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Price und van Gerwen müssen die Segel streichen

Am Freitagabend wurden bei den European Darts Championship 2020 in Oberhausen die verbliebenen vier Achtelfinals absolviert. Topspiel dieser Session war zweifellos das Aufeinandertreffen von Gerwyn Price und Peter Wright. Mit Michael van Gerwen war auch der dritte Titelfavorit im Einsatz, er wurde von Ian White herausgefordert. Außerdem standen sich noch Michael Smith und Dirk van Duijvenbode sowie Mensur Suljovic und Steve West gegenüber.

Ständiges Auf und Ab im ersten Match

Beim Duell zwischen dem Weltranglistenvierten Michael Smith und dem Grand Prix-Finalisten Dirk van Duijvenbode durfte man sich auf ein rasantes Spiel freuen. Der Niederländer startete richtig gut und zeigte, nachdem er das Eröffnungsleg bereits gewonnen hatte, zwei 12-Darter nacheinander. Erst als Smith mit einem 11-Darter sogar noch einen drauflegte, war er zum ersten Mal erfolgreich. Begünstigt durch zwei gegnerische Fehlwürfe konnte der „Bully Boy“ ein Break hinterherschieben, ehe er auf der Doppel-10 für den 3:3-Ausgleich sorgte. Während Smith nun endgültig im Match angekommen war und per 12-Darter sogar das vierte Leg nacheinander gewonnen hatte, spielte van Duijvenbode in dieser Phase keine Rolle. Dass er in den nächsten beiden Legs zudem insgesamt fünf Möglichkeiten verpasst hatte, machte es für ihn natürlich nicht leichter. Erst als van Duijvenbode im zehnten Durchgang 86 Punkte gelöscht hatte, meldete er sich nach sechs verlorenen Legs nacheinander endlich zurück, musste aber trotzdem mit einem 4:6-Rückstand in die Unterbrechung. Nach der Pause ließ Smith eine Breakchance ungenutzt, stellte seinen alten Vorsprung mit einem 90er-Finish allerdings umgehend wieder her. Vergleichbar liefen auch die nächsten Minuten ab. Der „Titan“ kam auf der Doppel-16 erneut wieder heran, doch Smith hielt mit einem 12-Darter weiter dagegen. Nachdem van Duijvenbode mit einem eigenen „Zwölfer“ wiederum verkürzt hatte, verfehlte Smith das Bullseye und kassierte sowohl das Break als auch den Ausgleich. Einen richtig großen Fehler leistete sich der Engländer dann im 17. Leg: bei 11 Restpunkten jagte er den ersten Pfeil in die große 17. Van Duijvenbode bedankte sich auf der Doppel-5 und hatte im darauffolgenden Match bei 110 Rest die erste Möglichkeit zum Matchgewinn. Diese konnte er auch direkt nutzen, der erste Matchdart steckte mitten in der Doppel-18 und brachte ihn ins Viertelfinale.

Da bei der Setzliste der Europameisterschaft die Weltrangliste unerheblich ist und nur das Abschneiden auf der European Tour zählt, kann es schon früh zu richtigen Krachern kommen. Genau dies war jetzt der Fall: mit Gerwyn Price und Peter Wright trafen die Nummer zwei und drei der Welt schon in der zweiten Runde aufeinander. Nachdem das Auftaktleg an Wright gegangen war, patzte Price dreifach auf Doppelfelder und schaffte das sofortige Rebreak deswegen doch nicht. Der „Iceman“ erholte sich allerdings ziemlich schnell davon, zeigte zwei 12-Darter nacheinander und stellte Parität her. Doch Wright blieb davon unbeeindruckt, machte umgehend das Rebreak perfekt und erhöhte mit einem 11-Darter auf 4:2. Nachdem Price 13 Würfe benötigt hatte, um den Rückstand wieder zu reduzieren, packte Wright den nächsten 11-Darter aus und hielt den Vorsprung aufrecht. Zudem unterliefen Price jetzt einige Fehler: erst scheiterte er im neunten Leg knapp an 127 Restpunkten, dann gewann er das zehnte Leg trotz sieben perfekter Darts ebenfalls nicht, weil er zwei Pfeile am äußeren Ring vorbeiwarf. „Snakebite“ gelang seinerseits ein 13- und ein 15-Darter, sodass er mit einem komfortablen 7:3 im Rücken zum Pausentee ging. Nach der Unterbrechung blieb Wright weiter am Drücker, holte sich noch weitere Legs nacheinander und stand bereits ganz kurz vor der Ziellinie. Kurz bevor es zu spät war, bäumte sich Price nochmal auf und gewann mit Checkouts von 148, 127 und 80 Punkten drei Legs nacheinander. Letzten Endes war dies aber nur noch Ergebniskosmetik, der Rückstand des Walisers war schlicht zu groß. Wright machte schließlich im 16. Leg den Deckel drauf und kam unterm Strich auf einen Average von fast 103 Punkten.

