dementsprechend das dritte Leg bei eigenem Anwurf zum 1:2 aus seiner Sicht.

„The Bronzed Adonis“ hatte jetzt die große Möglichkeit zum Satzausgleich, er vergab allerdings ganze acht Möglichkeiten am Ende des Legs. Price löschte stattdessen 64 Punkte mit zwei Darts aus und erzwang das Entscheidungsleg, welches der Waliser auch noch anfangen durfte. Letztendlich war dieser Vorteil mitentscheidend, Price erwischte die Doppel-11 mit dem letzten Dart in der Hand, hatte den zweiten Satz gedreht und führte nun mit 2:0. In den ersten beiden Legs des dritten Durchgangs warf Price zu Beginn der Legs jeweils drei Darts an Doppeln vorbei, sodass sich Beaton diese Legs in der Folge relativ unproblematisch sichern konnte. Er vergab im dritten Leg jedoch einen Satzdart auf die Doppel und wurde dafür bestraft, indem Price 73 Punkte von der Scheibe nahm – Erinnerungen an den vorherigen Satz wurden wach, speziell als der „Iceman“ auf der Doppel-5 zum 2:2 in diesem Satz ausglich und plötzlich ganz kurz vor der Ziellinie stand. Dieses Entscheidungleg wurde von Beaton angeworfen, der mit brillanten 160 Punkten startete und am Ende seine Nerven auf der Doppel-16 zusammenhalten konnte und den dritten Satz für sich entschied. Gerwyn Price setzte jetzt seine ganze Energie darauf, den vierten Satz und das Spiel zu gewinnen, was ihm letzten Endes auch gelang. Nachdem er das erste Leg dieses Satzes problemlos gewann profitierte er im zweiten von vier Fehlern seines Kontrahenten beim Double-Out. Das ihm dann noch fehlende eine Leg holte sich der Weltranglisten-12. auf der Doppel-20 und erreichte durch den 3:1-Sieg zum ersten Mal in seiner Karriere das Viertelfinale beim Grand Prix, dort wird er morgen gegen Mensur Suljovic antreten.

Wright völlig problemlos, Wilson kämpft sich ins Viertelfinale

Der Weltranglistenzweite Peter Wright war als nächstes an der Reihe, für ihn ging es gegen den Niederländer Jermaine Wattimena, der in Runde eins gegen Mervyn King die Oberhand behalten hatte. Wrights erste Aufnahme brachte noch keine Punkte, weil er kein Doppelfeld erwischte, dennoch konnte er dieses Auftaktleg mit einem 87er-Checkout für sich entscheiden. Dabei handelte es sich um ein Break, aufgrund drei Fehler beim Double-Out im darauffolgenden Leg konnte „Snakebite“ allerdings nicht nachlegen. Stattdessen gelang Wattimena das Rebreak, doch auch ihm gelang es nicht, dieses bei eigenem Anwurf zu bestätigen. Wright holte sich zwei Legs nacheinander und holte sich folglich den ersten Satz mit 3:1. Im zweiten Satz begann der Schotte mit einem 104er-Highfinish. Wattimena spielte im Anschluss daran einen 18-Darter zum Legausgleich, Wrights Antwort darauf war ein starker 12-Darter. Zu Beginn des vierten Legs in diesem Satz leistete sich „The Machine Gun“ sechs Fehler auf Doppelfelder, wodurch Wright genug Vorsprung hatte, um dieses Leg sicher zum Satzgewinn zu Ende zu spielen. Schon vor Beginn des dritten Satzes hatte Wattimena offensichtlich keinen Glauben mehr an ein Comeback, leistete dementsprechend kaum noch Gegenwehr. Nur im zweiten Leg dieses Satzes bekam er noch Würfe auf Doppelfelder, vergab aber drei Versuche. So holte sich Wright diesen Satz letztlich mit 3:0, siegte nach Sätzen ebenfalls mit diesem Ergebnis und zieht genau wie letztes Jahr in das Viertelfinale des World Grand Prix ein.

