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Paul Hogan schafft die Sensation

Der Abend des ersten UK Open-Tages fand ohne Michael van Gerwen und auch ohne Cristo Reyes statt. Der Spanier hatte nämlich durch das Fehlen des Weltmeisters ein Freilos und zog kampflos in die vierte Runde ein. Doch auch so gab es einige interessante Duelle. Das wohl hochklassigste, von den Namen her, war Adrian Lewis gegen James Wade. Doch auch Duelle wie Robert Thornton gegen Joe Cullen oder Jamie Caven gegen Dave Chisnall versprachen eine Menge.

Board 1: Lewis bezwingt Wade

An Board eins gab es ein Debüt zu bestaunen. Chris Quantock spielte erstmals bei den UK Open und bekam es direkt mit Simon Whitlock zu tun. Der Australier bewies aber von Anfang an, warum er lange Zeit zu den Top-Spielern der Welt zählte. Er sprintete mit einem 108’er Average schnell zu einer 4:0-Führung, bevor Quantock überhaupt wusste wo er ist. Danach wurde es natürlich nicht einfacher für Chris, der lediglich Nadelstiche setzen konnte. Auswirkungen hatten diese aber nicht und so siegte Simon am Ende relativ deutlich mit 10:2. Der Geburtstagsmann, er wurde 48 Jahre alt, spielte dabei einen Average von 101,42 Punkten.

Danach folgte die Partie zwischen Peter Wright und James Richardson. Wright zeigte bei der Premier League einen Tag zuvor eine unfassbare Partie gegen Adrian Lewis, in der er mit einem 119,5’er Average gewann. Gegen Richardson wollte er dies wiederholen, ging auch schnell 2:0 in Führung, musste dann aber schnell wieder den Ausgleich hinnehmen. Dann aber legte Snakebite los. Dank drei Breaks und einem 114’er Finish brachte er sich bis auf 9:3 nach vorne und konnte die Partie dann locker über die Ziellinie fahren. Am Ende siegte er mit 10:3.

Adrian Lewis zeigte in der Premier League eine tolle Partie, verlor aber trotzdem deutlich. Gegen James Wade wollte er nun ein besseres Ergebnis erzielen, vergab aber viele Chancen. Schnell lag er 0:3 hinten. Besonders das dritte Leg war ärgerlich. Wie schon am Donnerstag warf er zwei 180’er und kassierte dennoch ein Break. Danach riss er sich aber zusammen, wurde kaltschnäuziger und drehte die Partie auf 4:3. Danach war er sogar der bessere Spieler, checkte nochmal 104 Punkte und brachte sich mit 7:5 in eine gute Position. Aber erneut verpasste er dann viele Möglichkeiten, sodass James im Spiel blieb. „The Machine“ glich auf 8:8 aus, nachdem Adrian ganze sechs Darts auf die Doppel liegen ließ. Nach dem 9:8 zeigte er dann aber doch nochmal seine Klasse und checkte 121 Punkte auf Bull zum 10:8-Sieg.

Die letzte Partie auf der Hauptbühne bestritten Gary Anderson und Paul Hogan. Nach einigen vergebenen Chancen sprintete Gary zu einer 2:0-Führung, die aber nicht lange anhielt. Hogan besann sich auf seine Stärken, kam zurück und drehte das Spiel auf 2:3 zu seinen Gunsten. Danach holten beide Spieler zunächst ihre eigenen Aufschläge, sodass es nach zehn Legs 5:5 stand. Hogan setzte sich dann dank eines Breaks mit 7:5 in Führung und als es so aussah, als wäre hier etwas möglich, checkte der „Flying Scotsman“ 136 Punkte zum Rebreak und glich wieder zum 7:7 aus. Nachdem beide ihre Legs holten brachte sich Hogan dann mit 9:8 in Führung und der Druck auf Gary war nun groß. Diesem hielt er zwar stand, doch trotzdem bekam Hogan die Chance zum Sieg. Er vergab aber ein 131’er Finish auf der Doppel-16 und Gary erzwang das Entscheidungsleg. In diesem behielt Hogan tatsächlich die Nerven und warf Gary Anderson mit dem 10:9-Erfolg aus dem Turnier.


