Deutschland gewinnt erneuten Krimi gegen Nordirland

Nach dem erfolgreichen Auftakt gegen Schweden wollte das deutsche Team um Max Hopp und Martin Schindler auch in der zweiten Runde glänzen. Sie bekamen es mit alten Bekannten zu tun, den Nordiren, die sie im vergangenen Jahr in Runde eins besiegten. Außerdem spielten die Belgier gegen Finnland und die Titelfavoriten Niederlande und England bekamen es mit Südafrika beziehungsweise Singapur zu tun.

Singapur scheitert erst im Doppel an England


Beinahe wäre Belgien bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Im wirklich allerletzten Moment drehten Kim Huybrechts und Dimitri Van den Bergh noch einen 2:4-Rückstand in einen Sieg gegen Irland und durften somit nun gegen Finnland antreten. Kim machte den Anfang gegen Marko Kantele und kam gut rein. Zwar vergab er noch ein 102’er Finish, jedoch konnte er sich das erste Leg ohne große Gefahr schnappen. Im zweiten Leg machte er hingegen kaum etwas richtig, sodass Kantele die Möglichkeiten bekam auszugleichen. Er vergab aber ein 132’er Finish und drei weitere Chancen, sodass der „Hurricane“ mit einem 81’er Finish auf Bull doch das Break holte. Er durfte sich hierfür 21 Darts Zeit nehmen. Nachdem er dann auch noch 96 Punkte mit zwei Darts zum 3:0 auscheckte, schien die Messe gelesen. Zwar versuchte Kantele nochmal zurückzukommen, verpasste aber erneut zwei Doppel und so checkte Kim ein 76’er Finish zum 4:0-Sieg. Beide hatten am Ende sechs Würfe auf die Doppel, der Unterschied war, dass Kim vier davon verwandelte. Danach war Dimitri Van den Bergh an der Reihe und wollte für Belgien den Sieg klar machen. In der ersten Runde brachte seine Leistungsexplosion die Wende, dieses Mal war er von Anfang an voll da. Allerdings nur auf die Triple. Auf die Doppel war er sehr nachlässig, verschenkte alleine im ersten Leg sieben Chancen. So holte sich Viljanen seinen Anwurf am Ende mit 23 Darts. Nach zwölf Darts hatte Van den Bergh bereits auf 40 Punkten Rest gestanden. Im zweiten Leg machte er es besser. Da stand er nach zwölf Darts sogar bei 36 Punkten, versenkte die erste Möglichkeit zum Ausgleich und machte danach richtig gut weiter. Auch die nächsten beiden Legs schnappte sich der „Dreammaker“ mit 13 Darts und ließ in dieser Phase seinem finnischen Kontrahenten keine Chance. Eine letzte bekam Kim Viljanen im fünften Leg, als er einen Dart auf die Doppel-16 hatte. Er traf jedoch stattdessen die Doppel-8 und so brachte Dimitri das 4:1 ins Ziel. Dieses Mal gab sich Belgien beim 2:0-Sieg also keine Blöße.

Vor einem Jahr spielten sich Paul und Harith Lim in die Herzen der deutschen Dartsfans, als sie sich auf emotionale Weise über Schottland und Russland ins Viertelfinale spielten. Da wollten sie auch dieses Mal wieder hin, mussten dafür aber England besiegen. Zunächst traf Altmeister Paul Lim auf den Weltmeister Rob Cross. Und er startete sehr gut. Auch wenn „Voltage“ ebenfalls super drin war und nach zwölf Darts auf Tops Rest stand, war es Lim der seinen Anwurf mit 14 Darts ins Ziel brachte und wenig später sogar einen 13-Darter zum Break nachlegte. Beinahe hätte er weiter erhöht, verpasste aber ein 122’er Finish auf dem Bullseye. So verkürzte Cross mit dem direkten Rebreak auf 1:2. Beide spielten zu diesem Zeitpunkt einen Average von 105 Punkten. Cross legte nochmal etwas drauf als er mit 12 Darts den Ausgleich besorgte, er vergab jedoch ein 86’er Finish auf Bull und so holte sich Lim die Führung zurück. Die Reaktion von Rob war zunächst weltmeisterlich, als er perfekt startete und nach neun Darts bei 87 Rest stand. Dann aber vergeigte er vier Darts auf die Doppel, sodass Paul Lim nach einem Maximum 53 Punkte auscheckte und sich den 4:2-Sieg sicherte. Mit seinem Average von 102,29 Punkten setzte Lim vor TV-Kameras einen neuen persönlichen, nationalen und kontinentalen Rekord. Damit ging Singapur in Führung und Dave Chisnall musste gegen Harith Lim nun liefern. Das tat „Chizzy“ auch, der direkt mit fünf perfekten Darts startete und sich das erste Leg schnappte. Doch im zweiten Leg ließ er zu viel liegen und so kam Harith zum Ausgleich. Die Scores von Chisnall waren super und auch das 142’er Finish zum 2:1 war brillant. Doch Harith ließ sich nicht klein kriegen, er konterte mit einem 101’er Finish und glich erneut aus. Nach dem 3:2 von Dave vergab Harith dann aber den Ausgleich auf der Doppel-16 und so holte Chisnall mit dem zweiten Matchdart das 4:2, glich insgesamt aus. Im Entscheidungsdoppel durfte Singapur beginnen und ging auch durch Paul in Führung, doch Cross glich sofort wieder aus. In der Folge war Singapur nicht sonderlich schlechter als England, auf die Doppel ließen sie aber zu viele Möglichkeiten aus. So kassierten sie ein Break und auch das 1:3. Im fünften Leg vergab Paul dann nochmal ein 141’er Finish und Harith zwei weitere Chancen, ehe Chisnall mit dem 4:1 die 2:1-Gesamtentscheidung besorgte.


