Schindler und Clemens überstehen die dritte Runde

Am 1. März stand mit den UK Open ein traditionsreiches TV-Turnier in den Startlöchern. Ausgetragen wurde das dreitägige Event wie gewohnt im englischen Minehead; von den insgesamt 159 Teilnehmern stammen neun aus Deutschland und Österreich. Bis auf Mensur Suljovic und Max Hopp mussten alle bereits am Freinachmittag an die Arbeit. Die ersten drei Turnierrunden wurden im Modus „best of 11 Legs“ ausgetragen – gespielt wurde an acht verschiedenen Boards.

Die Partien auf der Hauptbühne

1. Runde: für Newton ist das Turnier früh beendet

Auf der von TV-Kameras eingefangenen Hauptbühne sorgten der frühere BDO-Ranglistenerste Mark McGeeney und der letztjährige UK Open-Halbfinalist David Pallett für die Turniereröffnung. Nachdem die ersten beiden Durchgänge an McGeeney gingen konnte Pallett verkürzen, ließ danach jedoch eine Gelegenheit zum Ausgleich verstreichen und lag folglich mit 1:3 hinten. Er zeigte aber eine starke Reaktion, löschte im fünften Leg zunächst 121 Punkte aus und legte einen 11-Darter nach, um für Parität zu sorgen. Doch nun drehte der „Gladiator“ auf: nach einem 13-Darter im siebten Leg checkte er wenig später 132 Punkte auf dem Bullseye aus, um so für die Vorentscheidung zu sorgen. Das ihm noch fehlende Leg holte er sich dann ohne Probleme und besiegelte den 6:3-Erfolg.

2011 stand er sogar im Finale dieses Wettbewerbs, doch im Laufe der Zeit ging es immer weiter abwärts. Die Rede ist von Wes Newton, der heute gegen Cameron Menzies die erste Runde der UK Open überstehen wollte. Der „Warrior“ durfte sich im ersten Leg nach einem eigenen Patzer ansehen, wie Menzies 108 Punkte auf Null brachte; der Schotte konnte dieses Break auch bestätigen. Newton verkürzte, vergab dann aber eine Chance zum Ausgleich und lag demzufolge mit 1:3 hinten. Der Engländer glänzte anschließend mit einem 127er-Finish, doch Menzies hielt im sechsten Leg auch mithilfe von zwei Maxima den Abstand von zwei Legs aufrecht. Nachdem auch die nächsten beiden Legs geteilt wurden benötigte „Cammy“ nur noch eines zum Weiterkommen. Newton verteidigte zwar noch einmal sein Anwurfleg, genau dies tat Menzies im zehnten Leg aber auch und hatte die Partie mit 6:4 für sich entschieden.

2. Runde: Durrant lässt nichts anbrennen

Auf der Hauptbühne ging es bereits jetzt mit der zweiten Runde weiter, dabei machten Dawson Murschell und Ross Smith den Anfang. Smith, der den Spitznamen „Smudger“ trägt feierte den deutlich erfolgreicheren Start in das Match und ging binnen weniger Minuten mit 3:0 in Front. Erst als er im vierten Leg einmal an der Doppel-18 vorbeiwarf nutzte sein kanadischer Gegner die Chance und verbuchte ein erstes Erfolgserlebnis. Die Freude darüber währte bei Murschell allerdings nicht lange, weil die Legs fünf und sechs wieder an Smith gingen. Mit dem Rücken zur Wand holte sich „Awesome Dawson“ zwar noch zwei Legs nacheinander, doch letztlich erwischte Smith die Doppel-16 und gewann die Partie mit 6:3.

Der dreifache BDO-Weltmeister und seit Neuestem auch PDC-Event-Sieger Glen Durrant feierte im Anschluss daran sein UK Open-Debüt. Für ihn ging es gegen Maik Kuivenhoven. „Duzza“ legte stark los und begrüßte das Publikum mit einem 155er-Highfinish unter Druck. Sein niederländischer Gegner antwortete stark und löschte 89 Punkte auf dem Bullseye zum 1:1. In der Folge übernahm aber Durrant wie erwartet das Kommando und holte sich drei Legs in Serie. Zudem hatte er im sechsten Leg Glück, dass Kuivenhoven drei Mal an Doppeln vorbeiwarf und ihm das Break schenkte. Durrant benötigte jetzt nur noch ein einziges Leg, brachte schon kurz darauf 91 Zähler auf Null und setzte sich klar mit 6:1 durch.