Danach folgte mit Michael van Gerwen der Weltranglistenerste. Bei seinem gestrigen 6:1-Erfolg hatte „Mighty Mike“ nach längerer Zeit mal wieder vollkommen überzeugt. Gegen Ian White wollte er nun eine ähnliche Performance an den Tag legen. Allerdings ging es für ihn denkbar schlecht los: seine ersten fünf Pfeile flogen an den gewünschten Doppelfeldern vorbei. White war in allen drei Legs zur Stelle und zeigte dabei selbst unter anderem einen 13-Darter. Mit einem weiteren 13-Darter erhöhte der Engländer anschließend sogar auf 4:0. Wenig später musste van Gerwen den nächsten Rückschlag hinnehmen, als er knapp an 160 Restpunkten scheiterte. White traf Tops Sekunden später zum Abschluss des nächsten 13-Darters und wies bis hierhin einen 109er-Average auf. Erst als White nach der Pause drei Möglichkeiten in den Sand gesetzt hatte, schaffte es van Gerwen, sein erstes Erfolgserlebnis zu verbuchen. Doch White ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen und produzierte mit einem 14-Darter das sofortige Rebreak. Ähnlich gestalteten sich die beiden darauffolgenden Legs: van Gerwen meldete sich mit einem 11-Darter zu Wort, „Diamond“ stand ihm in Nichts nach und stellte den vorherigen Abstand mit einem eigenen 11-Darter wieder her. Auch das letzte Leg vor der zweiten Unterbrechung wurde als Break gewonnen, van Gerwen verringerte seinen Rückstand durch den 15-Darter auf 3:7. Nach der Pause spielte van Gerwen einen 13-Darter, doch die erwartete Aufholjagd blieb aus. Denn die nächsten beiden Legs gingen jeweils an White, der dadurch soweit war, als dass ihm nur noch ein Leggewinn fehlte. Van Gerwen hatte seine Niederlage akzeptiert und leistete jetzt keine Gegenwehr mehr. Ian White machte den 10:4-Triumph auf der Doppel-16 perfekt, bezwang den Weltranglistenersten zum ersten Mal bei einem TV-Turnier und brillierte dabei mit einem Durchschnitt von 103,64 Punkten.

Suljovic kann das Comeback nicht vollenden

Genauso wie gestern musste sich Mensur Suljovic auch heute bis ganz zum Schluss gedulden. Jetzt durfte er die Bühne aber endlich betreten, wo Steve West bereits auf ihn wartete. „The Gentle“ legte mit einem 13-Darter los, West antwortete mit einem 14-Darter und spielte im dritten Leg ein sehenswertes 144er-Finish. Der Engländer ließ diesem zwei weitere 14-Darter folgen und nahm ein deutliches 4:1 mit in die Kabine. Im Anschluss daran machte West zunächst nahtlos weiter und produzierte den nächsten 14-Darter. Suljovic hatte mittlerweile fünf Legs nacheinander abgegeben, ging im siebten Durchgang mit einem Treffer in der doppelten 5 aber wieder dazwischen. West blieb seiner Linie weiter treu, spielte noch einen 14-Darter und stellte den alten Abstand wieder her. Da die nächsten beiden Legs ebenfalls gerecht aufgeteilt worden waren, lag „Simply“ zu diesem Zeitpunkt mit 7:3 vorne. Nach der zweiten Pause verfehlte West Tops für ein 151er-Finish, wenig später verfehlte er dieses Feld ebenfalls einmal. Der Wiener konnte diese kleinen Fehler in beiden Situationen zu seinen Gunsten nutzen, legte einen 11-Darter nach und lag mittlerweile nur noch knapp mit 6:7 hinten. Nachdem West diesen Zwischenspurt gestoppt hatte, ließ er selbst drei Breakdarts ungenutzt und vergab so auch die mögliche Vorentscheidung. Suljovic bestrafte dies mit einem 88er-Finish, holte sich auch das darauffolgende Leg und stellte den 8:8-Ausgleich her. Da West mit einem 12-Darter inklusive 90er-Finish vorgelegt hatte und Suljovic mit einem 84er-Checkout über Bullseye und Doppel-17 gekontert hatte, ging diese Partie in das entscheidende 19. Leg. Dort positionierte sich Suljovic nach 15 Würfen bei 40 Rest, doch West hatte noch 106 Punkte übrig und stellte sich zuerst vors Oche. In diesem so wichtigen Moment gelang West tatsächlich das Highfinish, und er sank vor Erleichterung auf die Knie.


European Championship


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