Vorsicht, innere Videokamera!


Schweinhund Mauer

Worauf richten Sie Ihre innere Videokamera? Auf das Gestalten, Verwalten oder Zerstören?

Hallo und willkommen, weiter geht es mit unserem Schweinehunde-Podcast, mein Name ist Stefan Frädrich und heute reden wir über selektive Wahrnehmung und drei grundverschiedene Menschentypen.

Selektive Wahrnehmnung, was ist das? Jeder hat es schon einmal gehört. Für mich bedeutet die selektive Wahrnehmung so etwas wie eine innere Videokamera. Stellen wir uns einmal vor, dass wir alle mit so einer mentalen Videokamera durchs Leben laufen und das, worauf wir unseren Sucher richten, das verstärken wir. Und das, was wir nicht im Sucher haben, das schwächen wir ab.

Das kann man sich plastisch vorstellen. Stellen Sie sich vor, wir filmen jetzt mental ihre rechte Hand. Filmen Sie mal mental ihre rechte Hand. Konzentrieren Sie sich mal auf ihre rechte Hand und stellen Sie sich vor, wie diese aussieht, jeden einzelnen der fünf Finger. Gehen Sie in Gedanken den Daumen durch, den Zeigefinger, den Mittelfinger, den Ringfinger, den kleinen Finger, vielleicht stellen Sie sich vor, wie diese Hand durchblutet wird, wie die immer wärmer wird, wie warmes, körperwarmes Blut da durchfließt, wie die Hand leicht zu pulsieren beginnt. Wie Sie spüren, wie jeder Kubikzentimenter dieser Hand sich jetzt mit Blut aufpumpt, wie die Hand immer dicker wird, immer schwerer wird. Sie spüren ein leichtes Kribbeln in der ganzen Hand, und sie spüren ihre rechte Hand jetzt auf eine intensive Weise, wie sie das zuvor in Ihrem Leben niemals erlebt haben. Gaaanz schwer, die Hand ist am Ende Ihres Armes, sie pulsiert. Sie merken, was passiert. Sie spüren das jetzt wirklich. Sie spüren das, weil Sie sich darauf konzentriert haben, weil Ihre innere Videokamera diese Hand filmt.

Andere Körperpartien hingegen, die filmen Sie zeitgleich nicht. Zum Beispiel Ihr linkes Ohr, das war Ihnen nicht bewusst, bis ich das jetzt gesagt habe oder Ihr linker Fuß. Der linke Fuß steht auf dem Boden oder vielleicht laufen Sie gerade oder was machen Sie? Sie spüren diesen Fuß nicht, bis Sie bewusst Ihre Aufmerksamkeit darauf lenken.

Was möchte ich damit sagen? Das, was wir filmen, das verstärken wir. Das, was wir nicht filmen, das schwächen wir ab. Viele Leute verstehen das nicht. Die wollen sich über irgendetwas ärgern und konzentrieren sich dann so sehr auf diesen Ärger, dass Sie gar nicht merken, dass sie genau dadurch, dass sie sich darauf konzentrieren, sich noch mehr ärgern als es eigentlich sein müsste.

Ich muss gestehen, gestern bin ich mal wieder in diese Falle getappt. Ich habe mich gestern auch etwas mehr über etwas geärgert, über das ich mich hätte gar nicht so sehr ärgern müssen. Was ist passiert? Ich habe einen Artikel über ein Nichtraucherseminar von mir gelesen, das nach meinem Empfinden sehr erfolgreich gewesen ist und allen Menschen Spaß gemacht hat. Aber die Beschreibung der Journalistin hatte damit ein kleines Problem. Sie hat den gesamten Text sehr süffisant geschrieben, sehr kritisch und hat leider den Ton so gewählt, dass sie die Tatsachen verdreht hat.

