Rekordstart für Deutschland – Schindler und Pietreczko begeistern Frankfurt
Der World Cup of Darts ist anders als jedes andere Turnier im Kalender. Plötzlich zählen keine Ranglistenpositionen mehr, keine gesetzten Spieler und keine individuellen Erfolge der vergangenen Monate. Stattdessen stehen Nationalflaggen auf den Trikots, jede Aufnahme wird gemeinsam gespielt und jeder Fehler trifft gleich zwei Spieler. Genau dieser besondere Charakter war auch zum Auftakt in Frankfurt sofort spürbar. Während einige Nationen ihrer Favoritenrolle gerecht wurden, sorgten andere bereits am ersten Abend für Überraschungen. Aus deutscher Sicht hätte der Start kaum besser verlaufen können: Martin Schindler und Ricardo Pietreczko feierten nicht nur einen souveränen Sieg, sondern stellten vor heimischem Publikum gleich einen neuen deutschen World-Cup-Rekord auf. Auch Österreich legte einen überzeugenden Auftakt hin und brachte sich früh in Position für den Einzug in die K.o.-Phase.
Tschechien startet mit Whitewash gegen Indien
Den Auftakt des Turniers machten Tschechien und Indien. Die Tschechen übernahmen von Beginn an die Kontrolle und ließen ihren Gegnern kaum Gelegenheiten ins Match zu finden. Vor allem Adam Gawlas präsentierte sich in starker Form und führte sein Team zu einem ungefährdeten 4:0-Erfolg.
Indien konnte zwar einzelne Chancen auf die Doppel erspielen, nutzte diese jedoch nicht konsequent genug. Tschechien spielte die Partie dagegen routiniert herunter und setzte sich früh an die Spitze der Gruppe.
| Tschechien | 4:0 |
Japan dreht Krimi gegen Kroatien
Die Begegnung zwischen Kroatien und Japan entwickelte sich zu einem der spannendsten Spiele des Nachmittags. Kroatien erwischte den besseren Start, doch die Japaner blieben jederzeit in Schlagdistanz.
Besonders Haruki Muramatsu überzeugte auf die Doppel und hielt seine Mannschaft mit mehreren wichtigen Checkouts im Spiel. Im entscheidenden siebten Leg behielt Japan schließlich die Nerven und machte den 4:3-Erfolg perfekt.
| Japan | 4:3 |
Norwegen behält gegen Finnland die Oberhand
Auch zwischen Finnland und Norwegen musste die Entscheidung im letzten Leg fallen. Beide Teams begegneten sich über die gesamte Distanz auf Augenhöhe, sodass sich kein Duo entscheidend absetzen konnte.
Im Decider zeigte Norwegen schließlich die etwas größere Sicherheit auf die Doppel und sicherte sich mit dem 4:3-Erfolg einen wichtigen Sieg zum Auftakt der Gruppenphase.
| Norwegen | 4:3 |
Irland antwortet stark auf Singapurs Traumstart
Singapur erwischte gegen Irland einen perfekten Beginn. Phuay Wei Tan sorgte mit einem spektakulären 170er-Finish früh für Begeisterung und brachte sein Team in Führung.
Die erfahrenen Iren ließen sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. William O'Connor und Mickey Mansell steigerten sich von Leg zu Leg und gewannen anschließend vier Durchgänge in Serie. Damit stand am Ende ein souveräner 4:1-Erfolg für die ehemaligen Finalisten auf dem Spielbericht.
| Irland | 4:1 |
Polen unterstreicht seine Ambitionen gegen Portugal
Zu den Mitfavoriten auf einen tiefen Turnierlauf zählt in diesem Jahr Polen – und Krzysztof Ratajski sowie Sebastian Bialecki lieferten direkt die passende Vorstellung ab. Gegen Portugal kontrollierten die beiden Polen das Geschehen über weite Strecken.
Portugal gelang lediglich ein Ehrenleg, ehe Polen den 4:1-Sieg perfekt machte und damit ein erstes Ausrufezeichen im Kampf um den Gruppensieg setzte.
| Polen | 4:1 |
Schweden setzt sich gegen Südafrika durch
Zwischen Schweden und Südafrika entwickelte sich eine zähe Partie, in der beide Teams immer wieder Chancen liegen ließen. Schweden gelang es jedoch mehrfach, wichtige Legs zum richtigen Zeitpunkt zu gewinnen.
