Van Veen übersteht niederländischen Krimi – Menzies muss aufgeben
Der letzte Achtelfinalabend des World Matchplay verlief völlig anders als erwartet. Während eine Partie bereits früh durch die krankheitsbedingte Aufgabe von Cameron Menzies beendet wurde, lieferten sich Gian van Veen und Wessel Nijman anschließend einen packenden niederländischen Schlagabtausch bis in die Verlängerung. Zudem präsentierten sich Gerwyn Price und James Wade in starker Form und komplettierten das Viertelfinale, das nun mit hochklassigen Duellen aufwartet.
Menzies muss gesundheitlich angeschlagen aufgeben
Die erste Partie des Abends fand ein unglückliches Ende. Cameron Menzies ging mit 2:1 in Führung, ehe der Schotte aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht weiterspielen konnte. Menzies klagte über Schwindel infolge von Bluthochdruck und brach nach dem Verlassen der Bühne zusammen. Nach einer Untersuchung durch das medizinische Personal vor Ort konnte er zwar in sein Hotel zurückkehren, das Match wurde jedoch zu seinen Ungunsten gewertet. Ross Smith zog damit kampflos ins Viertelfinale ein und trifft dort auf Gerwyn Price.
| Ross Smith | 11:2 | Cameron Menzies |
| 100,16 | Average | 97,02 |
| 3 | 180s | 1 |
| 81 | High Finish | 75 |
| 0 | 100+ Checkouts | 0 |
| 50% | Finishing | 50% |
Van Veen entscheidet hochklassiges Duell gegen Nijman erst in der Verlängerung
Im zweiten Match des Abends bekamen die Zuschauer eines der bislang besten Spiele des Turniers zu sehen. Wessel Nijman verschlief zunächst den Auftakt und geriet mit 1:4 in Rückstand, kämpfte sich jedoch eindrucksvoll zurück und glich zum 5:5 aus. Auch im weiteren Verlauf blieb die Partie völlig offen. Als Nijman beim Stand von 12:11 nur noch ein Leg vom Viertelfinale entfernt war, gelang Gian van Veen mit einem spektakulären 148er-Checkout das wohl entscheidende Finish des Abends.
Mit diesem Rettungswurf erzwang der Europameister die Verlängerung und nutzte den Schwung sofort aus. Ein 12-Darter brachte ihm das Break zum 13:12, ehe van Veen wenig später den 14:12-Erfolg perfekt machte und damit seinen Landsmann aus dem Turnier nahm.
"Mir fehlen im Moment die Worte. Das war ein unglaublich intensives Spiel", sagte van Veen. "Das 148er-Finish hat mir heute Abend das Match gerettet. Wessel zeigt das ganze Jahr über, wie stark er ist, aber ich weiß, dass ich auf der großen Bühne ebenfalls mein bestes Darts spielen kann."
| Gian van Veen | 14:12 | Wessel Nijman |
| 96,95 | Average | 97,44 |
| 4 | 180s | 8 |
| 148 | High Finish | 116 |
| 2 | 100+ Checkouts | 2 |
| 50% | Finishing | 50% |
Price steigert sich und lässt Cross keine Chance
Gerwyn Price bestätigte anschließend seine ansteigende Form und setzte sich deutlich mit 11:5 gegen Rob Cross durch. Der Waliser setzte bereits früh mit einem 161er-Checkout ein Ausrufezeichen und übernahm nach einer ausgeglichenen Anfangsphase endgültig die Kontrolle. Vor allem mit einer Serie von sechs gewonnenen Legs in der Mitte der Partie zog Price seinem englischen Kontrahenten entscheidend davon.
Cross fand auf die konstant hohe Trefferquote seines Gegners auf die Doppel kaum Antworten und musste sich letztlich klar geschlagen geben. Price erreichte damit zum zweiten Mal nach 2022 wieder das Viertelfinale des World Matchplay.
"Ich bewege mich in die richtige Richtung", erklärte Price. "Wenn ich dieses Turnier gewinnen will, muss ich mich noch steigern. Heute war aber wieder ein bisschen der alte Gerwyn Price zu sehen. Gegen Ross Smith werde ich noch mehr Energie auf die Bühne bringen, denn ich bin hier, um den Titel zu holen."
| Gerwyn Price | 11:5 | Rob Cross |
| 97,84 | Average | 93,82 |
| 7 | 180s | 6 |
| 161 | High Finish | 94 |
| 1 | 100+ Checkouts | 0 |
| 50% | Finishing | 25% |
Wade beweist Nervenstärke gegen Searle
Zum Abschluss des Abends setzte sich James Wade mit 11:8 gegen Ryan Searle durch. Nach zehn Legs war die Partie beim Stand von 5:5 völlig ausgeglichen, ehe der frühere Champion in der entscheidenden Phase seine ganze Routine ausspielte. Ein starkes 121er-Checkout und wenig später ein 143er-Finish verschafften Wade den entscheidenden Vorsprung, den er sich bis ins Ziel nicht mehr nehmen ließ.
Für den 2007er-Champion ist es bereits das 14. Viertelfinale beim World Matchplay. Dort kommt es nun zur Neuauflage des Viertelfinals aus dem Vorjahr gegen Gian van Veen.
"Ich war unglaublich nervös und hatte fast Angst davor zu gewinnen", gestand Wade nach dem Erfolg. "Das 143er-Finish hat mir noch einmal einen richtigen Schub gegeben. Darts ist ein Teil meines Lebens – ich liebe es einfach, hier dabei zu sein."
| James Wade | 11:8 | Ryan Searle |
| 99,85 | Average | 95,76 |
| 4 | 180s | 4 |
| 143 | High Finish | 121 |
| 2 | 100+ Checkouts | 1 |
| 50% | Finishing | 50% |

