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Titelverteidiger Price setzt die erste Duftmarke

An diesem Sonntagabend Anfang Oktober startete in der Morningside-Arena von Leicester ein spezielles Turnier. Beim World Grand Prix handelt es sich um das einzige Event im PDC-Kalender, bei dem die Teilnehmer ihre Legs nicht nur mit einem Treffer in einem Doppelfeld beenden, sondern auch beginnen müssen. Als Titelverteidiger und Topfavorit ins Rennen ging Gerwyn Price, der es bereits heute Abend mit Michael Smith zu tun bekam. Daneben fanden am Sonntag sieben weitere Erstrundenspiele statt. Beteiligt waren daran unter anderem Dave Chisnall, Mensur Suljovic, James Wade, Dimitri Van den Bergh und Vorjahresfinalist Dirk van Duijvenbode. Absolviert wurde die erste Runde im Modus „Best of 3 Sets“, wobei für einen Satz drei gewonnene Legs notwendig waren.

Im ersten Match des Wettbewerbs standen sich der frühere Grand Prix-Finalist Mervyn King und Martijn Kleermaker gegenüber. Der Niederländer feierte heute Abend sein Debüt und erzielte dabei gleich im Auftaktleg ein Break – aufgrund einiger Patzer zum Start des zweiten Legs kassierte er jedoch direkt das Rebreak. Auch die beiden darauffolgenden Legs wurden gegen den Anwurf gewonnen, sodass Satz Nummer eins erst im Decider entschieden wurde. Während Kleermaker dort zwei enorm bedeutende Darts an der Doppel-20 vorbeigesetzt hatte, verwandelte King in der doppelten 2 und brachte sich selbst in Führung. Der Engländer legte nach der Unterbrechung mit einem 14-Darter erfolgreich nach, ehe er von fünf weiteren Patzern des Gegners profitierte und kurz vor dem Sieg stand. Mit dem Rücken zur Wand stehend, verteidigte Kleermaker zunächst sein eigenes Anwurfleg. Danach machte ihm allerdings erneut das Double-Out einen Strich durch die Rechnung: er ließ drei Chancen liegen und musste folglich machtlos mit ansehen, wie King mit seinem dritten Matchdart den Deckel draufmachte.

Der Vorjahresfinalist scheitert frühestmöglich – Bunting überragt

Vollkommen überraschend hatte Dirk van Duijvenbode bei der Vorjahresausgabe des World Grand Prix das Endspiel erreicht. Um die Hoffnung auf ein ähnlich gutes Turnier wie im letzten Jahr aufrechtzuerhalten, musste van Duijvenbode in Runde eins Luke Humphries aus dem Weg räumen. Für den „Titan“ ging es allerdings schlecht los, er warf im Auftaktleg ganze sechsmal außen an der Doppel-8 vorbei und kassierte sofort ein Break. Zwar gelang van Duijvenbode die sofortige Antwort, doch Humphries brachte sich mit einem Treffer in der doppelten 1 im direkten Anschluss daran wieder in Front. Der Engländer ließ sich die 1:0-Satzführung jetzt nicht mehr entgehen und machte diese schließlich mit einem 15-Darter perfekt. Nach einem ausgeglichenen Start in den zweiten Durchgang verteidigte „Cool Hand Luke“ seinen Anwurf ohne größere Probleme, wodurch ihm nur noch ein Leggewinn zum Weiterkommen fehlte. Van Duijvenbode gab sich noch nicht geschlagen und forcierte mithilfe eines 96er-Checkouts das Entscheidungsleg. Nachdem beide Profis dort erst mit dem fünften Versuch ein Doppelfeld getroffen hatten, nutzte Humphries den Vorteil des Anwerfens zu seinen Gunsten. Er verwandelte seinen zweiten Matchdart in der Doppel-10 und siegte mit 2:0.

Anschließend betrat mit Daryl Gurney ein früherer Sieger dieses Turniers die Bühne in Leicester. Ihm wurde in der ersten Runde Stephen Bunting zugelost. Der Nordire hatte das erste Leg bereits eingesammelt, als er zum Start des zweiten Legs sieben Pfeile neben den Doppelfeldern platzierte. Bunting nutzte nicht nur diese Fehler konsequent zu seinen Gunsten, sondern auch vier weitere Patzer des Kontrahenten im dritten Leg. Der Engländer legte mit einem 14-Darter, inklusive 100er-Finish, nach und hatte Durchgang Nummer eins bereits für sich entschieden. Nach der Unterbrechung machte Bunting hervorragend weiter, diesmal beendete er einen starken 12-Darter mit einem 104er-Checkout. Im Anschluss daran stellte Gurney zwar vorerst einen Fuß in die Tür, doch „The Bullet“ antwortete sofort, indem er auch noch 113 Punkte löschte. Zum Abschluss des Spiels brillierte Bunting schließlich mit einem 10-Darter. Bunting feierte somit einen klaren 2:0-Erfolg, wobei ihm ein Average von gut 99 Punkten gelang.

