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Darts1 beim Grand Slam of Darts 2008

Ein persönlicher Erfahrungsbericht

Schon als letztes Jahr erstmals dieses Turnier stattfand, dachte ich, das wäre ein Turnier, das ich mir gerne mal live anschauen würde und dieses Jahr bin ich auch wirklich nach Wolverhampton gefahren und habe mir die ersten Tage mit der Round Robin Phase angesehen. Diese Phase des Turniers schien mir besonders interessant zu sein, weil ich so jeden Spieler dreimal sehen und anschließend vielleicht besser einschätzen konnte. Woverhampton ist eine, in der Nähe von Birmingham gelegene, Stadt, sie ist mit einer Art Straßenbahn an Birmingham angeschlossen. Die Anreise vom Flughafen erwies sich auch nicht als allzu problematisch, man muss ein paar Mal umsteigen, was in England immer mit tüchtiger Schlepperei verbunden ist, da die Engländer anscheinend eine Vorliebe für "Überführungen" haben und da geht es zahllose Treppenstufen hoch und anschließend wieder runter. Aber wie gesagt, sonst kommt man gut nach Wolverhampton.

Wolverhampton ist nicht allzu groß, was sich durchaus als Vorteil erweist, es ist auch alles sehr kompakt und ich hatte von meinem Hotel aus einen Fußweg von höchstens fünf Minuten zur Civic Hall und zum Stadtzentrum. Sehr schön ist Wolverhampton nicht, aber es gibt ausreichend Läden, in denen man die dartfreie Zeit überstehen kann, auch genügend Lokale und wer will kann auch ins Museum gehen.

Ich kam noch einigermaßen rechtzeitig, um mir Teile der Celebrities anzusehen, einer recht amüsanten Abend Unterhaltung, wobei ich die Celebrities bis auf den Speerwerfer Steve Backley gar nicht kannte. Den Celebrities schien es Spaß zu machen, vor allem der jeweilige Walk On, und das Publikum hat sich auch gut unterhalten. Die Fähigkeiten der Celebrities bezüglich des Dartspiels waren allerdings überwiegend stark begrenzt, eher unterirdisch schlecht, am besten schlugen sich Phil Tufnell und Mike Tindall ein ehemaliger Cricket und ein ehemaliger Rugby Star. Steve Backley lag auch oberhalb des Durchschnitts und ihm gelang es ja tatsächlich auch, das Doppel zum Sieg des Turniers zu werfen. Was die Dartprofis von der ganzen Sache hielten, war nicht herauszubekommen, sie "halfen" aber ihren jeweiligen Partnern nach Kräften, berieten sie, was sie werfen sollten und ließen ihnen immer ein bisschen Spielraum für Würfe auf Doppel.

Am Samstag ging dann das eigentliche Turnier los und es war, wie auch der Sonntag, ein wahrer Dartmarathon. Acht Spiele zwischen 12 Uhr und 17 Uhr und noch einmal acht zwischen 18 Uhr und 23 Uhr, am Sonntag fing man später an, dafür ging es aber auch länger, bis ich dann noch im Presseraum fertig war, war es nach 1 Uhr morgens…
Der Presseraum war zwar günstig gelegen, aber auch kalt, die ganze Halle war irgendwie kalt, zumindest dann, wenn die Türen offen standen, was sehr oft der Fall war. So viel heißen Tee habe ich selten getrunken, wie an diesen Tagen in Wolverhampton.
Denis Ovens und Adrian Lewis hatten am Samstag das allererste Spiel des Turniers zu bestreiten und es war eigentlich, wie alle Spiele des Eröffnungstages von einer gewissen Nervosität der Spieler gekennzeichnet. Die Round Robin Spiele haben alle ein kurzes Format, man muss also auf jeden Fall einen guten Start erwischen.
Dieses erste Spiel ging auf jeden Fall in überzeugender Manier an Ovens, der ohnehin ein gutes Turnier spielte.

Im zweiten Spiel des Nachmittags trat erstmal ein BDO Spieler ans Oche, Brian Woods, der sich allerdings als eher schwacher Spieler herausstellte, zumindest bei diesem Turnier. Im ersten Spiel konnte er noch einigermaßen mithalten, dann wurde seine Doppelschwäche immer ausgeprägter. Auch das folgende Mawson/Thornton Spiel war von Nervosität gekennzeichnet, beide trafen sehr viele 1er und 5er.