Im darauffolgenden Match duellierten sich Diogo Portela und Jamie Hughes. Letzterer übernahm in der Anfangsphase die Initiative und holte sich die ersten drei Durchgänge allesamt, dabei zeigte er unter anderem einen 13-Darter und ein 82er-Finish. Zudem sorgte er wenig später für ein echtes Highlight, als er 161 Punkte zum Break und zum 4:0 ausmachen konnte. Erst danach schaffte es Portela endlich, auch ein Leg auf seine Seite zu ziehen, doch Hughes war am heutigen Tag deutlich zu gut. „Yozza“ nahm zunächst 127 Punkte auf dem Bullseye mit, holte sich mit einem 15-Darter das ihm noch fehlende Leg und kam unterm Strich auf einen weltklasse Average von fast 108 Punkten. Der Nordire Kevin Burness, Teilnehmer der WM 2019, war als nächstes an der Reihe und traf auf Scott Taylor. Burness eröffnete mit einem 95er-Bullfinish und schnappte sich auch das zweite Leg, doch Taylor checkte seinerseits 95 Punkte und verkürzte. Burness reaktivierte anschließend den alten Abstand, es sollte jedoch tatsächlich sein letztes Erfolgserlebnis bleiben. Denn Taylor riss die Zügel an sich, gewann fünf Legs in Serie und zog als Ergebnis dessen in die dritte Runde ein.

3. Runde: Humphries und Van den Bergh überzeugen

Gestern spielte er noch vor tausenden Zuschauern in der Premier League, heute Nachmittag ging es für Luke Humphries in Minehead sofort weiter. „Cool Hand Luke“ spielte zum Start der dritten Runde gegen Vincent van der Voort. Humphries eröffnete mit einem 13-Darter und legte ein 116er-Highfinish nach, zudem profitierte er Minuten später von zwei Patzern seines Gegners und erhöhte gar auf 3:0. Mit einem 89er-Finish konnte sich der Niederländer danach endlich zu Wort melden, vergab im darauffolgenden Leg aber zwei Chancen, um noch weiter zu verkürzen. Stattdessen erwischte Humphries die Doppel-2 und sorgte so für die Vorentscheidung. Die beiden ihm nun noch fehlenden Legs holte sich der Engländer mit 14 und 12 Würfen, eine überzeugende Leistung bringt ihn in die vierte Runde.

Mit einem weiteren Duell zweier bekannter Spieler ging es weiter, als WM-Halbfinalist Nathan Aspinall auf Toni Alcinas aus Spanien traf. „The Samurai“ holte sich das Auftaktleg, hatte dann aber nicht mehr viel zu melden, weil Aspinall einen guten Tag erwischt hatte. „The Asp“ holte sich nämlich vier Legs hintereinander und brillierte dabei auch mit zwei 12-Dartern. Alcinas hatte in diesem Zeitraum nicht einmal auf Doppel werfen dürfen, tat dies wieder im sechsten Leg der Partie, zielte aber zu ungenau auf Tops. Demzufolge benötigte Aspinall nur noch ein Leg zum Weiterkommen. Auch aufgrund dreier verfehlter Matchdarts seines Gegners konnte der Spanier noch zwei Legs auf seine Seite ziehen, doch Aspinall hatte nun genug gesehen und besiegelte das 6:3-Schlussresultat mit einem 110er-Highfinish.

„Rapid“ Ricky Evans bekam es schon kurz darauf mit Alcinas‘ Landsmann Jose Justicia zu tun. Der Engländer fand gut in die Begegnung hinein und erarbeitete sich innerhalb kurzer Zeit einen 3:0-Vorsprung. Justicia holte sich anschließend sein erstes Leg, vergab danach aber zwei wichtige Breakdarts und lag folglich wieder mit drei Legs in Rückstand. Doch nun schwächelte plötzlich Evans vor allem beim Scoring, erspielte sich in der nächsten Zeit keine Würfe auf Doppelfelder und ermöglichte seinem spanischen Gegner den 4:4-Ausgleich. Nachdem die beiden darauffolgenden Legs ebenfalls geteilt wurden und nachdem Evans fünf Matchdarts vergab ging es ins alles entscheidende elfte Leg. Dort zeigte Evans allerdings seine ganze Klasse, ließ mit einem 14-Darter gar nichts anbrennen und ist auch am Freitagabend noch mit dabei.

