Favoriten geben sich keine Blöße – Anderson brilliert in Blackpool
Der zweite Turniertag des World Matchplay bot genau die Mischung, für die das Winter Gardens seit Jahrzehnten steht: ein Marathon zum Auftakt, eine historische Gala eines Altmeisters und zahlreiche namhafte Spieler, die ihre Ambitionen auf den Titel untermauerten. Während Gary Anderson mit einer der besten Vorstellungen der Turniergeschichte für das sportliche Ausrufezeichen sorgte, präsentierten sich auch die Niederländer in bestechender Form. Aus deutscher Sicht richtet sich der Blick nun auf den Montagabend, wenn Martin Schindler gegen Gerwyn Price in das Geschehen eingreift.
Van Duijvenbode übersteht Dobeys Matchdarts in einem Krimi
Gleich die erste Partie entwickelte sich zu einem echten Thriller. Chris Dobey erwischte den besseren Start und überzeugte vor allem im Scoring, ehe Dirk van Duijvenbode die Begegnung zunehmend ausgeglichener gestaltete. Obwohl Dobey beeindruckende 13 Maxima warf und den höheren Average spielte, scheiterte er immer wieder im entscheidenden Moment auf die Doppel. Insgesamt ließ "Hollywood" vier Matchdarts ungenutzt. Van Duijvenbode blieb dagegen nervenstark, rettete sich in die Verlängerung und setzte sich schließlich mit 13:11 durch. Der Niederländer trifft nun im Achtelfinale auf seinen Landsmann Michael van Gerwen.
| D. van Duijvenbode | 13:11 | Chris Dobey |
| 92,78 | Average | 97,35 |
| 5 | 180s | 13 |
| 86 | High Finish | 110 |
| 0 | 100+ Checkouts | 2 |
| 42% | Finishing | 28% |
Vintage-Anderson zerlegt Joyce mit einem Galaauftritt
Gary Anderson lieferte anschließend eine Vorstellung ab, die sich nahtlos in die großen Auftritte seiner Karriere in Blackpool einreiht. Der ehemalige Doppelweltmeister dominierte Ryan Joyce von Beginn an nach Belieben, spielte einen Average von 109,96 Punkten und gewann klar mit 10:2. Zwei Highfinishes von 144 und 141 Punkten rundeten einen nahezu perfekten Auftritt ab. "Manchmal gibt es Tage, an denen man mit geschlossenen Augen werfen könnte und trotzdem alles trifft. Heute war so ein Tag", erklärte Anderson anschließend. Gleichzeitig warnte der Schotte davor, den Auftritt überzubewerten: "Das nächste Spiel wird komplett anders." Im Achtelfinale wartet nun Jonny Clayton.
| Gary Anderson | 10:2 | Ryan Joyce |
| 109,96 | Average | 95,49 |
| 5 | 180s | 2 |
| 144 | High Finish | 47 |
| 2 | 100+ Checkouts | 0 |
| 56% | Finishing | 29% |
Van Gerwen dreht Rückstand und verhindert Gildings Überraschung
Michael van Gerwen musste gegen Andrew Gilding zunächst Schwerstarbeit verrichten. Der Engländer ging früh mit 4:1 in Front und profitierte dabei auch von einigen ungewohnten Fehlern des dreimaligen Matchplay-Champions. Eine verpasste Doppel-12 zum Neundarter schien van Gerwen jedoch wachzurütteln. Von diesem Moment an gewann der Niederländer neun der letzten elf Legs und drehte die Partie noch souverän zum 10:6. "Es war ein seltsames Spiel. Ich hatte richtig gute und richtig schlechte Phasen. Am Ende zählt aber nur der Sieg", bilanzierte van Gerwen, der sich im Achtelfinale auf das rein niederländische Duell mit Dirk van Duijvenbode freut.