Als nächstes durfte Anastasia Dobromyslova erstmals auf die Bühne, es war weder von Anastasia noch vom gegenwärtigen Weltmeister John Part ein besonders gutes Spiel, das letztendlich von John mit 5:1 gewonnen wurde. Das Publikum jedenfalls war begeistert, Anastasia war sicherlich der Publikumsliebling während der Round Robin Phase, es stand immer voll hinter ihr. In diesem Spiel war es besonders krass, da John Part ohnehin nicht zu den beliebtesten Spielern gehört.
Das folgende Spiel war sicherlich vom Niveau her das beste des ersten Tages, fast hätte ich gesagt "natürlich" war Phil Taylor daran beteiligt. Es lag aber nicht nur an ihm, denn auch sein Gegner, der BDO Spieler Phill Nixon, ließ sich mit einem Schnitt von 97 nicht lumpen. Trotzdem hatte er keine Chance…
Von Mark Webster, der dann an der Reihe war, hätte ich schon etwas mehr erwartet. Darryl Fitton ein weiterer BDO Spieler an diesem Nachmittag, beeindruckte mich schon mehr.
Die beiden Herren Jenkins, erst Terry gegen Darin Young und dann noch Andy gegen Vincent van der Voort rundeten den Nachmittag ab. Das erstgenannte Spiel war sicherlich das bessere, Young konnte es knapp für sich entscheiden, das zweite war aber durchaus spannend.

Die Halle war am Nachmittag nicht allzu voll gewesen, füllte sich aber deutlich für die Abendspiele.
Die ersten beiden Abendspiele Mardle/McDine und Wade/de Ruiter waren beide eher schwach, sowohl Mardle als auch de Ruiter spielten durchweg ein ziemlich enttäuschendes Turnier.
Dann folgte der mit Spannung erwartete erste Auftritt von Gary Anderson, der auf den jungen Australier Paul Nicholson traf. Nicholson gelang es gleich bei seinem Walk-On das Publikum aufzumischen, irgendetwas lief da schief und er wurde trotz seiner wirklich guten Leistungen der "Bad Boy" des Turniers. In sein erstes Spiel stieg er gleich mit einer 180 ein und er konnte auch mit 5:4 gewinnen, da Anderson einfach viel zu viele Darts auf Doppel verwarf.
Van Barneveld putzte dann noch Kirk Sheperd herunter, Alan Tabern erwies sich gegen Simon Whitlock in einem recht guten Spiel als der Stärkere, van Gerwen hatte gegen den starken King keine Chance und Colin Lloyd konnte in einem insgesamt eher schwachen Spiel trotz besseren Durchschnitts nicht gegen Wes Newton gewinnen.
Es war ein ganz schön gehaltvoller Darttag gewesen und ich war ziemlich müde und froh, dass es nicht weit zum Hotel war. Dort machte ich mir zunächst noch einmal einen Tee und verzog mich dann ins Bett.

Am nächsten Morgen inspizierte ich noch ein bisschen die Innenstadt von Wolverhampton, viel Zeit hatte ich ja dazu gar nicht, aber zur Touristen-Info reichte es gerade noch.
Dann verzog ich mich wieder für den Rest des Tages in den Presseraum.
Am Sonntag war die Halle schon vormittags gut gefüllt und die Stimmung war auch sehr gut. Viele Zuschauer waren verkleidet gekommen, einige hatten vor der Halle noch für Gruppenfotos posiert - das ist schon ein Phänomen, das man bei uns in Deutschland nicht kennt, ein Vereinsschal oder ein Club-Shirt - mehr gibt es nicht. Eine solche "fußballgerechte" Aufmachung ist im Übrigen bei den Dart-Turnieren der PDC verboten, da wird immer wieder darauf hingewiesen. Gegen phantasievolle Verkleidungen hat niemand etwas einzuwenden.
Bei den Spielen am Sonntag mussten ja alle Spieler gleich wieder ans Oche treten, am Sonntag Nachmittag gab es die Verlierer-Runde, bei der die Verlierer einer Gruppe gegeneinander antraten, am Abend waren dann die Sieger an der Reihe.
Auf den Verlierern lastete natürlich ein ziemlicher Druck, noch eine weitere Niederlage und mit großer Wahrscheinlichkeit waren sie aus dem Turnier draußen!

