MVG untermauert Titelambitionen

In Dortmund startete am Donnerstagabend die Darts-Europameisterschaft 2018. Die besten 32 Spieler der für die European Tour eigens angelegten Order of Merit trafen dabei aufeinander. Direkt am ersten Tag starteten die letztjährigen Finalisten ins Turnier. Die Fans in der Westfalenhalle freuten sich auf Michael van Gerwen gegen Paul Nicholson und Rob Cross gegen Danny Noppert. Doch auch das Duell zwischen Michael Smith und Steve Lennon weckte Interesse. Mit Joe Cullen spielte außerdem ein Geheimfavorit gegen Jelle Klaasen.

Richard North fertigt White ab

Steve West und Mervyn King durften das Turnier mir ihrer Begegnung eröffnen. Steve überzeugte in diesem Jahr mit drei Halbfinalteilnahmen auf der European Tour und ging daher auch als leichter Favorit ins Spiel. Doch die Realität sah zunächst anders aus. King erwischte den deutlich besseren Start, auch weil er die Doppel traf. Er sicherte sich sofort ein Break und konnte dieses auch bestätigten. Beinahe hätte er sich sogar noch weiter absetzen können, vergab aber zwei weitere Breakdarts. West gelang es somit zu verkürzen und sich allmählich Selbstvertrauen zu holen. Im sechsten Leg kam er dann nach zwei 180’ern in Serie zum Break und Ausgleich, sodass wieder alles in Butter war, aus Sicht von „Simply“. Er bekam beim Stand von 5:4 dann auch seinen ersten Matchdart, verpasste jedoch ein 121’er Finish auf der Doppel-14. King war zur Stelle und erzwang ein Entscheidungsleg. In dieses kam Mervyn dann auch deutlich besser rein, startete mit 140 und 180 Punkten. Er vergab jedoch ein 126’er Finish auf dem Bullseye und so gelang West mit einem 106’er Finish auf Tops doch noch der 6:5-Sieg.

Deutlicher sollte es im Anschluss werden. Ian White traf auf Richard North und auf dem Papier war es auch schon eine klare Angelegenheit. Zwar hatte auch Richard ein gutes Jahr und stand im ersten und letzten European Tour Event jeweils im Halbfinale, doch Ian White gelang sogar sein erster Turniersieg auf der European Tour. Dementsprechend motiviert ging er auch in diesem Spiel zur Sache und schnappte sich sofort ein Break. Dabei hatte er durchweg einen komfortablen Vorsprung. „Lionheart“ hatte aber genau die richtige Antwort. Ein 13-Darter sorgte für das sofortige Rebreak und weil White in der Folge zwei Breakdarts liegen ließ, ging North in Führung. Von nun an war es eine einseitige Geschichte, allerdings für North. Der spielte zwar nicht zwingend überragend, aber er tat das was er tun musste. White allerdings kam überhaupt nicht zurecht. „Diamond“ spielte deutlich unter seinen Möglichkeiten und kam im Schnitt nicht mal auf 90 Punkte. So hatte North keine Mühe und konnte sich sogar das Auslassen eines 120’er Finishes im sechsten Leg leisten. Das Break holte er sich nach Fehlern Whites trotzdem und mit einem 82’er Finish beendete er wenig später auch das Spiel. Mit dem überraschend deutlichen 6:1 zog North in die zweite Runde ein.

Simon Whitlock konnte in seiner Karriere bisher ein Major Turnier gewinnen. Es war die Europameisterschaft im Jahr 2012. Nachdem er auch in diesem Jahr auf der European Tour zwei Mal das Finale erreichen konnte, wollte er mit Steve Beaton kurzen Prozess machen. Und es sah von Beginn an danach aus, als würde ihm dies gelingen. Er holte sich sein erstes Leg und konnte wegen einiger Fehler vom „Bronzed Adonis“ ein Break nachlegen. Zwar konnte dieser sofort kontern, Whitlock aber ließ nicht locker und holte das dritte Break in Serie. Wenig später brachte er dann 90 Punkte via 20, 20, Bullseye ins Ziel und bewies ein Mal mehr seine Stärke auf die Doppel. Doch diese sollte er noch weitere Male demonstrieren. Simon brauchte nichts weiter tun als seine eigenen Anwürfe nach Hause zu bringen und genau das tat er. Dies aber eindrucksvoll. Nachdem er 99 Punkte via 19 und zwei Mal Tops für seinen fünften Leggewinn checkte, machte er wenig später mit einem tollen 128’er Finish zum 6:3 alles klar. Sein Average von 101,16 war der erste im Turnierverlauf, der über 100 Punkten stand.

Dort wollte auch Michael Smith hin, er hatte aber mit Steve Lennon eine durchaus ernstzunehmende Aufgabe vor sich. Beide Spieler standen in diesem Jahr in einem European Tour Finale, beide verloren sie es jedoch. Smith gegen Max Hopp und Lennon gegen Michael van Gerwen. Hier nahm Smith zu Beginn direkt ein Geschenk an, denn Lennon verpasste gleich im ersten Leg fünf Chancen auf die Doppel. Michael schnappte sich das Break und erhöhte auf 2:0. Ein 11-Darter von Lennon brachte jedoch den Iren ins Spiel, der in der Folge noch zwei weitere Legs holte und so die Partie zu einer eigenen Führung drehte. Zu diesem Zeitpunkt sah es tatsächlich so aus, als würde Steve eine Chance aufs Weiterkommen haben. Vielleicht wäre ihm dies auch gelungen, hätte er im sechsten Leg 121 Punkte auf dem Bullseye nicht verpasst. So glich Smith aus und drehte danach nochmal auf. Mit einem 12- und einem 13-Darter setzte er sich auf 5:3 ab, verpasste dann jedoch vier Matchdarts. Lennon konnte ihn aber nicht mehr bestrafen und so holte sich auch Smith mit einem dreistelligen Average einen 6:3-Erfolg und zog in die nächste Runde ein.

