Mitreißende 9-Darter-Momente Teil 2


10 wichtige Dartmomente

8. Michael van Gerwen wirft als jüngster Spieler einen 9-Darter vor laufenden Kameras

Die Masters of Darts 2007 waren ein Turnier, bei dem die fünf besten Dartspieler aus England gegen die fünf besten Dartspieler aus den Niederlanden antraten. Nach den Vorrundenmatches gab es die Halbfinals zwischen den zwei besten Engländern und den zwei besten Niederländern. Auf Seiten der Oranje traten dabei Raymond van Barneveld und der erst 17 Jahre junge Michael van Gerwen gegeneinander an.

In den Sätzen steht es bereits 3:1 für den damals amtierenden PDC Weltmeister Raymond van Barneveld. In Satz Nummer fünf konnte sich MVG das erste Leg sichern und eröffnete das Zweite. Noch mit Haaren auf dem Kopf schreitet er also ans Oche und wirft die Darts in seiner unnachahmlichen, schnellen Art und Weise in das Board. Er erzielt 174 Punkte, nicht schlecht. Raymond kann dem perfekten Start nicht folgen und so sieht Michael die Chance gekommen, in diesem Satz eine Vorentscheidung zu schaffen. Bei seiner zweiten Aufnahme treffen alle seine Pfeile das Segment der Triple-20, nun realisiert auch er, hier ist mehr möglich, als ein einfacher Satzgewinn. Hier besteht die Chance Geschichte zu schreiben. Doch nicht nur Michael bemerkt das, nein, auch die anwesenden Zuschauer feuern nun den Youngstar an. Sollte der 17-Jährige wirklich so eiskalt sein? Sollte er gegen den Weltmeister und Begründer des niederländischen Dartaufschwungs wirklich ein perfektes Spiel abliefern? 147 Punkte fehlten ihm noch zu diesem großen Moment. Sein gewohnt leerer Blick schaute in Richtung Dartboard. Wie so oft warf er die Pfeile volles Risiko, schnell und präzise. Der erste Dart trifft die Triple-20, es verläuft nach Plan. Michaels Mund ist geöffnet, beim Loslassen des zweiten Darts wird er durch ein kleines Zucken noch ein wenig größer. Hat er gemerkt, dass er etwas zu hoch gezielt hat? Egal, Glück gehabt, er trifft die Triple-17 genau am Draht. 36 Punkte noch, ein Dart zum bis dahin größten Augenblick seiner Laufbahn. Der Pfeil verlässt seine Hand und fliegt wuchtvoll in die Doppel-18! Sofort realisiert Michael, was er da gerade getan hat und lässt seinen Emotionen freien Lauf. Ruckartig dreht er sich um, ruft „Come on!“, klatscht einmal in die Hände und streckt dann die Fäuste von seinem Körper ab, wie wir es heutzutage oftmals sehen können. Jubelschreie von Michael, die ähnlich laut gewesen sein dürften wie die, des Publikums. Auch Raymond war beeindruckt und umarmte seinen Landsmann. Mit 17 Jahren war Michael somit der jüngste Spieler der je einen 9-Darter vor laufenden TV-Kameras warf.


Michael konnte sich diesen Satz auch tatsächlich sichern und holte sich auch die danach folgenden beiden. Jedoch sollte es nicht zum ganz großen Wurf langen. Raymond kam zurück, holte seinerseits drei Sätze in Folge und gewann das Match schließlich mit 6:4. Dennoch war der Michael der Moment nicht mehr zu nehmen.

7. Brendan Dolan wirft ersten TV-9-Darter beim Modus Double-In/Double-Out

Brendan Dolan hatte in seiner Karriere bis zum Jahr 2011 nur selten für Überraschungsmomente sorgen können. Doch dann kam der World Grand Prix 2011 in Dublin. Der Nordire, von einer irischen Crowd angefeuert und bejubelt besiegte Gegner um Gegner und erreichte tatsächlich das Halbfinale. Mit James Wade wartete dort jedoch die bis dahin schwierigste Aufgabe.

Wir sind im zweiten Satz. Der Erste ging an den Favoriten aus England. In den Legs führte Dolan nun aber mit 2:1. Beim Modus Double-In/Double-Out war seine Stärke auf die Doppel ein Pluspunkt für Brendan, welcher noch ohne Spitzname bei dem Turnier spielte. Das vierte Leg wurde von James eröffnet, welcher mit einer 110 startete. Dolan wusste also, sein erster Dart im Doppelfeld musste direkt sitzen, was er auch tat. Doch nicht nur das, er legte noch zwei Treffer im Triple-20-Feld nach! Als James Wade dann nur 40 Punkte erzielte, wobei sein zweiter Dart, welcher das Triple-20-Segment traf, ein Bouncer war, schien klar, hier will eine höhere Macht einen Moment schaffen, welcher in die Geschichtsbücher eingehen sollte. Dolan schritt zum Oche, zeigte sich sehr ruhig und legte eine 180 nach! Nun schien es wirklich möglich, ein 9-Darter im Modus Double-In/Double-Out, sowas gab es im Fernsehen auch noch nicht. Die Fans standen unter Strom, sie waren unglaublich laut und wollten am liebsten durchweg jubeln. Dolan aber brauchte nun völlige Konzentration, 161 Punkte waren noch zu erzielen. Der erste Dart trifft die Triple-20, es läuft. Die Fans werden laut, James versucht sie zu beruhigen, er weiß, der Junge braucht Ruhe. Doch Brendan ließ sich überhaupt nicht beeindrucken, auch der zweite Dart, in der Triple-17, saß perfekt. Wieder ein Jubelansturm bei den Zuschauern, sie konnten es kaum noch zurückhalten. Auch ein erneutes Anzeigen von James, welcher seinem Gegner den 9-Darter offensichtlich gönnte, brachte sie nur wenig zur Ruhe. Und dann lässt Brendan den dritten Dart los. Plötzlich ist für wenige Zehntelsekunden alles Still. Die Welt scheint sich aufgehört haben zu drehen. Alle schauen nur auf dieses Bullseye und warten, dass der Dart endlich einschlägt. Es scheint in Zeitlupe abzulaufen. Und dann steckt er plötzlich im kreisrunden Feld in der Mitte. Die Zuschauer rasten komplett aus, es ist so laut wie in einem Fußballstadion. Brendan dreht sich um, es schaut aus als realisiert er den Moment selbst nicht. Er jubelt ein wenig, immer wieder werden seine Zeigefinger in die Höhe gestreckt. Sein heutiger Spitzname, „The History Maker“, hatte seinen Ursprung gefunden.


Brendan, von diesem Moment angestachelt, gelang tatsächlich noch der Sieg über James Wade. Mit 5:2 fertigte er seinen Gegner ab und zog ins Finale ein. Dort verlor er zwar mit 3:6 gegen Taylor, jedoch konnte er stolzer kaum sein. Dieses Turnier gab ihm einen Aufschwung und so wurde er besser und besser und zeigte in den Folgejahren immer wieder klasse Leistungen.

Tobias Gürtler



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