Dartsbuch

Anderson und van Gerwen marschieren ins Viertelfinale

Zwei Sessions waren beim World Grand Prix 2020 bereits absolviert, und die Hälfte der Teilnehmer war bereits ausgeschieden. Am Donnerstagabend ging es dann mit den ersten vier Begegnungen der zweiten Runde weiter, wobei Dimitri Van den Bergh und Dirk van Duijvenbode den Anfang machten. Im Anschluss daran duellierten sich Mervyn King und Simon Whitlock, ehe Gary Anderson von Danny Noppert herausgefordert wurde. Das Beste folgte allerdings bekanntlich zum Schluss: Titelverteidiger Michael van Gerwen traf auf den formstarken Devon Petersen. Gespielt wurde in der zweiten Runde über die Distanz „Best of 5 Sets“.

Van Duijvenbode erreicht sein erstes TV-Viertelfinale

Das Erstrundenmatch zwischen Dirk van Duijvenbode und Mensur Suljovic war wahrlich kein Leckerbissen, doch am Ende zählte für den Niederländer trotz schwacher Leistung nur der Sieg. Als Belohnung gab es für ihn nun das Duell mit World Matchplay-Sieger Dimitri Van den Bergh. Nach ausgeglichenem Beginn blieb Van den Bergh im dritten Leg mit den ersten beiden Aufnahmen punktlos, sodass van Duijvenbode wieder in Führung gehen konnte. Er selbst hatte im nächsten Leg jedoch ebenfalls Startschwierigkeiten; Van den Bergh zeigte dagegen einen 13-Darter und sorgte für den Decider. Dort verfehlte der Belgier bei 50 Rest die große 18, erhielt dadurch nur eine Möglichkeit auf der doppelten 16 und vergab diese. Der „Titan“ traf Augenblicke später die Doppel-4 und brachte den ersten Satz auf seine Seite. Nach der Pause holte sich van Duijvenbode mit einem 13-Darter sofort ein Break, doch der „Dreammaker“ zeigte mit zwei 14-Dartern in Folge eine starke Reaktion. Van Duijvenbode zeigte kurz darauf ein spektakuläres 95er-Finish via 19, Doppel-19 und Doppel-19 und sorgte für den nächsten Decider. Van den Bergh durfte in diesem insbesondere für ihn sehr wichtigen Leg zwar anwerfen, nutzte diesen Vorteil aber nicht, da er erneut sowohl eine große Zahl als auch ein Doppelfeld verfehlte. Deshalb konnte sich van Duijvenbode mit 86 Punkten vors Oche stellen, er löschte diese Zahl über Triple-18, Doppel-7 und Doppel-9 und jubelte über die 2:0-Gesamtführung.

Im dritten Satz musste der Weltranglistenelfte nun liefern und tat dies zunächst auch: mit einem 18- und einem 13-Darter holte er sich die ersten beiden Legs. Doch van Duijvenbode kämpfte sich zurück in den Satz, zeigte selbst einen 15- und einen 13-Darter und sorgte für das nächste Entscheidungsleg. Van den Bergh, der kurz zuvor den ersten Setdart ausgelassen hatte, stand nun bei gegnerischem Anwurf mit dem Rücken zur Wand. Doch der Belgier warf zum richtigen Zeitpunkt eine 174, nutzte seine letzte Möglichkeit auf der Doppel-9 und verkürzte auf 1:2. Im nun beginnenden vierten Satz konnte Van den Bergh wieder vorlegen, doch danach drehte van Duijvenbode auf und breakte im dritten Leg mit einem 97er-Finish via 19, Doppel-19 und Tops – erneut fehlte ihm nur noch ein Erfolgserlebnis zum Weiterkommen. Doch Van den Bergh hielt mit einem 13-Darter dagegen und sorgte dafür, dass auch dieser Satz über die volle Distanz ging. Jetzt unterlief dem Belgier jedoch der entscheidende Fehler: erst mit dem sechsten Versuch kam er in das Leg hinein. Van Duijvenbode erkannte seine Möglichkeit und benötigte nur 13 Würfe, um bei Null anzukommen. Mit dem 3:1-Sieg und dem Einzug ins Viertelfinale erzielte van Duijvenbode den größten Erfolg seiner Laufbahn.