| Michael van Gerwen | 10:6 | Andrew Gilding |
| 94,85 | Average | 88,54 |
| 6 | 180s | 3 |
| 71 | High Finish | 102 |
| 0 | 100+ Checkouts | 1 |
| 31% | Finishing | 33% |
Clayton hält Heta trotz Aufholjagd auf Distanz
Auch Jonny Clayton wurde seiner Favoritenrolle gerecht, musste gegen Damon Heta allerdings deutlich mehr arbeiten als es der zwischenzeitliche Spielstand vermuten ließ. Der Waliser zog auf 8:3 davon, ehe Heta vier Legs in Serie gewann und plötzlich wieder alle Chancen besaß. Clayton behielt jedoch die Ruhe und machte mit einem sehenswerten 152er-Finish den Deckel auf den 10:7-Erfolg. "Ich habe jede Sekunde auf dieser Bühne genossen. Das ist der beste Austragungsort im Darts", schwärmte der ehemalige Halbfinalist. Mit Gary Anderson wartet nun ein echtes Traditionsduell: "Gary war mein Idol. Ich hoffe auf ein großartiges Match."
| Jonny Clayton | 10:7 | Damon Heta |
| 97,63 | Average | 96,10 |
| 4 | 180s | 5 |
| 152 | High Finish | 107 |
| 4 | 100+ Checkouts | 1 |
| 63% | Finishing | 54% |
Searle nutzt seine Chancen konsequent gegen O'Connor
In der Abendsession setzte sich Ryan Searle mit 10:6 gegen William O'Connor durch. Der Ire hielt im Scoring hervorragend mit und traf sogar achtmal die 180, doch auf die Doppel ließ Searle deutlich weniger liegen. Mit einer Checkoutquote von 56 Prozent und einem wichtigen 131er-Finish zog "Heavy Metal" verdient in die nächste Runde ein, wo James Wade auf ihn wartet.
| Ryan Searle | 10:6 | William O’Connor |
| 94,98 | Average | 95,18 |
| 3 | 180s | 8 |
| 131 | High Finish | 127 |
| 1 | 100+ Checkouts | 2 |
| 56% | Finishing | 35% |
Wade startet souverän in seine 21. Matchplay-Teilnahme
James Wade bewies einmal mehr seine Qualitäten auf der Bühne des Winter Gardens. Der Matchplay-Sieger von 2007 erspielte sich gegen Jermaine Wattimena früh ein komfortables Polster und ließ sich auch von einer kleinen Schwächephase nicht mehr aus der Ruhe bringen. Sieben 180er und ein starkes 116er-Checkout ebneten den Weg zum 10:7-Erfolg. Damit steht Wade zum 21. Mal in Folge im Achtelfinale des World Matchplay.
| James Wade | 10:7 | Jermaine Wattimena |
| 96,19 | Average | 92,87 |
| 7 | 180s | 5 |
| 116 | High Finish | 101 |
| 1 | 100+ Checkouts | 1 |
| 43% | Finishing | 35% |
Van Veen überzeugt auf die Doppel gegen Ratajski
Gian van Veen setzte den starken niederländischen Tag mit einem 10:6-Sieg gegen Krzysztof Ratajski fort. Zwar lag der Pole im Average leicht vorne, doch van Veen spielte auf die Doppel nahezu fehlerfrei. Drei Highfinishes – zweimal 144 und einmal 160 Punkte – sorgten für den Unterschied. "Ich hatte in den letzten Monaten einige Probleme. Diesen Sieg habe ich heute unbedingt gebraucht", sagte der amtierende Europameister erleichtert. Im Achtelfinale trifft er auf Landsmann Wessel Nijman.
| Gian van Veen | 10:6 | Krzysztof Ratajski |
| 93,55 | Average | 95,55 |
| 1 | 180s | 3 |
| 160 | High Finish | 88 |
| 3 | 100+ Checkouts | 0 |
| 67% | Finishing | 32% |
Nijman setzt Erfolgsserie gegen Chisnall fort
Den gelungenen niederländischen Abschluss des Tages besorgte Wessel Nijman. Der formstarke Youngster kontrollierte die Begegnung gegen Dave Chisnall über weite Strecken und gewann verdient mit 10:5. Mit einem Average von knapp 99 Punkten sowie zwei Checkouts jenseits der 100-Punkte-Marke ließ Nijman kaum Zweifel am Einzug ins Achtelfinale aufkommen. Dort kommt es nun zum niederländischen Duell gegen Gian van Veen, sodass mindestens ein Vertreter der Oranje sicher im Viertelfinale stehen wird.
| Wessel Nijman | 10:5 | Dave Chisnall |
| 98,63 | Average | 94,47 |
| 2 | 180s | 2 |
| 117 | High Finish | 71 |
| 2 | 100+ Checkouts | 0 |
| 53% | Finishing | 36% |

