Drei deutsche Niederlagen in der fünften Runde

Da die gesamten UK Open 2019 an einem Wochenende über die Bühne gebracht werden mussten ging es bereits am Samstagnachmittag mit der fünften Turnierrunde weiter. 32 Spieler sind noch im Rennen um diesen TV-Titel, unter ihnen auch vier deutschsprachige Darter. Max Hopp und Mensur Suljovic waren heute auf der Hauptbühne im Einsatz und hatten in Form von James Wade beziehungsweise Dimitri Van den Bergh schwere Aufgaben vor sich. Währenddessen forderte Martin Schindler an Board 4 Dave Chisnall heraus, Gabriel Clemens spielte am zweiten Board gegen Simon Whitlock. Die Distanz lag unverändert bei „best of 19 Legs“.

Hauptbühne: auch Suljovic scheidet aus

Max Hopp spielte heute nicht nur auf der Hauptbühne, sondern war auch für die Eröffnung der Session zuständig. Mit James Wade hatte der „Maximiser“ ein undankbares Los erwischt, bekam so aber auch die Chance auf die Revanche für die äußerst unglückliche Halbfinalniederlage bei der Europameisterschaft 2018. Wade holte sich das Auftaktleg mithilfe eines 115er-Checkouts und bestrafte so drei vergebene Breakdarts seines deutschen Gegners. Per 12-Darter legte der Engländer nach; Hopp konnte zwar sofort rebreaken, warf im vierten Durchgang jedoch vier Mal an Doppelfeldern vorbei. Wade bedankte sich dafür, schnappte sich auch das fünfte Leg und hatte sich eine 4:1-Pausenführung erarbeitet. Nachdem die ersten beiden Legs nach der Unterbrechung ohne Breaks vonstattengingen startete Hopp einen Zwischenspurt und zeigte zwei 11-Darter hintereinander, mit einem 80er-Finish holte er sich zudem auch das zehnte Leg und hatte zur zweiten Pause auf 5:5 ausgeglichen. Die deutsche Nummer eins ließ danach aber vier Breakdarts ungenutzt, verteidigte im Anschluss daran allerdings wieder sein Anwurfleg. In der Folge spielte Wade allerdings seine große Qualität aus, zeigte wichtige Finishes von 96 und 76 Punkten und zog auf 8:6 davon. Der „Maximiser“ schaffte zwar das sofortige Rebreak, kassierte aber seinerseits direkt das Break gegen sich und stand kurz vor dem Aus. Als er im 17. Leg vier Pfeile außen an der Doppel-12 vorbeisetzte war es dann offiziell, Max Hopp unterliegt James Wade mit 7:10 und wird speziell über seine Doppelquote von rund 27 Prozent ärgern.

Mit Michael Smith und Daryl Gurney trafen zwei Titelaspiranten in der fünften Runde direkt aufeinander. „Superchin“, der am Donnerstag noch eine heftige Pleite in der Premier League kassiert hatte fand besser in Spiel hinein. Nachdem die ersten beiden Legs noch geteilt wurde zeigte der Nordire seine Klasse, spielte einen 13- und zwei 14-Darter und war zur Pause auf 4:1 davongezogen. Smith wusste nun, dass er sich nun steigern musste und tat genau das. Der „Bully Boy“ holte sich vier Legs nacheinander, profitierte dabei immer wieder von verpassten Doppelwürfen seines Gegners und lag plötzlich selbst in Führung. Gurney konnte vor der zweiten Unterbrechung immerhin noch Schlimmeres verhindern und sorgte für das 5:5. Nachdem die ersten beiden Legs nach der Pause noch geteilt wurden verpasste Smith im 13. Leg der Partie zwei Chancen auf Doppel und ermöglichte seinem Gegner das Break. Von diesem Fehler erholte sich der Engländer aber bestens, zeigte brillante Highfinishes von 155 und 121 Punkten und brauchte wenig später beim Stand von 9:7 nur noch ein Leg zum Sieg. Als er allerdings den ersten Matchdart auf der Doppel-8 ausließ hielt sich Gurney mit einem 78er-Finish im Turnier, gewann auch das darauffolgende Leg und brachte das Match in den Decider. Dort nutzte Smith den Vorteil des Anwerfens aus, verwandelte in der Doppel-10 und ist eine Runde weiter.