Weiter ging es nach einer kurzen Pause mit dem rein englischen Duell zwischen Joe Cullen und Ross Smith. Den besseren Start in die Begegnung konnte der Letztgenannte eindeutig für sich reklamieren: ohne nennenswerte Schwierigkeiten entschied Smith die ersten beiden Legs für sich. Dagegen waren die vier Fehler beim Double-In im dritten Leg symptomatisch für den schwachen Beginn von „The Rockstar“. Mühelos schnappte sich Smith damit auch dieses Leg, weshalb er insgesamt betrachtet mit 1:0 in Führung ging. Zum Auftakt des zweiten Durchgangs erwischte Cullen die Doppel-19 und sicherte sich damit sein erstes Erfolgserlebnis. Die Freude darüber währte aber nur kurz, weil Cullen wenige Momente später einen wichtigen Breakdart auf der Doppel-16 vergab. Smith rettete folglich doch noch sein eigenes Anwurfleg, produzierte durch ein 110er-Highfinish kurz darauf dann selbst ein Break und stand ganz kurz vor der Ziellinie. Darauf hatte Cullen keine Antwort mehr parat, sodass Smith seinen zweiten Matchdart in der Doppel-8 versenkte und mit 2:0 gewann.

Chisnall und Wade meistern ihre Auftakthürden knapp

Mit dem Rückenwind von Finalteilnahmen beim World Cup und dem European Tour-Event auf Gibraltar war Mensur Suljovic nach Leicester gereist. Die ansteigende Formkurve wollte er nun auch gegen Dave Chisnall unter Beweis stellen. Der Engländer fand allerdings besser in die Partie hinein, im zweiten Leg sorgte er für das erste Break – Suljovic hatte Sekunden zuvor knapp an der Doppel-14 vorbeigeworfen. Nachdem sich „The Gentle“ kurz darauf drei weitere Patzer beim Auschecken geleistet hatte, war der erste Satz bereits Vergangenheit. Chisnall nahm das Geschenk dankend an und brachte sich in Front. Auch im zweiten Satz startete der Wiener unglücklich, bei 68 Rest erarbeitete er sich keinen Versuch auf Doppel. Erstmals zu einem Erfolgserlebnis kam Suljovic daher erst einige Minuten später. Da die beiden darauffolgenden Legs vom jeweils anwerfenden Spieler gewonnen worden waren, folgte jetzt ein insbesondere für Suljovic enorm bedeutendes Entscheidungsleg. Dort hielt der Österreicher dem hohen Druck stand, er machte 78 Zähler aus und stellte mit dem 1:1 Parität her. Im finalen dritten Satz legte Suljovic per 97er-Checkout sogar vor, konnte das hier geschaffte Break allerdings nicht bestätigen. Auf der anderen Seite verteidigte „Chizzy“ mit einem 13-Darter in dieser Situation seinen Anwurf und war nun soweit, als dass ihm nur noch ein Leg von der zweiten Runde trennte. Diese Aufgabe erledigte Chisnall schlussendlich souverän: er benötigte für 63 Rest nur zwei Darts und vollendete damit den knappen 2:1-Erfolg.

Als Nächstes betrat der Grand Prix-Sieger von 2007 und 2010, James Wade, die Bühne der Morningside-Arena. Der Weltranglistenvierte wurde zum Auftakt seiner 17. Teilnahme bei diesem Wettbewerb von Damon Heta herausgefordert. Begründet durch drei eigene Fehler beim Double-Out musste Wade sofort ein Break gegen sich einstecken. Auf der anderen Seite legte Heta zwar mühelos nach, ließ seine ersten beiden Setdarts allerdings ungenutzt. „The Machine“ bestrafte dies gnadenlos mit einem 64er-Finish, überstand anschließend zwei weitere Setdarts gegen sich unbeschadet und sorgte für das satzentscheidende fünfte Leg. Dort stellte Wade den Satz endgültig auf den Kopf, er war mit einem 15-Darter zur Stelle und übernahm die Führung. Im zweiten Durchgang schüttelte Heta die Enttäuschung über den selbstverschuldeten Rückstand schnell ab, doch Wade hielt mit einem 14-Darter sofort wieder dagegen - kurz darauf ließ der Engländer jedoch zwei wichtige Breakdarts liegen. Diesen Fehler nutzte Heta zu seinen Gunsten, er legte darüber hinaus mit einem eigenen 14-Darter nach und hatte zum 1:1 in den Sätzen ausgeglichen. Zum Auftakt des dritten Durchgangs zeigte Wade seine Klasse, er startete mit vier perfekten Darts und präsentierte den Zuschauern ein 121er-Finish auf der Doppel-14. Der Australier ließ sich allerdings nicht abschütteln und konterte per 13-Darter. Auf seiner bevorzugten Doppel-10 holte sich Wade anschließend seine Führung zurück, ehe er den ersten Matchdart in den Sand setzte. Heta hielt seine Nerven zusammen und sorgte auf der Doppel-4 für das alles entscheidende Leg, wo er bei 129 Restpunkten auf seine Möglichkeit hoffte. Doch Wade ließ seinen Gegner erst gar nicht herankommen, er checkte 121 Punkte auf dem Bullseye und zog nach dem knappen Erfolg in die zweite Runde ein.

