Deutschland scheitert an Oranje – England krönt sich zum Weltmeister

Der Finaltag des World Cup of Darts begann aus deutscher Sicht mit großen Hoffnungen und endete mit dem Triumph der beiden besten Einzelspieler der Welt. In der Frankfurter Eissporthalle verdichtete sich das Turnier auf acht Nationen, jede Partie konnte über Erfolg oder Heimreise entscheiden. Martin Schindler und Ricardo Pietreczko wollten an den Halbfinaleinzug des Vorjahres anknüpfen, fanden gegen die Niederlande jedoch nicht die Mittel zum nächsten Schritt. Während das deutsche Publikum auf eine weitere Überraschung hoffte, spielten sich Luke Littler und Luke Humphries zunehmend in den Mittelpunkt. Am Ende setzte sich England in einem hochklassigen Finale gegen die Niederlande durch und sicherte sich den sechsten Titel beim World Cup of Darts.

Schottland hält Irlands Aufholjagd in Schach

Den Auftakt in den vierten Spieltag machten Schottland und Irland. Gary Anderson und Cameron Menzies erwischten den deutlich besseren Start und erspielten sich eine 5:1-Führung. Zwar kämpften sich William O'Connor und Mickey Mansell anschließend zurück und verkürzten den Rückstand, doch die Schotten behielten die Kontrolle über die Partie. Mit einem Average knapp unter der 100-Punkte-Marke brachten Anderson und Menzies den 8:5-Erfolg letztlich souverän ins Ziel und erreichten zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren das Halbfinale.

Schottland Schottland8:5Irland Irland

Littler und Humphries überstehen walischen Krimi

Das wohl spektakulärste Viertelfinale lieferten sich England und Wales. Jonny Clayton und Nick Kenny erwischten einen Traumstart und lagen bereits mit 4:0 vorne. Als Wales später mehrere Chancen ungenutzt ließ, sogar auf 6:2 davonzuziehen, wendete sich die Partie.

England kämpfte sich zurück und stellte beim 5:5 wieder Gleichstand her. In der heißen Phase übernahm Luke Littler Verantwortung und sorgte mit einem brillanten 170er-Finish für die 7:6-Führung. Wales rettete sich zwar noch in den Decider, doch dort machte Littler mit einem 15-Darter alles klar. „Wir wussten, dass es nicht einfach werden würde“, erklärte Humphries später. „Aber solche Spiele musst du überstehen, wenn du Titel gewinnen willst.“

England England8:7Wales Wales

Nordirland überlebt Lettlands Märchen

Auch Titelverteidiger Nordirland musste bis an die Belastungsgrenze gehen. Lettland setzte seine starke Turnierwoche fort und überraschte mit einer frühen 4:1-Führung. Josh Rock und Daryl Gurney antworteten jedoch mit vier Legs in Serie, darunter ein spektakuläres 161er-Finish von Gurney.

Die Begegnung blieb dramatisch bis zum Schluss. Nachdem beide Teams Matchdarts liegen ließen, ging es in ein entscheidendes 15. Leg. Dort sorgte Rock mit einem überragenden 144er-Checkout für die Entscheidung und beendete den lettischen Traum vom Halbfinale, mit 24 Restpunkten auf der Uhr. Nordirland setzte sich mit 8:7 durch und wahrte die Chance auf die erfolgreiche Titelverteidigung.

Nordirland Nordirland8:7Lettland Lettland

Niederlande stoppen Deutschlands Titelhoffnungen

Mit großen Erwartungen ging Deutschland in das Viertelfinale gegen die Niederlande. Martin Schindler und Ricardo Pietreczko hatten sich vor heimischem Publikum bislang stark präsentiert, trafen nun aber auf zwei Gegner, die von Beginn an ihre Klasse unter Beweis stellten.

Michael van Gerwen und Gian van Veen fanden sofort ihren Rhythmus und setzten die Deutschen mit konstant hohem Scoring unter Druck. Zwar gelang es Schindler und Pietreczko immer wieder, einzelne Legs auf ihre Seite zu ziehen, doch entscheidende Serien blieben aus. Die Niederländer agierten auf die Doppel deutlich konsequenter und kontrollierten die Partie über weite Strecken.

