Sensation! Unterbuchner wirft Wade raus

Am Donnerstagabend ging der Grand Slam of Darts in den zweiten Teil der Achtelfinals. In Wolverhampton war heute auch Michael Unterbuchner mit von der Partie, der mit Seriensieger James Wade eine ganz harte Nuss zu knacken hatte. Den Auftakt in den sechsten Turniertag machten dabei Jonny Clayton und Krzysztof Ratajski, ehe Unterbuchner bereits auf die Bühne durfte. Anschließend trafen noch Gary Anderson und Wesley Harms aufeinander, und zum Abschluss des Achtelfinals kam es noch zum Kracher zwischen Michael Smith und Michael van Gerwen.

Deutliche Angelegenheit für Clayton

Jonny Clayton hatte eine tolle Gruppenphase erlebt und brillierte dabei speziell bei seinem Sieg über van Gerwen. Heute traf der Waliser auf Krzysztof Ratajski, der seinerseits Raymond van Barneveld in der Gruppe B hinter sich gelassen hatte. Nachdem Clayton seinen Anwurf im ersten Leg gehalten hatte zeigte er im zweiten ein 100er-Finish und hatte so gebreakt. Mit 12 Darts ging auch das dritte Leg nach Wales, ehe „The Polish Eagle“ dem Lauf seines Gegners Einhalt gebietete und auf der Doppel-20 den ersten Leggewinn für sich verbuchte. Ein Leg später vergab er jedoch eine Breakmöglichkeit auf die Doppel-7, sodass „The Ferret“ mit einem Vorsprung von 4:1 in die Pause gehen konnte. Nach der Rückkehr auf die Bühne setzte Clayton sein gutes Spiel nahtlos fort, spielte zwei 14-Darter hintereinander, vergab danach aber zwei Darts, um sogar mit 7:1 in Führung zu gehen. Stattdessen brachte Ratajski 72 Punkte auf Null, holte sich sein zweites Leg und startete mit fünf perfekten Pfeilen in das neunte Leg. Das er sich dieses dennoch nicht sichern konnte lag daran, dass Clayton 100 Punkte zum Abschluss eines 11-Darters löschen konnte. Das zehnte Leg ging wenig später nach Polen, sodass Ratajski zur zweiten Pause mit 3:7 hinten lag. Clayton kam mit zwei 180ern aus der Pause heraus und holte sich dieses elfte Leg mit 15 Würfen, dem folgte ein 13-Darter, der den Waliser so weit brachte, als dass ihn nur noch ein Leg vom Weiterkommen trennte. Genau das gelang Clayton dann auch schon kurze Zeit später, er löschte 80 Punkte aus und hatte sich durch das eindeutige 10:3 ins Viertelfinale vorgespielt.

Mit seinem überraschenden, aber verdienten 5:3-Sieg im entscheidenden Spiel gegen Ian White hatte Michael Unterbuchner aus Landsberg am Lech Historisches vollbracht und war als erster Deutscher überhaupt ins Achtelfinale des Grand Slams eingezogen. Heute traf der Sechste der BDO-Rangliste auf einen der zurzeit schwersten Gegner der Darts-Welt: den seit 13 Partien vor TV-Kameras unbesiegten James Wade. Nachdem „T-Rex“ im ersten Leg nicht ein Triplefeld treffen konnte, Wade sich dieses also völlig problemlos holen konnte, steigerte sich Unterbuchner in der Folge gewaltig. Mit einem 15-Darter konnte der Deutsche zunächst ausgleichen, ehe er im dritten Leg 66 Punkte ausmachte und breaken konnte. Weil „The Machine“ im darauffolgenden Leg haarscharf an einem 148er-Checkout scheiterte konnte Unterbuchner dieses Break bestätigen, profitierte im fünften Leg von drei weiteren Fehlern seines Gegners und führte zur ersten Pause klar mit 4:1. Wade war klar, dass er etwas unternehmen musste, tat dies auch und holte sich nach der Pause zwei Legs nacheinander. In beiden Legs vergab Unterbuchner allerdings jeweils eine Chance, um diese selbst zu gewinnen. Besser lief es für „T-Rex“ im achten Leg, als er 72 Punkte auf Null brachte und den Spielstand auf 5:3 zu seinen Gunsten stellte. Wade hatte vor allem ernsthafte Schwierigkeiten auf seine sonst so starke Doppel-20 und verpasste dieses Feld auch im nachfolgenden Leg einmal. In diesem Moment war aber das Glück aufseiten des Engländers, da sein Gegner dreimal an Doppelfeldern vorbeiwarf. Das zehnte Leg konnte sich der Landsberger aber wieder auf seine Seite ziehen, sodass er zur zweiten Pause mit 6:4 in Front lag. Kurz nach der Rückkehr verpasste Wade ein 167er-Checkout um wenige Millimeter, Unterbuchner machte Sekunden später 41 Punkte zum 11-Darter aus und kam seinem großen Ziel ein Stückchen näher. Wie schon im bisherigen Turnierverlauf überzeugte Unterbuchner besonders auf den Doppelfeldern, wofür das zwölfte Leg ein passendes Beispiel war: unter hohem Druck checkte der BDO-Spieler 95 Punkte via Bullseye, 5 und Tops und war beim Stand von 8:4 nur noch zwei Legs vom Sieg entfernt. Als Unterbuchner ein Leg später auch noch ein weiteres Break produzierte wurde die Riesen-Überraschung immer greifbarer. Im darauffolgenden, 14. Leg war es aber noch nicht so weit, denn „T-Rex“ setzte seinen ersten Matchdart an der Doppel-20 vorbei. Wade brachte seinen Pfeil in der doppelten 5 unter und hatte sein fünftes Leg gewonnen, wenig später legte er auf der Doppel-10 nach und war bis auf 6:9 herangerückt. Doch bei eigenem Anwurf schlug im Anschluss daran Unterbuchners große Stunde, er verwandelte seinen fünften Matchdart in der Doppel-20 und hatte den seit 13 Spielen ungeschlagenen James Wade mit 10:6 aus dem Turnier geworfen. Michael Unterbuchners Reise geht dagegen weiter, für ihn geht es übermorgen ins Viertelfinale.


