Darts1 World Matchplay Finalisten Check


Nach acht Spieltagen hat sich das Teilnehmerfeld des zweitwichtigsten PDC Turnieres in seiner 25. Auflage auf nur noch zwei Akteure reduziert. Und beide wollen sie sich als erster Sieger der neu benannten Phil Taylor-Trophy in die Geschichtsbücher eintragen. Sowohl Gary Anderson als auch Mensur Suljovic zeigten bei diesem Turnier tolle Spiele, standen nun aber erstmals im Finale im Empress Ballroom des Winter Gardens zu Blackpool. Doch wer von ihnen wird sich am Ende auch zum Champion krönen? Hier ist der Darts 1 World Matchplay Finalisten Check 2018.

Gary Anderson World Matchplay Finale 2018

Der einzige Schotte ohne Spaß in Blackpool

Gary Anderson hat es ein ums andere Mal gesagt: Blackpool macht ihm keinen großen Spaß. Er fühlt sich beim World Matchplay nie so richtig wohl und bezeichnete sich selbst als einzigen Schotten, der in dem Urlaubsort Blackpool keinen Spaß hat. Und auch in diesem Jahr fing es nicht besonders gut an, als er schon bei der Anreise Probleme hatte und wegen Stau erst nach 11,5 Stunden Fahrt ankam. Es passte somit eigentlich ins Bild für Gary. Nach den Strapazen nahm er sich aber erst recht vor das Turnier letztlich auch gewinnen zu wollen. Er startete mit einem starken 10:7-Erfolg über Stephen Bunting ins Turnier und bestätigte die gute Leistung aus diesem Duell auch bei dem knappen 11:9 gegen Mitfavorit Raymond van Barneveld. Lange in Erinnerung wird aber der Krimi gegen Joe Cullen aus dem Viertelfinale bleiben. Im vierten Leg gelang dem „Flying Scotsman“ ein 9-Darter, die siebte in der Turniergeschichte, und am Ende siegte er nach Verlängerung mit 19:17. Während der Partie überlebte er auch ein paar Matchdarts und der Mythos der schottischen Fliege war geboren. Gegen Überraschungsmann Jeffrey de Zwaan ließ er im Halbfinale dann zwar ein paar Möglichkeiten aus die Partie früher und vor allem klarer zu seinen Gunsten zu bewegen, bezwang den Niederländer am Ende aber dennoch souverän und verdient mit 17:12 um nach den Halbfinals 2014 und 2016 erstmals auch ins Endspiel einzuziehen.

Anderson hatte in den letzten Monaten bereits seine gute Form gezeigt und nicht zuletzt auch mit dem Sieg beim US Masters in Las Vegas nochmal ein wenig mehr Schwung mitgenommen. Auch wenn Suljovic dem Schotten wegen der Spielweise nicht besonders gut liegt und er auch generell vom Austragungsort nicht hellauf begeistert ist, wird er als Favorit in dieses Spiel gehen. Zu stark waren die Performances des zweifachen Weltmeisters im Turnierverlauf, als dass man von einem Leistungseinbruch ausgehen könnte. Vor allem in kritischen Momenten behielt er stets die Nerven und konnte auch dann nochmal eine Schippe drauflegen, wenn er mit sich selbst nicht zufrieden war. Gary Anderson wird sich die Phil Taylor-Trophy sichern.

Siegeswahrscheinlichkeit: 67%

Mensur Suljovic World Matchplay Finale 2018

Der Mann, der es nicht glauben kann

Kaum ein Spieler freut sich so schön über große Siege wie der Österreicher Mensur Suljovic. Er springt dann über die Bühne, klopft sich auf seine Brust, lächelt fast ungläubig und fassungslos in Richtung seines Anhangs, bleibt aber stets respektvoll seinem Gegner gegenüber. Auch wenn er es selbst wohl nicht so recht fassen kann, es ist die Realität: Mensur Suljovic steht nach der EM 2016 und der Champions League 2017 zum dritten Mal in einem Major Finale. Das Turnier begann für Mensur mit einem Duell gegen eine Art Angstgegner. Noch nie hatte er Steve Beaton in den vorherigen acht Aufeinandertreffen schlagen können, dieses Mal aber gelang es ihm. Nach dem 10:6 legte er gegen Ian White einen 11:8-Erfolg nach, der durchaus höher hätte ausfallen können. Einen äußerst unangenehmen Gegner hatte er mit Darren Webster im Viertelfinale, doch auch gegen den „Demolition Man“ behielt er die Nerven und konnte vor allem durch eine bärenstarke Schlussphase mit 16:10 gewinnen. Dort zeigte „The Gentle“, dass er die Kondition für die ganz großen Distanzen besitzt. Dies bekam auch Vorjahresfinalist Peter Wright im Halbfinale zu spüren. Zwar war die Partie nicht der ganz große Klassiker, Mensur blieb dennoch durchweg konzentriert und setzte sich am Ende mit 17:13 durch.

Das Jahr 2018 ist für Mensur Suljovic ein bisher durchaus erfolgreiches. Zwar lief die Premier League nicht ganz so wie er es sich gewünscht hatte, aber auf der European Tour konnte er sich dafür in Österreich bis ins Halbfinale spielen. In Dänemark gewann er sogar das Turnier. Zudem holte er den Sieg bei den German Darts Masters auf Schalke, im Rahmen der World Series of Darts. Mensur ist durchaus in einer guten Verfassung und hat längst bewiesen, dass er auch ganz große Namen bezwingen kann. Das Finale beim World Matchplay, einem Turnier mit solch einer Geschichte und solch einer Bedeutung, ist jedoch nochmal eine andere Hausnummer. Er konnte in seinen Matches bisher auch nicht ganz so sehr begeistern wie sein Gegner und darf sich daher keine Schwächephasen erlauben. Dies wird gegen einen Gary Anderson in der aktuellen Verfassung jedoch fast unmöglich. Eine Restchance bleibt aber.

Siegeswahrscheinlichkeit: 33%

Fazit

Rein auf dem Papier scheinen die Karten für Mensur Suljovic durchaus gut gemischt zu sein. In der Gesamtstatistik zwischen diesen beiden Kontrahenten steht es nach acht Duellen 4:4. Beim einzigen Duell im Rahmen des World Matchplay konnte sich 2015 ebenfalls Mensur Suljovic durchsetzen. Und auch im einzigen Major Endspiel, welches die beiden gegeneinander bestritten, siegte Mensur Suljovic und holte sich so seinen Titel bei der Champions League im vergangenen Jahr. Diese Erfolge, so gut sie auch klingen mögen, gehören aber der Vergangenheit an. In Blackpool zählt nur das, was die beiden Spieler an diesem Tag auf die Bühne bringen können. Dort scheint Gary Anderson in einer klar stärkeren Verfassung zu sein. Neben dem Highlight, seinem fantastischen 9-Darter, strahlte er auf der Bühne in jedem seiner Spiele einfach eine unheimliche Dominanz aus, die selbst Jeffrey de Zwaan, der zuvor im gesamten Turnier nicht eine Miene verzog, aus dem Konzept brachte. Die einzige Chance gegen die starken Scores des Schotten zu bestehen, liegt im Auschecken vieler High Finishes. Dies wird Mensur unter dem enormen Druck jedoch nicht immer gelingen. Nachdem er bereits die letzten beiden Matches gegen Suljovic gewann, wird Gary Anderson daher nun den dritten Sieg in Folge über den Österreicher einfahren und sich so den Pott sowie die 115.000£ Preisgeld sichern. Ob es so kommt, wir werden sehen. Bis dann!

Tobias Gürtler

World Matchplay


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