Martin Schindler gelingt Whitewash über Robert Owen

Am ersten Maiwochenende steht das fünfte European Tour-Event des Jahres auf dem Programm. Ort des Geschehens beim European Darts Grand Prix ist der Glaspalast von Sindelfingen. Titelverteidiger bei diesem Turnier ist Peter Wright, der Michael van Gerwen im Endspiel des Vorjahres zu null geschlagen hatte. Diese beiden greifen allerdings wie alle anderen gesetzten Akteure erst am zweiten Turniertag ein. Stattdessen stand der Freitag ganz im Zeichen der ersten Runde, am Nachmittag durften Gabriel Clemens und Martin Schindler auf die Bühne treten, sie mussten gegen Jan Dekker beziehungsweise Robert Owen an die Arbeit.


Van den Bergh überraschend raus, van der Voort überzeugend

Das Eröffnungsspiel des European Darts Grand Prix wurde zwischen Peter Hudson und Arron Monk, dem Juniorenweltmeister von 2011 ausgetragen. Die ersten vier Legs waren ausnahmslos Breaks, dabei gelang Monk ein 130er-Finish unter hohem Druck zum 2:2. Danach gelang ihm auch das erste gehaltene Anwurf der Partie, welches er auf der Doppel-10 das Break zum 4:2 nachlegen konnte. Monk konnte dieses zu seinem fünften Leggewinn bestätigen, ehe Hudson auf der Doppel-16 sich sein drittes Leg sicherte. Schon wenige Minuten später war das Spiel dann allerdings beendet, Hudson verpasste zwei Möglichkeiten auf Doppelfelder, um sich im Spiel zu halten und so holte sich Monk auf der Doppel-13 den 6:3-Erfolg. Entscheidend für den Sieg war Monks starke Doppelquote von 60 Prozent, er wird es in Runde zwei mit Michael Smith zu tun bekommen.

Es folgte das Aufeinandertreffen von Madars Razma und Steve Hine. Der aus Lettland stammende Razma startete mit einer 180 ins Spiel und konnte sich auch das erste Leg greifen; er konnte diesem auch das Break zum 2:0 folgen lassen. Ein starkes 126er-Checkout auf der doppelten 6 sorgte auch für Leg Nummer drei für Razma, ehe der „Muffin Man“ diesen Lauf unterbrechen konnte und Tops für einen 14-Darter traf. Ein weiterer 14-Darter brachte Hine im Anschluss daran ein Break zum 2:3, und dank eines Treffers in der doppelten 20 gelang ihm dann tatsächlich aus dem 0:3-Rückstand heraus der Ausgleich. 14-Darts brauchte Razma bei eigenem Anwurf, um endlich wieder ein Leg zu gewinnen und sich selbst in Front zu setzen, doch Hine benötigte nur ebenso viele Pfeile zum 4:4-Ausgleich. Der Knackpunkt im Spiel waren fünf verpasste Breakdarts vonseiten Hines im neunten Leg, sodass Razma nur noch ein Leg vom Sieg entfernt war. Das zehnte Leg durfte zwar der Engländer anfangen, da er aber eine Möglichkeit auf Tops ausließ konnte Razma den umkämpften 6:4-Erfolg auf der Doppel-16 klar machen. Der Lette wird in Runde zwei auf Ian White treffen.

Der Zweitrundengegner von Dave Chisnall wurde im dritten Match des Nachmittags gesucht. Dabei war mit dem Juniorenweltmeister Dimitri van den Bergh ein ziemlich prominenter Spieler am Start, er musste sich mit Matt Padgett messen. Mit einem ungefährdeten 15-Darter holte sich der „Dreammaker“ Leg Nummer eins, doch auch Padgett fand gut ins Spiel und glich per 14-Darter aus. Ganze vier Fehler auf Doppel leistete sich van den Bergh im dritten Leg, sodass Padgett sich mit dem ersten Break der Partie bedankte und auch noch das Leg bei eigenem Anwurf zum 3:1 aus seiner Sicht folgen ließ. Dank eines 124er-Highfinishes auf dem Bullseye verkürzte der junge Belgier, doch Padgett checkte 95 Punkte ebenfalls mit einem Treffer in der Mitte der Scheibe und stellte so den alten Abstand wieder her. Ab hier setzte sich das bisherige Bild fort, beide Spieler gewannen jeweils die eigenen Legs und so reichte Matt Padgett das Break im dritten Leg zum 6:4-Überraschungserfolg. Dabei zeigte er überzeugende sechs Treffer aus acht Versuchen auf Doppelfelder.