Anderson mühelos - van Gerwen ringt Smith nieder

Völlig problemlos war Gary Anderson durch seine Gruppe D spaziert und hatte dabei in drei Spielen gerade mal vier Legs abgeben müssen. Dementsprechend war der „Flying Scotsman“ auch heute gegen den BDO-Akteur Wesley Harms haushoher Favorit. Genau so startete der PDC-Weltranglistenvierte auch in die Partie, spielte sich binnen wenige Minuten einen 3:0-Vorsprung heraus und checkte dabei im dritten Leg 90 Punkte für einen 12-Darter. Dass diese Serie an gewonnenen Legs im Anschluss riss hatte Anderson vor allem sich selbst zuzuschreiben, da er zwei Darts an Doppelfeldern vorbeiwarf. So konnte Harms die Doppel-20 für sein erstes Erfolgserlebnis treffen; profitierte ein Leg später von einem weiteren Patzer seines Gegners auf Tops und kam zur Pause auf 2:3 an seinen Gegner heran. Nach der Unterbrechung sicherte sich der Schotte das sechste Leg, ehe einen 11-Darter folgen ließ und seinen Abstand auf drei Legs Unterschied ausbaute. Anderson war seinem Gegner in dieser Phase um mehrere Klassen überlegen, legte einen 13-Darter bei eigenem Anwurf nach und breakte danach auch noch mit einem 136er-Finish – der Schotte führte mittlerweile mit 7:2. Auch das zehnte Leg ging ans Hause Anderson, ehe „Sparky“ im elften nach längerer Zeit mal wieder auf Doppelfelder zielen durfte. Doch er nutzte drei Chancen nicht, wodurch Anderson eingeladen wurde, doch noch zu breaken. Genau das gelang ihm dann auch, was ihn soweit brachte, als dass ihn nur noch ein Leg vom Viertelfinale trennte. Dieses dann auch einzuholen war überhaupt kein Problem mehr, Anderson brachte 77 Restpunkte mit zwei Pfeilen auf Null und erreichte durch das klare 10:2 die Runde der letzten Acht.

Zum Abschluss der zweiten Turnierrunde durften sich die Zuschauer in Wolverhampton noch auf einen echten Leckerbissen freuen, als Michael Smith auf Michael van Gerwen traf. Smith fand einen guten Einstieg in die Begegnung, breakte gleich im ersten Leg, warf im zweiten zwei 180er und holte sich dieses letztlich per 11-Darter zum 2:0. Auf der doppelten 4 konnte „Mighty Mike“ schon wenig später verkürzen, mit einem 121er-Finish auf der Doppel-14 hatte der Engländer aber die passende Antwort auf Lager. Das letzte Wort vor der ersten Pause wurde dann noch vom Weltranglistenersten gesprochen, der 77 Punkte zum 2:3 aus seiner Sicht löschen konnte. Mit einem 14-Darter kam Smith aus der Unterbrechung zurück, doch van Gerwen ließ das nicht lange auf sich sitzen und verkürzte wiederum. Der Niederländer schraubte das Tempo jetzt nochmals hoch, profitierte im achten Leg zunächst von zwei Fehlern seines Gegners auf die Doppel-8 und stellte per Break den Ausgleich her. Mit Triple-20ern hintereinander startete van Gerwen ins neunte Leg, ehe sich Smith das letzte Leg vor der zweiten Unterbrechung sicherte und auf 5:5 ausglich. Mit einem 88er-Finish auf dem Bullseye meldete sich van Gerwen zurück, der „Bully Boy“ konterte dies angemessen mit einem 112er-Highfinish zum erneuten Ausgleich. Auch die beiden darauffolgenden Legs wurden zwischen den beiden Akteuren aufgeteilt, ehe van Gerwen im 15. Leg der Partie 13 Darts benötigte und so beim Spielstand von 8:7 wieder in Führung ging. Im nachfolgenden Leg fiel dann die vermeintliche Vorentscheidung: Smith patzte in diesem wichtigen Moment zweimal auf Doppelfelder, van Gerwen traf Sekunden später die Doppel-3 und hatte ein Break produziert, durch welches er nur ein Leg von der Ziellinie entfernt war. Weil der Weltranglistenerste wenig später aber seinen ersten Matchdart auf dem Bullseye ausließ konnte Smith 76 Punkte zum 12-Darter von der Scheibe nehmen und sich so am Leben halten. Es ging jetzt in das 18. Leg der Partie, welches schlussendlich auch das letzte war. Dabei war Smith sogar kurz davor, das Match noch ins Entscheidungsleg zu bringen, scheiterte aber knapp an einem 160er-Checkout. So konnte van Gerwen seinen dritten Matchdart in der Doppel-10 unterbringen und als 10:8-Sieger aus diesem spektakulären Duell hervorgehen.

Grand Slam of Darts


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