Littler entscheidet nächsten Krimi für sich und triumphiert erneut in Leeds
Der 14. Spieltag in Leeds hatte keinen klaren Verlauf – dafür aber sechs Partien, die fast durchweg bis zum letzten Leg offenblieben. Nur das rein walisische Duell zwischen Jonny Clayton und Gerwyn Price endete deutlich, danach reihte sich ein Decider an den nächsten. Luke Littler überstand dabei gleich drei enge Matches, gewann erneut den Abend und baute seine Spitzenposition weiter aus. Besonders auffällig: Selbst kleine Fehler auf die Doppel wurden an diesem Abend sofort bestraft.
Clayton nutzt Doppelprobleme von Price konsequent aus
Der Abend begann mit einem klaren Erfolg für Jonny Clayton gegen Gerwyn Price. Dabei verlief die Partie auf die Scores betrachtet zunächst ausgeglichener, als es das Endergebnis vermuten ließ. Price spielte ordentlich mit und war im Scoring sogar leicht stärker bei den 180ern, ließ auf die Doppel aber zu viele Möglichkeiten liegen.
Clayton nutzte diese Schwächephasen konsequent aus und setzte sich früh etwas ab. Vor allem in den mittleren Legs spielte „The Ferret“ deutlich sauberer auf die äußeren Felder und kontrollierte damit das Matchgeschehen.
Price fand nie wirklich Zugriff auf die Partie und kam über zwei Legs nicht hinaus. Clayton machte den 6:2-Erfolg souverän perfekt und sorgte damit erst für seinen zweiten Sieg gegen Price in bislang 14 Premier-League-Duellen.
| Jonny Clayton | 6:2 | Gerwyn Price |
| 98,53 | Average | 97,34 |
| 2 | 180s | 3 |
| 68 | High-Finish | 40 |
| 0 | 100+ Checkouts | 0 |
| 40% | Finishing | 17% |
Littler übersteht offenen Schlagabtausch gegen van Gerwen
Im zweiten Viertelfinale lieferten sich Luke Littler und Michael van Gerwen eine Partie, in der beide Spieler regelmäßig hohes Tempo gingen, sich auf die Doppel jedoch mehrfach unnötig das Leben schwer machten.
Schon das erste Leg zog sich ungewöhnlich lange hin, ehe Littler nach 25 Darts erstmals auf die Anzeigetafel kam. Danach nahm die Partie aber deutlich Fahrt auf. Beide Spieler bewegten sich konstant im Bereich von 100 Punkten im Average, van Gerwen setzte sogar minimal den besseren Schnitt.
Entscheidend wurde letztlich ein starkes 141er-Finish von Littler, das ihm in der Schlussphase den Vorteil verschaffte. Van Gerwen hielt die Partie bis zum Decider offen, vergab jedoch zu viele Chancen auf die Doppel. Littler nutzte seine Gelegenheit und brachte das Match mit 6:5 über die Linie.
„Das war harte Arbeit“, erklärte Littler später. „Michael hat konstant Druck gemacht, deshalb musste ich meine Chancen nutzen, sobald sie da waren.“
| Luke Littler | 6:5 | Michael van Gerwen |
| 100,28 | Average | 101,15 |
| 4 | 180s | 5 |
| 141 | High-Finish | 48 |
| 1 | 100+ Checkouts | 0 |
| 32% | Finishing | 23% |
Humphries kämpft sich gegen Rock ins Halbfinale
Auch Luke Humphries musste über die volle Distanz gehen. Gegen Josh Rock entwickelte sich kein hochklassiges Match, dafür aber ein umkämpftes Viertelfinale mit mehreren Wendungen.
Rock überzeugte phasenweise im Scoring und warf mehr Maxima als Humphries, doch in den entscheidenden Situationen blieb der Engländer stabiler. Besonders wichtig wurde ein starkes 124er-Checkout, mit dem Humphries in einer kritischen Phase die Kontrolle behielt.
Rock hielt das Match bis zum Entscheidungsleg offen, konnte seine Chancen auf die Doppel aber nicht konsequent genug verwerten. Humphries nutzte schließlich seinen Anwurf im letzten Leg und zog mit einem knappen 6:5 ins Halbfinale ein.
„Es war nicht mein bestes Spiel, aber solche Siege brauchst du manchmal“, sagte Humphries nach der Partie.
| Luke Humphries | 6:5 | Josh Rock |
| 95,32 | Average | 91,65 |
| 2 | 180s | 4 |
| 124 | High-Finish | 40 |
| 1 | 100+ Checkouts | 0 |
| 29% | Finishing | 26% |
Bunting bestraft van Veens verpasste Matchdarts
Das letzte Viertelfinale des Abends blieb ebenfalls bis zum Schluss spannend. Stephen Bunting und Gian van Veen lieferten sich ein wechselhaftes Match, in dem sich zunächst keiner entscheidend absetzen konnte.
Van Veen wirkte zwischenzeitlich leicht stabiler und erspielte sich im Decider sogar Matchdarts, brachte die Partie jedoch nicht ins Ziel. Bunting blieb ruhig, nutzte seine letzte Chance und drehte das Spiel noch zum 6:5-Erfolg.