Die Leute waren vom Seminar begeistert, das war eine sehr nette Gruppe. Ich habe von ungefähr hundert Teilnehmern glaube ich 98 oder 97 Einser bekommen, also das war eine Eins Komma Null irgendwas Bewertung. Es hat allen gefallen und ich bin überzeugt davon, dass die meisten Teilnehmer an diesem Tag mit dem Rauchen aufgehört haben. Und die Einzige, bei der es vielleicht nicht geklappt hat, die hat ausgerechnet einen Artikel darüber geschrieben.

Und da fiel mir gestern zum Glück wieder eine alte Einteilung ein, nach der man Menschen in drei großen Gruppen unterscheiden könnte. Gruppe Nummer eins, das sind die Gestalter, Gruppe Nummer zwei, sind die Verwalter und Gruppe Nummer drei, das sind die Zerstörer. Gehen wir das der Reihenfolge nach durch.

Nummer eins, die Gestalter, was machen die? Die suchen Chancen, die wollen sich selbst steuern, die gehen Risiken ein, die machen einfach mal was. Die können dabei gewinnen, aber die können auch verlieren. Wenn sie gewinnen, dann gewinnen sie relativ hoch, weil sie einen gewissen Einsatz machen. Wenn sie verlieren, dann können die auch hoch verlieren, aber das ist denen eigentlich wurscht, weil sie intrinsisch motiviert sind. Das heißt, die Motivation kommt von innen, die ist nicht von außen vorgegeben. Und sie handeln eigenverantwortlich, also sie wollen ihr Leben meist selbst steuern.

Ein typisches Beispiel ist für mich der Ralf Rangnick, der Fußballtrainer von Hoffenheim. Hoffenheim, wir haben gerade den 26.11.2008 und Hoffenheim ist in der ersten Fußball Bundesliga Saison auf Platz eins der Bundesliga Tabelle. Und wie ich Herrn Rangnick als Trainer in den letzten Jahren erlebt habe, habe ich immer wieder gesehen, dass der Mann ein Gestalter ist, der versucht, aus etwas, aus einem Team, etwas zu machen, etwas zu formen, die Art, wie er auftritt, wie er spricht, wie er handelt hat schon einmal zu großen Erfolgen geführt, und zwar war das in der Saison 1997/1998/1999, als Ralf Rangnick innerhalb von drei Jahren mit dem SSV Ulm damals von Liga Nummer drei auch ohne großes Budget, wie gerade bei Hoffenheim, in Liga Nummer eins hochmarschiert ist. Also, der Mann ist ein Gestalter durch und durch, wie zum Beispiel auch ein Jürgen Klinsmann, wenn wir gerade schon beim Fußball sind. Und jetzt bitte, bitte, bitte, wenn Sie kein Bayern-Fan sind, ich sage das jetzt hier völlig wertfrei. Ich denke, Sie erinnern sich noch an die Zeit, als wir während der Fußball Weltmeisterschaft 2006 alle echte Klinsmann-Fans geworden sind. Also, was macht so ein Gestalter? Der sucht Chancen, der geht nach vorne und der würde nicht versuchen, irgend etwas negativ zu sehen, sondern würde versuchen, die Dinge positiv zu sehen.

Gruppe Nummer zwei, das sind die Verwalter. Verwalter handeln regelorientiert, die brauchen klare Vorgaben, die sind eher von außen motiviert, von den Umständen, und die suchen nach möglichst korrekten Abläufen. Die suchen nach möglichst richtigen Handlungen, ob ihre Handlungen richtig sind oder falsch, das ist ihnen egal, Hauptsache nach irgendeiner Regel sind diese Handlungen korrekt. Solche Verwalter meiden in der Regel Risiken. Risiken gehen sie nicht so gerne ein, weil da kann man verlieren, verlieren tun sie nicht gerne. Unterm Striche gewinnen sie in ihrem Leben deshalb auch nicht besonders viel. Also was ist so ein typischer Verwalter? Jemand der seit Jahren das Gleiche macht, der irgendwo in seiner Routine gefangen ist, aber der auch diese Situation sucht und vielleicht auch in gewisser Art und Weise genießt. Weil diese Routine Sicherheit gibt, weil die kleine bequeme Welt Sicherheit gibt. Stellen wir uns einen Verwaltungsangestellten vor, einen, ach, ich möchte jetzt nicht die Klischees bemühen, aber, stellen wir uns mal so einen Klischee-Beamten vor, der irgendwo im Ordnungsamt in der Stadt vor sich hin arbeitet und immer wieder gewisse Regeln anwendet. Ich möchte niemanden diskreditieren oder schlecht reden, natürlich brauchen wir Menschen, die Verwaltungstätigkeiten machen, das ist natürlich wichtig.