Weiter ging es mit dem Duell von Steve Lennon und Publikumsliebling Vincent van der Voort. Den klar besseren Start schaffte dabei der Mann aus Irland, der mit einem 14-Darter zunächst ein Break schaffte und dieses dank eines 120er-Finishes auch bestätigen konnte. Doch van der Voort war davon nicht lange geschockt und zeigte seinerseits zwei 14-Darter zum 2:2-Ausgleich. Nochmal besser wurde das Niveau, als der Niederländer nur 11 Pfeile benötigte, um erstmals in Führung zu gehen. Weil er sich im sechsten Leg dann allerdings vier Fehler beim Auschecken erlaubte beendete Lennon die Serie seines Gegners und stellte auf 3:3. Auf der doppelten 9 setzte sich van der Voort im Anschluss daran wieder in Front; danach zeigte aber Lennon sein bestes Leg, per 11-Darter produzierte er den neuerlichen Ausgleich. Mit zwei 180ern startete van der Voort in Leg Nummer neun, zwar saß der siebte Pfeil nicht mehr im Triplefeld, zum 11-Darter und zur 5:4-Führung reichte es dennoch. Im zehnten Leg machte der Niederländer dann alles klar, der versenkte seinen ersten Matchdart in der Doppel-20 und darf sich über den 6:4-Erstrundenerfolg freuen. Dabei gelang van der Voort mit einem Average von 103,4 Punkten die beste Leistung des Nachmittags, hält er dieses Niveau auch in Runde zwei kann er eine echte Bedrohung für Rob Cross darstellen.


Gabriel Clemens nicht gut genug gegen Dekker

Danach war es endlich soweit, der erste Deutsche durfte auf die Bühne des Glaspalastes. Und derjenige hieß Gabriel Clemens und hatte erst vor wenigen Tagen ein tolles Turnier absolviert. Beim zehnten Players-Championship-Turnier letzten Sonntag drang er dank Siegen über unter anderem Peter Wright und James Wade bis ins Halbfinale vor, in welchem er erst dem späteren Sieger Jeffrey de Zwaan unterlegen war. Mit Jan Dekker erwartete ihn heute eine schwierige, aber an für sich keine unlösbare Aufgabe. Der Niederländer kam gut rein und präsentierte dem Sindelfinger Publikum gleich im ersten Leg ein 111er-Highfinish, aber auch Clemens war in der Lage, den ersten eigenen Anwurf zu halten. Weil der Saarländer im dritten Leg zwei Breakdarts nicht zu nutzen wusste kam Dekker auf der Doppel-1 doch noch zum 2:1, welchem er per 12-Darter inklusive 136er-Checkout das Break zum 3:1 nachlegen konnte. Doch auch „Gaga“ war zu Beginn gut unterwegs, erzielte im fünften Leg nach einem Score von 85 Punkten zwei 180er nacheinander und checkte auch die verbliebenen 56 Zähler zum sofortigen Rebreak. Dass er danach jedoch nicht zum Ausgleich kam lag an einem an der Doppel-16 vorbeigeworfenen Pfeil, Dekker stellte per Break auf 4:2 aus seiner Sicht. Per starkem 13-Darter holte sich der Niederländer sein fünftes Leg, ehe Clemens nochmal aufwachte und sein stärkstes Leg des Spiels zeigte: 71 Punkte brachte er dazu zum Abschluss eines 11-Darter auf null. Dieser großartige Moment blieb jedoch ohne lange Wirkung, denn Dekker löschte im neunten Leg 58 Punkte aus und tütete auf diese Weise den 6:3-Sieg ein. Gabriel Clemens enttäuschte mit einem Average von knapp 88 Prozent und 37,5 Prozent Doppelquote, während ein Punktedurchschnitt gut 89 Punkten und eine 50-prozentige Checkoutquote Dekker zum Zweitrundeneinzug ausreichten.

