Littler schreibt Geschichte und verteidigt den World-Matchplay-Titel
Neun Tage lang hatte Luke Littler die Konkurrenz in Blackpool mit außergewöhnlichen Leistungen in den Schatten gestellt – im Endspiel setzte der 19-Jährige seiner Turnierwoche schließlich die Krone auf. Gegen Gerwyn Price, der selbst ein starkes Finale spielte, ließ der Titelverteidiger kaum Zweifel am Ausgang aufkommen und verteidigte als erst vierter Spieler überhaupt die Phil-Taylor-Trophy. Gleichzeitig stellte Littler mit einem Turnieraverage von 111,04 Punkten einen neuen Bestwert in der Geschichte des World Matchplay auf.
Littler überrollt Price und krönt historische Turnierwoche
Luke Littler hat das Finale des World Matchplay mit 18:9 gegen Gerwyn Price gewonnen und damit seinen Titel erfolgreich verteidigt. Der Weltranglistenerste dominierte das Endspiel von Beginn an, spielte einen Finalaverage von 111,53 Punkten und setzte mit insgesamt sechs Checkouts im dreistelligen Bereich erneut Maßstäbe.
Dabei begann auch Price keineswegs schwach. Der Waliser spielte in der ersten Session selbst einen Average von rund 109 Punkten, lag nach fünf Legs dennoch bereits mit 1:4 zurück. Littler erwischte einen Traumstart, eröffnete seine Finish-Show mit einem spektakulären 167er-Checkout und legte wenig später ein 110er-Finish nach, um sich früh entscheidend abzusetzen.
Auch danach hielt der Titelverteidiger das Tempo hoch. Zwei 11-Darter sowie ein ungewöhnliches 100er-Finish über 20, Doppel-20 und Doppel-20 sorgten für eine 7:3-Führung, ehe Littler das Match endgültig an sich riss. Mit vier Legs in Serie – beendet durch Checkouts von 128, 127, 87 und 84 Punkten – zog der Engländer auf 11:3 davon und ließ seinem Gegner kaum Luft zum Atmen.
Price stemmte sich noch einmal gegen die Niederlage und gewann sechs der folgenden zehn Legs, wodurch er den Rückstand auf 9:15 verkürzte. Doch Littler ließ sich davon nicht beeindrucken. Ein weiteres Highlight setzte er mit einem 148er-Checkout – bereits seinem sechsten Highfinish des Finals –, ehe ein 13-Darter das 17:9 brachte. Wenig später machte der Titelverteidiger mit einem 84er-Finish über das Bullseye den 18:9-Erfolg perfekt.
Mit einem Turnieraverage von 111,04 Punkten pulverisierte Littler den bisherigen Rekord von Phil Taylor (106,31 aus dem Jahr 2010). Zudem spielte er mit 111,53 Punkten den höchsten Average, der jemals in einem World-Matchplay-Finale erzielt wurde. Bereits auf dem Weg ins Endspiel hatte der Engländer gegen Nathan Aspinall einen Neundarter geworfen und in allen fünf Partien Averages von mindestens 109 Punkten gespielt.
„Es war eine verrückte Woche – wahrscheinlich eine der besten meines Lebens“, sagte Littler nach seinem Triumph. „Die Statistiken lassen es vielleicht einfach aussehen, aber das ist es nicht. Ich spiele momentan aber definitiv einige der besten Darts meines Lebens. Ich glaube, das war die beste Version von mir selbst während der gesamten Woche.“
Nach seinem Triumph richtet sich der Blick des Weltmeisters bereits auf das nächste Ziel. „Ich habe bislang jedes Major in diesem Jahr gewonnen – genau das möchte ich für 2026 erreichen“, erklärte Littler. Dafür muss er nun allerdings auch auf der ProTour antreten: „Ich glaube, mein Vater ist nicht besonders glücklich, weil wir eigentlich nach Spanien wollten. Jetzt muss ich stattdessen nach Leicester und Players-Championship-Turniere spielen. Ich beobachte ständig die ProTour-Rangliste, weil ich mich unbedingt noch für die Players Championship Finals qualifizieren möchte.“
Auch Gerwyn Price konnte sich trotz der deutlichen Niederlage wenig vorwerfen. Der Waliser spielte selbst einen Average von 104,97 Punkten – den zweithöchsten jemals von einem unterlegenen Spieler in einem World-Matchplay-Finale – und zollte seinem Gegner großen Respekt.
„Luke ist einer von einer Million“, lobte Price. „Ich habe alles versucht und ich finde, ich habe selbst ein richtig gutes Spiel gemacht. Dieses 167er-Checkout gleich zu Beginn war ein riesiger Wendepunkt. Wenn irgendjemand diesen Jungen ausbuht, stimmt etwas nicht. Er ist fantastisch für unseren Sport. Ich wünschte nur, er wäre nicht ganz so gut – dann hätte ich wahrscheinlich schon ein paar Turniere mehr gewonnen.“ Trotz der Enttäuschung zog der Waliser ein positives Fazit: „Es war eine großartige Woche für mich. Jetzt geht es zurück ans Practice Board und ich werde versuchen, noch ein bisschen besser zu werden.“
| Luke Littler | 18:9 | Gerwyn Price |
| 111,53 | Average | 104,97 |
| 12 | 180s | 10 |
| 167 | High Finish | 76 |
| 6 | 100+ Checkouts | 0 |
| 60% | Finishing | 39% |