Gruppe Nummer drei, und dann sind wir bei dem, auf den ich eigentlich hinauswollte, das ist der Zerstörerer. Der Zerstörer lässt keinen Stein auf dem anderen, der Zerstörer ist hyperkritisch, der sucht und findet ein Haar in der Suppe und zwar in jeder möglichen Situation. Er hat leider relativ wenig schöpferisches Potenzial, kann das Leben auch meistens nicht so sehr genießen. Das Doofe ist, er ist häufig auch noch stolz auf seine kritische Haltung. Also er findet alles doof und zwar zu recht und findet auch noch Haare in der Suppe, was natürlich wiederum bestätigt, dass er von vorneherein wusste, dass alles ohnehin schlecht ist. Das doofe ist, wenn man stolz ist auf diese kritische Haltung, dann gewinnt man fast nie, weil, was sollte es auch zu gewinnen geben? Man verliert fast immer, denn für ihn, für den Zerstörer, ist es ja ein Gewinn, wenn er bewiesen hat, das alles schlecht ist.

Das heißt, der Zerstörer hat in seinem Leben eigentlich die A-Karte gezogen. Es ist alles schlecht, besser wird es nicht und man sucht auch noch, Sie erinnern sich an die Videokamera, man sucht nach dem Negativen. Und weil man findet, was man sucht und das dann durch die Wahrnehmung verstärkt, wird das Leben mies. Insofern tun mir manche Leute leid, die so drauf sind, weil die ticken so. Das Gehirn ist darauf programmiert, Fehler zu finden. Fehler zu suchen, Fehler zu finden und leider findet man auch noch Fehler, wenn man eigentlich alles genießen könnte. Man findet das Haar in der Suppe, man ist im schönen Urlaub und merkt irgendeinen Fleck an der Wand. Man isst ein leckeres Essen und man könnte das eigentlich genießen, und dann stört einen das Geschwätz am Nachbartisch. Man fährt durch die Gegend, man könnte sich darüber freuen, dass man sicher angekommen ist, man motzt über zwei, drei rote Ampeln. Sie merken worauf ich hinaus möchte. Der Zerstörer hat eigentlich kein schönes Leben. Insofern tun mir eigentlich alle Menschen leid, die so drauf sind, die zerstören wollen, die das dann noch für besonders schlau halten, eine hyperkritische Einstellung zu haben.

Was bedeutet das jetzt alles? Es bedeutet für mich, Vorsicht, wir fühlen das, was wir filmen. Also sollten wir auch bewusst filmen, was wir fühlen wollen. Was wollen Sie fühlen? Ich will schöne Dinge fühlen, ich will Chancen fühlen, ich will das Übermaß des Reichtums fühlen, was unser Leben uns bieten kann, wenn wir gewillt sind, es wahrzunehmen. Ich will auf jeden Fall weiterhin Menschen helfen, mit dem Rauchen aufzuhören. Denn es geht ganz leicht, wenn man es richtig macht. Und ich finde, man sollte sich nicht von ein paar kritischen Artikeln abhalten lassen, daran zu glauben, dass es möglich ist. Denn jeder von uns kennt in der Umgebung Leute, die das schon geschafft haben und vielleicht haben Sie es auch schon erfolgreich geschafft. Also schauen wir nach vorne, gucken wir was alles geht, gucken wir nicht darauf, was alles nicht geht, denn da werden wir auch etwas finden, seien wir lieber Gestalter als Verwalter oder Zerstörer.

Herzliche Schweinehunde-Grüße, bis zum nächsten Mal, Ihr Stefan Frädrich.



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