Trotz van Gerwen-Pleite: Niederlande im Halbfinale

Vor uns lag der letzte und entscheidende Turniertag des World Cup of Darts 2019. Bevor es am Abend um den Pokal ging wurden in der Nachmittagssession die Viertelfinals. Auch die beiden Topfavoriten Schottland und die Niederlande waren noch im Rennen und trafen heute auf Belgien beziehungsweise Kanada. Den Anfang machten die Teams aus Neuseeland und Japan, außerdem spielte England-Bezwinger Irland noch gegen Österreich.

Schottland schlägt Belgien in hochklassigen Einzeln

Los ging es mit dem Duell der Überraschungsmannschaften aus Neuseeland und Japan. Während die Asiaten bereits im vergangenen Jahr im Viertelfinale standen, erreichten die „Kiwis“ diese Turnierrunde zum ersten Mal. Im ersten Einzel standen sich dann Cody Harris und Seigo Asada gegenüber. Asada erlebte einen guten Start in die Partie und holte sich problemlos die ersten beiden Legs, ehe ihm im dritten Durchgang ein starker 12-Darter gelang. Weil Asada im darauffolgenden Leg aber drei Matchdarts liegen ließ konnte Harris den Whitewash verhindern, zu mehr reichte es jedoch nicht, weil er im fünften Leg selbst zweimal an der Doppel-18 vorbeiwarf. Asada verwandelte Sekunden später in der Doppel-4 zum 4:1-Erfolg. Nun waren Haupai Puha und Haruki Muramatsu an der Reihe. Nachdem die ersten beiden Legs als Breaks gewonnen wurden warf Puha im dritten Leg dreimal an Doppeln vorbei und musste den 1:2-Rückstand hinnehmen. Danach ließ allerdings Muramatsu drei Chancen ungenutzt, Puha löschte 56 Restpunkte sicher aus und stellte Parität her. Per 13-Darter ging der Japaner dann wieder in Front, doch Puha checkte wenig später unter Druck 76 Restpunkte und sorgte für das Entscheidungsleg, welches der Neuseeländer gewinnen musste. Doch dort zeigte Muramatsu mit dem eigenen Anwurf keine Schwäche, gleich der erste Matchdart steckte in der Doppel-20 und brachte Japan zum historisch ersten Mal in die Vorschlussrunde.

Team Schottland spazierte bislang durch die ersten beiden Turnierrunden, mit den Belgiern Kim Huybrechts und Dimitri Van den Bergh hatten Peter Wright und Gary Anderson nun aber eine deutlich schwierige Aufgabe vor sich. Anderson und Huybrechts machten dabei den Anfang in diesem Nationenvergleich. Per 14-Darter konnte Huybrechts direkt ein Break erzielen, der Belgier warf danach aber zwei Darts auf Doppel daneben. Anderson antwortete sofort mit einem 72er-Finish zum Rebreak. Nachdem die nächsten beiden Legs gerecht aufgeteilt wurden startete Anderson mit fünf perfekten Darts in den fünften Durchgang, die Grundlage für einen 12-Darter zum 3:2 waren. Huybrechts ließ kurze Zeit später eine Möglichkeit zum Ausgleich aus und hatte deshalb seine letzte Chance, im Match zu bleiben, verwirkt. Anderson beendete mit einem Treffer in der Doppel-20 einen eigenen 13-Darter und in der Folge auch dieses Match. Wright konnte nun also mit Rückenwind und weniger Druck in sein Einzel gegen Van den Bergh gehen. Weil Wright im Auftaktleg eine Breakchance liegen ließ, wurden die ersten beiden Durchgänge vom jeweils anwerfenden Profi gewonnen. Der Belgier ging dann wiederum in Führung, doch Wright antwortete mit einen starken 11-Darter zum 2:2. Die entscheidende Situation dieser Partie passierte im darauffolgenden fünften Leg: Van den Bergh warf einmal am Bullseye vorbei, Wright unterlief bei 76 Restpunkten kein Fehler und kam zum wichtigen Break. Diesem konnte „Snakebite“ einen 13-Darter nachlegen, der Schottland schlussendlich ins Halbfinale führte.

