James Wade gewinnt die European Championships 2018

Sonntagabend war crunch time bei den European Darts Championships in der Dortmunder Westfalenhalle. Das mit Max Hopp ein Lokalmatador im Halbfinale eines großen TV-Turnieres steht, grenzt an eine Sensation. Damit der „Maximiser“ und die über 7.000 Fans vor Ort ihren Traum weiter leben konnten musste Hopp im zweiten Halbfinale gegen James Wade bestehen. Vorher spielten Simon Whitlock und Joe Cullen den ersten Finalplatz aus. Die beiden Halbfinalsieger spielten im Anschluss daran im Endspiel um den Turniersieg.

Whitlock dreht einen 7:10-Rückstand zum Sieg

Simon Whitlock ist der einzige verbliebene Akteur, der die Europameisterschaft bereits gewonnen hatte, 2012 gelang ihm der Finalsieg gegen Wes Newton. Sein heutiger Gegner Joe Cullen betrat dagegen Neuland, bestritt sein allererstes Major-Halbfinale. Der Mann aus Australien erlebte den besseren Start ins Spiel, schaffte mit einem 14-Darter frühestmöglich ein Break und legte wenig später zum 2:0 nach. Im dritten Leg spielte Whitlock bei gegnerischem Anwurf erneut einen 14-Darter, auf diese Weise holte er sich ein zweites Break; konnte aufgrund von fünf Fehlern auf Doppelfelder im nächsten Leg aber nicht nachlegen. So kam der „Rockstar“ ins Spiel hinein und holte sich das direkte Rebreak; er gewann kurze Zeit später auch Leg Nummer fünf und lag zur ersten Pause nur noch mit 2:3 im Rückstand. Nach der Unterbrechung zeigte der „Wizard“ ein sehenswertes 148er-Finish auf der Doppel-14, Cullen konterte mit einem 78er-Checkout und verkürzte zunächst. Im achten Leg profitierte Cullen nämlich von zwei Fehlern seines Gegners auf der doppelten 15 und glich den Spielstand aus. Als der Engländer im folgenden Leg die Doppel-8 erwischte, lag er sogar zum ersten Mal im Spielverlauf in Führung. Das letzte Leg vor der zweiten Unterbrechung gehörte allerdings wieder Whitlock, sodass der Spielstand nach zehn gespielten Legs ausgeglichen war. Nach dieser Pause präsentierten sich beide sehr sicher bei den eigenen Anwürfen und ließen dem Gegner dabei kaum eine Chance - in der gesamten dritten Spielsession bekam keiner der beiden Akteure auch nur einen Breakdart. So holte sich Cullen das 15. Leg des Spiels mit einem 14-Darter und führte mit 8:7. Danach gelang es dem Engländer tatsächlich nach längerer Zeit, seinem Gegner den Anwurf abzuknöpfen. Dazu spielte er einen 14-Darter, und nachdem er ein Leg später die doppelte 8 treffen konnte war er nur noch ein Leg vom Finale entfernt. Whitlock hatte sich allerdings noch nicht aufgegeben, checkte 90 Punkte zum 8:10 und spielte im Anschluss daran einen 14-Darter, um den Rückstand auf ein Leg zu verkürzen. Im 20. Leg des Spiels hatte Whitlock dann Anwurf und bei 40 Restpunkten maximalen Druck, weil sein Gegner bei einem Ein-Dart-Finish zum Matchgewinn wartete. Doch der Australier blieb cool und erwischte die Doppel-10 mit dem letzten Dart in der Hand. Es ging also in das alles entscheidende Leg, welches von Cullen angeworfen wurde. Dabei hatten beide mit den Nerven zu kämpfen und konnten nur wenige Triplefelder mitnehmen. Letztlich positionierte sich der „Rockstar“ nach 15 Würfen bei 83 Restpunkten. Er versuchte sich auch diesem Finish, warf aber deutlich außen an der Doppel-9 vorbei und vergab so seinen einzigen Matchdart. Whitlock spielte ein brillantes 110er-Finish via Triple-19, 17 und Doppel-18 und jubelte über den knappen 11:10-Erfolg und den Einzug in das Finale der Europameisterschaft.

