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Wright und van Gerwen müssen die Heimreise antreten

Am zweiten Tag des World Grand Prix 2021 in der Morningside-Arena von Leicester standen die verbliebenen acht Matches der ersten Turnierrunde auf dem Programm. Mit von der Partie war dabei auch der einzige deutsche Teilnehmer Gabriel Clemens, der es im dritten Spiel des Montagabends mit Vincent van der Voort aufnahm. Davon abgesehen starteten heute Abend mit Michael van Gerwen und Peter Wright zwei der großen Mitfavoriten in das Turnier, mit Nathan Aspinall, Gary Anderson und José de Sousa durften sich die Zuschauer zudem noch auf weitere große Namen freuen.

Eröffnet wurde die zweite Session des Turniers von Darius Labanauskas und Brendan Dolan. Der Nordire, der seit seinem 9-Darter beim Grand Prix 2011 den Spitznamen „History Maker“ trägt, erlebte den eindeutig besseren Start in Partie. Er legte mit einem 89er-Finish los und bestätigte dieses frühe Break mit einem Treffer in der Doppel-8. Auf der doppelten 2 meldete sich Labanauskas danach erstmals zu Wort, ehe er beobachtete, wie Dolan einen Setdart am Bullseye vorbeisetzte. „Lucky D“ glänzte in diesem Moment mit einem starken 156er-Highfinish. Im dadurch folgenden Decider nutzte Labanauskas den Anwurf konsequent zu seinen Gunsten, er versenkte seinen ersten Setdart in der Doppel-20 und ging mit 1:0 in Führung. Nach der Unterbrechung meldete sich Dolan stark zurück, er machte erst souverän 88 Punkte aus und zeigte danach fünf perfekte Darts, die in einen 13-Darter mündeten. Wenig später war der zweite Durchgang bereits Vergangenheit. Dolan blieb auf der Doppel-10 fehlerfrei und glich problemlos zum 1:1 aus. Im dritten und entscheidenden Satz legte Labanauskas vor, ehe der Litauer für 73 Punkte nur zwei Darts benötigte und damit so weit war, als dass ihm nur noch ein Leg zum Weiterkommen fehlte. Während Dolan darauf keine Antwort mehr parat hatte und seine Niederlage eingestehen musste, verwandelte Labanauskas seinen vierten Matchdart in der Doppel-16.

Im zweiten Match des Tages wurde Premier League-Champion und Geburtstagskind Jonny Clayton von Callan Rydz herausgefordert. Der als Favorit anzusehende Waliser eröffnete die Partie mit einem 15-Darter, dank eines Checkouts in Höhe von 75 Zähler verteidigte allerdings auch Rydz sein erstes Anwurfleg. Clayton schnappte sich seine Führung anschließend sofort wieder zurück, machte mit einem 72er-Finish nahtlos weiter und hatte den ersten Durchgang mit 3:1 eingefahren. Im ersten Leg von Satz Nummer zwei unterliefen Rydz acht Patzer beim Double-In, sodass er seinem Gegner das Break auf dem Silbertablett präsentierte. Clayton zeigte in dieser Situation selbst einen ordentlichen 14-Darter, ehe er mit dem 170er-Finish für das größte Highlight der Partie sorgte. „The Riot“ war seinem Gegner alles in allem klar unterlegen, ihm gelang kein weiter Leggewinn mehr. Stattdessen versenkte Clayton gleich den ersten Matchdart in der Doppel-20 und feierte den perfekten Einstand ins Turnier.

Clemens fehlt die Kaltschnäuzigkeit in den entscheidenden Momenten

Danach hatte das Warten für Gabriel Clemens ein Ende. Die deutsche Nummer eins war zum zweiten Mal Teilnehmer des World Grand Prix und musste heute gegen den erfahrenen Vincent van der Voort antreten. Auch aufgrund vier eigener Fehler zum Start musste Clemens das Eröffnungsleg an seinen Gegner abgeben, machte direkt danach aber mit einem 14-Darter auf sich aufmerksam. Im dritten Leg profitierte der Saarländer selbst von vier gegnerischen Fehlwürfen, letztlich erzielte er per 96er-Finish das erste Break der Partie. Das ließ van der Voort nicht lange auf sich sitzen, er antwortete mit einem 104er-Highfinish und erzwang so den Decider. Dort nutzte der Niederländer seinen Anwurf gnadenlos aus, er war nach nur 15 Würfen bei Null angelangt und ging mit 1:0 in Führung. Zu Beginn des zweiten Satzes profitierte Clemens zunächst von einem der seltenen Fehlwürfe seines Gegners, wobei er selbst in diesem Moment ein 69er-Finish vollbrachte. Der „German Giant“ ließ diesem Finish einen Treffer in der Doppel-8 folgen, sodass er den wichtigen Ausgleich bereits vor Augen hatte. Auf der anderen Seite gab van der Voort den Satz allerdings noch nicht verloren. Der „Dutch Destroyer“ produzierte das sofortige Rebreak, welches er vollkommen problemlos bestätigte. Damit stand Clemens nun unter maximalem Druck: er musste das jetzt folgende Entscheidungsleg gewinnen, um im Turnier zu bleiben. Diesem Druck hielt der Deutsche allerdings nicht stand. Während van der Voort mit perfekten 160 Punkten startete, traf der anwerfende Clemens zu wenige Triplefelder. Somit stellte sich van der Voort nur Augenblicke später mit 61 Punkten vors Oche, erwischte die abschließende Doppel-18 und machte den 2:0-Erfolg perfekt.

