Suljovic gewinnt die German Darts Masters

Zum Abschluss der German Darts Masters auf Schalke standen zunächst die Halbfinals auf dem Programm. Nach seinem überraschenden Sieg über Michael van Gerwen bekam es Dimitri Van den Bergh nun mit dem zweifachen Weltmeister Gary Anderson zu tun. Der letzte deutschsprachige Akteur, Mensur Suljovic, traf danach auf Peter Wright. Die beiden Sieger der Vorschlussrunde begegneten sich im Anschluss nochmal im Finale um den Champion zu ermitteln.

Van den Bergh wirft Darts seines Lebens

Die Einladung von Dimitri Van den Bergh zu den German Darts Masters hatte sich für die PDC richtig gelohnt. Nicht nur spielte der Belgier in der ersten Runde fast 110 Punkte im Schnitt, er rechtfertigte die Nominierung auch im Viertelfinale mit dem Sieg über die Nummer eins der Welt, Michael van Gerwen. Das nächste ganz große Kaliber wartete aber im Halbfinale, wo er auf den zweifachen Weltmeister Gary Anderson traf, das erste Mal überhaupt. Und er hatte zu Beginn ein paar Probleme, die der Schotte natürlich gleich auszunutzen wusste. Gary setzte sich schnell und souverän mit 2:0 in Führung und hatte alles im Griff. Erst im dritten Leg fand auch der „Dreammaker“ ins Spiel, startete sogar perfekt und schaffte es zu verkürzen. Er vergab im Anschluss aber ein 154’er Finish zum Ausgleich, sodass Gary den Vorsprung von zwei Legs halten konnte. So lief die Partie auch lange weiter. In den eigenen Anwürfen zeigten sich die beiden Spieler relativ sicher, während Breakchancen eher Mangelware waren. Obwohl Anderson näher an solchen war, tat auch Van den Bergh diese Phase gut. Zu Beginn wirkte er noch sehr nervös, dies konnte er mit zunehmender Dauer ablegen. Im neunten leg checkte er dann auch unter enormem Druck 111 Punkte aus und überraschte wenig später Anderson mit einem Break zum 5:5-Ausgleich. Nachdem beide Spieler zuvor ihre eigenen Legs nach Hause bringen konnten, entwickelte sich in dieser Phase nun ein echtes Breakfestival. Auch weil Van den Bergh ein 117’er und 113’er Finish vergab, fand er sich mit 6:7 in Rückstand. Als Anderson sich dann mit einer 180 auch noch acht Punkte Rest stellte, schien die Lage aussichtlos. Dimitri aber hielt dem Druck stand und checkte mit 124 Punkten auf der Doppel-11 das höchste Finish der Partie. Er startete danach mit vier perfekten Darts ins Entscheidungsleg und ließ seinem Kontrahenten mit dem 11-Darter zum 8:7-Erfolg keine Chance, sodass er bei seinem ersten Auftritt auf der World Series of Darts auch direkt das Endspiel erreichte.

Sein Gegner wurde im Duell zwischen Peter Wright und Mensur Suljovic ermittelt. Im direkten Vergleich hatte zwar Wright mit sieben Siegen aus zwölf Spielen die Nase leicht vorn, das letzte und einzige Match in diesem Jahr ging allerdings an Mensur, der sogar deutlich mit 7:1 in der Premier League gewann. „The Gentle“ startete auch gut ins Spiel und obwohl er ein 138’er Finish verpasste, holte er sich das erste Leg. Im Anschluss wurden Erinnerung an das WM-Halbfinale von 2012 zwischen James Wade und Adrian Lewis wach, als die Partie wegen eines Windzugs für kurze Zeit unterbrochen wurde. Hier ging es aber relativ schnell weiter, auch wenn die Ursache nicht gefunden wurde. Peter war darüber weit mehr genervt als Mensur, der einfach sein Spiel durchzog und sich das Break sicherte. Danach vergab Peter zwei High Finishes. 101 und 118 Punkte verpasste er erst auf dem Doppel und so profitierte Suljovic, setzte sich bis auf 4:0 ab. Spätestens nach diesem Break war „Snakebite“ bedient. Stinksauer warf er nach zwei Ausrutschern den dritten Dart ins Board, zielte dafür gar nicht. Er war sehr unzufrieden mit dem Verlauf der Begegnung. Zwar warf er seine erste 180, doch die Antwort von Suljovic war ein 80’er Finish zum 5:0. Peters Würfe wurden aggressiver, er merkte selbst, dass er wohl kein Comeback mehr schaffen würde. Suljovic streute noch etwas Salz in die Wunde, checkte 121 Punkte über das Bullseye zu einem weiteren Break, während Wright auf 74 Punkte gelauert hatte. Er konnte dann den Whitewash verhindern, mit dem 12-Darter zum 7:1 war aber das Ergebnis aus der Premier League eingestellt und der Drops endgültig gelutscht. Ein tolles 120’er Finish von Wright war dann nichts weiter als Ergebniskosmetik, da er 146 Punkte ein Leg später auf der Doppel-16 verpasste. Mensur nutzte seinen ersten Matchdart zum 8:2 und folgte Van den Bergh ins Endspiel.