Board 2: Cullen zerstört Robert Thornton

Die erste Partie am zweiten Board bestritten Alex Roy und Daryl Gurney. Obwohl Roy als ein Spezialist für die UK Open gilt, ging Gurney natürlich als glasklarer Favorit ins Spiel. Diese Rolle nahm „Super Chin“ von Beginn an ein und ließ zu keiner Sekunde einen Zweifel am Weiterkommen. Er checkte 118 Punkte zum 3:0 und baute mit diesem High Finish den Grundstein für seinen am Ende deutlichen 10:2-Erfolg. Danach spielte Chris Dobey gegen Kevin Painter und es entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe. Painter sorgte dabei für ein paar Highlights, als er 114 auscheckte und nur knapp an 167 scheiterte. Dobey war aber in seinen Legs recht sicher und holte im achten Leg auch das erste Break der Partie. Es folgten drei weitere und so stand es nach zwölf Legs doch wieder Remis. Bis zum 18. Leg und den Stand von 9:8 für Chris sollte es bis zum nächsten Break dauern. Dort vergab Kevin fünf Möglichkeiten, ehe Chris seinen dritten Matchdart verwandelte.

Robert Thornton musste bereits in der zweiten Runde starten. Dort hatte er aber keine Probleme, gewann seine Partie standesgemäß mit 6:0. Gegen Joe Cullen hatte er einen härteren Gegner und das zeigte Joe auch von Beginn an. Ein 146’er Break eröffnete die Partie und bis zum 4:0 samt 101’er Finish hatte Robert nichts dagegen zu setzen. Erst dann konnte er einen Nadelstich setzen und mit 113 ebenfalls ein High Finish zeigen. Doch es war in der Summe einfach zu wenig vom Schotten. Cullen war der klar bessere Spieler und zeigte eine brillante Performance. Am Ende siegte er klar und deutlich mit 10:2. Eine wirklich gute Leistung zeigte auch Dave Chisnall. Nach seinen zwei Siegen bei der Premier League war er auch gegen Jamie Caven der klare dominante Mann. Caven brauchte in der Anfangsphase High Finishes um überhaupt etwas zählbares zu holen. Ein 107’er und 108’er Finish brachten ihm Legs ein, doch führte Chisnall dank einer guten Performance schnell mit 8:2. Er zeigte dabei ein 124’er Finish und hatte damit das Fundament für das Weiterkommen gegossen. Von da an musste er das Spiel nur noch ins Ziel bringen, was er mit dem 10:4 auch tat. Als letztes Spiel auf dem zweiten Board spielte Raymond van Barneveld gegen Barrie Bates. Und er hatte einige Probleme. Er kassierte relativ früh ein Break und musste dem länger hinterherlaufen. Doch der Niederländer drehte die Partie und brachte sich im elften Leg mit 6:5 in Führung. Danach sollte es dann besser für den Niederländer laufen. Er holte sich vier Legs hintereinander, checkte nochmal 110 Punkte und holte sich den 10:6-Erfolg.

Board 3: William O’Connor verpasst den 9-Darter

William O’Connor und Mick Todd begannen den Abend auf dem dritten Board. Dort spielte William von Beginn an auf einem klasse Niveau und ließ seinem Gegner kaum eine Chance. Zu Beginn war es dabei noch am engsten, doch dort war es auch, als O’Connor acht perfekte Darts warf und nur auf der Doppel-12 am 9-Darter scheiterte. Am Ende wird es ihn nicht so sehr stören, denn er siegte trotzdem mit 10:3. Ebenfalls wenig zu meckern haben wird Jermaine Wattimena. Der Niederländer traf auf Kyle Anderson und musste daher natürlich sein ganzes Können aufbringen und eine Chance zu haben. Dies tat er auch und er behielt am Ende die Nerven um einen starken 10:7-Sieg nach Hause zu fahren. Eine große Überraschung schaffte wenig später Ryan Searle. Der Engländer bekam es mit dem Iren Mick McGowan zu tun und hatte damit eine schwierige aber machbare Aufgabe. Und weil er eine tolle Leistung zeigte schaffte er die Hürde auch tatsächlich. Am Ende holte er einen starken 10:7-Erfolg und zog in die vierte Runde ein. Ein rein niederländisches Duell bildete den Abschluss auf Board 3. Dort traf Christian Kist auf Dirk van Duijvenbode und hatte seine liebe Not. Dirk zeigte eine wirklich starke Leistung und hielt den Druck permanent hoch, was Christian auf Dauer nicht mitgehen konnte. So siegte van Duijvenbode mit 10:5 vergleichsweise deutlich.

