Anderson und van Gerwen machen Halbfinalduell perfekt

Es war Sonntag, 14 Uhr deutscher Zeit, als im Südwesten Englands der Finaltag der Players Championship Finals 2018 anbrach. Acht Spieler und sieben Matches warteten auf die Fans im Butlins Resort in Minehead am letzten Turniertag. Die beiden großen Favoriten auf den Titel waren natürlich Michael van Gerwen und Gary Anderson, die aber zunächst ihre Viertelfinals gewinnen wollten. Diese wurden analog zur dritten Runde im Modus „Best of 19 Legs“ ausgespielt, das restliche Turnier fand jetzt ausschließlich auf der Hauptbühne statt.

Gurney mit starker Leistung – Bunting verspielt seinen Vorsprung

Für den Auftakt des Viertelfinals sorgten Daryl Gurney und Chris Dobey. Während Gurney nach einem schwierigen Jahr rechtzeitig im Vorfeld der Weltmeisterschaft wieder zu alter Form zu finden scheint sorgte „Hollywood“ in Minehead schon für einige Überraschungen, als er Dave Chisnall und James Wade nach Hause schickte. Nachdem das erste Leg an seinen Gegner ging packte „Superchin“ schon früh in der Partie einen brillanten 10-Darter aus und legte mit einem ebenfalls guten 12-Darter ein Break zur Führung nach. Dobey gelang zwar das sofortige Rebreak, er setzte im nächsten Leg aber fünf Pfeile an Doppelfeldern vorbei. So holte sich Gurney noch das letzte Leg vor der ersten Pause und lag folglich mit 3:2 in Front. Der Nordire hatte einen richtig guten Tag erwischt, baute seinen Vorsprung wenig später zunächst aus und schaffte im darauffolgenden siebten Leg ein Break, indem er 146 Punkte auf Null brachte. Per 13-Darter legte Gurney nach und hatte mittlerweile ein Polster von vier Legs aufgebaut. Für Dobey war diese Session eine zum Vergessen, als er im neunten Leg nach längerer Zeit wieder mal auf Doppelfelder werfen durfte ließen ihn seine Nerven im Stich und er warf drei Pfeile daneben. Gurney schnappte sich also auch dieses Leg, legte anschließend bei eigenem Anwurf nach und hatte jetzt sechs Legs nacheinander gewinnen können – zur zweiten Unterbrechung lag er deutlich mit 8:2 in Führung. Nach der Pause zeigte Gurney nochmal ein echtes Highlight, als er den Zuschauern das erste 170er-Finish dieses Turniers präsentierte. Ein Leg fehlte dem Weltranglistenfünften jetzt nur noch, und genau dieses konnte er schon wenige Minuten später einholen. Daryl Gurney gewann dieses Duell klar und deutlich mit 10:2, kam dabei auf einen 104er-Average und war der erste Mann im Halbfinale.

Als nächstes war Stephen Bunting an der Reihe, der sich gestern Abend in einem spannenden Match knapp gegen Peter Wright durchgesetzt hatte. In seinem ersten TV-Viertelfinale seit gut drei Jahren bekam es „The Bullet“ mit Danny Noppert zu tun. Letzterer scheiterte im ersten Leg knapp an einem 148er-Checkout und musste sofort ein Break schlucken, im zweiten Durchgang profitierte er dann aber von zwei Fehlern des Engländers auf Doppel und kam zum sofortigen Rebreak. Bunting verpasste ein 126er-Finish anschließend um Haaresbreite, wodurch „Noppie“ seinen Anwurf erstmalig verteidigen konnte. Der Niederländer konnte diesem ein Break folgen lassen, warf im fünften Leg aber ganze acht Mal an Doppelfeldern vorbei. So konnte Bunting letztlich die Doppel-1 erwischen und per Break zur Pause auf 2:3 verkürzen. Nach der Unterbrechung gelang es „The Bullet“, sein Spielniveau deutlich anzuheben. Nachdem er mit einem 12-Darter ausgeglichen hatte zeigte er im siebten Leg einen weiteren 12-Darter, welchen er mit einem 121er-Finish auf der Doppel-14 abschloss. Bunting war jetzt in Fahrt gekommen, legte diesen beiden starken Legs einen noch etwas besseren 11-Darter nach und hatte jetzt einen Abstand von zwei Legs aufgebaut. Weil sein niederländischer Kontrahent im neunten Leg fünf Pfeile an diversen Doppelfeldern vorbeisetzte konnte Bunting diesen Vorsprung sogar ausbauen, verpasste danach aber zwei Möglichkeiten, um auch ein sechstes Leg nacheinander zu gewinnen. Stattdessen gelang Noppert ein ganz wichtiges 112er-Highfinish zum Break, mit einem 4:6-Rückstand ging er dennoch in die zweite Unterbrechung. Zurück auf der Bühne holte sich Noppert zunächst zwei Legs nacheinander, eines davon mit einem 11-Darter, und hatte für Parität gesorgt. Nachdem die beiden darauffolgenden Legs zwischen den beiden Akteuren aufgeteilt wurden startete Noppert mit zwei 180ern ins 15. Leg, welche Grundlage für einen 12-Darter zum 8:7 waren. Die Vorentscheidung fiel dann ein Leg später: Bunting ließ vier Möglichkeiten zum Leggewinn ungenutzt, stattdessen traf sein niederländischer Gegner Tops und stand kurz vor dem größten Erfolg seiner PDC-Laufbahn. Und genau der wurde es dann auch, mit einem 14-Darter tütete Danny Noppert den 10:7-Sieg ein und erreichte das Halbfinale der Players Championship Finals.