Österreich im Entscheidungsdoppel ohne Chance

Mit dem gestrigen Sieg über die topgesetzten Engländer hatte Irland für einen echten Coup gesorgt. Nachdem Steve Lennon dort vorgelegt hatte brillierte William O’Connor anschließend mit einem 115er-Average. Gegner der Iren war heute Österreich mit Mensur Suljovic und Zoran Lerchbacher. Das erste Einzel trugen Lennon und Lerchbacher gegeneinander aus. Nachdem die ersten beiden Legs gerecht aufgeteilt wurden nahm Lennon im dritten Durchgang 106 Punkte von der Scheibe. Lerchbacher wollte natürlich direkt antworten, warf aber ganze sechs Mal an Doppelfeldern vorbei. Lennon kam dementsprechend zum Break und erhöhte auf 3:1. Lerchbacher fand auch weiterhin nicht zu seinem Spiel und warf im fünften Leg drei weitere Male am äußeren Ring des Boards vorbei. Lennon hatte nun leichtes Spiel, er verwandelte in der Doppel-2 und brachte Irland in Führung. Nun lag es an Suljovic, gegen den gestern überragenden O’Connor zu gewinnen und das österreichische Aus zu verhindern. „The Gentle“ sicherte sich das Auftaktleg auf der doppelten 1 und konnte anschließend mit einem 96er-Finish breaken. O’Connor kam an seine Leistung gegen England bei Weitem nicht heran, sodass Suljovic seine Führung wenig später auf 3:0 ausbauen konnte. Wenig später war dieses Einzel Geschichte, Suljovic traf die Doppel-12 und siegte zu Null. Folglich ging es nun ins Entscheidungsdoppel mit allen vier Akteuren. Lerchbacher verpasste im Premierenleg knapp ein 116er-Finish, O’Connor war Sekunden später hellwach und brachte die Iren mit einem 62er-Checkout in Führung. Im zweiten Leg patzten die Österreicher dann dreifach auf Doppel, erneut war O’Connor der Nutznießer und Irland lag mit 2:0 vorne. Im dritten Leg war erneut O’Connor erfolgreich, sodass Österreich nun mit dem Rücken zur Wand stand. Doch die Alpenrepublik war in diesem Match völlig chancenlos. So war am Ende O’Connor erneut der entscheidende Mann, sein dritter Matchdart steckte in der Doppel-2 und brachte Team Irland ins Halbfinale.

Ein Viertelfinalduell fehlte jetzt noch: die Niederlande mit Michael van Gerwen und Jermaine Wattimena war gegen Kanada haushoher Favorit. Van Gerwen wollte dabei im ersten Einzel gegen Dawson Murschell die Weichen für das Weiterkommen stellen. Trotz massiver Probleme auf die Doppel gewann van Gerwen noch das Auftaktleg, auch das zweite Leg ging an den amtierenden Weltmeister. Nachdem Murschell mit einem 72er-Finish verkürzen konnte ließ van Gerwen im vierten Leg fünf Darts auf Doppelfelder liegen – Murschell bedankte sich mit dem 2:2-Ausgleich. Der Kanadier hatte jetzt Oberwasser und gewann per 14-Darter ein drittes Leg in Folge. Van Gerwen spielte ein richtig schwaches Match und konnte sich auch im sechsten Leg nicht auffangen – drei weitere Darts landeten neben den gewünschten Doppelfeldern. Murschell war zur Stelle und gewann deshalb überraschend, aber verdient mit 4:2. Nun lag es an Wattimena, die Niederlande in seinem Einzel gegen Jim Long im Turnier zu halten. Dabei landete er im ersten Leg gleich ein Break, welches er mit einem perfekt ausgeführten 100er-Finish bestätigen konnte. Erst als Wattimena im dritten Durchgang dreimal an Doppelfeldern vorbeizielte konnte Long sein erstes Erfolgserlebnis in diesem Match verbuchen. Wattimena reagierte auf der Doppel-16 und stellte mit dem 3:1 den vorherigen Abstand wieder her. Danach zeigte aber auch Long seine Klasse, als er mithilfe eines 96er-Checkouts via 20, Doppel-18 und Doppel-20 wieder bis auf ein Leg heranrückte. Der Kanadier ließ kurz darauf aber drei Chancen ungenutzt, um für das Entscheidungsleg zu sorgen. Stattdessen erwischte Wattimena die Doppel-16 und jubelte über den 4:2-Erfolg. Dieses Viertelfinale wurde also ebenfalls erst im Doppel entschieden. Anders als seinem Einzel zeigte van Gerwen dort im Auftaktleg keine Unsicherheiten auf Doppelfelder und beendete einen 13-Darter der Niederländer. Schon ein Leg später verfehlte van Gerwen Tops jedoch zwei Mal und wurde dann Zeuge, wie Long fünf Restpunkte etwas ungewollt mit Triple-1 und Doppel-1 zum 1:1-Ausgleich löschte. Per 64er-Checkout brachte van Gerwen „Oranje“ dann wieder in Front, ehe er kurz darauf auch für das erste Break des Spiels sorgte – ein Leg fehlte nun noch zum Weiterkommen. Für dieses Weiterkommen sorgte schlussendlich Wattimena, der die Doppel-12 treffen konnte und so den 4:1-Sieg besiegelte.

PDC World Cup


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