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Clemens und Suljovic erreichen das Achtelfinale

Von den ursprünglich 159 bei den UK Open 2020 angetretenen Spielern waren am Samstagnachmittag nur noch fünf übriggeblieben. Somit wurde in dieser Session die fünfte Runde ausgetragen, bei der auch noch drei deutschsprachige Darts-Profis mit dabei waren. Mensur Suljovic (gegen Dirk van Duijvenbode), Martin Schindler (gegen Kyle McKinstry) und Gabriel Clemens (gegen Andy Boulton) hatte alle grundsätzlich machbare Aufgaben erwischt, mussten dafür aber auch mit den kleineren Bühnen Vorlieb nehmen. Auf der Hauptbühne gab es mit Michael van Gerwen, Peter Wright, Rob Cross und Michael Smith eine Vielzahl an Spitzenspielern zu sehen. Das Format blieb mit „best of 19 Legs“ unverändert.

Die Partien auf der Hauptbühne: van Gerwen muss mächtig zittern

In einem hochklassigen Match gegen Krzysztof Ratajski hatte sich Chris Dobey nur deshalb durchgesetzt, weil er im Entscheidungsleg 91 Punkte auf dem Bullseye checkte. Heute durfte der Engländer zur Belohnung auf der Hauptbühne ran, wo er es mit Simon Whitlock zu tun bekam. Er konnte sich zudem auch die ersten beiden Legs sichern, doch Whitlock erholte sich schnell vom frühen Rückstand und löschte 86 sowie 100 Punkte. Kurz vor der Pause gelang Dobey mit einem starken 11-Darter jedoch wieder das Break, welches er einige Zeit später auch bestätigen konnte. „Hollywood“ holte sich anschließend ein drittes Leg nacheinander, warf wenig später aber dreimal am äußeren Ring vorbei. Whitlock drohte bereits den Anschluss zu verlieren und kam in dieser Situation schließlich doch zum Break, leistete sich anschließend aber wieder selbst zwei Fehlwürfe. Dobey sorgte dementsprechend für das nächste Break, konnte diesmal auch erfolgreich nachlegen und nahm dadurch eine klare 7:3-Führung mit in die zweite Unterbrechung. Der „Wizard“ kam mit sieben perfekten Darts zurück vor die Kameras und kam letztlich nach elf Würfen zum Erfolgserlebnis, Dobey konterte jedoch mit einem 98er-Finish und bestrafte zwei Fehler seines Gegners im 13. Leg mit einem eigenen 13-Darter. Weil der Engländer den ersten Matchdart am Bullseye vorbeiwarf konnte Whitlock noch ein Leg für sich entscheiden, doch dann machte der Dobey den 10:4-Erfolg mit Stil perfekt: im letzten Leg gelang ihm ein großartiger 10-Darter.

Nachdem Michael van Gerwen in der vierten Runde in Person von Nathan Aspinall ein echter Kracher zugelost wurde schien es heute etwas einfacher zu werden. Zu sehr unterschätzen sollte der Weltranglistenerste seinen Gegner Jason Lowe aber nicht, schließlich schickte dieser gestern Adrian Lewis deutlich mit 10:4 nach Hause. Heute patzte Lowe im Auftaktleg sechsfach auf die Doppelfelder und ermöglichte seinem Gegner sofort das Break. Van Gerwen legte mit einem 170er-Finish zum 12-Darter nach, während sich für Lowe der schlechte Beginn auch im dritten Leg fortsetzte, wo er vier Pfeile am äußeren Ring vorbeisetzte. Van Gerwen legte wenig später spektakulär nach, als er 96 Punkte via 20, Doppel-19 und Doppel-19 ausmachte. Mit einem 116er-Finish ging auch das fünfte Leg in die Niederlande, Lowe hatte Sekunden vorher auch seine elfte Möglichkeit auf Doppel liegen lassen. Nach der Pause warf van Gerwen selbst dreimal an Doppelfeldern vorbei, womit er seinen Gegner plötzlich ins Spiel brachte. Lowe checkte in dieser Situation 85 Zähler und nutzte anschließend fünf weitere Patzer des dreifachen Weltmeisters. Mit einem starken 11-Darter kam der Engländer tatsächlich zum nächsten Break, welches er mit einem 13-Darter bestätigen konnte. Van Gerwen war in dieser Phase völlig neben der Spur und ließ im zehnten Leg eine Gelegenheit auf Tops ungenutzt. Lowe war jetzt zur Stelle, zeigte ein 104er-Highfinish und hatte aus dem 0:5 tatsächlich das 5:5 gemacht. Nach der Pause legte van Gerwen mit einem Break vor, punktete danach aber wieder viel zu schwach und kassierte direkt das Rebreak. Lowe zog seinen Stiefel jetzt konsequent durch und übernahm mit einem 13-Darter die Führung, ließ anschließend aber zwei eminent wichtige Breakdarts liegen. Van Gerwen hatte Momente vorher selbst dreimal gepatzt und kam letztlich doch noch zum 7:7. Die Spannung nahm jetzt immer weiter zu. Lowe brachte seinen Anwurf mit einem 76er-Finish durch, was von van Gerwen mit einem 12-Darter beantwortet wurde. Da auch die nächsten beiden Legs vom jeweils anwerfenden Spieler gewonnen wurden ging dieses Viertrundenduell tatsächlich in das alles entscheidende 19. Leg. Dort hätte der anwerfende Lowe 86 Punkte löschte müssen, erspielte sich aber keinen Matchdart. Van Gerwen bekleckerte sich in diesem Decider keinesfalls mit Ruhm, erwischte schlussendlich aber doch die Doppel-5 und überstand die Partie mit 10:9.

