Springer überzeugt bei Debüt – Littler dennoch eine Nummer zu groß

Mit dem World Matchplay hat in Blackpool eines der traditionsreichsten Turniere im Kalender der Professional Darts Corporation begonnen. Seit 1994 wird im legendären Winter Gardens um die Phil Taylor Trophy gespielt – und für viele Profis besitzt der Titel direkt hinter der Weltmeisterschaft den höchsten Stellenwert. Aus deutscher Sicht stand der Auftakt diesmal besonders im Fokus: Mit Niko Springer qualifizierte sich der insgesamt fünfte Deutsche überhaupt für das World Matchplay. Nach Max Hopp, Gabriel Clemens, Martin Schindler und Ricardo Pietreczko durfte sich nun auch der 26-Jährige auf der großen Bühne in Blackpool beweisen. Zwar endete das Debüt gegen Titelverteidiger Luke Littler ohne Happy End, doch Springer verkaufte sich über weite Strecken teuer. Daneben setzten sich Josh Rock, Stephen Bunting und Nathan Aspinall am ersten Turniertag durch.

Rock nutzt Woodhouses Doppelprobleme konsequent aus

Den Auftakt in das World Matchplay 2026 machte das Duell zwischen Josh Rock und Luke Woodhouse. Beide Akteure fanden zunächst nur schwer in ihren Rhythmus, doch Rock zeigte sich auf die Doppelfelder deutlich konsequenter und setzte sich früh auf 5:2 ab. Woodhouse ließ zahlreiche Chancen ungenutzt und konnte den Rückstand nicht mehr entscheidend verkürzen. Der Nordire brachte den Vorsprung souverän ins Ziel und zog mit einem 10:4-Erfolg ins Achtelfinale ein.

Trotz des klaren Ergebnisses zeigte sich Rock anschließend selbstkritisch: „Ich bin natürlich froh über den Sieg, aber mit meiner Leistung war ich nicht wirklich zufrieden. Da war definitiv mehr drin.“ Im Achtelfinale wartet nun Stephen Bunting.

Josh Rock 10:4 Luke Woodhouse
90,42 Average 88,83
2 180s 3
97 High Finish 84
0 100+ Checkouts 0
53% Finishing 17%

Bunting übersteht Thriller gegen Zonneveld nach drei vergebenen Matchdarts des Niederländers

Die zweite Partie entwickelte sich zum ersten Krimi des Turniers. Stephen Bunting kontrollierte die Begegnung zunächst und erspielte sich beim Stand von 8:5 eine komfortable Führung. Doch Debütant Niels Zonneveld drehte plötzlich auf, spielte zwei Legs in Folge in zehn Darts und sorgte mit einem spektakulären 164er-Finish für den Ausgleich.

Der Niederländer stand anschließend sogar dicht vor der Sensation, vergab beim Stand von 10:9 jedoch gleich drei Matchdarts. Bunting nutzte die Rettung eiskalt, hielt sich mit einem wichtigen 121er-Checkout im Spiel und erzwang das Entscheidungsleg. Dort gelang ihm das so wichtige Break zum 13:12-Erfolg.

„Niels ist ein fantastischer Spieler, ich musste heute richtig tief gehen“, erklärte Bunting nach der Partie. „Mein Name ist noch im Turnier und genau das zählt. Gegen Josh Rock brauche ich allerdings eine deutliche Leistungssteigerung.“

Stephen Bunting 13:12 Niels Zonneveld
94,49 Average 91,29
5 180s 5
121 High Finish 164
2 100+ Checkouts 2
36% Finishing 28%

Springer verkauft sich teuer – Littler dreht zum Schluss mächtig auf

Aus deutscher Sicht richteten sich alle Blicke auf Niko Springer. Der Debütant zeigte sich auf seiner ersten World-Matchplay-Bühne keineswegs beeindruckt und hielt gegen Titelverteidiger Luke Littler lange hervorragend mit. Dank zweier Checkouts jenseits der 100-Punkte-Marke blieb Springer bis zum 5:5 auf Schlagdistanz und überzeugte mit einer starken Doppelquote.

Doch genau in dieser Phase schaltete Littler noch einmal einen Gang höher. Der Weltranglistenerste gewann die letzten vier Legs allesamt in elf Darts, erzielte einen Average von über 109 Punkten und ließ Springer schließlich keine Chance mehr. Das 10:6 fiel letztlich etwas deutlicher aus, als es der Spielverlauf über weite Strecken vermuten ließ.

Für Springer endete damit sein erstes World Matchplay in der Auftaktrunde, der Auftritt dürfte jedoch Mut für kommende Major-Turniere machen. Littler zeigte sich mit seinem Endspurt zufrieden: „Es war etwas frustrierend, dass ich zur zweiten Pause nicht vorne lag. Danach habe ich aber noch einmal einen Gang hochgeschaltet und das Match sauber zu Ende gespielt. Jetzt freue ich mich auf Nathan Aspinall.“

Luke Littler 10:6 Niko Springer
109,53 Average 97,65
7 180s 2
94 High Finish 114
0 100+ Checkouts 2
43% Finishing 50%

Aspinall setzt mit starkem Auftritt ein Ausrufezeichen

Zum Abschluss des ersten Turniertages bestätigte Nathan Aspinall seine Ambitionen eindrucksvoll. Der Champion von 2023 dominierte die Neuauflage des Halbfinals von 2023 gegen Joe Cullen über weite Strecken und setzte bereits früh mit einem spektakulären 167er-Finish ein erstes Highlight.

Cullen kämpfte sich zwischenzeitlich noch einmal etwas heran, doch Aspinall behielt jederzeit die Kontrolle. Mit einem Average von über 105 Punkten und einer starken Chancenverwertung machte der Engländer den 10:5-Erfolg schließlich souverän perfekt und darf sich nun auf das Duell mit Luke Littler freuen.

„Joe ist ein guter Freund von mir, deshalb wusste ich, dass ich eine starke Leistung brauchen würde“, sagte Aspinall. „Ich hätte selbst nicht erwartet, so gut zu spielen. Mit meinem Auftritt und meiner Körpersprache auf der Bühne bin ich heute sehr zufrieden.“

Nathan Aspinall 10:5 Joe Cullen
105,32 Average 95,79
9 180s 7
167 High Finish 126
2 100+ Checkouts 1
48% Finishing 33%

World Matchplay


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