Whitlock bezwingt King im Entscheidungsleg

Mit Mervyn King und Simon Whitlock bestritten nun zwei frühere Finalisten ihr Zweitrundenmatch. Der „Wizard“ produzierte frühestmöglich ein Break, worauf King mit einem 112er-Checkout reagierte. Der Engländer patzte kurz darauf jedoch dreifach beim Double-Out und kassierte das nächste Break, hatte mit einem 87er-Bullfinish aber auch jetzt wieder die passende Antwort parat. Dort konnte Whitlock einen Setdart nicht verwerten, für King blieben fünf eigene Fehler folgenlos, und er ging doch noch mit 1:0 in Führung. „The King“ kam stark zurück auf die Bühne und machte mit einem 14- und einem 15-Darter weiter. Whitlock hatte dagegen mittlerweile vier Legs nacheinander abgegeben, konnte diesen Negativlauf nun aber mit einem 134er-Finish via Triple-18 und zweimal Tops stoppen. Der Australier ließ diesem ein Break folgen, überstand im nun notwendig gewordenen Entscheidungsleg einen Setdart gegen sich und glich auf der Doppel-4 zum 1:1 aus. Nachdem der dritte Durchgang ausgeglichen losgegangen war, vollbrachte King ein 92er-Finish via Single-Bull, 17 und Bullseye, womit ihm ein 12-Darter zum Break gelang. Da er anschließend aber zwei Möglichkeiten zum Satzgewinn ausgelassen hatte, wurde auch hier ein fünftes Leg nötig. Dort hatte King keine Schwierigkeiten, mit einem 84er-Checkout machte er die 2:1-Führung perfekt.

Whitlock kam mit einem 13- und einem 12-Darter hervorragend in den wichtigen vierten Satz hinein, bei letzterem glänzte er zudem mit einem 115er-Highfinish. Doch weil er zum Start des dritten Legs sieben Pfeile am äußeren Ring vorbeigesetzt hatte, ermöglichte er King das sofortige Rebreak. Dieser verteidigte im Anschluss daran seinen Anwurf und brauchte jetzt nur noch das nächste Entscheidungsleg zu gewinnen, um ins Viertelfinale einzuziehen. Doch Whitlock ließ das nicht ansatzweise zu, spielte einen 15-Darter und stellte mit dem 2:2 Parität her. Zum Auftakt des finalen fünften Satzes ließ Whitlock drei Breakdarts liegen, antwortete aber sogleich mit einem 120er-Checkout und hielt die Partie offen. Kurz darauf warf King zweimal am äußeren Ring vorbei und ermöglichte Whitlock das Break. Doch dieser benötigte anschließend acht Versuche zum Reinkommen ins nächste Leg und öffnete seinem Gegner so Tür und Tor. King kam folglich trotz eigener Probleme zum Rebreak und forcierte das 25. und definitiv letzte Leg. Dort hätte King 160 Punkte ausmachen müssen, das war an dieser Stelle aber zu viel verlangt. Whitlock nutzte seinen ersten Matchdart auf der Doppel-20 und buchte sein Ticket für die nächste Runde.