Bittere Niederlage: Hopp vergibt drei Matchdarts

Erneut bereiteten die Fans in Dortmund ihrem Helden Max Hopp beim Walk-On einen frenetischen Empfang. Der „Maximiser“ hatte sich nach Siegen über William O’Connor, James Wilson und Darren Webster als allererster Deutscher überhaupt in ein TV-Halbfinale vorgespielt und duellierte sich jetzt mit dem hocherfahrenen James Wade um den zweiten Finalplatz. Dafür brauchte Hopp aber eine Premiere: aus allen vier bisherigen Begegnungen mit dem mehrfachen Major-Sieger ging er als Verlierer hervor. Der Start in das heutige Match verlief allerdings vielversprechend: mit einem 126er-Finish auf dem Bullseye schaffte Hopp schon bei der ersten Gelegenheit ein Break, punktete im zweiten Leg aber zu schwach und musste direkt das Rebreak einstecken. Lange ablenken ließ sich die deutsche Nummer eins davon aber nicht, denn auch im dritten Leg nahm er 126 Punkte von der Scheibe und hatte wieder ein Break produziert. Anders als noch vor wenigen Minuten konnte Hopp dieses Break bei eigenem Anwurf bestätigen und seinen Vorsprung auf zwei Legs ausbauen. Wade machte dann im fünften Leg wieder auf sich aufmerksam, begann mit fünf perfekten Pfeilen und löschte wenig später 81 Zähler zum Abschluss eines 12-Darters aus; der Engländer ging folglich mit einem 2:3-Rückstand in die erste Pause. Nach dieser schaffte Wade mit einem Break zunächst den Ausgleich, kassierte aber auch in diesem Fall sofort das Rebreak. Das Hopp diese Führung ein Leg später sogar ausbauen konnte hatte er auch seinem Gegner zu verdanken, der zwei Breakdarts ungenutzt ließ. Hopp führte jetzt mit 5:3 und profitierte auch im neunten Leg des Spiels von einem Doppelfehler seines englischen Kontrahenten. Der „Maximiser“ brachte 60 Punkte völlig problemlos auf Null und hatte noch ein weiteres Break produziert. „The Machine“ war in dieser Phase des Spiels scheinbar nicht ganz bei der Sache, überwarf sich im zehnten Leg bei 90 Restpunkten und schenkte somit auch dieses Leg an Hopp ab. Letzterer machte 32 Punkte mit dem letzten Dart in der Hand aus und führte zur zweiten Pause deutlich mit 7:3.

Die ersten beiden Legs nach der Unterbrechung wurden mit dem Anwurf gewonnen, ehe Hopp im 13. Leg einen Breakdart am Bullseye vorbeiwarf und Wade so zum 5:8 aus dessen Sicht kommen ließ. Bei eigenem Anwurf war der Deutsche aber weiterhin sicher unterwegs und verwandelte schon wenige Minuten später in der Doppel-8, um den vorherigen Abstand von vier Legs wiederherzustellen. Das letzte Leg vor der dritten und letzten Pause ging dann ans Hause Wade, der bei einem Rückstand von 6:9 allerdings noch einiges an Arbeit vor sich hatte. Doch Wade arbeitete auch nach der Rückkehr auf die Bühne weiter an seinem Comeback, schaffte im 18. Leg ein Break. Als er im daran anschließenden Leg auch noch zeigte, wie man 100 Punkte auf Null bringt, hatte der Engländer nur noch ein Leg Rückstand. Hopp sammelte sich kurz, spielte bei eigenem Anwurf einen 15-Darter und war beim Stand von 10:8 nur noch ein Leg vom größten Erfolg seiner Karriere entfernt. Wade brachte seinen Anwurf im Anschluss daran locker durch, doch im 20. Leg hatte Max bei eigenem die ganz große Möglichkeit zum Finaleinzug. Hopp spielte auch ein richtig gutes Leg und positionierte sich nach zwölf Darts bei 40 Restpunkten. Wade drückte nochmal mit einer 180 – und Hopp ließ drei Matchdarts liegen. „The Machine“ bestrafte diese Fehler kaltschnäuzig, machte 61 Punkte mit zwei Pfeilen aus und erzwang das Entscheidungsleg, welches er auch beginnen durfte. Nach zwölf Darts platzierte sich Wade bei 102 Restpunkten, während Hopp nach derselben Anzahl an Würfen 121 Punkte übrig hatte. Allerdings durfte der Deutsche gar nicht mehr vors Oche, denn Wade checkte die genannten 102 Punkte via Triple-20, 2 und Tops aus und sorgte so für entsetztes Schweigen in der Westfalenhalle. Für Max Hopp geht ein fantastisches Turnier sehr unglücklich zu Ende. Auch heute hat er sich nicht allzu viel vorzuwerfen, kam auf einen Average von fast 94 Punkten und traf die Doppelfelder zu über 43 Prozent. Am meisten schmerzen werden ihn mit Sicherheit die drei vergebenen Matchdarts im 20. Leg.

