Michael van Gerwen gewinnt den European Darts Grand Prix 2018

Drei Spiele fehlten jetzt nur noch, um den European Darts Grand Prix 2018 im Sindlefingener Glaspalast erfolgreich zu Ende zu bringen. Bevor es im Endspiel um den Titel und die 25.000 Pfund Preisgeld ging mussten noch die beiden Halbfinalpartien absolviert werden. Einen echten Kracher versprach das Duell von Michael van Gerwen und Michael Smith, im zweiten Semifinale spielte Danny Noppert gegen James Wade.

Van Gerwen wie im Rausch, auch Wade siegt deutlich

Das erste Halbfinale versprach ein äußerst hochklassiges Duell zu werden, mit Michael van Gerwen und Michael Smith trafen nämlich die bisher zwei besten Spieler der diesjährigen Premier League aufeinander. Genau in diesem Wettbewerb trafen sie sich auch vor rund zwei Wochen, damals siegte van Gerwen klar mit 7:1. So eine Blamage wollte der „Bully Boy“ am heutigen Tage natürlich verhindern, doch der Start verlief denkbar schlecht. Van Gerwen holte sich Leg Nummer eins mit zwölf Darts, um Smith im zweiten Leg zu breaken brauchte „Mighty Mike“ sogar einen Pfeil weniger. Ganze fünfzehn Darts benötigte van Gerwen im dritten Leg, Smith wartete noch immer auf seinen ersten Wurf auf ein Doppelfeld. Wenigstens das änderte sich im vierten Leg, doch weil der Engländer einen Dart auf an der Doppel-10 vorbeiwarf musste er mit ansehen, wie van Gerwen auf eben diesem Doppelfeld zum 4:0 kam. Wie auf einer Exhibition spielte van Gerwen das fünfte Leg. Nach neun Darts hatte er sich 50 Rest gelassen, und weil Smith nicht annähernd im Finishbereich war zielte der Weltranglistenerste einfach direkt auf das Bullseye – der 10-Darter zum 5:0 war äußerst sehenswert. Seinen insgesamt zweiten Wurf auf ein Doppelfeld bekam Smith erst im darauffolgenden Leg, doch er warf einmal über die Doppel-20 und musste auch dieses Leg abgeben. Aufgrund der verlängerten Distanz im Halbfinale brauchte van Gerwen noch ein Leg, und mit 17 Darts war dieses sein schlechtestes im gesamten Spiel. Van Gerwen spielte in weiten Teilen wie von einem anderen Stern, spielte knapp 110 Punkte im Schnitt pro Aufnahme und genehmigte seinem Gegner kein einziges Leg.

Van Gerwens Finalgegner wurde also im zweiten Halbfinale gesucht, und klar war, dass es ein ungesetzter Spieler werden würde. Danny Noppert und James Wade wollten beide unbedingt ins Endspiel einziehen. Das erste Leg ging an „The Machine“, der 71 Punkte mit zwei Darts ausmachte und so sofort ein Break produzierte. Dieses Break konnte Wade bei eigenem Anwurf bestätigen, und er schaffte im Anschluss daran auch das 3:0. Dabei profitierte er von drei Fehlern des Niederländers auf Doppelfelder und traf seinerseits die Doppel-8. Auch das vierte Leg ging an Wade, und langsam aber sicher wurde es eng für den Halbfinal-Debütanten Noppert. Im fünften Leg spielte „Noppie“ endlich gutes Darts und holte sich mit einem 13-Darter sein erstes Leg. Weil er im darauffolgenden Leg jedoch zwei Breakdarts liegen ließ stellte Wade den vorherigen Abstand von vier Legs wieder her, ehe Noppert seinen Anwurf mit zwölf Darts zum 2:5 aus seiner Sicht verteidigte. Mit einem 64er-Checkout holte sich der Engländer sein sechstes Leg. Ins neunte Leg des Spiels startete Noppert mit zwei 180ern, der siebte Dart fand jedoch nicht mehr in die Triple-20. Trotz einiger Doppelschwierigkeiten konnte Noppert dieses Leg auch für sich reklamieren, doch schon wenige Minuten später war das Spiel beendet. James Wade traf die Doppel-10 und machte mit dem 7:3-Erfolg sein erstes European Tour-Endspiel in diesem Jahr perfekt. Für Noppert geht dagegen das bisher beste Turnier seiner noch jungen PDC-Karriere zu Ende.

Van Gerwen dominiert auch das Finale von Anfang bis Ende

Entweder Michael van Gerwen oder James Wade wird also der Titelträger des European Darts Grand Prix 2018. Speziell nach seiner überragenden Halbfinalleistung war es nicht leicht, sich Michael van Gerwen als Endspielverlierer vorzustellen. Doch in einem Endspiel ist alles möglich und so durfte James Wade auf keinen Fall zu früh abgeschrieben werden. Wade durfte die erste Aufnahme des Spiels tätigen und hatte sich nach zwölf Darts 40 Restpunkte gestellt. Doch van Gerwen zeigte auch hier sofort seine Klasse und machte 86 Punkte zum 11-Darter und zum Break aus. Weil Wade im zweiten Leg drei Darts auf Doppelfelder verpasste um zurückzuschlagen kam der Weltranglistenerste auch zum 2:0; erst danach konnte Wade mit einem 12-Darter, den er mit einem 121er-Finish auf dem Bullseye beendete, verkürzen. Ein Treffer in der Doppel-6 brachte van Gerwen wieder den vorherigen abstand ein, ehe Wade einen 13-Darter spielte und wiederum nur noch mit einem Leg in Rückstand war. Dank eines 12-Darters und eines spektakulären 161er-Checkouts vergrößerte van Gerwen den Abstand wieder und sah sich jetzt mit 4:2 in Front liegen, er verpasste ein Leg später allerdings zwei Breakdarts auf die Doppel-12. So rettete Wade den eigenen Anwurf und war van Gerwen wieder im Nacken. Doch Wade schaffte es nicht annähernd, die Anwürfe des Weltranglistenersten zu gefährden, so auch geschehen im achten Leg, das van Gerwen locker mit zwölf Darts verteidigte. Und „Mighty Mike“ konnte dieses Mal auch nachlegen: mit einem 13-Darter breakte er seinen Gegner im neunten Leg und führte jetzt mit 6:3. Ein weiterer 13-Darter brachte van Gerwen auch das daran anschließende Leg bei eigenem Anwurf ein, sodass ihn nur noch ein Leg vom Turniersieg trennte. Wade hatte den Glauben an den Sieg schon vor einigen Minuten aufgegeben, und so konnte er auch nur noch zusehen, wie Michael van Gerwen im elften Leg die Doppel-8 traf und durch den 8:3-Finalsieg den Triumph beim European Darts Grand Prix vollendete. Michael van Gerwen fährt seinen dritten European-Tour-Titel in diesem Jahr ein, über das gesamte Turnier war der Weltranglistenerste der dominante Spieler, im Finale zeigte er einen Average von 110,87 Punkten. Für van Gerwen ist es weiterhin der zehnte Titel allein in diesem Jahr und der insgesamt 23. auf der European Tour, er wird mit 25.000 Pfund prämiert.

Alexander Kuck

European Darts Grand Prix


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