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Clemens feiert gelungenes Grand Slam-Debüt

Wie üblich stand mit dem Grand Slam auch 2019 Mitte November eines der ganz großen Turniere in den Startlöchern. Traditionell treffen in dem in Wolverhampton ausgetragenen Wettbewerb die besten Spieler der beiden Verbände PDC und BDO aufeinander. Aufgeteilt wurden 32 Teilnehmer in acht Gruppen mit einem BDO-Spieler pro Gruppe. Mit Martin Schindler und Gabriel Clemens hatten sich auch zwei Deutsche für das TV-Turnier qualifizieren können. In der Samstagnachmittags-Session wurden die ersten Partien aus den Gruppen E, F, G und H absolviert, gespielt wurde im sehr kurzen Format „best of 9 Legs“.

Schindler kassiert die Höchststrafe

Der oben erwähnte Martin Schindler durfte das Turnier eröffnen. „The Wall“ hatte sich als Vize-Juniorenweltmeister für den Grand Slam qualifiziert, aber mächtig Lospech gehabt. Mit Michael Smith, Glen Durrant und Nathan Aspinall waren drei Weltklasse-Spieler in der Gruppe H des Deutschen. Heute ging es zunächst gegen „The Asp“, der zu Beginn ein Feuerwerk abbrannte. Der Engländer eröffnete mit einem 142er-Highfinish und legte ein Break nach. Schindler hatte bei letzterem selbst eine Möglichkeit auf Tops vergeben und tat genau dies auch im vierten Leg. Aspinall hatte seinen Anwurf wenige Minuten zuvor auch dank seines bärenstarken Scorings sicher durchgebracht und benötigte nun folglich nur noch ein Leg. Dort erhielt Schindler erstmals Breakchancen, ließ jedoch vier Stück ungenutzt. Aspinall nutzte das letztlich aus, kam am Ende auf einen Durchschnitt von 99 Punkten und siegte mit 5:0. Für Schindler wird das Weiterkommen nach dieser Packung sehr schwierig.

Danny Noppert erzielte zuletzt den größten Erfolg seiner PDC-Laufbahn, als er das Endspiel der EM erreichte. Nicht nur deswegen war der Niederländer im ersten Gruppenspiel gegen Ryan Harrington klar favorisiert. Beide spielten ein starkes erstes Anwurfleg, Harrington startete mit einem 13-Darter, „Noppie“ war nach elf Würfen bei Null angekommen. Im weiteren Verlauf sank das Niveau jedoch deutlich ab. Die erste Breakchance gab es erst im fünften Leg, doch Noppert warf an der Doppel-20 vorbei und lag erneut in Rückstand. Der Niederländer glich sofort wieder aus; und da es auch in den nächsten beiden Durchgängen nicht zu Breaks kam musste das Entscheidungsleg herhalten. Der anwerfende Harrington startete mit einer 177 und hatte sich so einen Vorsprung erarbeitet, den er nicht mehr hergab. Der Engländer siegte also mit 5:4 und sorgte so für die erste Überraschung.

Chisnall weiterhin formstark

Danach war bereits der zweite Deutsche an der Reihe. Gabriel Clemens war Teil der Gruppe G und traf dabei auch auf Brendan Dolan. Nach einem schadlos überstandenen Breakdart gegen sich kam der „German Giant“ im zweiten Durchgang selbst zum Break, als ihm sieben perfekte Darts und schließlich ein starker 12-Darter gelangen. Der Saarländer profitierte anschließend erneut von einem Fehler seines Gegners und erhöhte bis auf 3:0. Erst als er selbst drei Möglichkeiten liegen ließ gelang es Dolan, sein erstes Erfolgserlebnis zu verbuchen. Clemens antwortete allerdings sofort und benötigte nur noch einen Leggewinn für die ersten beiden Punkte. Den Sieg machte er dann auf ganz besondere Weise perfekt: mit einer 180 stellte er sich 121 Restpunkte, die er wenige Augenblicke später auf dem Bullseye ausmachen konnte. Unterm Strich stand dabei ein deutlicher 5:1-Erfolg.

Auf ein hochklassiges Duell durfte man sich anschließend freuen, als mit Dave Chisnall und Jamie Hughes zwei Spieler aufeinandertrafen, die für ihr hohes Scoring bekannt sind. Gleich am Anfang wurde es spektakulär: „Chizzy“ holte sich das Auftaktleg mit einem 124er-Bullfinish, doch Hughes ließ sich das nicht lange gefallen und kam mit einem 121er-Checkout ebenfalls auf dem Bullseye zum direkten Rebreak. Doch Chisnall gab dann wieder das Tempo vor und startete mit zwei 180ern ins dritte Leg – wenig später war der 12-Darter zum Break perfekt. Doch wie zuvor auch hatte Hughes die passende Antwort parat und stellte Parität her. Zudem verteidigte „Yozza“ per 13-Darter anschließend erstmals den eigenen Anwurf, setzte dann jedoch ganze fünf Breakdarts in den Sand. Auf der anderen Seite machte Chisnall es kurz darauf besser, als er 81 Punkte zum Abschluss eines 12-Darters löschte, durch das auf diese Weise entstandene Break benötigte er nur noch ein Leg zum Sieg. Hughes hatte nun keine Antwort mehr, stattdessen erwischte Chisnall die Doppel-20 und war mit 5:3 erfolgreich. Dabei überzeugte er besonders mit seiner 83-prozentigen Doppelquote.

