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Österreich, Belgien und England überstehen die 1. Runde

An diesem Novemberwochenende lag der Fokus der Dartswelt auf Salzburg: dort fand der ursprünglich für Juni vorgesehene World Cup statt. Der einzige Team-Wettbewerb im Turnierkalender musste dabei bis zuletzt einige Veränderungen hinnehmen: Portugal und Lettland rückten kurzfristig nach, Titelverteidiger Schottland musste ohne seine beiden Topspieler auskommen. Zuschauer gab es in der Salzburgarena natürlich auch nicht. In der ersten Session am Freitagnachmittag waren die Gastgeber aus Österreich gleich gefordert, sie trafen auf die USA. Auch die topgesetzten Engländer sowie Belgien und Nordirland starteten am Nachmittag in das Turnier. Gespielt wurde in der ersten Runde ausschließlich im Doppel über „Best of 9 Legs“.

Erfolgreicher Auftakt für Labanauskas und de Sousa

Der bekannteste Name im ersten Match des Turniers war eindeutig Darius Labanauskas. Der Litauer wurde an diesem Wochenende von Mindaugas Barauskas unterstützt. Auf Seiten ihres Auftaktgegners Gibraltar fehlte Dauerbrenner Dyson Parody, stattdessen gingen die beiden 18-jährigen Craig Galliano und Justin Hewitt an den Start. Barauskas versenkte seine ersten fünf Pfeile alle in der Triple-20 und ermöglichte seiner Nation so das 1:0, doch Hewitt startete im zweiten Leg selbst mit einem Maximum und legte so den Grundstein für den schnellen Ausgleich. Nachdem die nächsten beiden Legs ebenfalls gerecht aufgeteilt worden waren, brachte Labanauskas seine Farben mit einem 95er-Checkout in Führung, doch Galliano antwortete umgehend mit einem 70er-Finish. Nachdem Barauskas für den nächsten Leggewinn bei eigenem Anwurf gesorgt hatte, fehlte den Litauern nur noch ein Leg. Gibraltar erhielt wenig später noch die Chance zum erneuten Ausgleich, doch Galliano setzte zwei Pfeile knapp an den gewünschten Doppeln vorbei. Barauskas ließ sich jetzt nicht mehr bitten und machte den 5:3-Erfolg auf der Doppel-4 perfekt.

Auch im zweiten Spiel überstrahlte ein Name die anderen drei: José de Sousa wollte Team Portugal zusammen mit José Marques in die nächste Runde bringen. Im Weg standen ihnen dabei Patrik Kovacs und Janos Vegsö aus Ungarn. De Sousa eröffnete das Duell mit einem souveränen 80er-Checkout und war auch für den zweiten Leggewinn seiner Nation verantwortlich, ehe Marques anschließend auf der Doppel-8 erfolgreich war. Die Ungarn kamen beim Scoring schlicht nicht hinterher und durften letztendlich im gesamten Matchverlauf nicht auf Doppelfelder werfen. Stattdessen zeigten die Portugiesen im fünften Leg einen sehr ordentlichen 13-Darter und vollendeten den Whitewash.

Puha ist der Experte für die Doppelfelder

Die längste Anreise nach Salzburg hatte zweifellos Haupai Puha hinter sich, der gemeinsam mit dem in England lebenden Cody Harris für Neuseeland ins Rennen ging. Deutlich kürzer hatten es da die aus Dänemark stammenden Per Laursen und Nils Heinsoe. Puha gelang gleich im Auftaktleg ein 112er-Finish, ehe er beobachtete, wie Heinsoe dreimal außen an der Doppel-10 vorbeiwarf. Puha traf selbst genau dieses Feld und glänzte im dritten Leg mit einem 100er-Checkout. Laursen sicherte Dänemark anschließend das erste Erfolgserlebnis, doch Puha war kurz darauf schon wieder erfolgreich und rückte seine Nation ganz nah an die Ziellinie heran. Da der erste Matchdart nicht gut genug gezielt war, ging ein Leg noch an die Skandinavier, doch kurz darauf stellte Harris seinem Partner mit einer 137 60 Restpunkte, die Puha fehlerfrei ausmachte. So stand am Ende ein klarer 5:2-Erfolg.

Erste Überraschung: Nordirland unterliegt Kanada

Anschließend war zum ersten Mal ein gesetztes Team im Einsatz. Daryl Gurney und Brendan Dolan spielten wie gewohnt gemeinsam für Nordirland und wollten sich gegen Matt Campbell und Jeff Smith aus Kanada behaupten. Dabei ging es für die beiden richtig gut los, Dolan löschte zum Start 117 Zähler und verhinderte das drohende Break. Doch Kanada konterte mit einem 13-Darter und schaffte es in Person von Smith anschließend, mit einen 154er-Finish die Führung zu übernehmen. Nachdem Campbell das Break auf der doppelten 2 bestätigt hatte, verkürzte Gurney für die Nordiren. Doch die Kanadier waren weiter hervorragend unterwegs und hielten den Abstand dank eines 72er-Checkouts von Smith weiter aufrecht. Bereits jetzt standen Gurney und Dolan also mit dem Rücken zur Wand, kamen mit der Situation aber nicht zurecht: im siebten Durchgang erwischten beide Profis gemeinsam mit 21 Darts nicht ein einziges Triplefeld. Kanada hatte es da natürlich nicht sonderlich schwer, Smith versenkte den zweiten Matchdart in der Doppel-8 und besiegelte den 5:2-Erfolg.