Wade holt sich den Turniersieg gegen Whitlock

Mit Simon Whitlock und James Wade hatten sich also zwei hocherfahrene Spieler durch die Entscheidungslegs der Halbfinals gekämpft und standen sich jetzt im Endspiel der European Championships gegenüber. Whitlock startete furios in die Partie und begann mit zwei 180ern, die schließlich in einen 14-Darter zum Break mündeten. Der Australier erlaubte sich ein Leg später jedoch drei Patzer auf Doppelfelder und kassierte das Rebreak. Auch das dritte Leg wurde gegen den Anwurf gewonnen; nachdem sich Wade bei 68 Restpunkten überwarf konnte Whitlock seinen Pfeil in der Doppel-12 unterbringen und wieder die Führung übernehmen. „The Wizard“ verteidigte seinen Anwurf im folgenden Leg, vergab im fünften allerdings zwei Möglichkeiten auf die Doppel-8. Das rief seinen englischen Gegner auf den Plan, der die favorisierte Doppel-10 erwischte und zur ersten Pause mit 2:3 hinten lag. Nach dieser Unterbrechung vergab Whitlock zwei weitere Darts auf Doppel, sodass Wade per Break ausgleichen konnte und wenig später mit dem Durchbringen des eigenen Legs erstmalig in Führung ging. Dieses Mal war es an Whitlock auszugleichen, genau dies tat er auch mit einem Treffer in der Doppel-1. Die Legs Nummer neun und zehn wurden dann noch jeweils mit dem Anwurf gewonnen, sodass es zur zweiten Unterbrechung 5:5-Unentschieden stand. Die dritte Session des Endspiels war dann eine ziemlich unspektakuläre, denn beide Akteure hatte zu keinem Zeitpunkt Probleme dabei, ihre eigenen Anwürfe nach Hause zu bringen. Einzige Ausnahme der letzten Minuten war das 15. Leg, in welchem Whitlock einen Breakdart auf das Bullseye verpasste. Stattdessen traf Wade die Doppel-8 zum Abschluss eines 13-Darters und lag mit 8:7 in Führung. Auf der doppelten 19 glich Whitlock wiederum aus, doch wenn er dieses Spiel noch gewinnen wollte, brauchte der Australier in jedem Fall ein Break. Doch dieses gelang ihm auch im 17. Leg nicht, Wade spielte einen weiteren 13-Darter und führte mit 9:8. Die Vorentscheidung in diesem Endspiel fiel dann im darauffolgenden Leg: mit erneut 13 Darts konnte Wade seinem Gegner den Anwurf abnehmen und war nur noch ein Leg von seinem ersten TV-Titel seit 2014 entfernt. Und dieses fehlende Leg holte sich „The Machine“ schon wenige Momente später, James Wade nutzte seinen dritten Matchdart auf der Doppel-10 aus und darf sich Sieger der European Championships 2018 nennen.

European Championship


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