Als Nächstes war Mensur Suljovic an der Reihe. Der Wiener hatte sich gestern im Topspiel gegen Peter Wright behaupten können und musste heute gegen Dimitri Van den Bergh antreten. Mensur kam ganz gut in die Begegnung hinein und ging dank eines Breaks mit 2:1 in Front. Der „Dreammaker“ zeigte danach allerdings seine ganze Klasse, präsentierte den Zuschauern zwei souveräne Checkouts von 82 und 83 Punkten und lag zur ersten Pause selbst mit 3:2 vorne. Nachdem die ersten drei Legs nach der Unterbrechung ohne Break zurechtkamen, es kam also zum Spielstand von 4:4, checkte Suljovic 96 Punkte aus und lag nun selber in Front. Van den Bergh ließ das aber nicht lange auf sich sitzen, konterte mit einem 11-Darter und stellte den Spielstand auf 5:5. Nach der Pause wurden die ersten beiden Legs zunächst verteilt, ehe „The Gentle“ im 13. Leg 70 Zähler via Triple- und Doppel-14 auf Null brachte und so zum Break kam. Doch Van den Bergh zeigte eine starke Reaktion, ließ sich auch in den nächsten Minuten nicht abschütteln und schaffte es im 16. Leg mit einem 116er-Highfinish tatsächlich, per Break auf 8:8 zu stellen. Zwei gehaltene Anwürfe später ging es ins vom Belgier begonnene Entscheidungsleg. Dort scheiterte Van den Bergh zunächst haarscharf an 170 Restpunkten, durfte sich bei 25 übrig gebliebenen Zählern aber nochmal vors Oche stellen, weil Suljovic die notwenigen 129 Restpunkte nicht ansatzweise auf Null bringen konnte. Die genannten 25 Zähler stellten für Van den Bergh kein Problem mehr dar und machten seinen Einzug in die sechste Runde perfekt.

Mit seinem gestrigen Triumph über Michael van Gerwen hatte Mervyn King für eine große Überraschung gesorgt. Der nächste Gegner von „The King“ war heute der Weltranglistenzweite Rob Cross. Anders als gestern kam King äußerst schleppend in die Begegnung hinein, traf mit seinen ersten sieben Versuchen kein Doppelfeld und lag dementsprechend bereits mit 0:3 hinten. Erst als „Voltage“ im vierten Leg selbst fünfmal patzte konnte King erstmalig jubeln. Cross‘ Reaktion ließ allerdings überhaupt nicht lange auf sich warten und war ein 138er-Finish via Triple-18, Triple-16 und Doppel-18 zum 4:1-Pausenstand. King startete mit einem Break in die zweite Session, setzte schon wenig später fünf Pfeile an Doppelfeldern vorbei und kassierte wenig überraschend das direkte Rebreak. Cross konnte dieses mit einem starken 11-Darter bestätigen, danach gelang King ein ebenfalls guter 12-Darter, durch den er erstmalig seinen Anwurf verteidigen konnte. Leg Nummer zehn ging aber wiederum an den Weltranglistenzweiten, der dadurch einen 7:3-Vorsprung in die Kabine nahm. King kam wie verwandelt zurück auf die Bühne, beendete einen 12-Darter mit einem 126er-Finish und ließ einen 11-Darter zum Break und zum 5:7 aus seiner Sicht folgen. Aufgrund zweier Fehler auf die Doppel im 13. Leg zerstörte sich King die Aufholjagd allerdings selbst. Stattdessen gewann Cross zwei Legs nacheinander und brauchte nur noch eines zum Überschreiten der Ziellinie. Am Ende machte es Cross auf überragende Art und Weise, er löschte 143 Punkte und bliebt im Rennen um den Titel.

Board 2: Price bleibt auf Kurs Titelgewinn

Am zweiten Dartboard machten WM-Halbfinalist Nathan Aspinall und Madars Razma aus Lettland den Anfang. Nachdem die ersten beiden Legs des Tages zwischen den beiden Akteuren aufgeteilt wurden gelang es Aspinall, bis auf 4:1 davonzueilen. Razma warf währenddessen mehrfach an Doppelfeldern vorbei, konnte aber mit einem 13-Darter sein zweites Erfolgserlebnis verbuchen. Danach zog „The Asp“ wieder das Tempo an, spielte Legs von 12 und 13 Darts und erhöhte kurz darauf gar auf 7:2. Nach längerer Wartezeit erhielt Razma im zehnten Leg wenigstens wieder eine Chance zum Auschecken, verfehlte allerdings die doppelte 16. Stattdessen musste er einen 2:8-Rückstand zur Pause akzeptieren. Nach der Unterbrechung verlor Aspinall keine Zeit mehr, holte sich beide ihm noch fehlende Legs mit Treffern im Bullseye und erreichte locker die nächste Runde.

Danach war bereits Gabriel Clemens an der Reihe. Der Saarländer hatte am Freitag souveräne Erfolge über Zoran Lerchbacher und Benito van de Pas eingefahren. Heute ging es für ihn in der Person von Simon Whitlock gegen einen Top-Ten-Spieler. Der „German Giant“ erzielte gleich im Auftaktleg ein Break und konnte diesen Vorteil für einen längeren Zeitraum aufrechterhalten. Bis zum 4:3 für den Deutschen wurden nämlich alle Anwürfe durchgebracht, erst danach gelang Whitlock das erhoffte Break zum 4:4-Ausgleich. Clemens erhielt eine Menge Gelegenheiten zum direkten Konter, setzte aber sechs Darts an Doppel vorbei und braucht sich über den Rückstand nicht mehr zu wundern. Der Saarländer zeigte danach noch einen 15-Darter und sorgte auf diese Weise für das 5:5 zur Unterbrechung. Clemens erlebte den zweifellos besseren Start in die zweite Session, indem er sich drei Legs in Folge sichern konnte. Whitlock kämpfte sich jedoch zurück, glänzte auch mit einem 112er-Highfinish und schaffte tatsächlich das 8:8, wodurch es jetzt in eine spannende Schlussphase ging. Der „Wizard“ konnte vorlegen, doch Clemens war auf dem besten Wege dazu, den Decider zu erzwingen. Er ließ allerdings eine Chance auf Tops aus und wurde dann Zeuge davon, wie Whitlock 143 Punkte auf Null brachte. Dieses spektakuläre Finish war der Schlusspunkt des 10:8-Erfolges des Australiers, für Gabriel Clemens gehen die UK Open zu Ende.

