5D Dartsscreen Einleitung

Darts ist ein Spiel, das sich ständig steigender Beliebtheit erfreut. Ob man es nun als Sport bezeichnet oder nicht, so ist es eine hochpräzise Bewegungsaufgabe, mit den drei Pfeilen in die kleinen Felder des Dartboards zu treffen.

Obwohl viele Personen, teils leistungssportlich organisiert, dem Dartsport nachgehen, so gibt es entgegen anderen Sportarten kaum definierte leistungsbestimmende oder -hemmende Parameter. Während die Forschungslage beim Dartwurf aus bewegungswissenschaftlicher Sicht zwar knapp, aber aufgrund der durchaus begrenzten Bewegungsvariation ausreichend scheint (z. B. Analyse von Gelenksbewegungen beim Dartwurf [vgl. Bugdon, 2013; Lee et al., 2014]), fehlt bislang eine evidenzbasierte Überprüfung zur Entwicklung einer anzustrebenden Technik beim Wurf. Zwar gibt es einige Veröffentlichungen zum Thema, jedoch sind die dort zu findenden Empfehlungen praxisbezogene Erfahrungen, die zutreffen können, es aber nicht müssen.

In der Bewegungswissenschaft wird Darts aufgrund der einfachen Bewegung und der hohen Konzentrationsanforderung als erweiterte Bewegungsform zum verbesserten Bewegungslernen (z. B. beim Bankdrücken) eingesetzt (vgl. Naimo et al., 2013). Ebenso wurde Darts neben Basketballwürfen als Bewegung unter Angstbedingungen untersucht, wobei sich zeigte, das die motorische Performance nach dem Training in einer Angstsituation deutlich besser wurde (vgl. Oudejans et al., 2009). Es konnte gezeigt werden, dass Darts eine sehr mental dominierte Sportart ist. So wurden im direkten Vergleich physischer Praxis (Gruppe 1), mentaler Praxis (Gruppe 2), mentaler Praxis und Wurfbewegungen (Gruppe 3) und keinem Training (Kontrollgruppe) in allen Gruppen mit Ausnahme der Kontrollgruppe Veränderungen gemessen.

Dabei zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen physischer Praxis und mentaler Praxis (vgl. Mendoza et al., 1978). Zusätzlich ist Darts vor allem auf der normalen Wurfdistanz sehr vom Wachheitsgrad abhängig (vgl. Edwards et al., 2007). Vor allem das Bewegungslernen mit dem externen Fokus wurde beim Darts sehr gut untersucht (vgl. Wulf, 2009; vgl. Shafizadeh et al., 2013), ebenso wurde das positive Besetzen und Zielsetzen beim Spiel zur Verbesserung der Leistung erhoben (vgl. Zimmerman et al., 1996).

Einige leistungsbestimmende Parameter wurden in Studien untersucht, die teilweise als Basis für die Auswahl der in dieser Untersuchung gemessenen Variablen dienten: Die Wurfstärke wird oftmals diskutiert. Bekannt ist: Die Genauigkeit geht zurück, wenn die Geschwindigkeit einer Bewegung steigt. Werden Dartspieler gebeten, so fest als möglich zu werfen, erhöht sich die Fehlerwahrscheinlichkeit. Etnyre (1998) konnte keinen reduzierten Variabilitätseffekt messen, wie in anderen Studien berichtet, wenn Dartspieler so fest als möglich werfen sollten.

Die Drehmomente der Gelenke wurden in einer kleinen Studie von Tamei et al. (2011) erhoben, in der sich deutliche Zusammenhänge zwischen höherer Stabilität und Treffsicherheit zeigten.

Der Stand wird oft als entscheidend genannt. Ein „stabiler“ Stand wird in Praxisbüchern zum Thema Darts empfohlen. Dabei ist es interessant, ob es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen stabilem Stand und präzisem Wurf gibt. Endo et al. (2014) sprechen in einem direkten Vergleich von Profispielern und Hobbyspielern genau davon, dass ein Unterschied der stabilere Stand sowie geringere Schulter- und Ellbogenbewegungen sind. Einige sehr gute Spieler haben jedoch einen aus dem Rumpf heraus bewegten Wurfstil. Eine Studie konnte im Hinblick auf mögliche Bewegungsformen für ältere Personen herausfinden, dass Bewegungen des Ellbogens des Wurfarms und der unteren Extremität (Knie/Sprunggelenk) beim Dartwurf korrelieren (vgl. Nakagawa et al., 2013).

Ein weiterer leistungsbestimmender Faktor scheint das sogenannte „quiet eye“ (ruhiges Auge) darzustellen. Sehr gute Spieler können in dem Moment, in dem Sie das Ziel fixieren, länger die Augen ruhig halten (vgl. Vickers et al., 2000). Ebenso scheint sich das Training des „quiet eye“ positiv auf die Wurfgenauigkeit auszuwirken (vgl. Harle et al., 2001).

Darts erfordert eine hohe Präzision und eine hohe Aufmerksamkeit. Aus diesem Grund ist es entscheidend, die Bewegung möglichst zu optimieren und präzise jeden noch so kleinen Fehler auszumerzen. Während in den meisten Sportarten Standardbewegungen definiert sind, wird im Darts nur vom „Entwickeln des individuellen Wurfes“ gesprochen. Und das ist aus der Sicht der Bewegungslehre ein großer Fehler. Bis zu einem gewissen Niveau wird das durchaus ausreichen, um aber sein volles Potenzial ausschöpfen zu können, muss das Training systematisch erfolgen. Walsh et al. (2011a und 2011b) haben in zwei Untersuchungen mit Beschleunigungssensoren, Kraftmessplatte und EMG-Aufnahmen bei zwei Dartspielern (ein Profi der PDC (Professional Darts Cooperation) und ein Freizeitspieler) die Umsetzbarkeit einer solchen Messung erhoben. Diese Studie zielt darauf ab, leistungsbestimmende Faktoren beim Darts zu erheben und anhand eines einfachen Modells einen erfolgreichen Wurf zu identifizieren.



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