Hopp bezwingt seinen Lieblingsgegner

Am zweiten Tag des German Darts Grand Prix traten auch die gesetzten Spieler in Erscheinung. Am Nachmittag war mit Max Hopp auch der letzte verbliebende Deutsche am Start, musste gegen den zuletzt guten Mervyn King. Zuletzt in schwacher Form war Dave Chisnall, mit Darren Webster hatte er eine schwierige Aufgabe. Simon Whitlock musste gegen den ehemaligen Juniorenweltmeister Keegan Brown und Kim Huybrechts traf auf den am Vortag so enttäuschenden Steve West.

Humphries isst Price zum Frühstück

Luke Humphries konnte sich am ersten Turniertag relativ klar gegen William O’Connor durchsetzen, hatte mit Gerwyn Price nun aber ein anderes Kaliber vor der Brust. Nichtsdestotrotz wollte er natürlich versuchen mitzuhalten und er erwischte einen fantastischen Beginn. Ihm gelang mit der ersten Aufnahme sofort eine 180 und noch bevor Price unter 200 Punkten stand, konnte er seinen Anwurf durchbringen. Humphries legte sogar ein Break nach und dank eines 12-Darters erhöhte er auf 3:0. Price sah bis dahin überhaupt kein Land und der Waliser musste sich auch bei seinem Gegner bedanken, dass er zu einem Leggewinn kam. Im vierten Leg nahm Luke sich nämlich fast komplett raus und so genügte ein mäßiger 18-Darter für Price um zu verkürzen. Für ein Break sollte es im Anschluss aber nicht reichen, denn Humphries startete wieder perfekt und schnappte sich das 4:1. Gerwyn ließ im Anschluss zwei Chancen aus Tops aus, wodurch Luke ein weiteres Break holte und damit im Grunde die Vorentscheidung besorgte. Ein starker 12-Darter machte den 6:1-Sieg dann perfekt, womit die erste größere Überraschung des Wochenendes feststand.

Dave Chisnall war in den vergangenen Monaten komplett außer Form. Bei ihm lief nur wenig zusammen und so kam es fast schon überraschend, dass er kürzlich mal wieder im Endspiel eines Players Championship Turnieres stand, welches er dramatisch mit 5:6 gegen Ian White verlor. Dramatisch sollte auch das Duell mit Darren Webster werden, zudem aber auch äußerst hochklassig. Im ersten Leg startete Darren perfekt, holte sich das Leg aber nur, weil Chisnall ein 150’er Finish auf der Doppel-18 verpasste. Dave war aber von Beginn an richtig gut. Er holte sich den Ausgleich und spielte dann einen brillanten 12-Darter samt 125’er Finish zum Break. Zwar eröffnete Webster das nächste Leg erneut mit einer 180, allerdings verpasste er ein 121’er Finish auf Bull und zwei weitere Möglichkeiten, wodurch Chisnall sein Leg behalten konnte. Das brachte den „Demolition Man“ nicht aus dem Konzept, was das 111’er Finish nur ein Leg später auch bewies. Beide teilten sich die nächsten beiden Legs, Webster zeigte mit 100 Punkten ein weiteres High Finish und dann legten beide nochmal eine Schippe drauf. Zunächst holte sich Chisnall mit einem 11-Darter das 5:3 und sah wie der sichere Sieger aus. Dann aber warf Darren einen 12-Darter, Chisnall lauerte nach neun Darts auf 99 Punkten Rest. Ein weiterer 12-Darter von Webster sorgte für den Ausgleich. Dabei checkte er 129 Punkte via Triple-19 und zwei Mal Doppel-18. Im Entscheidungsleg warfen sich beide erneut die Darts um die Ohren. Nach neun Darts stand Webster bei 81 Punkten Rest, Chisnall bei 82. Webster durfte zuerst ran und checkte die 81 Punkte zum dritten 12-Darter nacheinander und damit auch zum 6:5-Erfolg. Am Ende spielten beide über 100 Punkte im Schnitt.