Board 4: Ronnie Baxter überrascht Darren Webster

Nicht überall kam das große Selbstbewusstsein von Darren Webster im Vorfeld der WM gut an. Gegen Ronnie Baxter wollte er mit einer starken Leistung nun erneut bestätigen, dass er an einem guten Tag zu den besten Spielern auf der Tour gehört. Doch der Schuss ging nach hinten los. Trotz guter Leistung und einer engen Partie setzte Ronnie Baxter seine Erfolgsserie fort und holte sich einen 10:8-Erfolg. Mit Jonny Clayton hatte Jelle Klaasen dann einen schwierigen Gegner vor der Brust. Der Niederländer wollte seinem Status als Premier League-Spieler gerecht werden und auch bei den UK Open weit kommen. Mit dieser Einstellung spielte er auch und siegte am Ende verdient 10:7. Nach dem knappen Erfolg über James Wilson in der zweiten Runde wollte Vincent van der Voort, der bekanntlich schon vom Karriereende sprach, gegen Ronny Huybrechts nachlegen. Es sollte letztlich eine vergleichsweise klare Angelegenheit werden. Vincent war einfach kaltschnäuziger und siegte am Ende deutlich mit 10:4. Im letzten Spiel auf Board 4 traf Ian White auf Paul Barham. „Diamond Dab“ hatte dabei keinerlei Schwierigkeiten. Er spielte die Favoritenrolle überzeugend und beförderte sich selbst mit einem klaren 10:2-Sieg in die vierte Runde.

Board 5: Lukeman überlebt elf Matchdarts

Alan Norris bekam es an Board 5 mit Yordi Meeuwisse zu tun und wollte gegen den Niederländer eine möglichst fehlerfreie Leistung abrufen. Sonderlich lange wollte er wohl auch nicht am Board stehen, denn „Chuck“ spielte mit einem hohen Tempo und fertigte seinen Kontrahenten schnell ab. Am Ende setzte er sich mit einem deutlichen 10:2-Erfolg durch. Eine sehr enge und dramatische Begegnung lieferten sich Martin Lukeman und Rob Hewson. Beide wollten die Chance nutzen in die vierte Runde einzuziehen und alles sah danach aus, dass Hewson es schaffen würde, nachdem er mit 9:7 in Führung gegangen war. Lukeman aber kämpfte sich zurück, überlebte ganze elf Matchdarts und siegte doch noch mit 10:9. Steve Beaton war dann natürlich der Favorit gegen David Pallett, auch wenn David vor allem auf der Tour schon einige Jahre Erfahrung auf dem Buckel hat und selbst auch schon starke WM-Spiele zeigte. Wohl auch deshalb konnte David eine richtig starke Leistung zeigen und einen Beaton, der nicht seinen besten Tag erwischte, mit einem 10:6 nach Hause schicken. Eine äußerst starke Leistung zeigte Michael Smith in seinem Duell mit dem Schotten John Henderson. Smith dominierte das Spiel von Anfang bis Ende und hatte sogar die Chance auf einen 9-Darter. Wie William O’Connor scheiterte er aber auf der Doppel-12. Dennoch reichte es für einen 10:4-Sieg und somit das klare Weiterkommen.