Südafrika chancenlos gegen den Titelverteidiger


Vor einem Jahr war es Martin Schindler, der für Deutschland den entscheidenden Dart in die Doppel-10 warf und so den 5:4-Sieg über Nordirland besorgte. Nun musste er im ersten Einzel gegen Daryl Gurney ran und war direkt gefordert. Er begann auch besser als Daryl, verpasste aber zwei Möglichkeiten auf die Doppel, wodurch sich „Super Chin“ doch seinen Anwurf schnappte. Auch in der Folge war Martin auf die Doppel nicht sicher genug. Hatte er am Vortag noch alle fünf Legs für Deutschland zu gemacht, vergab er im zweiten Leg vier weitere Chancen und fand sich wenig später mit 0:3 in Rückstand. Der Druck war nun hoch, doch er bekam noch einen Versuch für ein 110’er Finish. Dieses verpasste er aber auf Tops und so kam Gurney zum 4:0 und holte die Führung für Nordirland. Hopp musste danach also Brendan Dolan schlagen, wenn Deutschland noch weiterkommen wollte. Er kassierte allerdings direkt ein Break und stand damit bereits gehörig unter Druck. Doch der „Maximiser“ kam zurück, checkte 64 Punkte mit zwei Darts und legte danach einen kleinen Lauf hin. Zwei weitere Legs holte er, um sich mit 3:1 in Führung zu setzen und der Ausgleich im Gesamtstand schien bereits sicher. Dann aber verpasste Max ein 122’er Finish und zwei weitere Chancen, sodass Dolan verkürzte und wenig später sogar ausglich. Der Nordire war es dann auch, der im Entscheidungsleg den ersten Matchdart bekam. Diesen verpasste er aber auf der Doppel-12 und so brachte Hopp das Spiel mit 4:3 auf der Doppel-8 doch noch nach Hause. Im entscheidenden Doppel durften dann die Nordiren beginnen, jedoch kamen sie zu Beginn überhaupt nicht zurecht. Deutschland schwamm auf der Welle der Unterstützung, schnappte sich direkt mit einem 13-Darter das Break und startete wenig später mit vier perfekten Darts ins nächste Leg. Nach dem 2:0 ließen Hopp und Schindler aber etwas nach und so kam Nordirland zurück ins Spiel. Nach Dolans Anschluss checkte Gurney 112 Punkte zum 2:2 und Break und plötzlich lag der Vorteil wieder auf Seiten der Nordiren. Beiden Teams merkte man den Druck an, doch Deutschland konnte mit diesem besser umgehen. Schindler sorgte auf der Doppel-8 für ein erneutes Break und im Anschluss erwischte Deutschland dann den klar besseren Start, sodass sie den Sieg nicht mehr aus der Hand gaben. Das 100’er Finish von Hopp brachte die 4:2-Entscheidung im Doppel und das 2:1 im Gesamtergebnis.

Die Ehre des letzten Achtelfinalmatches gebührte dem Titelverteidiger. Die Niederlande traf auf Südafrika und spielte den Viertelfinalgegner Deutschlands aus. Zunächst durfte Michael van Gerwen ran und spielte gegen Liam O’Brien, der sich in der ersten Runde wacker verkaufte. Gegen den Weltranglistenersten musste er aber trotzdem nochmal über sich hinauswachsen um etwas mitzunehmen und das gestaltete sich äußerst schwierig. Von Beginn an war MVG richtig gut auf die Triple, allerdings war er dafür sehr nachlässig auf die Doppel. Im ersten Leg brauchte er so am Ende 17 Darts. In Leg zwei warf er sechs perfekte Darts, stand nach neun Darts auf vier Punkten Rest, am Ende wurde es aber auch hier noch ein 13-Darter. Es war meckern auf hohem Niveau, denn bis zum vierten Leg hatte er seinen Gegner nicht mal auf ein Doppel werfen lassen. Dann aber vergab er ein 103’er Finish und so kam O’Brien tatsächlich zu seiner Chance, vergab aber seinerseits ein 101’er Checkout auf der Doppel-19. So brachte „Mighty Mike“ zwölf Punkte auf null, sein höchstes Finish des Tages. Raymond van Barneveld wollte dann gegen Devon Petersen also für die Entscheidung sorgen und die Niederlande unbeschadet ins Viertelfinale bringen. Petersen hatte was dagegen und startete gut, warf direkt zwei 140’er. Dem folgte aber nur eine 60, während Raymond neben zwei 140’ern auch noch eine 123 zeigte und sich direkt mit einem 13-Darter ein Break sicherte. Dieses konnte er auch bestätigen und so schien das Weiterkommen für die Südafrikaner endgültig in weite Ferne gerückt. Petersen gab zwar nicht auf und versuchte dran zu bleiben, er traf aber einfach zu wenige Triple. Raymond schnappte sich auch das dritte Leg und ging entspannt in seinen nächsten Anwurf. Auch dort blieb Barney souverän und brachte ihn zum 4:0 ins Ziel. Am Ende gab der Titelverteidiger beim 2:0-Erfolg über Südafrika nicht ein einziges Leg ab und schickte damit eine Warnung an Team Deutschland.

Tobias Gürtler

PDC World Cup


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