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German Darts Masters 2014 – Taylor triumphiert

Vom 19. bis 21. April 2014 fand nach 2012 wieder mal ein Dartsturnier auf Berliner Boden statt. Im Maritim Hotel traf die Weltelite zusammen um den Sieger der German Darts Masters zu küren. Ich selbst war jede Sekunde des Turniers anwesend und mischte mich unter die Fans, um die einzigartige Stimmung während des Turniers einzufangen und euch, denen, die nicht dabei sein konnten, davon zu berichten.

Tag 1: Jyhan Artut überrascht alle

Ich machte mich am Samstag also auf den Weg zum Maritim Hotel. Einlass sollte um 12 Uhr sein, für Early Access-Kartenbesitzer bereits 11:45. Ich war kurz nach halb zwölf da und musste nicht lange anstehen. Für den ersten Tag war es ja kaum anders zu erwarten. Als ich dann drin war, suchte ich mir einen Platz mit guter Sicht und freute mich auf das was kommt. An der Anzeigetafel stand es bereits geschrieben: Ronny Huybrechts gegen Jarkko Komula. Zwei WM-Teilnehmer die einiges drauf haben. Ich erwartete viel, bekam jedoch wenig. Komula bestimmte die Partie, Ronny war beim Auschecken jedoch besser. Am Ende siegte der Finne dennoch mit 6:5. Die Stimmung war noch lange nicht so überragend, wie ich es mir vorgestellt hatte. Dies sollte sich bereits mit dem zweiten Match ändern. Jamie Lewis traf auf David Pallett. Und David eroberte die Herzen der Zuschauer, vor allem die der Gruppe aus Görlitz, im Sturm. Er spielte tolles Dart und wurde noch lange mit Gesängen bedacht, dazu später mehr.

„Goldfinger“ Andrew Gilding setzte sich dann sehr locker gegen Peter Hudson durch und bestätigte so seine tolle Form im aktuellen Jahr. Dann folgte endlich der Auftritt des fünfmaligen Weltmeisters, darauf hatten die meisten Fans gewartet. Raymond van Barneveld kam in den Saal um es mit Ronnie Baxter aufzunehmen. Gänsehautatmosphäre. Alle standen und zollten dem Niederländer Respekt. Ronnie spielte allerdings zu stark und so musste Barney sich bereits in Runde eins geschlagen geben. Zugegeben, auch für mich war das ein wenig enttäuschend. Ich hatte gehofft, den Niederländer noch häufiger zu sehen. Mit Michael Smith sollte aber direkt im Anschluss für Entschädigung gesorgt werden. Der U21-Weltmeister der PDC schlug Michael Mansell deutlich und spielte klasse Dart.

Wenn es einen Titel für das schlechteste Match des Turniers geben würde, dann hätte das nächste Match es auf jeden Fall verdient. Sicher, es wäre noch ein Zweitrundenmatch in der Auslosung gewesen, aber Jerry Hendriks gegen Magnus Caris war schon wirklich qualvoll mit anzuschauen. Beide Spieler können mehr, das weiß man. Aber selbst ich hatte bei dieser Partie Probleme, wach zu bleiben und das will schon was heißen. Achso, ja, Magnus Caris setzte sich letztlich 6:4 durch und erlöste uns. Dafür gab es auch einige „Danke“-Rufe aus den Reihen der Fans.

Mit Jyhan Artut trat dann auch endlich der erste Deutsche an. Er bekam es mit dem jüngsten Weltmeister aller Zeiten zu tun, Jelle Klaasen. Jyhans Auftritt war auch bitter nötig, stimmungstechnisch war nichts mehr los nach dem vorherigen Spiel. Jyhan wurde auch direkt gefeiert wie ein Volksheld und das zu Recht. Nach ein wenig Anfangsnervosität drehte der gebürtige Hannoveraner auf, zeigte Klaasen seine Grenzen auf und schlug ihn unter lauten Jubelstürmen mit 6:3. Jyhan ließ Hoffnung aufkeimen, dass ein Deutscher bei einem Dartsturnier in Deutschland vielleicht mal weit kommen könnte. Doch dann verkündete Elmar Paulke, der Moderator des Turniers, wer der nächste Gegner sein würde: Michael van Gerwen. Jyhan blieb motiviert und verkündete selbstbewusst: „Wir hatten seit zwei Jahren kein Match mehr und ich bin noch ungeschlagen gegen ihn.“. Den Fans gefiel es.

Dartfans in Berlin

Nachdem der „Pie Man“ Andy Smith ebenfalls sein Erstrundenmatch gegen Joe Murnan gewann, gab es die erste Pause. Die Fans wurden gebeten den Saal zu verlassen und sich draußen neu anzustellen. Dies hatte den einfachen Grund, dass diejenigen ohne gültiges Ticket für die nächste Session, aussortiert werden. An Tag eins störte das noch wenig, es sollte aber nochmal qualvoll werden.