Anschließend wollte Peter Wright weiter im Rennen um den UK Open-Titel bleiben, dazu musste er in Runde fünf zunächst Ian White aus dem Weg räumen. „Diamond“ scheiterte im Auftaktleg nur knapp an einem 134er-Highfinish und patzte im zweiten Leg dreifach. So kam es dazu, dass der Engländer erst im dritten Leg erfolgreich war. Wright stellte den alten Abstand mit einem 80er-Finish wieder her, vergab dann aber eine Möglichkeit, um noch vor der Pause davonzuziehen. White nahm 74 Punkte von der Scheibe und lag nur noch mit 2:3 hinten. Mit einem 70er-Finish erzielte White nach der Unterbrechung den erstmaligen Ausgleich, überstand danach zwei Breakdarts gegen sich und befand sich jetzt selber in Front. Wright meldete sich mit einem 83er-Checkout zurück; und da beiden Spielern noch jeweils ein 13-Darter gelang ging es mit einem 5:5-Unentschieden in die zweite Pause. Nachdem die ersten beiden Legs nach dieser Unterbrechung gerecht aufgeteilt wurden zündete Wright den Turbo. Einem 11-Darter konnte er zunächst ein 86er-Bullfinish folgen lassen, ehe er noch mit zwei weiteren 11-Dartern brillierte. Dadurch war „Snakebite“ bereits am Ziel angekommen, ein 101er-Average verhalft ihm zum 10:6-Sieg und zum Sprung in die nächste Runde.

Jetzt fehlte nur noch das Topspiel dieser fünften Runde. Mit Rob Cross und Michael Smith trafen zwei Profis auf den Top-5 der Weltrangliste direkt aufeinander. „Voltage“ schnappte sich das Eröffnungsleg, ehe Smith die Partie mit Checkouts von 72 und 80 Punkten blitzschnell drehte. Mit einem 11-Darter inklusive 85er-Checkout legte Smith sogar nach, verfehlte die Doppel-12 für ein 144er-Finish im nächsten Leg aber sehr deutlich. So stellte sich Cross nochmal vors Oche, erwischte die Doppel-16 und lag zur ersten Pause nur noch mit 2:3 hinten. Smith kam mit einem 81er-Finish zurück auf die Bühne, warf zwei Legs später aber dreimal außen an der Doppel-16 vorbei. Cross hatte zuvor per 13-Darter bereits verkürzt und kam jetzt dank der gegnerischen Fehler zum Ausgleich. Der Weltmeister von 2018 gewann anschließend noch zwei weitere Legs hintereinander, hatte das Match gedreht und lag zur zweiten Pause selbst mit 6:4 vorne. Auch das elfte Leg ging an Cross, ehe Smith seine Durststrecke beendete und mit einem 12-Darter in Sichtweite blieb. Der „Bully Boy“ ließ wenig später zwei wichtige Breakdarts liegen, gewann danach zwar das 14. Leg, lag aber noch immer mit 6:8 hinten. Wenig später verfehlte Cross das Bullseye für die mögliche Vorentscheidung, sodass Smith bei 85 Rest die nächste Breakmöglichkeit erhielt. In diesem Fall konnte er die Gelegenheit wahrnehmen und kam über das Bullseye zum Break. Cross revanchierte sich jedoch sofort mit einem 12-Darter und stand jetzt kurz vor dem Sieg, vergab allerdings die ersten beiden Matchdarts auf der Doppel-20. Smith lag jetzt nur noch mit 8:9 in Rückstand, machte im nächsten Leg unter maximalem Druck 118 Punkte via 20, Triple-16 und Bullseye aus und sorgte jetzt für das Entscheidungsleg. Dort erhielt der „Bully Boy“ eine einzige Chance bei 164 Rest, verfehlte das abschließende Bullseye jedoch um Millimeter. Cross hielt seine Nerven Sekunden später zusammen und verwandelte in der Doppel-20. Der Vorjahresfinalist bleibt dem Wettbewerb durch den 10:9-Sieg erhalten.