Board 6: John Michael schockt Brendan Dolan

Kim Huybrechts holte sich am Donnerstag in der Premier League im Kellerduell einen Punkt, bei dem er Nervenstärke bewies. Gegen Brian Woods an Board 6 war nun eine komplett andere Situation und der Belgier hatte auch einige Probleme. Doch trotzdem schaffte er es immer wieder für gute Momente zu sorgen und sich am Ende mit 10:8 durchzusetzen. Noch enger sollte die Begegnung zwischen dem Griechen John Michael und Brendan Dolan verlaufen. Dolan ging natürlich als Favorit ins Spiel, doch John hatte unlängst bewiesen, was er kann. Er blieb auch das ganze Spiel über konzentriert und da sich beide nichts schenkten, stand es zwangsläufig 9:9 und ein Entscheidungsleg musste her. Dabei behielt John Michael die Nerven und siegte mit 10:9. Nach einer wirklich starken Leistung in der zweiten Runde, als er Terry Jenkins aus dem Turnier warf, wollte Wayne Jones auch gegen Kirk Shepherd einen Sieg feiern. Der WM-Finalist von 2008 hatte was dagegen und so entwickelte sich eine enge Begegnung. Keiner der Spieler konnte sich wirklich absetzen. Am Ende entschieden Kleinigkeiten, die Kirk Shepherd den 10:8-Erfolg einbrachten. Das letzte Spiel auf dem sechsten Board bestritten Rob Cross und Johnny Haines. Dabei sah zunächst alles nach einer klaren Angelegenheit aus. Rob führte bereits mit 6:0 und schien durch zu sein. Doch Haines gab nicht auf und versuchte nochmal alles. Er kam bis auf 4:7 heran, doch dann setzte Rob Cross wieder eine Schippe drauf und siegte letztlich doch recht deutlich mit 10:5.

Board 7: Alan Taberns Märchen geht weiter

Alan Tabern hatte sich für die erste Runde der diesjährigen UK Open qualifiziert und konnte sich durch zwei Siege bis in die dritte Runde vorspielen. Damit war ihm Preisgeld sicher und er sorgte mal wieder für einen Achtungserfolg. Doch der Altmeister hatte noch nicht genug. Er traf an Board 7 auf Mervyn King und blieb auch gegen ihn ruhig und fokussiert. Am Ende siegte er tatsächlich mit 10:7 und erreichte damit Runde vier. Benito van de Pas hat ein wenig den Rhythmus verloren, so scheint es. Er zeigte eine starke Entwicklung, ging die letzten Monate aber durch ein Tief. Matthew Dennant versuchte das auszunutzen, spielte auch nicht schlecht, am Ende war es dann aber doch der Favorit der sich mit 10:6 durchsetzen konnte. Und auch Ted Evetts konnte einen starken Sieg feiern. Der junge Mann hatte es mit „Goldfinger“ Andrew Gilding zu tun. Er zeigte aber keinerlei Nervosität und spielte eine tolle Partie. Gilding ließ zu viele Möglichkeiten aus und so siegte Evetts am Ende tatsächlich mit 10:5.

Board 8: Webster entgeht frühem Turnieraus

Es sollte eine ganz enge Partie für Mark Webster werden. Der Waliser hatte in der zweiten Runde noch Stephen Bunting aus dem Turnier geworfen und eine anständige Leistung gezeigt. Gegen Ross Twell sollte es nun deutlich enger werden und fast sogar zum Ausscheiden führen. Webster lag bereits mit 8:9 hinten, doch er kämpfte und drehte die Partie doch noch zum 10:9-Erfolg und zog in Runde vier ein. Das konnte Justin Pipe nicht von sich behaupten. Der langsamste Werfer auf der Tour bekam es mit Gerwyn Price zu tun, der nach einigen nicht zufriedenstellenden Ergebnissen bei den UK Open unbedingt wieder angreifen wollte. Er war im Match auch der stärkere Spieler und blieb durchweg überlegen, was letztlich in einem verdienten 10:5-Erfolg gipfelte. Im letzten Spiel auf Board 8 traf Ron Meulenkamp auf Ricky Evans. Der Niederländer musste dabei einiges aufbringen und lange war es eine enge Partie auf Augenhöhe. Am Ende hatte Ron aber die besseren Argumente auf seiner Seite und siegte mit 10:7.

Tobias Gürtler

UK Open


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