Deutschland stemmte sich nach Kräften gegen das Ausscheiden, konnte den Rückstand jedoch nicht mehr entscheidend verkürzen. Mit dem 8:4-Erfolg zog Oranje verdient ins Halbfinale ein. Für Schindler und Pietreczko endete damit eine starke Turnierwoche, in der sie vor heimischer Kulisse erneut das Viertelfinale erreichten und insbesondere in der Gruppenphase überzeugten.

Niederlande Niederlande8:4Deutschland Deutschland

England lässt Schottland keine Chance

Am Abend knüpfte England nahtlos an die starke Schlussphase des Wales-Spiels an. Gegen Schottland zeigten Littler und Humphries erstmals im Turnierverlauf einen Average jenseits der 100-Punkte-Marke und dominierten die Begegnung nahezu nach Belieben.

Anderson und Menzies erhielten lediglich vier Versuche auf Doppel und fanden nie wirklich Zugriff auf die Partie. England zog schnell davon und machte mit einem klaren 8:3-Erfolg den Finaleinzug perfekt. „Jetzt fühlen wir uns richtig im Turnier angekommen“, sagte Littler nach dem Match.

England England8:3 Schottland Schottland

Niederlande fertigen Titelverteidiger Nordirland ab

Im zweiten Halbfinale ließen die Niederlande keine Zweifel an ihren Ambitionen aufkommen. Nach dem Erfolg gegen Deutschland präsentierten sich van Gerwen und van Veen erneut in beeindruckender Form und setzten Nordirland früh unter Druck.

Während die Niederländer ihre Chancen konsequent nutzten, fanden Rock und Gurney auf die Doppel kaum Lösungen. Die Titelverteidiger brachten lediglich eine Doppelquote von 18 Prozent auf die Bühne, während Oranje mehr als jede zweite Möglichkeit verwandelte. Das Resultat war ein deutliches 8:2, das den Niederlanden den ersten Finaleinzug seit 2018 bescherte.

Niederlande Niederlande8:2Nordirland Nordirland

England krönt starke Turnierwoche mit dem Titel

Im Finale trafen erstmals seit sechs Jahren wieder die beiden topgesetzten Nationen aufeinander. Die Niederlande erwischten zunächst den besseren Start und gingen durch ein starkes 113er-Finish von Michael van Gerwen mit 2:1 in Front.

Was anschließend folgte, war die beste Vorstellung des englischen Duos im gesamten Turnier. Littler und Humphries erhöhten das Tempo deutlich, gewannen vier Legs in Serie und erspielten sich eine 5:2-Führung. Beide punkteten konstant auf höchstem Niveau und ließen ihren Gegnern kaum Gelegenheiten, in Schlagdistanz zu bleiben.

Auch in der zweiten Matchhälfte hielt England den Druck aufrecht. Die Niederländer konnten einzelne Nadelstiche setzen, fanden aber kein Mittel gegen das enorme Scoring der Premier-League-Rivalen. Mit einem 12-Darter machte Humphries schließlich den 10:5-Erfolg perfekt und sicherte England den insgesamt sechsten Titel beim World Cup of Darts.

„Das war unser bestes Spiel des gesamten Turniers“, freute sich Littler nach dem Triumph. „Wir hatten harte Aufgaben vor uns, aber im Finale haben wir genau das Niveau gespielt, das nötig war.“ Auch Humphries zeigte sich stolz: „Der Erwartungsdruck war riesig. Umso schöner ist es, dass wir als Team geliefert haben. Wir haben gemeinsam gearbeitet und gemeinsam gewonnen.“

Während die Niederlande nach starken Leistungen auf dem Weg ins Finale mit dem zweiten Platz vorliebnehmen mussten, krönten Luke Littler und Luke Humphries eine erfolgreiche Woche in Frankfurt mit dem Titelgewinn und untermauerten einmal mehr ihre Stellung als derzeit dominierende Kräfte im Weltdarts.

England England10:5Niederlande Niederlande

PDC World Cup


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