Viele der Spiele waren ein bisschen einseitig, Brian Woods hatte weiter mit seiner eklatanten Doppelschwäche zu kämpfen und ging mit 5:0 gegen Simon Whitlock unter, Mawson hatte keinerlei Probleme gegen Kirk Sheperd und van Gerwen gab gegen Mark Webster einfach resigniert auf. Daneben gab es ein paar heftig umkämpfte Spiele wie das Anderson/Painter Spiel oder Nixon gegen van der Voort.
Der Knüller des Nachmittags war aber sicherlich das Spiel zwischen Anastasia Dobromyslova gegen Wayne Mardle. Mardle fing recht stark an und führte zur Pause mit 4:0. Dann traf aber Anastasia erstmals ein Doppel und auf einmal konnte sie wieder Auftrumpfen und Mardle schien unterzugehen, er wurde von ihr total überrollt. Anastasia schaffte den Ausgleich und Mardle brauchte wirklich seine ganze Erfahrung, um das ihm drohende Unheil noch einmal abzuwehren, gerade so hat er noch den Sieg geschafft, weil Anastasia auf einmal wieder auf den Doppeln schwächelte. Durch dieses Spiel war die Stimmung natürlich noch besser geworden!
Anschließend gab es aber erst einmal eine längere Pause, in der das Publikum die Halle räumen musste.
Mit der Partie King/McGarry begann dann die Abendveranstaltung. Auch King hatte wie Mark Webster mit dem überraschend stark aufspielenden nordirischen Qualifikanten McGarry Probleme, konnte aber doch gewinnen und war damit sicher eine Runde weiter.
Hamilton war gegen Tabern eindeutig überlegen. Fitton/Nicholson war vor der Pause ausgeglichen, dann konnte sich Fitton absetzen. Newton gewann gegen Young.

Dann folgte das Spiel des Turniers. Andy Jenkins gegen Phil Taylor.
Taylor wirkte schon im ersten Spiel nicht so souverän wie sonst, was sich bei seinen gewohnt hohen Durchschnitten auch bei diesem Turnier irgendwie seltsam anhört, aber Taylor hatte wirklich so seine Probleme mit den Doppeln. In diesem Spiel wechselte dauernd die Führung, man ging mit 2:2 in die Pause. Jenkins ließ auch nach der Pause nie nach und es sah schon fast so aus, als würden Taylor die Haare zu Berge stehen. Schließlich gewann Jenkins zur Begeisterung aller den Kampf gegen Taylor. Es ist ja nicht so, dass Taylor nicht in der Gunst des Publikums an der Spitze stehen würde, aber die Begeisterung über seine Niederlage kannte trotzdem kaum Grenzen und reichte bis in den Presseraum und zu den Fernsehleuten und Fotografen.
Der Abend hatte aber noch ein paar starke Partien zu bieten: Barneveld ließ sich auch vom starken Robert Thornton nicht beeindrucken, Wade spielte das Spiel seines Lebens mit einem Durchschnitt von 111.03 gegen den starken Denis Ovens und John Part besiegte in seinem besten Spiel den Youngster McDine, der letztes Jahr bei diesem Turnier so beeindruckte.
Es war sehr spät geworden an diesem Abend, ich hätte nicht gedacht, dass es so anstrengend sein konnte, bei einem Dartturnier zuzuschauen! Ich war froh als ich im Hotel war. Und was kam im Fernsehen: Natürlich Darts! Da konnte ich mir das Taylor/Jenkins Spiel noch einmal in aller Ruhe anschauen.

Am Montag standen dann die letzten Gruppenspiele der Gruppen A-D an, es war noch relativ wenig entschieden, Andy Jenkins, Mervyn King und John Part waren als einzige schon sicher qualifiziert. Aber ich hatte erst einmal den Vormittag frei und Zeit bis ca. 16 Uhr, da wollte ich wieder im Presseraum sein und Spielberichte übersetzen.
Nach einem ausführlichen englischen Frühstück machte ich mich also wieder auf in die Stadt und konnte auch noch so ein paar vorweihnachtliche Einkäufe erledigen. Aber es war sehr kalt geworden und regnete noch dazu in Strömen, sehr gemütlich war das nicht.
Im Presseraum machte ich mir also erst einmal wieder einen Tee zum Aufwärmen, bevor ich mich an die Arbeit machte. Dann schaute ich mal nach, wer schon alles da war.
Die Spieler waren schon beim Aufwärmen, es waren allerdings auch einige Spieler da, die "spielfrei" hatten. Gary Anderson zum Beispiel, dessen Manager mir versprochen hatte, dass ich ihm ein paar Fragen stellen könnte.
Es ist ein bisschen schwierig an die ganzen BDO Spieler heran zu kommen und viele haben keine eigene Internetseite. Sie persönlich anzusprechen ist also die einzige Möglichkeit.

