Littler stürmt mit Machtdemonstration ins Halbfinale – Van Duijvenbode ringt Anderson nieder

Zwei Viertelfinals, zwei Partien mit völlig unterschiedlichem Verlauf: Während Luke Littler seine beeindruckende Titelverteidigung mit einer weiteren Ausnahmeleistung fortsetzte, entwickelte sich zwischen Dirk van Duijvenbode und Gary Anderson ein dramatischer Schlagabtausch, der erst nach 29 Legs entschieden wurde. Damit stehen die ersten beiden Halbfinalisten des World Matchplay 2026 fest – und treffen nun direkt aufeinander.

Van Duijvenbode trotzt Andersons Aufholjagd und erreicht erstmals das Halbfinale

Dirk van Duijvenbode hat zum ersten Mal in seiner Karriere das Halbfinale des World Matchplay erreicht. Der Niederländer bezwang Gary Anderson nach einer hochklassigen Begegnung mit 16:13 und überstand dabei eine furiose Aufholjagd des Schotten.

Van Duijvenbode erwischte den besseren Start und setzte sich dank eines 107er-Finishs früh auf 4:1 ab. Auch danach blieb der Niederländer tonangebend, baute seinen Vorsprung bis zur zweiten Pause auf 8:4 aus und nutzte seine Chancen konsequent. Nach einer kurzen Gegenwehr Andersons folgte die wohl entscheidende Phase der Partie: Van Duijvenbode gewann sechs Legs in Serie und zog auf 14:6 davon. Wenig später stellte er mit einem 86er-Checkout auf 15:7 und schien bereits wie der sichere Sieger.

Doch Anderson gab sich nicht geschlagen. Der Weltmeister von 2015 und 2016 startete eine beeindruckende Aufholjagd, gewann sechs Legs in Folge und verkürzte auf 13:15. Höhepunkt dieser Serie war ein starkes 154er-Finish, das die Hoffnung auf eine spektakuläre Wende weiter nährte. Im 29. Leg machte Van Duijvenbode den Sack dann aber mit einem 13-Darter zu und beendete die Partie nach fast verloren gegangener Kontrolle doch noch erfolgreich.

„Dieses Gefühl ist einfach großartig. Ich bin sehr glücklich“, freute sich Van Duijvenbode nach seinem bislang größten Erfolg in Blackpool. Über Anderson sagte er: „Gary gibt niemals auf. Wenn er seine Triple trifft, gehört er zu den besten Spielern der Welt.“ Besonders emotional wurde der Niederländer anschließend, als er über seinen Sohn sprach: „Vor der letzten Pause hatte ich plötzlich dieses flaues Gefühl im Magen. Mein Sohn sagt immer, dass er Bauchschmerzen bekommt, wenn ich zu Turnieren fahre. Da dachte ich mir: Jetzt darf ich ihn nicht enttäuschen.“

D. van Duijvenbode 16:13 Gary Anderson
101,49 Average 101,32
13 180s 10
112 High Finish 154
4 100+ Checkouts 1
37% Finishing 46%

Littler liefert nächste Gala-Vorstellung und lässt Josh Rock keine Chance

Auch Titelverteidiger Luke Littler präsentierte sich erneut in bestechender Form. Der Weltranglistenerste setzte sich mit 16:7 gegen Josh Rock durch und erreichte mit seiner dritten Partie in Folge jenseits der 109-Punkte-Marke souverän das Halbfinale.

Rock hielt das Duell zunächst offen und blieb bis zum 5:5 auf Augenhöhe. Anschließend drehte Littler jedoch auf und dominierte die Begegnung nach Belieben. Mit sieben gewonnenen Legs in Serie setzte er sich auf 12:5 ab und ließ seinem nordirischen Gegner keine Möglichkeit mehr, noch einmal entscheidend heranzukommen. Vier Highfinishes im dreistelligen Bereich unterstrichen die Klasse des Titelverteidigers, der am Ende 17 Maxima sowie einen Average von 109,57 Punkten auf das Board brachte.

„Das war wieder ein richtig gutes Spiel von mir“, bilanzierte Littler. „109, 113 und jetzt wieder 109 Punkte im Average – so kann es gerne weitergehen. Josh hat mir trotzdem ein sehr gutes Match geliefert.“ Der Engländer zeigte sich mit seiner Form hochzufrieden: „Im Moment fühlt sich alles richtig gut an. Der Plan geht auf. Ich kann mir sogar ein paar verpasste Doppel erlauben, weil mein Scoring so konstant ist.“

Mit Blick auf das Halbfinale gegen Van Duijvenbode kündigte der Titelverteidiger bereits seine Marschroute an: „Ich muss gegen Dirk früh in Führung gehen, ihn unter Druck setzen und dafür sorgen, dass er ständig hinterherlaufen muss.“

Luke Littler 16:7 Josh Rock
109,57 Average 101,24
17 180s 6
129 High Finish 93
4 100+ Checkouts 0
53% Finishing 33%

World Matchplay


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