Ratajski entscheidet eine Nervenschlacht für sich

Im Anschluss an die Niederlage von Gabriel Clemens folgte das Aufeinandertreffen von Nathan Aspinall und Krzysztof Ratajski. Nachdem Aspinall das Auftaktleg bereits gewonnen hatte, setzte er seinen Gegner bei dessen Anwurf unter Druck. Der „Polish Eagle“ ließ sich davon aber nicht verunsichern und löschte 72 Punkte anders als geplant via Triple-12, Doppel-1 und Doppel-17. Im dritten Leg profitierte Ratajski davon, dass Aspinall beim Auschecken zwei Fehlwürfe einstreute. Nur wenig später ließ Ratajski jedoch selbst einen Setdart auf dem Bullseye ungenutzt, womit er Aspinall zurück in den Satz brachte. Der Engländer glich auf der Doppel-16 aus und ließ ihm daran anschließenden Entscheidungsleg nichts anbrennen – die Belohnung dafür war der 1:0-Vorsprung. Nach der Pause meldete sich Ratajski mit einem 93er-Finish zurück, ließ sich vom zwischenzeitlichen Ausgleich nicht irritieren und übernahm mit einem 96er-Finish wenig später innerhalb des zweiten Durchgangs wieder die Führung. Weil der Pole ähnlich wie im vorhergehenden Satz seinen ersten Setdart verpasste, musste auch jetzt eine Entscheidung absolviert werden. Diesmal hatte Ratajski allerdings das bessere Ende für sich, er benötigte lediglich 14 Würfe, um zum 1:1 auszugleichen. Zu Beginn des finalen Satzes beging Aspinall zwei folgenschwere Fehler auf der Doppel-16, die Ratajski das Break ermöglichten. Allerdings blieb auch der Pole nicht fehlerfrei: er warf kurz darauf selbst zweimal außen an der Doppel-12 vorbei und verpasste damit die Vorentscheidung. Diese fiel stattdessen im darauffolgenden Leg: Ratajski verwandelte einen enorm schwierigen Wurf in der Doppel-4 und produzierte damit das benötigte Break. Von diesem Rückschlag erholte sich Aspinall nicht mehr, zu Beginn des nächsten Legs warf er elf Pfeile an diversen Doppelfeldern vorbei. Dementsprechend hatte Ratajski keine Schwierigkeiten mehr damit, seinen hart erkämpften 2:1-Sieg offiziell zu machen.

Ganz schwaches Match mit dem besseren Ende für White

Danach blieb abzuwarten, in welcher Verfassung sich Gary Anderson präsentieren würde. Der frühere Doppelweltmeister war zuletzt eher selten zu sehen und musste sich heute gegen Ian White behaupten. Der „Flying Scotsman“ war gleich im allerersten Leg für ein Break verantwortlich, welches er trotz fünf Fehlern beim Double-In bestätigte. Danach trat allerdings White erstmals in Erscheinung. Unter anderem mit einem 14-Darter gewann der Engländer zwei Legs nacheinander, sodass ein satzentscheidendes fünftes Leg die logische Konsequenz war. Weil Anderson dort vollkommen blass blieb, konnte sich White sogar sechs Fehlwürfe beim Auschecken leisten und dennoch mit 1:0 in Führung gehen. Auch nach der Unterbrechung blieb die Partie auf einem sehr bescheidenen Niveau – beide Spieler leisteten sich zahlreiche Schwächen auf Doppel- und Triplefelder. Das dritte Leg von Satz Nummer zwei ging in diesem Zusammenhang an White, der dadurch nur noch einen Leggewinn vom Sieg entfernt war. Der Engländer ließ wenige Minuten später jedoch zwei Matchdarts aus und hielt seinen Gegner unfreiwillig im Match. Anderson rettete sich auf der Doppel-20, entschied glanzlos auch den jetzt folgenden Decider für sich und stellte mit dem 1:1 Parität her. Begünstigt durch zwei weitere Patzer von White startete der Schotte mit einem Break in den dritten und letzten Satz, benötigte unmittelbar danach aber acht Versuche, um überhaupt erst ins Leg hineinzukommen. Summa summarum konnte sich keiner der beiden Spieler vorzeitig absetzen, sodass das Entscheidungsleg unumgänglich wurde. Dort erhielt Anderson einen einzigen Matchdart, verfehlte Tops aber knapp. Stattdessen schaffte es White letzten Endes doch noch, seinen achten Matchdart zu versenken und die Partie mit 2:1 für sich zu entscheiden.