Mit dem 4:2-Erfolg verschafften sich die Skandinavier eine gute Ausgangsposition für die weiteren Aufgaben in der Gruppe.
| Schweden | 4:2 |
Lettland zieht gegen Italien davon
Lange Zeit hielten die Italiener die Begegnung gegen Lettland offen. Nach zwischenzeitlichem Gleichstand übernahm das baltische Duo jedoch zunehmend die Kontrolle.
Angeführt vom erfahrenen Madars Razma gewann Lettland drei Legs in Serie und setzte sich schließlich mit 4:2 durch.
| Lettland | 4:2 |
Hongkong sorgt gegen Belgien für die erste große Überraschung
Eine der größten Überraschungen des ersten Spieltags gelang Hongkong. Gegen das belgische Duo um Dimitri Van den Bergh und Mike De Decker legten Man Lok Leung und Lok Yin Lee einen furiosen Start hin und gingen schnell mit 3:0 in Führung.
Belgien kämpfte sich zwar noch einmal zurück und verkürzte auf 2:3, doch Hongkong behielt die Ruhe. Mit einem starken Schlussleg machten die Asiaten den 4:2-Erfolg perfekt und verschafften sich damit beste Chancen auf den Gruppensieg.
| Hongkong | 4:2 |
Deutschland begeistert mit Rekord-Average gegen die Philippinen
Der erste Auftritt der Gastgeber wurde mit großer Spannung erwartet – und Martin Schindler sowie Ricardo Pietreczko lieferten eindrucksvoll ab. Vom ersten Dart an dominierte das deutsche Duo die Partie gegen die Philippinen und ließ den Gegnern keine Möglichkeit, ins Spiel zu finden.
Schindler präsentierte sich dabei in überragender Verfassung. Deutschlands Nummer eins spielte einen individuellen Average von 120,69 Punkten und traf nahezu nach Belieben die Triple-Felder. Auch Pietreczko zeigte einen deutlich verbesserten Auftritt und fügte sich hervorragend in das deutsche Zusammenspiel ein.
Nach vier einseitigen Legs stand ein ungefährdeter 4:0-Erfolg auf der Anzeigetafel. Mit einem Team-Average von 101,90 Punkten stellte Deutschland zudem einen neuen nationalen Rekord beim World Cup of Darts auf.
„Vor heimischem Publikum so zu starten, ist natürlich etwas Besonderes“, erklärte Schindler anschließend. „Wir wollten direkt ein Zeichen setzen und genau das ist uns gelungen.“
Auch Pietreczko zeigte sich zufrieden: „Es hat einfach Spaß gemacht. Martin war überragend, aber insgesamt haben wir als Team sehr gut funktioniert.“
Damit haben die Deutschen am Freitag gegen Neuseeland die große Chance, den Einzug ins Achtelfinale perfekt zu machen.
| Deutschland | 4:0 |
Wales startet souverän in die Gruppenphase
Auch Wales wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Jonny Clayton und Nick Kenny präsentierten sich gegen Litauen äußerst effizient und nutzten ihre Chancen konsequent.
Besonders Clayton überzeugte auf die Doppel und glänzte unter anderem mit einem starken 146er-Finish. Der 4:1-Erfolg geriet zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Gefahr.
| Wales | 4:1 |
Österreich lässt China keine Chance
Aus deutschsprachiger Sicht verlief auch der Auftakt Österreichs erfolgreich. Mensur Suljovic und Rusty-Jake Rodriguez zeigten gegen China eine konzentrierte Vorstellung und kontrollierten die Partie über weite Strecken.
Nach ausgeglichenem Beginn übernahm Österreich zunehmend das Kommando. Suljovic brachte seine große Erfahrung ein, während Rodriguez vor allem im Scoring überzeugte. Mit einem Average von knapp 97 Punkten sicherte sich das Duo einen verdienten 4:1-Erfolg.
„Der erste Sieg ist immer wichtig“, sagte Suljovic nach der Partie. „Jetzt wollen wir nachlegen und die Gruppe gewinnen.“
| Österreich | 4:1 |
USA überrascht Australien im letzten Leg
Zum Abschluss des Abends kam es noch zu einer weiteren Überraschung. Die USA mit Adam Sevada und Stowe Buntz bezwangen den früheren Titelträger Australien mit 4:3.
Damon Heta und Debütant Adam Leek fanden nie vollständig in ihren Rhythmus und mussten die Entscheidung schließlich im siebten Leg hinnehmen. Für die Amerikaner bedeutet der Erfolg einen enorm wichtigen Schritt Richtung K.o.-Runde.
| USA | 4:3 |