Nun fehlte nur noch ein Match auf der Hauptbühne, und an diesem war der Juniorenweltmeister beteiligt. Dimitri Van den Bergh wollte seinen Turnierstart gegen den früheren WM-Finalisten Kirk Sheperd erfolgreich gestalten. Die ersten vier Legs gingen allesamt an den Belgier, wobei Sheperd in den Legs Nummer drei und vier selbst Möglichkeiten auf Doppelfelder hatte. Zudem verpasste der Engländer im fünften Leg nur knapp ein 157er-Highfinish, musste dann auch dieses Leg an seinen Gegner abtreten und stand kurz vor dem Aus. Nachdem Van den Bergh dann noch 88 Punkte ausmachte war es soweit, er verpasste seinem Kontrahenten die Höchststrafe und zog in die vierte Runde ein.

Die Partien mit deutschsprachiger Beteiligung

1. Runde: Frühes Aus für Bunse und Rodriguez

Michael Rasztovits aus Österreich musste als Challenge Tour-Qualifikant schon in der Auftaktrunde ran und spielte am zweiten Board gegen Barry Lynn. Die ersten vier Legs wurden allesamt mit den jeweiligen Anwürfen gewonnen, Rasztovits ließ währenddessen aber insgesamt sechs Breackchancen liegen. Erst im fünften Leg gelang dem Österreicher das erhoffte Break, welches er trotz acht Fehlern ein Leg später zum 4:2 bestätigen konnte. Lynn, UK Open-Viertelfinalist von 2016, steckte nicht auf und profitierte in der Folge von weiteren Patzern seines Kontrahenten, um auf 4:4 auszugleichen. Allerdings hatte Rasztovits den längeren Atem, gewann zwei Legs nacheinander und zog deshalb in die nächste Runde ein.

Auch Christian Bunse, seit Januar Besitzer einer Tourkarte, griff in der ersten Runde in den Wettbewerb ein. Gegen John Michael aus Griechenland sollte sein UK Open-Debüt natürlich möglichst gelingen. Nachdem die ersten beiden Legs noch geteilt wurden musste Bunse abreißen lassen und sah dabei zu, wie Michael auch mithilfe eines 12-Darters auf 3:1 stellte. Der „Bunsenbrenner“ kämpfte sich allerdings gut zurück, breakte im fünften Leg und löschte im sechsten 100 Punkte aus, um auf 3:3 auszugleichen. Auch nach acht gespielten Legs war noch alles ausgeglichen. Michael ging dann mit 5:4 in Führung und hatte dann Glück, dass sein deutscher Gegner eine Chance ausließ, um für das Entscheidungsleg zu sorgen. So traf Michael die Doppel-16 und war der Sieger dieser Begegnung.

Auch „Little John“ war schon in der ersten Runde mit von der Partie. In seiner Auftaktbegegnung ging es für Rowby-John Rodriguez gegen Robbie Collins. Rodriguez fand zu keinem Zeitpunkt in sein Spiel hinein. Neben schwachem Scoring leistete er in den Legs Nummer drei und vier Fehlwürfe auf die Doppel und lag nach fünf absolvierten Legs aussichtslos mit 0:5 im Rückstand. Mit einem 90er-Finish konnte er dann immerhin den Whitewash verhindern, ließ im siebten Leg aber nochmals fünf Möglichkeiten liegen. Stattdessen erwischte Collins die doppelte 9 zu Matchgewinn und feierte einen klaren 6:1-Erfolg. Der Average von „Little John“ lag am Ende bei lediglich 77 Punkten.

2. Runde: Marijanovic scheitert, Rasztovits mit starken Nerven.

Als Nummer 71 der Welt blieb Robert Marijanovic die erste Runde erspart, in der zweiten musste er sich allerdings mit dem Belgier Davy Van Baelen auseinandersetzen. Van Baelen erlebte den besseren Start in die Partie und lag mit 2:0 und 3:1 in Front, verpasste im fünften Leg aber mehrere Chancen, um die Führung weiter auszubauen. Dies nutzte der „Robstar“ aus, der zunächst breakte und dann per 13-Darter zum 3:3-Ausgleich kam. Allerdings erlaubte Marijanovic sowohl im siebten als auch im achten Leg Fehler auf Doppelfelder, die ihm sein belgischer Gegner nicht durchgehen ließ. Van Baelen brauchte beim Stand von 5:3 nur noch ein Leg, machte wenig später 68 Punkte aus und erreichte die nächste Runde.