Für den Engländer war es das erste Halbfinale seit dem zehnten Spieltag – und ein wichtiger Sieg im Kampf um den Anschluss. „Ich wusste, dass noch eine Gelegenheit kommt“, erklärte Bunting. „Zum Glück habe ich sie diesmal genutzt.“
| Stephen Bunting | 6:5 | Gian van Veen |
| 90,14 | Average | 90,61 |
| 4 | 180s | 2 |
| 76 | High-Finish | 96 |
| 0 | 100+ Checkouts | 0 |
| 33% | Finishing | 36% |
Littler setzt sich erneut im Decider durch
Das erste Halbfinale zwischen Luke Littler und Jonny Clayton verlief deutlich enger, als es viele nach Claytons souveränem Auftaktsieg erwartet hatten. Der Waliser spielte konstant stark und überzeugte vor allem auf die Doppel.
Clayton checkte stark, brachte 63 Prozent seiner Versuche ins Ziel und hielt Littler damit dauerhaft unter Druck. Dennoch gelang es ihm nicht, sich entscheidend abzusetzen.
Littler blieb über das gesamte Match hinweg im Spiel, warf fünf 180er und rettete sich erneut in ein Entscheidungsleg. Dort nutzte der Tabellenführer seine Chance konsequent und machte den nächsten 6:5-Erfolg perfekt.
„Nach dem Sieg wusste ich, dass ich einen guten Vorsprung in der Tabelle habe“, sagte Littler. „Jetzt geht es darum, oben zu bleiben.“
| Luke Littler | 6:5 | Jonny Clayton |
| 94,69 | Average | 98,82 |
| 5 | 180s | 4 |
| 56 | High-Finish | 81 |
| 0 | 100+ Checkouts | 0 |
| 40% | Finishing | 63% |
Humphries und Bunting liefern Match des Abends
Das zweite Halbfinale entwickelte sich zum spielerischen Höhepunkt des Abends. Luke Humphries und Stephen Bunting lieferten sich ein Match auf höchstem Niveau und spielten beide einen Average jenseits der 105 Punkte.
Bunting sorgte mit sechs 180ern und einem starken 121er-Checkout immer wieder für Highlights, doch Humphries hielt konstant dagegen und ließ sich auch in schwierigen Situationen nicht abschütteln.
Die Partie blieb bis zum letzten Leg offen, ehe Humphries sich im Decider durchsetzen konnte. Mit 6:5 zog der Titelverteidiger erneut ins Finale ein und hielt gleichzeitig seine Chancen auf die Play-Offs am Leben.
„Das war wahrscheinlich mein bestes Spiel der letzten Wochen“, meinte Humphries anschließend. „Stephen hat mich die ganze Zeit gefordert.“
| Luke Humphries | 6:5 | Stephen Bunting |
| 106,68 | Average | 105,67 |
| 4 | 180s | 6 |
| 81 | High-Finish | 121 |
| 0 | 100+ Checkouts | 1 |
| 46% | Finishing | 42% |
Littler dreht Finale nach Matchdart gegen sich
Wie schon in Aberdeen trafen Luke Littler und Luke Humphries auch in Leeds im Finale aufeinander – und erneut ging es bis ins letzte Leg.
Beide Spieler hielten zunächst souverän ihre Anwürfe. Humphries setzte mit einem starken 132er-Checkout auf das Bullseye ein erstes Ausrufezeichen, Littler antwortete wenig später direkt mit einem 146er-Finish.
Auch danach blieb die Partie komplett ausgeglichen. Humphries gelang beim Stand von 4:4 das wichtige Break zum 5:4, wodurch er nur noch ein Leg vom Tagessieg entfernt war.
Im zehnten Leg vergab Humphries dann jedoch einen Matchdart – und Littler nutzte die Gelegenheit sofort. Der Weltmeister checkte 64 Punkte zum Ausgleich und spielte im Entscheidungsleg anschließend stark genug, um sich auch den dritten Decider des Abends zu sichern.
„Das war ein wichtiger Moment“, sagte Littler nach dem Finale. „Als Luke den Matchdart verpasst hat, musste ich da sein. Wieder gegen ihn zu gewinnen, fühlt sich natürlich gut an.“
Mit seinem sechsten Tagessieg der Saison stellte Littler zugleich seinen eigenen Rekord aus dem Vorjahr ein und baute seine Führung in der Tabelle weiter aus.
| Luke Littler | 6:5 | Luke Humphries |
| 100,67 | Average | 100,90 |
| 5 | 180s | 4 |
| 146 | High-Finish | 132 |
| 1 | 100+ Checkouts | 1 |
| 46% | Finishing | 56% |
| Viertelfinals | Halbfinals | Finale | |||
| Best of 11 | Best of 11 | Best of 11 | |||
| 2 | G.Price | ||||
| 6 | J.Clayton | 5 | J.Clayton | ||
| 6 | L.Littler | 6 | L.Littler | ||
| 5 | M.v.Gerwen | 6 | L.Littler | ||
| 5 | J.Rock | 5 | L.Humphries | ||
| 6 | L.Humphries | 6 | L.Humphries | ||
| 5 | G.v.Veen | 5 | S.Bunting | ||
| 6 | S.Bunting | ||||
Fotos © PDC @ Darts1