Als nächstes war mit Stephen Bunting wiederum ein ziemlich bekannter Akteur an der Reihe. Doch Bunting, der es heute übrigens mit dem ehemaligen Weltmeisterschaftsfinalisten Kirk Sheperd zu tun bekam, verschlief den Start komplett. So ließ er gleich im ersten Leg zwei Chancen auf Doppelfelder aus und ermöglichte Sheperd das Break, welchem dieser auf das 2:0 folgen lassen konnte. Per 13-Darter schaffte Sheperd im dritten Leg sein zweites Break, erst danach konnte „The Bullet“ einen Fuß in die Tür stellen und per 110er-Highfinish zum 1:3 aus seiner Sicht rebreaken. Per 14-Darter konnte Bunting kurz darauf auch sein zweites Leg gewinnen, doch das sollte dann tatsächlich auch sein letztes Erfolgserlebnis bleiben. Sheperd holte sich drei Legs in Serie und machte den 6:2-Erfolg perfekt. Dabei zeigte er einen ordentlichen Average von 95 Punkte und eine Doppelquote von knapp 42 Prozent, er wird der Zweitrundengegner von Peter Wright sein.

Mats Gies aus den Niederlanden feierte im siebten Match des Nachmittags sein Debüt auf der European Tour; und dabei bekam er es in Person von Alan Tabern gleich mal mit einem der erfahrensten Spieler überhaupt zu tun. „The Saint“ sicherte sich Leg Nummer eins, Gies gelang per 12-Darter der sofortige Ausgleich. Per 91er-Finish holte sich Tabern das Leg zum 2:1, erneut war der Niederländer in der Lage, auszugleichen. Ein 12-Darter brachte Tabern im Anschluss daran wieder in Führung, dieses Mal jedoch mit dem wichtigen Unterschied, dass er ein Break nachlegen konnte. Dazu spielte er einen weiteren 12-Darter inklusive eines 121er-Finishes auf dem Bullseye. Weil Gies dann im siebten Leg einen wichtigen Breakdart auf die Doppel-20 verpasste kam Tabern zum 5:2, was beinahe schon die Vorentscheidung bedeutete. Zwar konnte Gies noch ein drittes Leg gewinnen, schon im neunten Leg machte Tabern jedoch in Deckel auf das Spiel drauf und beendete so das Debüt seines Gegners. Alan Tabern wird in der zweiten Runde gegen niemand geringeres als Michael van Gerwen antreten.

Der zweite deutsche Hoffnungsträger des Nachmittags war im letzten Spiel dieser Session am Oche, und er wollte es natürlich besser machen als Gabriel Clemens einige Zeit vorher. Mit Robert Owen hatte er allerdings keinen leichten Gegner erwischt, so erreichte der Waliser das Halbfinale der diesjährigen UK Open. Der Deutsche erwischte heute zumindest den besseren Start, checkte zunächst 46 Punkte und schaffte anschließend auch ein Break zur schnellen 2:0-Führung. Zwar erlaubte sich „The Wall“ im dritten Leg zwei Fehler auf Tops, weil er sich aber genug Vorsprung herausgespielt hatte konnte er dennoch auf 3:0 stellen. Owen hatte bis hierhin nicht einmal auf Doppel werfen dürfen, das änderte sich im vierten Leg. Doch „Stack Attack“ ließ ganze sechs Chancen verstreichen und durfte sich in der Folge nicht wundern, auch mit 0:4 zurückzuliegen. Ein starker 13-Darter brachte Schindler auch das fünfte Leg, ehe Owen im sechsten Leg 167 Restpunkte hatte. Er traf die erforderlichen Triplefelder, verfehlte aber das Bullseye. Weil er mit der nachfolgenden Aufnahme auch die verbliebenen 25 Zähler nicht mitnehmen konnte trat Schindler mit 120 Restpunkten ans Board, welche er auf null bringen konnte und so den Whitewash perfekt machte. Dabei spielte Schindler mit einem Average von grade mal 88 Punkte alles andere als überragend (die Doppelquote mit 56 Prozent war allerdings ein sehr guter Wert), da Owen aber überhaupt nicht in Fahrt kam und alle neun Würfe an den Doppelfeldern vorbeisetzte reichte das zum 6:0-Triumph. Martin Schindler wird in der zweiten Runde gegen Joe Cullen antreten.

Alexander Kuck

European Darts Grand Prix


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