Wright verpasst Wattimena einen Whitewash

Für Joe Cullen scheint Jelle Klaasen eine Art Angstgegner zu sein. Von zehn Partien gegen den Niederländer verlor der „Rockstar“ ganze neun. Doch nach diesem konstant guten Jahr auf der European Tour mit zwei Halb- und sechs Viertelfinals, schien durchaus etwas möglich. Der 12-Darter samt 99’er Finish im ersten Leg untermauerte diese Vermutung. Doch Klaasen gelang direkt der Ausgleich und wenig später schnappte er sich sogar mit einem Break die Führung. In dieser Phase war es von beiden kein sonderlich gutes Spiel. Gerade auf die Doppel ließen beide einige Möglichkeiten aus und so gelang Cullen auch das direkte Rebreak. Mit einem 21-Darter ging er anschließend auch wieder in Führung. In dieser Phase kam bei Jelle Klaasen dann auch noch Pech dazu. Besonders bitter war ein Bouncer im siebten Leg, sodass er den Anwurf seines Kontrahenten letztlich nicht gefährden konnte. Weil er danach dann erneut drei Darts auf die Doppel ausließ, schnappte sich Cullen mit dem 6:2 seinen zweiten Sieg überhaupt gegen Klaasen und zog in die zweite Runde ein.

Top-Favorit und Titelverteidiger Michael van Gerwen war als nächstes an der Reihe. Er bekam es mit Paul Nicholson zu tun und schien der glasklare Favorit zu sein. Auch, weil er acht der 13 European Tour Events in diesem Jahr für sich entschied. Doch Paul erwischte einen fantastischen Start. Gleich zwei 12-Darter, dazu ein 127’er Finish auf dem Bullseye, brachten den Australier mit 2:0 in Führung. Damit reizte er jedoch seinen niederländischen Kontrahenten, der direkt einen auspackte. Sieben perfekte Darts führten zu einem 11-Darter, ehe er mit einem 13-Darter ausglich. Zu diesem Zeitpunkt standen beide Spieler deutlich über 110 Punkten im Schnitt. Der Knackpunkt sollte aber im fünften Leg folgen. Paul spielte erneut gut und verdiente sich ganze sechs Chancen auf die Doppel. Alle ließ er sie liegen und brach im Anschluss daran völlig ein. „Mighty Mike“ hatte keine Probleme mehr. Er holte sich das Break, spielte danach einen 12-Darter und checkte auch noch ein 170’er Finish zum 5:2. Zwar vergab er im letzten Leg nochmal ein paar Chancen auf Doppel, wodurch sich sein Average noch ein wenig senkte, doch ein 6:2-Sieg samt 110,32’er Schnitt konnte sich wahrlich sehen lassen.

Neben Michael van Gerwen stand auch Weltmeister Rob Cross im vergangenen Jahr im Endspiel der Europameisterschaft. Er bekam es in diesem Jahr in Runde eins mit Danny Noppert zu tun, der sich dieses Jahr immerhin zwei Mal ins Halbfinale von European Tour Events spielen konnte. Und der Niederländer startete auch richtig gut ins Spiel, als er nach seinem eigenen Leg auch das von Rob holte und sich mit 2:0 in Führung brachte. Diese Führung verpasste er aber auszubauen, als er ein 125’er Finish auf Tops liegen ließ. Sofort kam Cross zurück und holte sich seinerseits zwei Legs in Serie um wieder auszugleichen. In Führung ging „Voltage“ jedoch nicht. Seine 180 kam im fünfte Leg etwas zu spät und so holte sich Noppert das 3:2. Danke eines 108’er Finishes stellte er anschließend sogar den alten Vorsprung von zwei Legs wieder her und setzte damit Cross automatisch unter Druck. Rob bewies dann aber warum er Weltmeister wurde. Kaltschnäuzig checkte er 76 und 88 Punkte und legte einen 12-Darter zum Break und 5:4 nach. Danny musste sich nun richtig strecken, schaffte dies jedoch nicht. Seine zwei 140’er kamen zu spät und so schnappte sich Cross mit dem 6:4 doch noch den Sieg.

In der letzten Partie des ersten Abends bekam es Peter Wright mit Jermaine Wattimena zu tun. In diesem Jahr erreichte Wright bei den ersten beiden European Tour Events das Finale, danach jedoch nie wieder. Heute wollte er zeigen, dass er dennoch einer der Favoriten auf den Titel ist und so nutzte er den schwachen Start seines Kontrahenten konsequent aus. In den ersten beiden Legs vergab er keinen Dart auf ein Doppel. Wattimena wurde mit zunehmender Dauer zwar besser, brauchte jedoch bis zum vierten um auch mal die Möglichkeit zu einem Leggewinn zu erhalten. Ein 130’er Finish verpasste er jedoch auf dem Bullseye, ehe Wright 71 Punkte mit zwei Darts zum 4:0 auscheckte. Gleich fünf Chancen bekam Jermaine dann im fünften Leg, doch er ließ sie alle aus. Wright bedankte sich und war nur noch ein Leg vom Sieg entfernt. Beide hatten zu dem Zeitpunkt sechs Würfe auf Doppel gehabt, doch nur „Snakebite“ hatte auch welche verwandelt. Seinen sechsten dann auch direkt im folgenden Leg und so setzte sich Wright mit dem ersten Whitewash der diesjährigen Europameisterschaft 6:0 gegen Jermaine Wattimena durch und zog als letzter Spieler des ersten Tages in die zweite Runde ein.

European Championship


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