Marcel Hausotter Portrait

Deutschland erfuhr spätestens seit der Weltmeisterschaft 2015 einen echten Dart-Hype. Mit Max Hopp und Sascha Stein schafften es erstmals zwei deutsche Spieler in die zweite Runde einer WM der Professional Darts Corporation. Doch hinter diesen Beiden stehen eine Reihe junger Dartspieler, die hungrig auf Erfolg sind. Einer von ihnen ist der Berliner Marcel Hausotter.

160 schmerzhafte Punkte

Er schreitet ans Oche. 150 Punkte muss er auschecken um in Führung zu gehen. Der erste Dart trifft die einfache 19, es ist in diesem Durchgang nicht mehr möglich. Doch er stellt sich 54 Punkte Rest, alles ist noch drin. Sein Gegner ist zwar ein ehemaliger WM-Finalist, doch 160 Punkte bringt man nicht so einfach auf Null. Marcel wartet auf seine Chance, nur ein Fehler des Kontrahenten und er ist da. Doch er wartet vergeblich. 160 Punkte sind ausgeworfen und Marcel Hausotter gerät in Rückstand.

Es war das erste Leg in der Begegnung Marcel Hausotter gegen Kirk Shepherd bei den German Darts Masters 2014 in Berlin.

Marcel hatte sich durch seine Siege im Qualifikationsturnier gegen Rene Cheng, Holger Hentrup, Fabian Herz und Michael Hurtz für die Endrunde qualifiziert und nahm damit erstmals bei einem European Tour Event teil. Für ihn als Berliner war dies natürlich etwas ganz besonderes.

Von Spandau ging’s nach Falkensee

Geboren wurde Marcel am 30. November 1991 im Waldkrankenhaus in Berlin-Spandau. Wenige Jahre später folgte dann aber der Umzug nach Falkensee, wo Hausotter auch die Grundschule besuchte. Mit zwölf Jahren entdeckte er Darts für sich. „Wir hatten damals, da hab ich noch in Falkensee gewohnt, mit meinen ganzen Freunden Jugendtreffs, so kann man das nennen. Irgendwann haben dort Leute eine Dartmannschaft aufgemacht und wir haben gefragt, ob wir mitspielen dürfen“. Bereits mit 13 Jahren spielte der heute 27-Jährige sein erstes Ligaspiel, wenn auch mit holprigem Start. „Ich kann mich eigentlich nur noch an die ersten drei Pfeile erinnern und die waren alle drüber. Null Punkte also“. Marcel spielte zwei Jahre lang E-Dart, ehe mit 15 Jahren Steeldarts folgte.

Marcel Hausotter Charlottenburg
Marcel Hausotter in Charlottenburg

Auch im Urlaub wird Dart gespielt

Nach Beendigung der Oberschule in Elstal kam er zurück nach Berlin. Dort besucht er aktuell die Berufsschule in Neukölln. Marcel ist Auszubildender bei Takeda Pharmaceutical, einem japanischen Unternehmen. Er stellt dort Arzneimittel her. An dieser Arbeit hat er sehr viel Spaß. „Chemie in der Schule früher, das hat immer Spaß gemacht. Es ist schon toll, das jetzt so ein bisschen mit dem Job zu verbinden“. Durch seine Ausbildung bleibt natürlich nicht mehr viel Zeit für den Dartsport. Doch der Berliner versucht trotzdem mindestens eine halbe Stunde am Tag zu trainieren. Desweiteren spielt er so viele Turniere wie möglich, vor allem mit seinem Verein, den Red Tops.

Neben den Turnieren in Deutschland besucht er auch gerne Wettbewerbe im Ausland, um seine Fähigkeiten zu verbessern. 2011 war er in Posen und im Oktober 2014 nahm er an den Griechenland Open teil und wurde immerhin Fünfter. Der Sieger des damaligen Wettbewerbs, John Michael, spielte zwei Monate später sogar bei der Weltmeisterschaft mit. „Ein Freund von mir ist Grieche und der ist da jedes Jahr hingefahren. Und so kam es dann einfach dazu, dass wir mitgefahren sind. Sechs Tage mit ein bisschen Urlaub verbunden, hat viel Spaß gemacht. Es lief ganz gut, ich bin Fünfter geworden.“

„Eines der besten Turniere, die ich je gespielt habe“

Für den fünften Platz reichte es bei den German Darts Masters 2014 in Berlin nicht. Er unterlag Kirk Shepherd am Ende mit 1:6 und schied somit nach der ersten Runde aus. Doch dieses Turnier hat ihn nur noch mehr beflügelt. Er möchte angreifen und in dem Sport was erreichen. Nach der Ausbildung wird er versuchen sich verstärkt auf den Dartsport zu fokussieren und wieder mehr zu trainieren, denn er weiß selbst: Um bei einer Weltmeisterschaft mitspielen zu können reicht eine halbe Stunde Training am Tag nicht aus. Und das ist sein Ziel: die Weltmeisterschaft. „Ich denke dieses Jahr wird es noch relativ schwer, aber ja, wenn es möglich wäre möchte ich in den nächsten drei Jahren dort spielen. Das wäre mein Ziel“.

Marcel Hausotter Charlottenburg
Hausotter am Dartboard
Um es am Ende wirklich zu schaffen fehlt es letztlich vor allem an den finanziellen Mitteln. Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft geht nur über gute Resultate bei Turnieren, doch die Reisen sowie die Teilnahme verschlingen Geld. Einen Sponsor hat Marcel mit One80 Dart bereits gefunden. Wenn alles gut geht, werden wir den jungen Berliner aber schon bald wieder auf größeren Darts-Bühnen sehen können, wenn er sich erneut für ein European Tour Event qualifiziert. Er hat sich für das Jahr 2015 den Wettbewerb in Riesa fest vorgenommen und wird wieder alles geben um dabei zu sein und vielleicht noch weiter zu kommen als in Berlin.

Tobias Gürtler

Marcel Hausotter Fakten
Name Marcel Hausotter Spitzname Hausi
Geburtsort Berlin Geburtstag 30.11.1991
Darts 25g R. van Barneveld Walk-On Musik „Shot me down“,David Guetta


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