Als Nächstes war Gary Anderson an der Reihe. Der Schotte konnte in Runde eins Rob Cross nach Hause schicken und bekam es hier und jetzt mit Danny Noppert zu tun. Der Niederländer kam schlecht in die Begegnung hinein, hatte im ersten Satz mehrfach Probleme beim Double-In und punktete auch noch deutlich zu schwach. Dementsprechend war es für den zweimaligen Weltmeister ein leichtes, diesen Durchgang mit einem abschließenden 70er-Finish ohne Legverlust für sich zu entschieden. Zu Beginn des zweiten Satzes produzierte Anderson direkt das nächste Break; bestätigen konnte er dies mit einem starken 11-Darter. Erst als der Schotte im darauffolgenden Leg vier Setdarts ausgelassen hatte, erhielt Noppert seinen ersten Versuch beim Double-Out – dieser war auf der Doppel-20 erfolgreich. Noppert ließ diesem ein Break folgen und sorgte für das satzentscheidende fünfte Leg, in dem er jedoch zwei ganz wichtige Chancen in den Sand setzte. Anderson erwischte kurz darauf die Doppel-10 und erhöhte auf 2:0.

Nachdem die ersten beiden Legs des nun folgenden dritten Durchgangs als Breaks gewonnen worden waren, ließ sich der „Flying Scotsman“ nach sechs geworfenen Pfeilen 161 Restpunkte. Auch der siebte Wurf steckte perfekt in der Triple-20, erst der achte landete neben der Triple-17. Mit den nächsten beiden Aufnahmen ging Anderson allerdings dermaßen unsauber mit seinen Möglichkeiten um, dass Noppert sogar noch in diesem Leg zu Möglichkeiten kam. Er nutzte zwei Stück jedoch nicht, und Anderson kam dem Sieg doch noch ein Stück näher. „Noppie“ antwortete auf der Doppel-10 und sorgte für den Decider, wo er allerdings zu hoch zielte, als er Tops zum Satzgewinn treffen wollte. Stattdessen nutzte Anderson im direkten Gegenzug seinen zweiten Matchdart und brachte den 3:0-Erfolg unter Dach und Fach.

Petersen scheitert an seiner Chancenverwertung

Das Erstrundenmatch gegen Krzysztof Ratajski war für Michael van Gerwen das erwartet schwierige Spiel gewesen – der Titelverteidiger setzte sich erst im Entscheidungsleg durch. Heute wurde die Nummer eins der Welt von Devon Petersen herausgefordert, der sich seit Wochen in bestechender Form befindet. Nachdem die ersten beiden Legs vom jeweils anwerfenden Profi gewonnen worden waren, scheiterte van Gerwen haarscharf an 170 Restpunkten und ließ seinen Gegner wieder in Führung gehen. Petersen stand kurz danach selbst vor dem ersten Break, konnte zwei Möglichkeiten zum Satzgewinn aber nicht ausnutzen. Zu allem Überfluss benötigte der Südafrikaner im notwendig gewordenen Decider fünf Versuche, um erstmals ein Doppelfeld zu treffen. Van Gerwen nutzte diese Fehler gnadenlos aus und drehte den ersten Durchgang zu seinen Gunsten.

Nach der Unterbrechung begeisterte „Mighty Mike“ mit einem 146er-Finish auf der Doppel-13 zum Abschluss eines 12-Darters. Da beide Spieler ihre eigenen Anwürfe in der Folge souverän verteidigt hatten, musste auch im zweiten Satz ein Entscheidungsleg gespielt werden. Der „African Warrior“ erhielt in dieser Situation eine Menge Chancen, doch ihm versagten die Nerven, und er vergab ganze fünf Setdarts. Van Gerwen hatte selbst vier Gelegenheiten ausgelassen und schaffte es dank der Mithilfe seines Gegners doch noch, seinen Vorsprung auf 2:0 auszubauen. Auch der dritte Satz begann aus der Sicht Petersens denkbar schlecht, er warf zweimal außen an der Doppel-16 vorbei und kassierte ein Break. Van Gerwen legte erfolgreich nach und benötigte nur noch ein einziges Erfolgserlebnis. Zwar holte sich Petersen noch ein Leg, konnte kurz darauf aber 104 Punkte nicht löschen und musste seine Niederlage eingestehen. Van Gerwen brachte zum Abschluss 85 Zähler auf Null und gewann dieses Zweitrundenmatch letzten Endes mit 3:0.

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