Neun-Darter und Thriller: Littler begeistert, van Gerwen scheidet aus
Der erste Achtelfinalabend im Winter Gardens bot alles, was das World Matchplay auszeichnet. Eine Partie ging bis in die Verlängerung, Luke Littler schrieb mit einem perfekten Leg bereits im ersten Durchgang Geschichte und auch die übrigen Begegnungen boten zahlreiche Wendungen. Am Ende komplettierten Gary Anderson, Dirk van Duijvenbode, Luke Littler und Josh Rock die Viertelfinals, wobei insbesondere der Titelverteidiger mit einer außergewöhnlichen Vorstellung ein deutliches Ausrufezeichen setzte.
Anderson dreht das Duell der Routiniers gegen Clayton
Den Auftakt bestritten zwei der erfahrensten Spieler im Feld. Jonny Clayton erwischte den besseren Start und erspielte sich nach einem 121er-Finish eine 4:1-Führung. Gary Anderson ließ sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen, steigerte sich zunehmend und gewann acht der folgenden zehn Legs, um das Match komplett zu drehen. Clayton verkürzte zwar zwischenzeitlich noch, doch Anderson machte den 11:7-Erfolg schließlich mit einem 12-Darter perfekt und erreichte erstmals seit 2020 wieder das Viertelfinale des World Matchplay.
"Ich bin ein großer Fan von Jonny. Er ist ein Gentleman und ein fantastischer Dartspieler", lobte Anderson anschließend seinen Gegner. "Es zeigt einfach, dass die alten Jungs noch nicht fertig sind."
| Gary Anderson | 11:7 | Jonny Clayton |
| 98,13 | Average | 97,72 |
| 7 | 180s | 5 |
| 86 | High Finish | 121 |
| 0 | 100+ Checkouts | 2 |
| 44% | Finishing | 44% |
Van Duijvenbode ringt van Gerwen nach Verlängerung nieder
Das niederländische Duell entwickelte sich zu einem echten Krimi. Dirk van Duijvenbode spielte zunächst stark auf und zog auf 8:4 davon, ehe Michael van Gerwen seine Klasse zeigte. Mit einem 11-Darter und einem spektakulären 148er-Checkout kämpfte sich der dreimalige World-Matchplay-Champion zurück und erzwang die Verlängerung.
Im entscheidenden Moment fand jedoch erneut van Duijvenbode die besseren Antworten. Mit einem Break in elf Darts ging "The Titan" erstmals in der Nachspielzeit in Führung und ließ im folgenden Leg nichts mehr anbrennen. Nach dem 14:12 steht van Duijvenbode erst zum zweiten Mal im Viertelfinale des traditionsreichen Turniers.
"Am Ende bin ich einfach glücklich, dass ich gewonnen habe", gestand van Duijvenbode. "Michael kam zurück, weil ich plötzlich nervös wurde. Jetzt freue ich mich auf Gary Anderson – gegen ihn entstehen meistens großartige Spiele."
| D. van Duijvenbode | 14:12 | Michael van Gerwen |
| 95,93 | Average | 99,49 |
| 9 | 180s | 4 |
| 128 | High Finish | 148 |
| 1 | 100+ Checkouts | 3 |
| 40% | Finishing | 40% |
Littler schreibt mit perfektem Leg Matchplay-Geschichte
Der Höhepunkt des Abends folgte im dritten Match. Luke Littler eröffnete seine Partie gegen Nathan Aspinall direkt mit einem Neun-Darter und sorgte damit bereits im ersten Leg für Begeisterung im Winter Gardens. Wenige Legs später fehlte ihm auf Doppel 15 sogar nur ein Dart zu einem zweiten perfekten Spiel. Trotz des furiosen Starts blieb Aspinall jederzeit im Rennen und kämpfte sich nach zwischenzeitlichem Rückstand bis zum 7:7-Ausgleich zurück.
Der Titelverteidiger legte anschließend wieder zu und gewann drei Legs in Serie. Zwar vergab Littler beim Stand von 10:7 zunächst einen Matchdart, worauf Aspinall mit einem spektakulären 170er-Finish nochmals verkürzte, doch im folgenden Leg ließ sich der Weltmeister den Sieg nicht mehr nehmen. Mit einem Average von 113,68 Punkten – dem zweithöchsten der Turniergeschichte – und 14 geworfenen 180ern zog Littler nach einem der besten World-Matchplay-Spiele der vergangenen Jahre verdient ins Viertelfinale ein.
"Das war wahrscheinlich das beste Match, das Nathan und ich jemals gegeneinander gespielt haben", sagte Littler. "Der Neun-Darter ist einfach passiert. Ich bin froh, Teil eines solchen Spiels gewesen zu sein." Mit Josh Rock wartet nun eine Neuauflage des spektakulären Viertelfinales aus dem Vorjahr.
| Luke Littler | 11:8 | Nathan Aspinall |
| 113,68 | Average | 101,24 |
| 14 | 180s | 8 |
| 141 | High Finish | 170 |
| 2 | 100+ Checkouts | 2 |
| 44% | Finishing | 42% |
Rock setzt sich gegen Bunting souverän durch
Im abschließenden Duell des Tages blieb die ganz große Spannung aus. Josh Rock und Stephen Bunting lieferten sich zunächst ein ausgeglichenes Match, ehe sich der Nordire ab der zweiten Hälfte zunehmend absetzen konnte. Ein 106er-Checkout brachte Rock zum 6:3, anschließend kontrollierte er das Geschehen und machte mit einem starken 140er-Finish den 11:6-Erfolg perfekt.
Bunting fand über weite Strecken nicht zu seinem Rhythmus und blieb deutlich unter seinen Möglichkeiten. Rock hingegen steht zum zweiten Mal in Folge im Viertelfinale des World Matchplay und bekommt dort nun die Chance auf eine Revanche gegen Luke Littler.
"Das war wahrscheinlich eines der schwierigsten Spiele meines Lebens", erklärte Rock. "Stephen ist einer meiner besten Freunde auf der Tour. Jetzt werde ich gegen Luke alles geben, denn ich bin hier, um diesen Titel zu gewinnen."
| Josh Rock | 11:6 | Stephen Bunting |
| 91,18 | Average | 82,90 |
| 6 | 180s | 3 |
| 140 | High Finish | 81 |
| 2 | 100+ Checkouts | 0 |
| 34% | Finishing | 35% |