Gurney und Wright mit problemlosen Siegen

Anschließend war erstmals ein gesetzter Spieler im Einsatz. Namentlich war dies Daryl Gurney, der genau wie sein heutige Gegner Richard Veenstra von der BDO Teil der Clemens-Gruppe G war. „Superchin“ sicherte sich die ersten beiden Durchgänge im Vorbeigehen und patzte erst im dritten Leg vierfach auf Doppel. Weil sein niederländischer Gegner jedoch einmal über die Doppel-20 warf erhöhte Gurney trotzdem auf 3:0. Veenstra war am heutigen Tage schlicht nicht konkurrenzfähig und kam am Ende auf einen Average von 75 Punkten. Gurney spielte nicht überragend, tat aber genug, um das Match völlig problemlos mit 5:0 für sich zu entscheiden. Der Nordire übernahm die Führung in Gruppe G und wird morgen gegen Gabriel Clemens spielen.

Mit dem Aufeinandertreffen von Peter Wright und Wayne Warren ging es anschließend weiter. Der BDO-Repräsentant aus Wales profitierte im Premierenleg von fünf Patzern seines Gegners, kassierte aber umgehend das Rebreak. Nachdem „Snakebite“ dann seinerseits in Führung ging sorgte Warren für ein echtes Highlight, als er 129 Punkte auf dem Bullseye mitnahm. Doch dann übernahm Wright wieder das Kommando, holte sich im sechsten Durchgang das vorentscheidende Break und stand kurz vor der Ziellinie. Diese konnte der Schotte dann auch überschreiten, er erwischte die Doppel-3 und erzielte einen souveränen 5:2-Erfolg.

Smith gewinnt trotz knapp verpasstem 9-Darter

Es folgte ein Spannung erwartetes Match zwischen dem Weltranglistenzweiten Rob Cross und der vierfachen Damen-Weltmeisterin Lisa Ashton. Nachdem das Eröffnungsleg noch an „Voltage“ ging gelang es auch Ashton, ihr Anwurfleg mit einem 14-Darter nach Hause zu bringen. In den nächsten Minuten bekam die BDO-Akteurin aber Schwierigkeiten beim Scoring und rutschte häufig in das 5er-Segment ab. Auf der anderen Seite gewann Cross ungefährdet zwei Legs nacheinander, patzte danach jedoch vier Mal auf Doppelfelder. Dies rief Ashton auf den Plan, die die Doppel-20 treffen konnte und so das sofortige Rebreak produzierte. Cross sorgte jedoch für das nächste Break und war nur noch ein Leg vom Sieg entfernt. Ashton konnte nicht mehr eingreifen und so nutzte der Engländer seinen vierten Matchdart zum 5:2-Sieg.

Jetzt fehlte nur noch ein Partie, um die Nachmittagssession abzuschließen. Ausgetragen wurde in Gruppe E, gegenüber standen sich Michael Smith und Glen Durrant. Obwohl Letztgenannter seit Anfang dieses Jahres in der PDC antritt spielt er als im Grand Slam als amtierender Lakeside-Weltmeister unter dem Banner der BDO. „Duzza“ warf den ersten Pfeil in diesem Match, warf einige Momente später aber knapp an der Doppel-16 vorbei und kassierte deswegen gleich ein Break. Smith legte sein Anwurfleg hinterher, vergab anschließend aber drei wichtige Breakdarts. Durrant atmete kurz durch und verkürzte auf 1:2. Smith reagierte allerdings sofort, zeigte einen guten 13-Darter und stellte den alten Abstand wieder her. Der „Bully Boy“ war gerade beim Scoring richtig gut unterwegs und startete mit Scores von 174 und 180 Punkten in den fünften Matchdart. Mit 147 Punkten stellte er sich dann vors Oche, traf auch die dreifache 20 und die dreifache 19, verfehlte aber die Doppel-15. Nach dem knapp verpassten 9-Darter ließ Smith zwei weitere Möglichkeiten liegen und Durrant holte sich doch noch dieses Leg. Bei den eigenen Anwürfen hatte Smith aber überhaupt keine Probleme und war wenig später so weit, als dass ihm nur noch ein Erfolgserlebnis fehlte. Durrant gab sich noch nicht geschlagen, checkte 76 Zähler ganz locker aus und kam wiederum heran. Mehr ließ Smith allerdings nicht mehr zu, er erwischte die Doppel-20 und besiegelte so das Endergebnis von 5:3.

Grand Slam of Darts


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