Jetzt fehlten nur noch Adrian Lewis und James Wilson, die sich im letzten Zweitrundmatch duellierten. Wilson hatte in der ersten Runde einen Überraschungserfolg gegen des Vorjahresfinalisten Simon Whitlock gelandet, Lewis sich in einem engen Spiel gegen Michael Smith durchsetzen können. „Jackpot“ kam katastrophal in die Partie hinein, erst sein 15. (!) Dart fand endlich ein Doppelfeld beim Double-In. Das Leg war damit natürlich gelaufen, Wilson machte 25 Punkte aus und produzierte sofort ein Break. Viel besser aus Lewis‘ Sicht lief es im darauffolgenden Leg, er startete nämlich mit fünf perfekten Darts und konnte wenige Aufnahmen später rebreaken. Allerdings gelang dem „Lethal Biscuit“ direkt danach ein weiteres Break, wodurch er sich die Führung in diesem Satz zurückholte. Etwas kurios wurde es ein Leg später, Wilson verrechnete sich zunächst bei 77 Restpunkten und überwarf sich, mit der nächsten Aufnahme checkte er diese Restpunktzahl aber etwas ungewöhnlich via Triple-17 und Doppel-13 aus und hatte den ersten Satz für sich entschieden. Zu Beginn des zweiten Satzes gelang dem früheren Doppelweltmeister ein Break, er kassierte allerdings wieder sofort das Rebreak, weil Wilson 150 Punkte auf der Doppel-18 von der Scheibe nahm. Im nächsten Leg konnte Wilson sogar noch einen drauflegen, indem er 125 Punkte äußerst sehenswert via Bullseye, Single Bull und noch mal Bullseye ausmachen konnte. Da er ein Leg später aber erst mit dem siebten Dart hereinkam riss seine Erfolgsserie und Lewis erzwang das Entscheidungsleg in diesem zweiten Satz. Beide kamen gut in dieses hinein. Wilson bekam als erster Darts für den Satz, vergab aber drei Stück. So durfte „Jackpot“ doch noch vors Oche treten, verwandelte auf der Doppel-20 und glich zum 1:1 in den Sätzen aus.

Die ersten beiden Legs des dritten Durchgangs wurden gerecht aufgeteilt, ehe Wilson im dritten Leg von zwei Fehlern seines Gegners auf Doppel profitierte und breaken konnte. Ein Leg später patzte Lewis zwei weitere Male beim Double-Out, ermöglichte Wilson den Satzgewinn und lag jetzt mit 1:2 aus seiner Sicht in Rückstand. In der gesamten Partie gab es eine eher ungewöhnlich hohe Anzahl an Breaks, was auch im vierten Satz demonstriert wurde. Lewis gewann das erste Leg dieses Satzes gegen den Anwurf mit einem 14-Darter, Wilson konnte direkt den Konter setzen. Auch dank dreier Fehler Wilsons beim Double-In konnte „Jackpot“ im Anschluss daran wieder breaken, patzte im nächsten Leg allerdings seinerseits sechsmal beim Reinkommen und gab den eigenen Anwurf in der Folge erneut ab. Somit ging dieser vierte Satz in ein Entscheidungsleg, welches Lewis zwingend gewinnen musste, um im Spiel zu bleiben. Mit einer gut getimten 180 brachte sich Lewis in diesem so wichtigen Leg in eine gute Position, bei 116 Restpunkten bekam „The Lethal Biscuit“ dennoch eine Chance zum Matchgewinn. Er erspielte sich allerdings keinen Dart auf ein Doppelfeld, Lewis versenkte in der Doppel-10 zum 13-Darter und glich zum 2:2 in den Sätzen aus. Es ging also zum ersten Mal an diesem Mittwochabend in den fünften und entscheidenden Satz, der von Adrian Lewis angefangen wurde. Er holte sich ohne wirkliche Komplikationen das erste Leg, in diesem Fall blieb aber auch Wilson beim eigenen Anwurf stabil und stellte auf 1:1. Wilson gelang es in dieser essentiell wichtigen Phase des Spiels tatsächlich nochmal, sein Niveau leicht anzuheben. Mit einem 14-Darter produzierte er im dritten Leg dieses Satzes ein Break und war nur noch ein einziges Leg bei eigenem Anwurf vom Weiterkommen entfernt. Als Lewis zu allem Überfluss im vierten Leg des Entscheidungssatzes auch noch fünffach beim Double-In patzte war das Spiel gelaufen. Mit einer 180 stellte Wilson sich schon wenige Augenblicke später 80 Restpunkte, welche er mit zwei Würfen auf Null brachte und das Duell auf diese Weise zu seinen Gunsten entschied. James Wilson schaltet nach seinem Erstrundensieg über Whitlock einen zweiten Spieler aus den Top-16 der Welt aus und freut sich auf sein morgiges Viertelfinale gegen Peter Wright.

World Grand Prix


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