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Arbeitssiege für van Gerwen und Anderson

Über vier Monate waren nun vergangen, seitdem es zum letzten Mal Darts auf einer Bühne zu sehen gab – gemeint ist hier der 6. Spieltag der Premier League am 12. März. Am heutigen Abend hatte das unfreiwillige Warten jedoch endlich ein Ende, und das World Matchplay stand in den Startlöchern. Gespielt wurde nicht wie gewohnt in Blackpool an der englischen Westküste, sondern in Milton Keynes – selbstverständlich komplett ohne Zuschauer. Titelverteidiger war Rob Cross, der seinen Turnierauftakt gegen den einzigen deutschen Starter Gabriel Clemens aber erst morgen erleben wird. Mit den früheren Siegern Michael van Gerwen, Gary Anderson und James Wade war die erste Session aber auch abgesehen davon hochkarätig besetzt. Absolviert wurde Runde eins im Modus „best of 19 Legs“.

Für den Auftakt beim allerersten Major-Turnier ohne Zuschauer waren Simon Whitlock und Ryan Joyce zuständig. Letztgenannter konnte beim zweiten Event der Summer Series seinen ersten PDC-Titel gewinnen und hatte sich vor allem dadurch in das Teilnehmerfeld gespielt. Der „Wizard“ startete hervorragend, warf gleich mit der ersten Aufnahme eine 180 und sicherte sich die ersten beiden Legs mit Checkouts von 78 und 84 Punkten. Da Joyce kurz darauf seinen ersten Wurf auf Doppel daneben setzte, erhöhte Whitlock gar auf 3:0, doch „Relentless“ war anschließend mit einem 108er-Highfinish selbst erstmals erfolgreich. Joyce konnte auf der doppelten 8 nachlegen und war zum Zeitpunkt der ersten Pause nur noch mit 2:3 in Rückstand. Nach der Unterbrechung verpasste Joyce zwei Möglichkeiten zum Ausgleich, sodass sein australischer Gegner per 88er-Finish breakte. Begünstigt durch weitere Fehler des Engländers konnte Whitlock noch drei Legs hintereinander für sich entschieden. Joyce ging erst im zehnten Leg wieder dazwischen, trotz des Treffers in der Doppel-8 lag er aber mit 3:7 hinten. Nach der zweiten Pause änderte sich am Spielverlauf nichts mehr. Joyce konnte noch ein Leg für sich entscheiden, mehr war am heutigen Tage aber einfach nicht drin. So nutzte Whitlock gleich seinen ersten Matchdart auf der Doppel-18 und gewann deutlich mit 10:4.

Überragende Performance von Ratajski

Wer in die Weltrangliste schaut, findet Krzysztof Ratajski mittlerweile auf Position 13 – das Ergebnis von konstant guten Leistungen in den letzten drei Jahren. Ein richtig gutes Abschneiden bei einem TV-Turnier fehlt dem Polen allerdings noch. Die erste Runde absolvierte er gegen Jermaine Wattimena. Mit einem 118er-Finish auf der doppelten 19 holte sich „Machine Gun“ gleich zum Auftakt ein Break, doch dann legte Ratajski erst so richtig los: er sicherte sich vier Legs in Serie und zeigte dabei unter anderem Checkouts von 142 und 96 Punkten.

Erst als Ratajski nach der ersten Pause an der Doppel-20 vorbeizielte, war Wattimena wieder zur Stelle, er löschte 95 Punkte spektakulär über Single-19, Doppel-19 und Doppel-19 für sein zweites Erfolgserlebnis. Wenig später bestrafte der Niederländer einen weiteren Fehler des Gegner mit einem 120er-Highfinish und lag nur noch knapp in Rückstand. Ratajski blieb davon aber gänzlich unbeeindruckt und setzte seine starke Leistung fort. Mit einem 12-Darter inklusive 102er-Checkout sowie zwei 15-Dartern zog er seinem Konkurrenten wieder davon und lag zur zweiten Unterbrechung komfortabel mit 7:3 vorne. Die ersten beiden Legs nach der Pause wurden gerecht aufgeteilt, ehe Ratajski 118 Punkte löschte und nur noch einen Durchgang zum Sieg benötigte. Wenig später war es dann soweit, Ratajski zeigte abschließend noch einen 11-Darter und warf bei seinem 10:4-Erfolg im Durchschnitt großartige 107,5 Punkte. Wattimena blieb unterm Strich trotz 100-prozentiger Doppelquote chancenlos.

Spannung bis zum Schluss zwischen Wade und Brown

Im dritten Match standen sich der Matchplay-Sieger von 2007 James Wade und sein englischer Landsmann Keegan Brown gegenüber. Wade kam per 12-Darter gleich zu Beginn der Partie zu einem Break, welches er mithilfe eines 14-Darters bestätigte. „The Needle“ zielte im dritten Durchgang erstmals auf Doppel, warf aber zu ungenau und kassierte demzufolge das nächste Break. Wade hatte in dieser Situation 76 Punkte gelöscht, legte ein 104-Highfinish hinterher und blieb auf den äußeren Ring weiter fehlerlos. Mit einem starken 11-Darter konnte Brown vor der Pause noch Schadensbegrenzung betreiben, mit 1:4 lag er aber dennoch hinten; Wades Average lag zu diesem frühen Zeitpunkt bei über 113 Punkten. Nach der Unterbrechung konnte „The Machine“ dieses hohe Niveau nicht mehr fortsetzen, zudem warf er im achten Leg erstmals an Doppelfeldern vorbei. Brown hatte bereits die beiden vorangegangenen Legs eingesammelt und stellte nun mit dem 4:4 Parität her. Begünstigt durch zwei weitere Patzer seines Gegners konnte Brown sogar ein fünftes Leg in Folge für sich entscheiden, scheiterte anschließend aber haarscharf an 170 Restpunkten. Wade meldete sich in diesem Moment wieder zu Wort, brachte 70 Zähler auf Null und sorgte für den 5:5-Pausenstand.