Die Partien mit deutschsprachiger Beteiligung: Schindler mit klarer Niederlage

Am dritten Board war in etwa parallel zu van Gerwen Mensur Suljovic im Einsatz. Vor seinem Gegner Dirk van Duijvenbode musste sich der Wiener dabei in Acht nehmen. „The Titan“ war in letzter Zeit der formstark unterwegs und erreichte das Halbfinale beim European Tour Event in Belgien. Nachdem die ersten beiden Legs gerecht aufgeteilt wurden setzte van Duijvenbode zu einem Zwischenspurt an und zeigte einen 14- und einen 12-Darter. Mensur kam zwar zum sofortigen Rebreak, doch van Duijvenbode startete mit zwei 180ern ins sechste Leg und kam letztlich per 11-Darter zum 4:2. „The Gentle“ ließ sich von der Anfangsphase seines Gegners aber nicht beeindrucken und übernahm nun selbst die Initiative. Mit 15, 14 und 13 Darts gewann Suljovic ohne größere Schwierigkeiten drei Legs in Serie und lag nun erstmals selbst in Front. Van Duijvenbode konnte in dieser Phase nicht mithalten und verlor tatsächlich auch die nächsten drei Legs. Erst danach konnte der Niederländer nach langer Wartezeit wieder zum Erfolg kommen, er lag aber nichtsdestotrotz noch mit 5:8 hinten. Weil der Österreicher im darauffolgenden Legs mehrere Fehlwürfe auf Doppel einstreute kassierte er in diesem Moment ein Break, machte dieses aber schnellstmöglich wieder wett und benötigte nur noch ein Leg zum Weiterkommen. Weil Suljovic die ersten beiden Matchdarts nicht verwertete holte sich van Duijvenbode noch ein Leg, mehr gelang ihm am heutigen Nachmittag aber nicht mehr. Suljovic gewann die Partie mit 10:7 und erreichte das Achtelfinale.

Als nächstes unternahm Martin Schindler den Versuch, ebenfalls in die nächste Runde zu gelangen. Er duellierte sich mit dem gestern sehr gut aufspielenden Kyle McKinstry. Nachdem es zunächst ausgeglichen losging produzierte der Nordire im dritte Leg das erste Break der Partie, welchem er noch zwei weitere Leggewinne nachlegen konnte. „The Wall“ hatte jetzt vier Legs in Serie verloren, kam mit einem starken 146er-Finish jedoch zum 2:4 aus seiner Sicht. McKinstry ließ sich davon nicht lange stören, spielte einen 15-Darter und einen 14-Darter und baute seinen Vorsprung sogar noch aus. Erst als McKinstry ein Leg später vierfach auf Doppelfelder patzte gelang es Schindler, den Rückstand wieder zu reduzieren. Bei den eigenen Anwurflegs ließ der „Village Man“ zwar weitgehend nichts anbrennen, warf im nächsten Leg aber wiederum vier Pfeile an den Doppeln vorbei. Schindler nutzte dies in dieser Situation zu seinen Gunsten, doch auch der starke 12-Darter zwei Legs später half ihm letzten Endes nicht wirklich weiter. Denn McKinstry sicherte sich die beiden ihm noch fehlenden Legs mit 14 und 12 Darts, mit einem 86er-Bullfinish entschied er die Partie letzten Endes mit 10:5 für sich.

Nun fehlte aus deutschsprachiger Sicht nur noch Gabriel Clemens. Der Saarländer hatte sich gestern Abend in einem ganz engen Match durchsetzen können und wollte heute Andy Boulton bezwingen. Clemens startete gut in die Begegnung und brachte die ersten beiden Legs auf seine Seite ziehen. Zwar musste der den dritten Durchgang an seinen englischen Konkurrenten abgeben, stellte mit einem starken 12-Darter aber sofort den vorherigen Abstand wieder her. Mit 16 und 11 Würfen sollten auch die nächsten beiden Legs an den „German Giant“ gehen, der sich mit dem 5:1 bereits ein gutes Polster aufgebaut hatte. Da er in den nächsten beiden Legs jedoch jeweils einmal auf Doppel patzte brachte er Boulton zurück in die Partie. „X Factor“ selbst spielte einen 15- und einen 14-Darter und nutzte im neunten Leg weitere Fehlwürfe von Clemens zu seinen Gunsten. Da er ein Break folgen lassen konnte stand es mittlerweile ausgeglichen 5:5. Clemens hatte seinen Vorsprung also eingebüßt und vier Legs in Folge verloren, schaffte in diesem Moment aber das sofortige Rebreak. Er bestätigte dieses mit einem 117er-Highfinish, doch Boulton blieb ihm zunächst auf den Fersen. Doch Clemens nahm jetzt nochmal Anlauf und machte es zum Ende hin richtig stark: ihm gelangen Checkouts von 97, 110 und 129 Punkte. Nachdem sein letzter Pfeil in der doppelten 12 steckte hatte Gabriel Clemens die Ziellinie überschritten. Er gewann unterm Strich mit einem Average von knapp 100 Punkten mit 10:6 und war der allererste Deutsche im Achtelfinale der UK Open.

UK Open


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