Die Spiele des Abends begannen mit Jenkins/Nixon, einem nicht allzu guten Spiel, Nixon konnte aber mit seinem Sieg das Turnier doch noch versöhnlich beenden. Er hatte eigentlich gut gespielt, aber eben eine sehr starke Gruppe erwischt.
Brian Woods konnte auch in seinem letzten Spiel nicht überzeugen und Tabern war damit eine Runde weiter. Van Gerwen holte sich jetzt, wo es um nichts mehr ging seinen ersten Sieg, auch für ihn ging das Turnier damit versöhnlich zu Ende.
Mark Webster kassierte leider eine weitere Niederlage, spielte aber dennoch ein gutes Spiel und stand wegen der besseren Leg Differenz in der nächsten Runde.
Ich konnte mich anschließend mit Mark Webster unterhalten, Ihr könnt das rechtzeitig zur Lakeside WM dann hier auf der Seite lesen.
Mardle/Part schaute schon nach einer zu Null Niederlage für Part aus, Mardle stieg wild entschlossen in das Spiel ein, aber John rappelte sich noch ein bisschen auf, er war ja aber ohnehin schon eine Runde weiter.

Whitlock gelang tatsächlich ein Sieg über Andy Hamilton ein richtig gutes und spannendes Spiel, und Whitlock war eine Runde weiter. Und Kevin McDine konnte zum Abschluss des Abends noch mit einer guten Leistung gegen Anastasia Dobromyslova in die nächste Runde einziehen. Ein Abend mit wirklich vielen guten Spielen!

Am nächsten Morgen war endlich einmal gutes Wetter, da machte das Sightseeing doch ein bisschen mehr Spaß, außerdem hatte ich ja schon zwei meiner Interviews in der Tasche und das dritte war fest verabredet, da konnte ich meinen Aufenthalt etwas mehr genießen!
Auch heute, am Dienstag, fingen die Spiele wieder um 17.30 britischer Zeit an, vorher interviewte ich noch John Part.
Diesmal ging es um die Spieler der Gruppen E-H, bei denen eigentlich noch überhaupt nichts klar war, es war also wieder ein interessanter Abend zu erwarten.

Terry Jenkins machte kurzen Prozess mit Wes Newton und zog in die nächste Runde ein, genauso wie auch Darin Young, Denis Ovens und Raymond van Barneveld. Dann kam das umstrittene Anderson/Fitton Spiel. Ich weiß immer noch nicht, ob die beiden sich wirklich abgesprochen haben, jedenfalls spielten sie genau so, wie es nötig war, damit beide Spieler eine Runde weiterkamen, Fitton fing stark an und holte sich vier Legs (er hätte nur drei gebraucht), wurde dann aber schwächer und bekam unglaubliche Doppel Probleme, so dass Anderson das Spiel noch gewinnen konnte.
James Wade besiegte recht sicher Adrian Lewis, der wieder einmal nicht überzeugen konnte.
Kirk Shepherd brachte Robert Thornton zum Schwitzen, so gut hatte Shepherd schon lange nicht mehr gespielt, aber Thornton gelang es doch sich durchzusetzen. Und damit war Gary Mawson, der sich das Ganze von der Players Lounge aus anschaute aus dem Rennen.
Und Kevin Painter konnte zum Ende des Turniers auch noch einen Sieg feiern und in einem starken Spiel gegen Paul Nicholson gewinnen.

Den Abschluss meines Grand Slams Turnieres bildete dann der "Nine-Dart Shoot Out" zwischen Alan Tabern und Andy Hamilton, so etwas hatte es noch nie zuvor gegeben. Er war notwendig geworden, weil beide Punkt- und Leggleich in der Tabelle waren. Beide spielten zunächst aufs Bull darum, wer beginnen durfte bzw. der Sieger durfte entscheiden, wer als Erster werfen sollte. Anschließend hatte jeder Spieler neun Darts, wer damit den höchsten Score erzielte hatte gewonnen. In diesem Fall wäre es nicht schwer gewesen den Sieger vorherzusagen, Hamilton ist für seine hohen Scores bekannt. Er brauchte dann nur sechs Darts um Taberns neun zu schlagen und zog in die nächste Runde ein.

Leider war damit mein Grand Slam Besuch vorbei, aber mir hat es wirklich sehr gut gefallen und wenn möglich, werde ich auch nächstes Jahr wieder in Wolverhampton sein. Schade, dass das Round Robin Format anfällig für Manipulationen ist, für mich als Zuschauer ist es ein interessantes Format, abwechslungsreich. Und der Grand Slam ist wirklich eine gute Gelegenheit, die BDO Spieler einmal zu sehen, die mich doch bis auf Brian Woods alle beeindruckt haben.

Grand Slam of Darts 2008

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