Einige Minuten später legte Brown per 12-Darter vor, der Weltranglistenneunte antwortete mit einem 120er-Checkout. Nachdem auch die nächsten beiden Legs vom jeweils anwerfenden Spieler gewonnen wurden, patzte Brown dreifach auf Doppelfelder. Wade zeigte Sekunden später ein für ihn so typisches 107er-Finish und produzierte in dieser Situation ein wichtiges Break. Mit einem daran anschließenden 80er-Checkout sorgte Wade kurz darauf für die vermeintliche Vorentscheidung, vergab im 17. Leg der Partie allerdings den ersten Matchdart. Brown rettete sich auf der Doppel-10, breakte wenige Minuten später mit einem 12-Darter und sorgte durch den 9:9-Ausgleich für die Verlängerung. Nachdem auch die nächsten beiden Legs keine Entscheidung brachten, unterlief „The Needle“ ein schwerer Fehler, als er die große 20 verfehlte und keinen Wurf auf Doppel erhielt. Wade hatte keine Schwierigkeiten mit 67 Rest, schnappte sich hier das erhoffte Break und machte letztlich mit einem 13-Darter alles klar.

Anschließend startete mit Michael van Gerwen der Topfavorit in das Spielgeschehen. Der Niederländer hatte das zweitwichtigste Turnier des Jahres zum letzten Mal im Jahr 2016 gewonnen und wollte diese Tatsache in diesem Jahr korrigieren. Sein Auftaktgegner Brendan Dolan war dabei eine Pflichtaufgabe. Letzterer sicherte sich das Eröffnungsleg, ließ kurz darauf jedoch die ersten beiden Breakdarts liegen. Van Gerwen kam stattdessen zu seinem ersten Erfolgserlebnis und wenig später selbst zum Break. Im vierten Leg ließ Dolan dann gleich sechs Breakdarts ungenutzt, analog zur Situation vorher kassierte er wenig später selbst das Break. „Mighty Mike“ zeigte einen 12-Darter und ging mit einem 4:1 im Rücken zum Pausentee. Nach der Unterbrechung patzte der Weltranglistenerste gleich dreifach auf Doppel, das daraus resultierende Break gegen sich konnte er aber umgehend wieder egalisieren.

Doch abgesehen davon konnte sich der „History Maker“ nun steigern, er sorgte per 70er-Finish gleich für das nächste Break und legte diesmal sogar erfolgreich nachl, nachdem van Gerwen knapp an 161 Restpunkten gescheitert war. Anschließend sorgte Dolan sogar noch für ein echtes Highlight, er machte 128 Zähler via Triple-18, Triple-14 und Doppel-16 aus und hatte zur zweiten Pause tatsächlich auf 5:5 ausgeglichen. Van Gerwen kam verbessert zurück auf die Bühne und zog mit einem 13- und einem 12-Darter kurzzeitig davon, doch Dolan verkürzte auf der Doppel-8. Anschließend nutzte er vier weitere Fehler des großen Favoriten aus und stellte erneut Parität her. Van Gerwen sammelte sich jetzt noch mal kurz, warf zwei 13-Darter hintereinander und benötigte nur noch einen Durchgang zum Weiterkommen. Nachdem Dolan im 17. Leg vier Pfeile am äußeren Ring vorbeiwarf war diese Partie Vergangenheit. Van Gerwen setzte sich trotz mäßiger Leistung mit 10:7 durch.

Zum Abschluss der ersten Session trafen noch Gary Anderson und Justin Pipe aufeinander. Pipe hatte sich aus den letzten beiden Turnieren der Summer Series aufgrund von Armproblemen zurückziehen müssen, schien nun aber rechtzeitig fit geworden zu sein. Der Turniersieger von 2018 schnappte sich das allererste Leg auf der doppelten 1, konnte wenig später jedoch drei Breakdarts nicht in einen Leggewinn ummünzen. Nachdem auch die Legs Nummer drei und vier vom jeweils anwerfenden Spieler gewonnen wurden, sorgte „The Force“ im fünften für das erste Break, als er 122 Punkte über das Bullseye ausmachte. Dementsprechend nahm er einen knappen Vorsprung mit in die Kabine.

Anderson verbesserte sich etwas nach der Pause und gewann unter anderem mit einem 80er-Finish zwei Legs nacheinander. Pipe antwortete mit einem 14-Darter, verfehlte im neunten Leg aber die große 14, als er sich an 124 Restpunkten versuchte und die Triple-20 bereits getroffen hatte. Anderson brachte sein Anwurfleg also doch noch nach Hause, verpasste es allerdings erneut, nachzulegen. Pipe erwischte die doppelte 18 und stellte den 5:5-Pausenstand her. Einige Minuten später holte sich der „Flying Scotsman“ seine Führung zurück und beobachtete anschließend, wie Pipe dreimal außen an der Doppel-16 vorbeiwarf. Anderson bestrafte dies mit einem 120er-Highfinish und setzte sich in der Folge weiter ab. Schlussendlich konnte Pipe kein Leg mehr für sich entscheiden, stattdessen beendete Anderson die Partie mit einem 112er-Checkout.

World Matchplay


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