Beide Favoriten mit deutlichen Siegen

Nun folgte der Auftritt des ersten der beiden großen Favoriten. Gary Anderson war durch seine bisherigen drei Partien der Players Championship Finals geradezu durchspaziert und erlaubte seinen Gegnern insgesamt nur fünf Leggewinne. Heute ging es für den Schotten gegen den formstarken Vorjahresfinalisten Jonny Clayton. Mit einem sehenswerten 141er-Finishes im Auftaktleg gelang dem Waliser frühestmöglich ein Break. Anderson ließ das allerdings nicht lange auf sich sitzen, schaffte mit einem 13-Darter umgehend das erwünschte Rebreak und legte per 12-Darter nach. Als der „Flying Scotsman“ im vierten Leg knapp an einem 140er-Finish scheiterte musste er den Ausgleich zulassen, doch mit einem 130er-Checkout gehörte das letzte Wort vor der Pause ihm, sodass Anderson zu diesem Zeitpunkt mit 3:2 vorne lag. Auch nach dieser Unterbrechung konnte „The Ferret“ die Partie noch offenhalten und stellte wiederum den Ausgleich her. Den Anwurf seines Gegners im siebten Leg konnte Clayton allerdings nicht gefährden; zudem setzte er ein Leg später vier Würfe auf Doppelfelder vorbei. Dementsprechend erhöhte Anderson seinen Abstand dank dieses Breaks auf zwei Legs, musste in diesem Fall aber das direkte Rebreak einstecken. Der Weltranglistenvierte hatte jedoch die passende Antwort, der mit einem 12-Darter für ein weiteres Break sorgte und zur zweiten Pause mit 6:4 führte. Zurück vor den Kameras wollte der Schotte die Partie natürlich frühestmöglich entscheiden, nachdem er seinen Anwurf in Leg Nummer elf durchbrachte setzte er ein Leg später einen echten „Big Point“. Nachdem Clayton zwei Darts an Doppelfeldern vorbeigesetzt hatte löschte Anderson 150 Punkte auf der Doppel-15 und lag mittlerweile mit 8:4 vorne. In der Folge war es für Anderson auch gar kein Problem mehr, die beiden ihm noch fehlenden Legs einzuholen. Wenige Minuten später war die Partie nämlich bereits beendet und Anderson nach dem 10:4-Erfolg inklusive 110er-Average in der Vorschlussrunde.

Nun fehlte noch Michael van Gerwen, der weiterhin voll auf Kurs Titelverteidigung war. Nach drei mühelosen Siegen an den ersten beiden Turniertagen wollte „Mighty Mike“ seine Favoritenrolle auch im Viertelfinale gegen Steve Lennon unterstreichen. Nachdem sich van Gerwen Leg Nummer eins mit 14 Darts holen konnte unterliefen ihm im zweiten Durchgang drei Fehler auf Doppelfelder. So konnte Lennon, der heute seinen 25. Geburtstag feierte, zu seinem ersten Leggewinn kommen. Van Gerwen antwortete zunächst mit einem 14-Darter und checkte im vierten Leg 132 Punkte spektakulär via zwei Mal Bullseye und Doppel-16 aus. Das eben geschaffte Break konnte der Weltranglistenerste anschließend mit 13 Würfen bestätigen, wodurch er mit einer 4:1-Führung im Rücken in die Kabine ging. Nach der Pause kam Lennon in eine starke Phase, verteidigte zunächst seinen eigenen Anwurf und löschte im siebten Leg 124 Punkte auf dem Bullseye; durch diesen 12-Darter zum Break hatte der Ire seinen Rückstand auf nur noch ein Leg verringert. Im nächsten Leg verpasste Lennon aber eine ganz große Gelegenheit zum Ausgleich, als er vier Darts zum möglichen Ausgleich verpasste. Auch im neunten Leg vergab Lennon eine Möglichkeit zum Leggewinn, wodurch van Gerwen diese beiden beschriebenen Legs doch auf seine Seite ziehen konnte. Auch das zehnte Leg ging dann noch an den Favoriten, der dadurch zur zweiten Pause mit 7:3 vorne lag. Als Lennon im ersten Leg nach der Unterbrechung einmal an der Doppel-20 vorbeiwarf wuchs sein Rückstand noch weiter an; und als van Gerwen einen 12-Darter nachlegte war er nur noch ein Leg vom Halbfinale entfernt. Dieses fehlende Leg konnte er sich dann auch schon einige Momente später greifen, er brachte seinen zweiten Matchdart in der Doppel-5 unter und hatte dieses Duell mit 10:3 für sich entschieden – in der Runde der letzten Acht wartete nun das Giganten-Treffen mit Gary Anderson.

Players Championship Finals


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