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Wright gewinnt die Darts-EM 2020

Am Sonntagabend standen die letzten drei Partien der European Darts Championship 2020 auf dem Programm. Nur noch vier Spieler konnten darauf hoffen, den Pokal am Ende des Tages mit nach Hause zu nehmen. Dies waren zum einen James Wade und Devon Petersen, zum anderen Peter Wright und Jonny Clayton. Im Anschluss an die Halbfinals ging es im Endspiel um 120.000 Pfund. Alle drei Partien wurden im Format „best of 21 Legs“ ausgetragen.

Petersen unterliegt erst im Entscheidungsleg

Als Einziger der vier Halbfinalisten kannte James Wade bereits das Gefühl, eine EM zu gewinnen. Ganz anders sah es bei seinem Gegner Devon Petersen aus: der Südafrikaner wollte seine Formstärke weiter unter Beweis stellen und erstmals ein TV-Finale erreichen. Nachdem das Auftaktleg an „The Machine“ gegangen war, setzte Petersen mit einem 132er-Finish gleich das erste Ausrufezeichen. Der „African Warrior“ war von Anfang richtig heiß, beendete den nächsten 12-Darter anschließend mit einem 127er-Bullfinish und gewann per 15-Darter sogar noch ein drittes Leg nacheinander. Erst als Petersen haarscharf an 146 Restpunkten gescheitert war, meldete sich Wade wieder zurück und verkürzte rechtzeitig vor der Unterbrechung auf 2:3. Begünstigt durch zwei gegnerische Fehler, erzielte Wade einige Minuten später das Break sowie den Ausgleich und sammelte anschließend selbst ein drittes Leg in Folge ein: durch ein für ihn so typisches 104er-Highfinish brachte sich Wade wieder in Front. Petersen erlebte gerade eine Schwächephase und setzte auch die nächsten beiden Versuche am äußeren Ring vorbei, fing sich danach aber wieder. Mit 13 und 16 Darts gewann er die beiden nachfolgenden Durchgänge und stellte mit dem 5:5 Parität her. Zurück auf der Bühne wurden die nächsten beiden Legs gerecht aufgeteilt, ehe Petersen genau registrierte, wie sein Konkurrent zwei Pfeile an der Doppel-10 vorbeisetzte. Petersen machte seinerseits Augenblicke später 94 Punkte auf dem Bullseye aus und kam zum Break. Der Südafrikaner schaffte es sogar nachzulegen, doch dann drehte sich das Bild erneut. Wade verkürzte zunächst, zeigte dann ein wichtiges 101er-Checkout und stellte erneut ein Unentschieden her. Doch damit gab sich Wade in diesem Moment nicht zufrieden, er glänzte in den nächsten Minuten mit Finishes in Höhe von 74 und 158 Punkten und wartete im 19. Leg bei 40 Rest auf seine Möglichkeit zum Matchgewinn. Doch Petersen zeigte in diesem so wichtigen Moment seine ganze Klasse, brachte 106 Punkte mit dem Rücken zur Wand auf Null und hielt sich im Turnier. Da Petersen sein daran anschließendes Anwurfleg souverän mit 13 Würfen durchgebracht hatte, musste die Partie im Decider entschieden werden. Dort nutzte Wade seinen Vorteil eiskalt aus, verwandelte den 15. Wurf in seiner favorisierten Doppel-10 und zog nach einem hochspannenden 11:10 ins Endspiel ein.