Der „Hurricane“ nur ein laues Lüftchen

Ein sehr kurioses Duell sollte die Partie zwischen Steve West und Kim Huybrechts werden. Steve hatte sich am Vortag mit einem 79,5’er Average 6:2 durchgesetzt und wusste, er musste sich steigern. Doch viel besser wurde er auch gegen seinen belgischen Kontrahenten nicht. Im ersten Leg vergab er ein 120’er Finish, sodass Huybrechts direkt ein Break holen konnte. Doch unter Druck war West zur Stelle, glich aus und ging wenig später in Führung. Das letzte und eigentlich einzige Highlight war das vierte Leg aus Sicht vom „Hurricane“, dem ein 106’er Finish zum 12-Darter und 2:2-Ausgleich gelang. Nachdem beide sich in der Folge ihre eigenen Anwürfe holen konnten, wobei Kim Glück hatte, dass Steve vier Breakdarts vergab, versuchte West einen Zahn zuzulegen. Nach dem 4:3 holte er so auch das Break zum 5:3 und setzte seinen Gegner damit nochmal stark unter Druck. Der kam auch nicht mehr wirklich klar, doch zum Sieg war es für Steve noch ein enorm weiter Weg. Er verpasste zunächst ein 129’er Finish auf der Doppel-12, ließ danach aber noch sage und schreibe neun weitere Matchdarts liegen. Huybrechts, der längst nicht mehr an eine Aufholjagd glaubte und schwache Scores zeigte, kam so nochmal zu drei Möglichkeiten, die er allerdings seinerseits allesamt liegen ließ. So nutzte Steve seinen insgesamt elften Matchdart zum 6:3-Sieg, den er dieses Mal mit einem Punkteschnitt von 84,86 Punkten holte.

Mit Max Hopp war am zweiten Tag nur noch ein deutscher Starter im Turnier vertreten und der bekam es mit Mervyn King zu tun. Obwohl dieser in letzter Zeit durchaus gut in Form war und in diesem Jahr auch schon einen Sieg gegen Max holte, galt er als einer von Hopps Lieblingsgegnern. Drei Siege holte er zuvor schon gegen Mervyn, unvergessen der in der ersten Runde der WM 2015, wo Max mit einem 161’er Finish das Match beendete. In diesem Spiel machte der „Maximiser“ von Beginn an auch gut mit, jedoch war Mervyn ein wenig kaltschnäuziger. So holte er sich auch die ersten beiden Legs, worauf Max aber sehr gut antwortete. Er holte nach einer sehr wichtigen 180 ein sofortiges Rebreak und glich danach unter Druck mit einem 76’er Finish aus, brauchte dafür nur zwei Darts. Auch danach blieb der Deutsche sehr ruhig, holte sich das sechste Leg nach einem tollen 104’er Finish. Nur konnte er solche Highlights nicht konstant zeigen. Einem perfekten Start folgten im siebten Leg zum Beispiel zwei Aufnahmen ohne Triple, sodass King sich mit einem 12-Darter 4:3 in Führung brachte. Eine 180 Kings zu einem guten Zeitpunkt brachte Hopp dann auch nicht raus, er blieb cool, glich aus und spielte ein tolles neuntes Leg. Dort stand er auf 161 Punkten Rest, traf auch die Triple-20 und Triple-17, stellte sich aber professionell einen Rest von 32, da King nicht im Finishbereich war. So holte sich Hopp auch das Break zum 5:4 und startete mit einer 140 fantastisch ins zehnte Leg, was die Grundlage für den am Ende durchaus verdienten 6:4-Sieg war.


Überragende Schlussphase bringt Brown ins Achtelfinale

Alan Tabern lag in der ersten Runde gegen Jermaine Wattimena bereits mit 2:5 zurück, bewies aber starke Nerven, als er das Comeback erfolgreich abschloss und doch noch siegte. So stand er in der zweiten Runde gegen Kyle Anderson auf der Bühne, fand sich aber schnell mit einem Break im Rückstand. Zwar glich Alan gleich wieder aus, Kyle war in der Anfangsphase aber besser. Er vergab ein 114’er Finish im zweiten Leg, checkte dann aber 138 Punkte zum 12-Darter und legte wenig später das 3:1 nach. Tabern gab nicht auf. Der Altmeister verkürzte wieder und weil Anderson im sechsten Leg ganze elf Versuche auf die Doppel verpasste, konnte er mit einem Break zum 3:3 ausgleichen. Dieses Leg war der Knackpunkt. Kyle war verunsichert, spielte nicht mehr so konstant wie zuvor. Nachdem Tabern mit einem 106’er Finish erstmals in Führung ging, schnappte sich Kyle das achte Leg und holte sich wenig später dann doch wieder ein Break zur 5:4-Führung. Der Australier hatte nun alles in der eigenen Hand, doch wie schon in der ersten Runde blieb Tabern seelenruhig. Zwar verpasste er ein weiteres 106’er Finish, holte sich aber trotzdem das sofortige Rebreak, weil Kyle einen Matchdart auf Tops verpasste. Das Entscheidungsleg verbockte Anderson dann total, Tabern hingegen spielte solide und konnte sich trotz verpasstem 120’er Finish den 6:5-Sieg sichern.