Nach der überstandenen ersten Runde ging es für Michael Rasztovits nun gegen Conan Whitehead weiter. Die ersten fünf Legs wurden ausnahmslos vom jeweiligen Anwerfer gewonnen, wobei beide Spieler hier und da Breakchancen ungenutzt ließ. Whitehead lag zu diesem Zeitpunkt also mit 3:2 vorne und konnte dank dreier Fehler seines Gegners anschließend zum ersten Break kommen. Auch bei den nächsten beiden Leggewinnen handelte sich dann um Breaks, sodass Whitehead beim Stand von 5:3 nur noch einen Durchgang zum Sieg benötigte. Der Österreicher hatte dann das notwendige Glück, dass sein Kontrahent Matchdarts ausließ und sorgte im weiteren Verlauf für das Entscheidungsleg. Dort postierten sich beide nach zwölf Würfen bei 107 Restpunkten. Während der anwerfende Whitehead scheiterte checkte Rasztovits tatsächlich diese Punktzahl und jubelte über das Weiterkommen.

3. Runde: Hudson ist für Rasztovits Endstation

Direkt nach der Auslosung war klar, es in der dritten Runde in jedem Fall zu einem deutsch-österreichischen Duell kam. Protagonisten waren dabei der Saarländer Gabriel Clemens und Zoran Lerchbacher aus der Steiermark. Lerchbacher fand besser hinein und holte sich die ersten beiden Legs, doch Clemens ließ in der Folge erkennen, dass er nur Anlauf genommen hatte. Vier Leggewinne hintereinander ließen ihn den Turnaround schaffen und brachten ihn mit 4:2 in Front. Lerchbacher kam überhaupt nicht hinterher und ließ im siebten Leg zudem eine Möglichkeit auf Doppel verstreichen. Stattdessen bedankte sich der „German Giant“ und war nur noch 501 Punkte vom Sieg entfernt. Letztendlich steckte sein Dart in der Doppel-20 und brachte ihm das klare 6:2 ein.

Die deutsche Nummer zwei Martin Schindler griff ebenfalls auf dieser Turnierebene ins Geschehen ein und traf dabei auf Marijanovic-Bezwinger Davy Van Baelen. Der Belgier startete zunächst besser und sicherte sich die ersten beiden Legs, vergab dann aber eine Chance zum 3:0 und wurde in der Folge für längere Zeit zum Zuschauer degradiert. Denn Schindler drehte mächtig auf, holte sich vier Legs in Serie und stellte die Partie auf den Kopf. Erst im darauffolgenden siebten Leg konnte Van Baelen wieder eingreifen und spielte dazu einen 12-Darter. „The Wall“ brachte danach sein eigenes Anwurfleg durch und stand kurz vor dem Sieg. Van Baelen verkürzte allerdings auf 4:5 und hatte sich wenig später bereits in Stellung gebracht, um den Decider herbeizuführen. Doch Schindler ließ ihn nicht mehr ran, weil er 111 Punkte zum Match checkte und sein Weiterkommen perfekt machte.

Zwei Runden hatte er bereits überstanden, eine hatte er am Freitagnachmittag noch vor sich: für Michael Rasztovits ging es am achten Board gegen Peter Hudson. Der Österreicher eroberte sich das Premierenleg, konnte dann aber nicht mehr Schritt halten. Hudson holte sich ganze fünf Legs hintereinander und zeigte unter anderem einen 11-Darter. Dabei hatte er aber auch Glück, dass Rasztovits sowohl im fünften als auch im sechsten Leg mehrere Chancen auf Doppelfelder ausließ. Zwar konnte Rasztovits dann noch seinerseits einen 11-Darter produzieren, von großem Nutzen war der allerdings nicht. Denn Hudson holte sich das ihm noch fehlende Leg mit 14 Würfen und beendete das Turnier seines österreichischen Gegners.

UK Open


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