Danach griff der Topfavorit ins Turniergeschehen ein: Gerwyn Price wollte alles dafür tun, um seinen Titel aus dem vergangenen Jahr zu verteidigen. Die Losfee hatte ihm dabei zum Auftakt den früheren WM-Finalisten Michael Smith beschert. Das erste Ausrufezeichen in diesem Match wurde vom „Bully Boy“ gesetzt, der 126 Punkte auf dem Bullseye ausmachte. Der Weltranglistenerste ließ das allerdings nicht lange auf sich sitzen, konterte zunächst mit einem 116er-Finish und übernahm durch den daran anschließenden 13-Darter die Führung. Weil Smith zu Beginn des vierten Legs vierfach auf Doppel gepatzt hatte, konnte er im weiteren Verlauf des Legs nicht mehr verhindern, dass Price mit einem souveränen 70er-Finish den 1:0-Vorsprung eintütete. Auch im zweiten Satz wurde das erste Wort von Smith gesprochen, doch der „Iceman“ zeigte mit einem weiteren 13-Darter einmal mehr eine hervorragende Reaktion. Weil auch die nächsten beiden Legs ohne ein Break vonstattengegangen waren, wurde in diesem Satz das entscheidende fünfte Leg notwendig. Während der anwerfende Smith mit perfekten 160 Punkten startete, blieb Price mit seiner ersten Aufnahme punktlos. Doch Smith schenkte diesen großen Vorteil ab und setzte drei Chancen zum 1:1-Ausgleich vorbei. Price ließ diesen Fehler nicht ungestraft, brachte 81 Punkte auf Null und jubelte über das geschaffte Weiterkommen. Dem amtierenden Darts-Weltmeister gelang als sechster Spieler überhaupt in der Geschichte des Wettbewerbs ein starker Average von über 100 Punkten.

Van den Bergh vergibt vier Matchdarts und muss die Segel streichen

Zum Abschluss der ersten Session des Turniers fehlte mittlerweile nur noch eine Partie: der Weltranglistenfünfte Dimitri Van den Bergh war gegen Ryan Searle gefordert. Der „Dreammaker“ eröffnete das Aufeinandertreffen mit einem hervorragenden 11-Darter, Searle beantwortete dies mit fünf perfekten Darts und einem ebenfalls starken 12-Darter. Der Engländer ließ wenig später jedoch zwei Breakdarts auf der Doppel-18 ungenutzt. Von diesem Missgeschick erholte sich Searle aber sehr schnell, er löschte unmittelbar danach 80 Zähler und erzwang das satzentscheidende fünfte Leg. Dort zeigte „Heavy Metal“ seine ganze Klasse: er beendete einen 12-Darter mit einem 150er-Highfinish und hatte sich die 1:0-Führung damit redlich verdient. Nach der Unterbrechung profitierte Van den Bergh von vier Fehlwürfen seines Gegners. Von der Tatsache, dass er das jetzt geschaffte Break nicht bestätigte, ließ sich Van den Bergh nicht lange aus dem Konzept bringen. Nachdem er per 13-Darter innerhalb des zweiten Durchgangs wieder in Führung gegangen war, machte er den 1:1-Ausgleich ohne ernsthafte Schwierigkeiten perfekt. Im dritten und letzten Satz brachten beide Profis ihr erstes Anwurfleg nach Hause, wobei insbesondere Searle mit einem unter Druck zustande gekommenen 100er-Highfinish glänzte. Der Engländer drückte in dieser Schlussphase weiter aufs Gaspedal und erzielte im dritten Leg dieses Durchgangs ein wichtiges Break, setzte kurz darauf allerdings zwei Matchdarts in den Sand. Im dadurch erforderlichen Entscheidungsleg wurde es dramatisch: Van den Bergh brachte gleich vier Matchdarts nicht in den anvisierten Doppelfeldern unter. Searle atmete nochmal kurz ein und aus, stellte sich vors Board und verwandelte seinen fünften Matchdart in der Doppel-10.

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