Ein 161er-Finish im Entscheidungsleg – auf diese Weise hatte Jamie Lewis gestern seinen Namensvettern Adrian bezwungen. Nun hieß der Gegner des Walisers Josh Payne. Letzterer legte los wie die Feuerwehr und holte sich die ersten beiden Durchgänge mit 12 und 13 Darts, auch das dritte Leg ging anschließend nach England. Nachdem die nächsten beiden Legs vom jeweiligen Anwerfer gewonnen wurden, Lewis erzielte also sein erstes Erfolgserlebnis, patzte „Fireball“ im sechsten Leg viermal auf Doppelfelder und musste deshalb einen 1:5-Rückstand akzeptieren. Lewis schaffte allerdings das sofortige Rebreak, welches er auch bestätigen konnte. Aufgrund der Tatsache, dass die Legs neun und zehn aufgeteilt wurden ging Payne mit einem 6:4 im Rücken in die Kabine. Mithilfe eines 95er-Checkouts kam er auch gut aus der Pause heraus, sein walisischer Gegner hatte allerdings die passende Antwort parat und nahm kurz darauf 106 Punkte von der Scheibe. Payne ließ seinen Gegner aber nicht näher heranrücken, weil ihm zwei starke Legs von 13 und 11 Würfen gelangen und ihn soweit brachten, dass er nur noch einen Durchgang von der Ziellinie entfernt war. Lewis gab das Match noch nicht verloren und zog noch zwei Legs auf seine Seite, schlussendlich nutzt Payne seine Chance zum Matchgewinn jedoch und siegte mit 10:7.

Obwohl er ein wenig unter dem Radar schwimmt ist Jamie Hughes einer der bisher besten Spieler des Wettbewerbs. In allen seinen bisherigen vier Partien hatte er überhaupt keine Schwierigkeiten und zeigte zweimal einen Average von über 100 Punkten. Mit dem Mitfavoriten Gerwyn Price hatte „Yozza“ heute allerdings einen besonders schweren Brocken vor sich. Beiden kamen ordentlich ins Match hinein und zeigten sich zunächst sicher mit eigenem Anwurf. Im fünften Leg war es dann Hughes, der einen starken 12-Darter zeigte und so für das erste Break sorgte. In der Folge konnte der Engländer seinen Vorsprung aufrechterhalten und ihn im neunten Leg sogar ausbauen, weil Price fünf Darts auf Doppel liegen ließ. Der „Iceman“ reagierte allerdings mit einem sehenswerten 167er-Finish darauf und lag zur Pause noch mit 4:6 in Rückstand. Zurück auf der Bühne zeigte sich Price dann verbessert und stellte nach zwölf absolvierten Legs Parität her – einen 14-Darter später lag er sogar selbst in Führung. Diese baute der Waliser wenig später auf 8:6 aus, musste das darauffolgenden 15. Leg aber wieder an seinen Gegner abtreten. Nichtdestotrotz hatte Price eine überragende Schlussphase auf Lager, beendete einen 11-Darter zunächst mit einem 100er-Finish und machte kurz darauf mit seinem zweiten 167er-Checkout alles klar. Gerwyn Price gewinnt die Partie mit 10:7 und bleibt ein ganz heißer Titelkandidat.

Am vierten Board war zwischenzeitlich Martin Schindler im Einsatz. „The Wall“ war gegen Dave Chisnall natürlich Außenseiter, wollte aber für eine Überraschung sorgen. Im Auftaktleg scheiterte Schindler noch knapp an einem 164er-Finish, konnte das zweite aber gewinnen, weil sein englischer Gegner mehrfach auf Doppel patzte. Auch die nächsten beiden Legs wurden zwischen den Kontrahenten aufgeteilt, ehe Chisnall die Schlagzahl erhöhen konnte. Gleich vier Legs in Serie gingen an den Weltranglistenelften, dabei glänzte er auch mit einem 11- und einem 13-Darter. Schindler kam da nicht hinterher, vergab in zwei Situation aber auch eigene Möglichkeiten zum Leggewinn. Per 14-Darter konnte der Deutsche anschließend intervenieren und auf 3:6 aus seiner Sicht stellen. Dieses Break konnte Schindler bestätigen, geriet dann aber wieder eine von seinem Gegner dominierte Phase. „Chizzy“ gewann nämlich drei Legs nacheinander und war infolgedessen nur noch eines vom Weiterkommen entfernt. Mit einem 15-Darter konnte Schindler sein Aus zwar noch herauszögern, doch mit dem Anwurf machte Chisnall schließlich alles klar und besiegelte den Endstand von 10:5.

UK Open


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