Einen Rechenfehler muss Clayton teuer bezahlen

Wie stark Peter Wright in Oberhausen bislang unterwegs war, lässt sich daran erkennen, dass er in allen seinen drei Partien einen Average oberhalb von 100 Punkten aufwies. Jonny Clayton brauchte also eine eigene Top-Leistung, um den amtierenden Weltmeister ins Wanken zu bringen. „The Ferret“ erhielt schon im Auftaktleg zahlreiche Breakmöglichkeiten, konnte sieben Stück jedoch nicht verwerten. Obwohl Wright hier mit dem Schrecken davongekommen war, startete er selbst nicht besonders gut in das Halbfinale. Im zweiten Leg verfehlte er bei 80 Rest mit dem zweiten Dart die große 20, im vierten und fünften bekam er erst gar keine Möglichkeiten. Da der Weltranglistendritte immerhin den dritten Durchgang per 15-Darter gewonnen hatte, ging er nur mit einem knappen Rückstand in die erste Unterbrechung. Im Anschluss daran drückte Wright aufs Gaspedal und übernahm mit einem 13- und einem 11-Darter wieder die Führung. Doch Clayton konnte das angestiegene Niveau in dieser Phase mitgehen und konterte mit einem eigenen 13-Darter. Nachdem Wright dann im neunten Leg dreimal an der doppelten 16 vorbeigeworfen hatte, war der Waliser mit einem 68er-Finish zur Stelle. Dieses bestätigte er mit einem starken 12-Darter und führte daher nach zehn absolvierten Durchgängen mit 6:4. Die beiden darauffolgenden Legs wurden gerecht zwischen den Kontrahenten aufgeteilt, ehe Clayton seine Führung beinahe ausgebaut hätte. Er verfehlte jedoch das Bullseye und ermöglichte Wright das 6:7. „Snakebite“ glänzte anschließend mit einem 110er-Finish, hatte kurz darauf Glück, als Clayton haarscharf an 145 Restpunkten scheiterte und brachte sich jetzt wieder selbst in Front. Als der Weltmeister mithilfe eines 80er-Checkouts ein Break folgen ließ, schien die Vorentscheidung gefallen. Clayton kam mit einem 14-Darter zwar zum sofortigen Rebreak, leistete sich im 18. Leg allerdings einen folgeschweren Fehler. Er stellte sich vors Oche, traf die Triple-20, die Single-9 und die Doppel-16 und freute sich über ein vermeintliches 101er-Finish. Jedoch hatte Clayton noch 111 Punkte übriggehabt und ärgerte sich nun maßlos über diesen Kardinalfehler. Wright bedankte sich auf der Doppel-12 und brachte die Partie mit einem daran anschließenden 13-Darter zu Ende. Beide Profis spielten einen dreistelligen Average, doch letztlich konnte sich Wright mit 11:8 behaupten.

Ganz klare Angelegenheit im Finale

Jetzt fehlte also nur noch das Endspiel als letztes Match der European Darts Championship 2020. Sowohl James Wade als auch Peter Wright hatten knappe Halbfinalspiele hinter sich und wollten nun auch den letzten Schritt gehen. Wright erlebte einen Traumstart in die Partie. Mit 13, 13 und 15 Würfen entschied er die ersten drei Legs ausnahmslos für sich. Erst als Wade wenig später selbst nach 15 Darts bei Null angekommen war, verbuchte er sein erstes Erfolgserlebnis, doch Wright antwortete mit einem 96er-Checkout und nahm ein 4:1 mit in die erste Pause. Wade steigerte sich im Anschluss und gewann unter anderem mit einem 121er-Bullfinish die nächsten beiden Legs. Da er im achten Leg jedoch einmal an der Doppel-20 vorbeigeworfen hatte, blieb ihm der Ausgleich verwehrt. Ganz im Gegenteil baute Wright seinen Vorsprung kurze Zeit später mit einem 13-Darter sogar noch aus, ehe Wade mit einem 80er-Finish dafür sorgte, dass sein Rückstand zur zweiten Pause nur 4:6 betrug. In der Kabine hatte sich Wright scheinbar einiges vorgenommen, zumindest gelangen ihm im elften Legs sechs perfekte Darts und bereits im darauffolgenden Durchgang sogar sieben Stück. Letztlich war Wright mit einem 12- sowie einem 11-Darter erfolgreich und überstand wenig später sogar fünf Fehlwürfe unbeschadet, weil Wade zwei Möglichkeiten verstreichen ließ. Für „The Machine“ lief in diesem Endspiel gar nichts zusammen, er warf im 14. Leg zwei weitere Darts am äußeren Ring vorbei und durfte sich Augenblicke später ein 143er-Finish seines Gegners anschauen. Auch die letzte Aktion der Partie war ziemlich sehenswert: Wright machte 125 Punkte aus und besiegelte auf diese Weise den klaren, wie verdienten 11:4-Erfolg. Peter Wright gewann die European Darts Championship zum ersten Mal in seiner Laufbahn und ist dank des Preisgelds von 120.000 Pfund wieder zurück auf dem zweiten Platz der Weltrangliste.


European Championship


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