Simon Whitlock bekam es danach mit dem ehemaligen Juniorenweltmeister Keegan Brown zu tun. Dieser zeigte zuletzt aufsteigende Form und konnte Whitlock in diesem Jahr auch schon bezwingen. Den besseren Start erwischte allerdings ganz klar der „Wizard“, der nach einem perfekten Start und dem 1:0 einen tollen 12-Darter zum Break nachlegte. Auch beim 3:0 hatte Keegan nicht viel zu sagen, er rannte in der Anfangsphase nur hinterher. Doch dies sollte sich ab dem vierten Leg ändern. Simon ließ ein wenig nach, so holte sich Brown das 1:3 und vor allem neues Selbstvertrauen. Ein starker 13-Darter besorgte das Break und weil Whitlock danach deutlich zu spät ins Leg fand war nach dem 3:3 wieder alles im Lot. Ein solides siebtes Leg brachte Simon zwar nochmal in Führung, doch danach machte Brown dann nochmal so richtig ernst. Er spielte fantastische Scores, die in einem 11-Darter zum 4:4 mündeten. Drei Mal nacheinander warf er dann 140 Punkte und checkte 81 mit zwei Darts um mit dem zweiten 11-Darter in Serie erstmals in Führung zu gehen, bevor er im zehnten Leg nochmals mit drei 140’ern nacheinander startete. Zwar wurde es dieses Mal kein 11-Darter, 13 reichten aber auch zum 6:4-Sieg, den er sich mit 103,26 Punkten im Schnitt verdiente.

Norris holt deutlichen Erfolg gegen Alcinas

Antonio konnte sich am Vortag überraschend deutlich mit 6:2 gegen James Wilson durchsetzen. Allerdings täuschte das Ergebnis ein wenig über die Leistung des Spaniers hinweg. Gegen Alan Norris musste er mehr zeigen, konnte dies zu Beginn allerdings nicht tun. Alan spielten sehr gut, holte sich mit einem 101’er Finish sofort ein Break und bestätigte dies mit einem fantastischen 13-Darter. Alcinas warf im dritten Leg die erste 180 der Partie, konnte daraus allerdings keinen Leggewinn bauen. Er verpasste seine Chance auf das Bullseye. Chancen ließ Norris in dieser Phase nicht aus, er stand durch den erneuten 13-Darter nach drei Legs bei einer 100%-Doppelquote. Diese Perfektion riss allerdings im vierten Leg, als er ein 120’er Finish nicht ins Ziel brachte. So konnte Antonio mit einem Break auf 1:3 verkürzen, was allerdings nichts anderes als Ergebniskosmetik sein sollte. Dies lag an Alcinas selbst, der sich das fünfte Leg hätte sichern müssen, aber neben einem 107’er Finish auch noch drei weitere Versuche auf die Doppel vergeigte, sich so mit 1:4 in Rückstand wiederfand. Zwar vergab „Chuck“ im Anschluss ein 170’er Finish, weil er sich das 5:1 aber trotzdem holen konnte, war die Partie im Grunde entschieden. Eine letzte Chance bekam Antonio Alcinas nochmal, er verpasste allerdings die Doppel-20. So checkte Norris 90 Punkte auf dem Bullseye zum 6:1-Sieg.

Daryl Gurney und Ryan Meikle beendeten mit ihrer Partie die Nachmittagssession. Es war das vierte Duell der beiden und bisher konnte Gurney noch jede Partie für sich entscheiden. Meikle erwischte aber in diesem Match einen guten Start, vergab nur knapp ein 132’er Finish auf Bull und zwei weitere Möglichkeiten zu einem Break. So behielt Gurney seinen Anwurf und hatte dann selbst eine Breakchance. 121 Punkte waren dann aber doch zu viel im zweiten Leg und so glich Meikle wieder aus, der zuvor eine 180 von Gurney mit einer selbigen konterte. Es war ein gutes Spiel in der Anfangsphase, in der Meikle im dritten Leg wieder beinahe ein Break holte, dieses Mal jedoch 106 Punkte nicht auschecken konnte. Daryl war zur Stelle und er war es selbst, der wenig später mit dem 3:1 für das erste Break der Partie sorgte. Nachdem er dieses dann auch noch wenig später bestätigte war klar, dass es für Ryan nun enorm schwierig werden würde. Er gab aber nicht auf. Er verkürzte und spielte auch gegen den Anwurf sehr gute Darts, die zum Break und 3:4 führten. Gurney antwortete darauf aber wie man es von einem Top-10-Spieler erwartet. Er spielte einen 12-Darter und checkte dabei 127 Punkte auf dem Bullseye und bog damit auf die Zielgerade ein. Im Anschluss ließ er nichts mehr anbrennen und spielte sich mit dem 6:3 ins Achtelfinale.

Tobias Gürtler

German Darts Grand Prix


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