Weiter ging es mit den an fünf gesetzten Belgiern, die erneut mit World Matchplay-Sieger Dimitri Van den Bergh und Kim Huybrechts antraten. Ihnen gegenüber stand Tschechien mit Tourcardholder Karel Sedlacek und Vize-Juniorenweltmeister Adam Gawlas. Nach ausgeglichenem Beginn ließ Huybrechts drei Möglichkeiten auf der Doppel-18 liegen, sodass die Tschechen zum Break kamen. Letztgenannte legten zudem einen 13-Darter hinterher und erhöhten ihren Vorsprung auf 3:1. Danach fingen sich die Belgier allerdings wieder und machten mit zwei 14-Dartern nacheinander wieder alles offen. Als Sedlacek im siebten Leg zudem drei Chancen in den Sand gesetzt hatte, holte sich Belgien ein drittes Leg nacheinander und die Führung. Weil Van den Bergh wenige Minuten später den ersten Matchdart vergeben hatte, landete dieses Match im Entscheidungsleg. Dort ließen die anwerfenden Belgier allerdings gar nichts anbrennen, Van den Bergh brachte den 13. Wurf in diesem Leg in der Doppel-18 unter.

Im Anschluss daran waren die Gastgeber aus Österreich an der Reihe. Mensur Suljovic spielte in diesem Jahr wieder zusammen mit Rowby-John Rodriguez. Zum Auftakt waren den beiden Chuck Puleo und Danny Lauby Jnr. aus den Vereinigten Staaten zugelost worden. Rodriguez gewann das erste Leg der Partie auf der Doppel-10, gemeinsam mit seinem Partner konnte er per 13-Darter nachlegen. Doch danach meldeten sich die Amerikaner mit einem eigenen 13-Darter erstmals zu Wort. Im Anschluss daran ließ der mit einem sehr schnellen Wurfrhythmus ausgestattete Lauby Jnr. jedoch eine Breakmöglichkeit liegen und musste abreißen lassen. Die Österreicher legten nämlich einen 15-Darter hinterher und hatten die Ziellinie schon in Sichtweite. Alles in allem bekleckerten sich weder Suljovic noch Rodriguez mit Ruhm, brachten die Partie letztlich aber gefahrlos zu Ende. Unterm Strich stand ein 5:2-Erfolg, der Österreich in die nächste Runde brachte.

Die an eins gesetzten Engländer konnte man vor dem Turnier nur schwer einschätzen. Rob Cross befand sich seit langer Zeit in schwacher Form, auch von Michael Smith war in den letzten Wochen nur wenig zu sehen. Dementsprechend mussten sie schon im Auftaktmatch gegen die Philippinen (Lourence Ilagan und Noel Malicdem, beide mit WM- und World Cup-Erfahrung) aufpassen, nicht gleich nach Hause fahren zu müssen. Es ging jedoch hervorragend los, Smith breakte frühestmöglich mit einem 66er-Finish und Cross machte das 2:0 perfekt. Nachdem Malicdem per 84er-Checkout für den ersten Leggewinn seiner Nation gesorgt hatte, ließen er und sein Mitspieler zwei Chancen zum Ausgleich liegen. Die Philippiner erholten sich allerdings sehr schnell davon, holten sich ohne größere Schwierigkeiten die nächsten beiden Legs und sorgten mit dem 3:3 für Parität. Im siebten Durchgang hatten Malicdem und Ilagan neun Darts für 173 Restpunkte, erspielten sich allerdings nicht mal einen Wurf auf Doppel. Die Engländer bedankten sich mit dem Break und sorgten so auch für die Vorentscheidung. Schon wenig später verwandelte Smith den zweiten Matchdart in der Doppel-16 und machte den 5:3-Erfolg perfekt.

Zum Abschluss der Nachmittagssession duellierten sich Italien (Andrea Micheletti und Daniele Petri) mit Spanien, bei denen Jesús Noguera kurzfristig Cristo Reyes ersetzte und an der Seite von Toni Alcinas sein Debüt feierte. Die Spanier ließen im Auftaktleg drei Möglichkeiten auf Doppel verstreichen und kassierten sofort das Break, welches Petri für Italien bestätigte. Erst als der Letztgenannte zwei Chancen zum dritten Leggewinn vergeben hatte, schaffte es Alcinas, den ersten Durchgang für Spanien einzufahren. Nachdem die Italiener den vorherigen Abstand wiederhergestellt hatten, spielten die Spanier einen starken 12-Darter, den Noguera mit einem 81er-Checkout beendete. Dadurch gestärkt ließ Alcinas ein 118er-Highfinish zum 3:3 folgen. Insbesondere Alcinas hatte sich klar verbessert und legte ein 68er-Checkout nach, vergab anschließend jedoch zwei Matchdarts. Petri rettete seine Farben auf der Doppel-10 und die Partie in das Entscheidungsleg. Dort hätte Petri 105 Punkte löschen müssen, erarbeitete sich jedoch keinen Wurf auf Doppel. Einige Augenblicke später nutzte Alcinas dann den insgesamt siebten Matchdart, erwischte die Doppel-1 und freute sich gemeinsam mit Noguera über den Einzug in die zweite Runde.


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