Weiter ging es mit einem Duell zweier früherer Weltmeister: Peter Wright und Rob Cross trafen in der erste Runde des World Grand Prix aufeinander. Der Weltranglistenzweite eröffnete die Begegnung mit einem 15-Darter, kurz darauf verteidigte auch Cross sein erstes Anwurfleg souverän. Letzterer war auch für das erste Break verantwortlich, als er 70 Zähler auf Null brachte. Aufgrund von zwei vergebenen Breakdarts verpasste Wright die umgehende Antwort. „Voltage“ ließ sich die Möglichkeit zum Satzgewinn nicht entgehen, er traf die Doppel-6 und brachte sich mit 1:0 in Front. Weil er sieben Versuche benötigte, um überhaupt erst in den zweiten Satz hineinzukommen, geriet Wright nach der Pause zunächst noch weiter in Rückstand. Der Schotte beendete anschließend zwar die Serie von vier verlorenen Legs nacheinander, vergab einige Minuten später jedoch wiederholt zwei wichtige Breakdarts. Im vierten Leg dieses Durchgangs verteidigte Wright sein eigenes Anwurfleg gefahrlos, sodass nun ein Entscheidungsleg absolviert werden musste. Dort schaffte es Cross, den Deckel draufzumachen. Er jagte gleich seinen ersten Matchdart in die Doppel-20 und sorgte mit dem 2:0-Erfolg für eine Überraschung.

Vor etwa zwei Wochen beendete Michael van Gerwen eine außergewöhnlich lange Durststrecke: beim Nordic Darts Masters gewann der einstige Dominator sein erstes Turnier in diesem Jahr. Die Jagd nach seinem insgesamt schon sechsten Titel beim World Grand Prix startete van Gerwen heute gegen seinen Landsmann Danny Noppert. In der Anfangsphase konzentrierten sich beide Akteure erfolgreich auf ihre eigenen Anwurflegs. Daher war es die logische Konsequenz, dass der Auftaktsatz erst im (von „Mighty Mike“ begonnenen) fünften Leg entschieden wurde. Obwohl sich Noppert fünf Patzer beim Double-In geleistet hatte, ließ er seinen Gegner in diesem wichtigen Moment hinter sich und ging folglich mit 1:0 in Führung. Der Weltranglistendritte kehrte mit Wut im Bauch zurück auf die Bühne und erzielte Scores von 160 und 171 Punkten – nach sechs Darts hatte van Gerwen nur noch 170 Punkte übrig. Sekunden später versenkte van Gerwen zwei weitere Pfeile in der Triple-20, das abschließende Bullseye und damit den 9-Darter verpasste er aber denkbar knapp. Letzten Endes gelang van Gerwen ein 12-Darter, den er mit einem ähnlich guten 13-Darter bestätigte. Noppert ließ sich davon nicht beeindrucken und verkürzte zunächst auf 1:2 in den Legs, ehe er genau beobachtete, wie van Gerwen drei Setdarts an der Doppel-12 vorbeiwarf. Diesen Patzer bestrafte Noppert eiskalt: er löschte 103 Punkte und erzwang das Entscheidungsleg in Satz Nummer zwei. Dort positionierte sich van Gerwen zwar bei 49 Restpunkten, musste zunächst aber abwarten, was sein Gegner mit 90 Punkten veranstalten würde. Auch diese Herausforderung löste Noppert schlussendlich herausragend: er checkte mit nur zwei Darts und besiegelte den 2:0-Triumph.

Durrant wird de Sousa nicht ansatzweise gefährlich

Jetzt fehlte nur noch eine einzige Partie, um die erste Runde des Turniers abzuschließen: dabei kam es zum Aufeinandertreffen von José de Sousa und Glen Durrant. Der Portugiese erlebte einen entspannten Start in die Partie: Nachdem er die ersten beiden Legs jeweils mit einem Treffer in der Doppel-5 gewonnen hatte, startete er mit 160 Punkten ins dritte Leg. Diese perfekte Aufnahme war der Grundstein für einen 15-Darter, mit dem „The Special One“ die 1:0-Führung perfekt machte. Erst zu Beginn des zweiten Satzes erhielt Durrant einen Versuch auf ein Doppelfeld, sein Dartpfeil landete aber deutlich oberhalb der Doppel-20. Stattdessen kam de Sousa trotz vier eigener Patzer zu einem weiteren Break. Ein Leg später leistete sich de Sousa drei Fehler beim Auschecken, diesmal blieb das Missgeschick aber nicht folgenlos. Durrant erwischte die Doppel-9 und erzielte seinen ersten Leggewinn. Mehr Grund zum Jubeln gab es für „Duzza“ am heutigen Abend aber nicht, am Ende lag sein Average bei unter 60 Punkten. De Sousa tat im Verlauf dieses Spiels nicht mehr als unbedingt nötig, gewann problemlos mit 2:0 und erreichte als letzter Teilnehmer die zweite Runde.

World Grand Prix


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