„Dreammaker“ im Endspiel unter seinen Möglichkeiten

Wohl die wenigsten hatten mit einem Finale zwischen Dimitri Van den Bergh und Mensur Suljovic gerechnet. Während sich Mensur mit Erfolgen über Robert Marijanovic, Weltmeister Rob Cross und der Nummer zwei der Welt, Peter Wright, in dieses Endspiel kämpfte, waren auch die Gegner von Van den Bergh nicht weniger namhaft. Nach einem klaren Sieg über Martin Schindler samt 110’er Average schlug er mit Michael van Gerwen den Branchenprimus und bewies im Halbfinale gegen den zweifachen Weltmeister Gary Anderson Nerven aus Stahl. Dimitri und Mensur trafen bisher fünf Mal aufeinander, drei Siege gingen dabei an Van den Bergh. Er holte sich auch den Sieg im letzten Duell, im Achtelfinale der Weltmeisterschaft. Dort siegte der Belgier klar mit 4:0 und überraschte auch dort schon mit seiner Kaltschnäuzigkeit.

Die Anfangsphase des Finales ging klar an Mensur Suljovic. Der Österreicher holte sich seinen ersten Anwurf mit einem 109’er Finish und nachdem Van den Bergh zwei Chancen auf die Doppel ausließ, brachte „The Gentle“ auch 100 Punkte mit nur zwei Darts auf null. Erst im dritten Leg verpasste Mensur mal ein Doppel, aber alleine, dass er auch bei 137 Punkten Rest eine Chance bekam, zeigte wie gut er im Spiel war. Dimitri verkürzte somit zwar, doch Suljovic schnappte sich mit dem dritten Break in Serie das 3:1. Van den Bergh fand einfach nicht richtig ins Spiel und so konnte sich Mensur sogar leisten ein 121’er Finish zu vergeben. Dimitri hatte noch bei 300 Punkten Rest gestanden. Mit einem 11-Darter zum 5:1 holte sich der Österreicher dann ein weiteres Break und hatte zu diesem Zeitpunkt von seinen sieben versuchen auf die Doppel ganze fünf genutzt. Eine unheimlich starke Leistung, die auch bei Dimitri seine Wirkung hinterließ. Er wusste, er durfte sich kaum Fehler erlauben, da Suljovic sie mit hoher Wahrscheinlichkeit bestrafen würde. Im siebten Leg hatte er aber Glück. Nachdem Van den Bergh mit 101 Punkten selbst ein High Finish verpasste, konnte Mensur 111 Punkte seinerseits nicht auschecken. So verkürzte Dimitri mit einem Rebreak, schaffte es aber nicht darauf aufzubauen. Zur Pause führte Suljovic dank eines 11-Darters schon mit 6:2 und die Partie schien bereits entschieden. Mit knapp 105 Punkten im Schnitt warf „The Gentle“ zu diesem Zeitpunkt auch rund 20 Punkte pro Aufnahme mehr als sein Kontrahent. Am Ausgang des Spiels sollte sich dann auch in der Folge nichts mehr ändern. Souverän holte sich Suljovic sein eigenes Leg, ehe er auch noch den Anwurf von Dimitri Van den Bergh gewann. So siegte Mensur durch einen Treffer in seinem Lieblingsdoppel, der Doppel-14, am Ende deutlich mit 8:2 und gewann seinen ersten Titel im Rahmen der World Series of Darts.

German Darts Masters


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