Hausotter, Welge und Hopp glanzlos

Nachdem ich dann endlich wieder im Saal war, suchte ich mir erneut einen möglichst guten Platz um die zweite Session zu verfolgen. Danach aber machte ich mich auf den Weg und schaute mich mal um. Peter Wright und Dave Chisnall gaben eine Autogrammstunde. Auch der Boxer Arthur Abraham war anwesend, er sollte noch ein Show-Match gegen „Snakebite“ Peter Wright bestreiten. Die meisten Fans interessierten sich nicht für den WBO-Weltmeister, er saß oft ziemlich alleine da, während alle ein Foto mit den Dartsprofis ergattern wollten. Das Show-Match, es war eigentlich nur ein Leg, war dann Unterhaltung pur. Der Caller steckte ab und an einen Dart von Abraham ins Segment der Triple-20, sagte falsche Scores bei Peter an und ließ ihn ewig auf Bull stehen. Peter hatte auch eine Menge Spaß und warf die ersten beiden Darts oft mit Absicht neben das Board. Weil „Snakebite“ am Ende aber doch das Bullseye traf, siegte er schließlich. Die Fans hatten viel Freude daran, auch mir gefiel es sehr.

Danach wurde es aber wieder ernster. Die Abendsession sollte beginnen, drei Deutsche nahmen teil. Der Berliner Marcel Hausotter hatte sich qualifiziert und machte den Anfang. Er traf auf das „One Hit Wonder“ Kirk Shepherd. Marcel wurde von seinen Freunden, der Familie und auch dem Rest des Publikums lautstark nach vorne gepeitscht. Doch letztlich war die große Bühne noch etwas zu groß. Kirk gewann deutlich mit 6:1 und versetzte der guten Stimmung einen ersten Dämpfer. Doch ein paar Schotten holten uns aus dem Tief wieder heraus. Sie waren nur aus einem Grund da: dem Highlander. John Henderson bestritt das folgende Match gegen den „Muffin Man“ Steve Hine, welcher auch einige seiner Backwaren ins Publikum warf. Dies half jedoch alles nichts. Unter großem Jubel setzte sich Henderson 6:4 durch, mit Schwung könnte man in Anlehnung an seinen Wurfstil sagen.

Andree Welge hatte in der Qualifikation für dieses Turnier unter anderem „Shorty“ Seyler rausgeworfen und sich so die Teilnahme an den German Darts Masters erarbeitet. Der Bremer traf auf den Finnen Jani Haavisto, welcher mit Jarkko Komula im letzten Jahr das Halbfinale des World Cup of Darts erreichte und dabei unter anderem Jyhan Artut und Andree Welge rauswarf. Wie immer hatten die Fans bei Andree große Hoffnungen, wurden jedoch wie so oft enttäuscht. Als es drauf ankam konnte er keine Leistung zeigen und ging unter. Jani gewann völlig verdient mit 6:1 und zog in die zweite Runde ein. Stark und umkämpft wurde dann die Partie von Steve Douglas gegen Dean Winstanley. Steve zeigte sich als absoluter Entertainer und begeisterte so die Zuschauer. Als er endlich den Matchdart zum 6:5 verwandelte und locker leicht über die Bühne schritt, brach Jubel aus. Schade für Dean, aber Steve Douglas hatte es sich redlich verdient.

Mit Max Hopp war dann der letzte Deutsche dran. Alle waren sich einig: Max sollte in die zweite Runde einziehen und Steve West dabei keine Chance lassen. Die Gebete der Fans wurden allerdings missverstanden, Steve zerlegte Max, ließ ihm keinerlei Chance und verpasste ihm einen Whitewash. 6:0, eine Ohrfeige ins Gesicht der Fans. Auch ich konnte es nicht glauben. Steve West in allen Ehren, aber was Max dort gezeigt hat, war einfach unterirdisch. Ein Weltmeister gab sich dann die Ehre. Nach seinem Titel in der BDO in diesem Jahr wechselte Stephen Bunting zur PDC und versucht sich seitdem in der Rangliste nach oben zu arbeiten. Die Ambitionen weit oben zu stehen untermauerte er auch in seinem ansehnlichen Auftritt gegen Ross Smith, welchen er 6:1 schlug.

Dass Vincent van der Voort mit seinem Walk-On-Song der Hit bei jedem Turnier ist, ist weit bekannt. Auch in Deutschland erfreute sich der Niederländer dadurch großer Beliebtheit und wurde nahezu pausenlos gefeiert. Dies half ihm auch in einem sehr hart umkämpften Match gegen den ehemaligen BDO Weltmeister Mark Webster. Beide zeigten, was sie drauf haben und brannten ein Feuerwerk ab. Am Ende hatte Vincent das nötige Quäntchen Glück auf seiner Seite und gewann 6:4. Besser machte es nur Paul Nicholson, welcher das letzte Spiel des ersten Tages bestritt. Sein Gegner war Alex Roy, doch eigentlich war von einem Gegner kaum eine Spur. Paul spielte das einfach fantastisch, checkte direkt zu Beginn 121 und im zweiten Leg sogar 161 Punkte aus. Weil er letztlich aber ein paar Chancen liegen ließ, gewann er „nur“ mit 6:2.

German Darts Masters Tag2
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