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Psychischer Druck Inhaltsverzeichnis der Doktorarbeit

Druck und sportliche Leistung

Dr. Heiko Maurer

2.2 Zusammenhang von Druck und motorischer Leistung

Das Ziel dieses Abschnitts besteht darin, das dem Leser aus eigenen Erfahrungen oder zumindest medialen Darstellungen bekannte Phänomen des Versagens unter Druck mit Daten zu belegen. Dabei werden an dieser Stelle lediglich Ergebnisse zum Zusammenhang von Druck und motorischer Leistung dargestellt. Erst in Kapitel 3 wird auf mögliche Erklärungsansätze eingegangen. Nach den Darstellungen im vorherigen Abschnitt können hier auch Studien einbezogen werden, die sich explizit mit dem Zusammenhang von Angst und motorischer Leistung befassen. Allerdings beschäftigt sich der Großteil der Studien zur Thematik Angst und Leistung mit kognitiven Aufgaben. Kleine und Schwarzer (1991) finden 50 Studien, die sich mit Angst und sportlicher Leistung beschäftigen und nutzen diese für eine Meta-Analyse. Auch wenn dabei sehr unterschiedliche Sportarten, Situationen und methodische Vorgehensweisen genutzt werden, finden sie insgesamt einen durchweg negativen Zusammenhang von Angst und sportlicher Leistung. Dabei zeigt sich, dass Leistungseinbußen bei sportlichen Aufgaben vor allem mit einem Anstieg der Besorgniskomponente einhergehen.

Im Folgenden werden die Betrachtungen auf solche Studien beschränkt, die den Zusammenhang von Druck und motorischer Leistung bei koordinativ dominierten Aufgaben mit hohen Genauigkeitsanforderungen untersuchen. Auch hier sind bei den vorliegenden Studien meist Leistungsverschlechterungen bei erhöhtem Druck zu beobachten. Häufig werden in den Studien allerdings wenig geübte Aufgaben genutzt. So finden Masters (1992), Lewis und Lindner (1997) sowie Beilock und Carr (2001) die vermuteten Leistungseinbußen bei erhöhtem Ausführungsdruck beim Putten im Golf nach einer kurzen Übungsphase. Bei Baumeister (1984, Experiment 5) zeigt sich der choking-Effekt bei einer für die Versuchspersonen neuartigen bimanuellen Manipulationsaufgabe („roll-up game“) nur in der Tendenz, bei einer Felduntersuchung (Experiment 6) anhand eines Videospiels dagegen deutlich. Auch bei Higuchi (2000) ergeben sich Leistungseinbußen in einer Drucksituation bei der Ausführung einer Unterhand-Wurfaufgabe mit der nicht-dominanten Hand.

Es liegen jedoch auch Studien vor, die mit erfahrenen Athleten durchgeführt wurden. Gray (2004, Experiment 3) findet in einer Untersuchung mit Baseballspielern anhand einer halbvirtuellen Schlagaufgabe einen deutlichen Einfluss einer Druckbedingung. Wang, Marchant, Morris und Gibbs (2004) führen eine Untersuchung mit 66 erfahrenen Basketballspielern durch, wobei diese in einer Drucksituation, verbunden mit einem Anstieg der Zustandsangst, geringere Trefferleistungen beim Freiwurf erzielen. Auch bei Jackson, Ashford und Norsworthy (2006, Experiment 1) zeigt sich bei einer Dribbling-Aufgabe mit erfahrenen Hockeyspielern ein Leistungsrückgang unter Druck. In zwei weiteren Studien werden Vergleiche von Trainings- und Wettkampfleistungen vorgenommen. Dandy, Brewer und Tottman (2001) finden bei Basketballspielern deutlich geringere Trefferleistungen bei Freiwürfen in Wettkampfspielen im Vergleich zu einer Trainingssituation. Kivimäki (1995) berichtet schlechtere Leistungen in einer Prüfungssituationen bei 101 Violinen-Studierenden im Vergleich zu vorausgehenden Übungseinheiten.

Es ist jedoch auch zu erwähnen, dass sich in einigen Studien – trotz einem Anstieg der Zustandsangst – keine Leistungsverschlechterungen unter Druckbedingungen ergeben. Higuchi, Imanaka und Hatayama (2002) finden dieses Ergebnis bei der Ausführung einer halbvirtuellen Schlagaufgabe mit einem eingelenkigen Hebel, Mullen und Hardy (2000) mit erfahrenen Golfspielern beim Putten. Auch bei Liao und Masters (2002, Experiment 2, Kontrollgruppe) zeigt sich dieser Zusammenhang beim Basketball-Freiwurf nicht. Es ist auch zu vermuten, dass weitere unveröffentlichte Arbeiten vorliegen, die den weithin akzeptierten negativen Zusammenhang von Druck und motorischer Leistung nicht nachweisen können. An dieser Stelle ist anzumerken, dass in der vorliegenden Arbeit nicht davon ausgegangen wird, dass erhöhter Druck in allen Fällen zu Leistungseinbußen führt. Es ist unstrittig, dass der Zusammenhang von Aufgaben-, Situations- und Persönlichkeitsvariablen moderiert wird, wie dies im folgenden Kapitel noch deutlich werden wird. Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht in der Beschreibung allgemeiner Mechanismen, die auftretenden Leistungseinbußen in Drucksituationen zugrunde liegen.


>> Erklärungsansätze für Leistungseinbußen in Drucksituationen
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