Littler dreht Finale und schnappt sich den Tagessieg in Aberdeen
In Aberdeen entwickelte sich der 13. Spieltag zu einer Demonstration von Timing – nicht zwingend von durchgehender Dominanz. Mehrfach kippten Matches in entscheidenden Momenten, Führungen erwiesen sich als trügerisch, und gerade im Finale wurde deutlich, wie schnell sich ein Spiel noch drehen kann. Luke Littler nutzte genau diese Phasen konsequent aus und sicherte sich so den Tagessieg – obwohl er im Endspiel bereits mit dem Rücken zur Wand stand.
Littler bleibt Rock-Albtraum: Starker Auftakt gegen den Nordiren
Das Auftaktmatch des Abends brachte ein klares Bild der Ausgangslage mit sich: Luke Littler traf als Tabellenzweiter auf Schlusslicht Josh Rock – und bestätigte diese Rollenverteilung auch auf der Bühne. Beide starteten solide in die Partie und hielten zunächst ihre Anwürfe, ehe Littler sich mit zunehmender Spieldauer leichte Vorteile im Scoring erarbeitete. Mit einem Average jenseits der 100-Punkte-Marke kontrollierte der Engländer zunehmend das Geschehen, während Rock zwar effizient auf die Doppel war, sich aber zu selten in aussichtsreiche Finish-Positionen brachte. Ein Break zum 4:2 brachte Littler endgültig auf Kurs. Rock hielt mit starkem Scoring dagegen, doch Littler blieb cool und brachte den 6:3-Erfolg routiniert ins Ziel. „Ich habe mich direkt wohlgefühlt auf der Bühne“, erklärte Littler später, „und genau das wollte ich gleich im ersten Spiel zeigen.“
| Luke Littler | 6:3 | Josh Rock |
| 105,86 | Average | 101,25 |
| 3 | 180s | 3 |
| 75 | High-Finish | 86 |
| 0 | 100+ Checkouts | 0 |
| 46% | Finishing | 100% |
Price überlebt Bunting-Krimi: Comeback nach 3:5-Rückstand
Das zweite Viertelfinale entwickelte sich schnell zu einem echten Thriller. Stephen Bunting erwischte den besseren Start und setzte mit konstantem Scoring sowie einem starken 124er-Finish früh Akzente. Bis zum 5:3 sah alles nach einem Sieg für „The Bullet“ aus, doch dann kam Gerwyn Price zurück. Der Waliser profitierte von ausgelassenen Chancen seines Gegners – gleich mehrere Matchdarts ließ Bunting ungenutzt. Price nutzte diese Einladung eiskalt, kämpfte sich Leg für Leg zurück und entschied das Spiel schließlich im Decider mit 6:5 für sich. „Ich wusste, dass ich noch eine Chance bekomme – und die musste ich nutzen“, sagte Price erleichtert nach der Partie.
| Gerwyn Price | 6:5 | Stephen Bunting |
| 95,98 | Average | 97,02 |
| 4 | 180s | 5 |
| 92 | High-Finish | 124 |
| 0 | 100+ Checkouts | 1 |
| 40% | Finishing | 25% |
Van Veen mit Statement: Clayton chancenlos
Ein echtes Ausrufezeichen setzte Gian van Veen im Duell mit Jonny Clayton. Der Niederländer präsentierte sich von Beginn an in bestechender Form und dominierte sowohl im Scoring als auch auf die Doppel. Besonders beeindruckend: Ein spektakuläres 152er-Finish, das nicht nur das Publikum begeisterte, sondern auch den Widerstand Claytons endgültig brach. Der Waliser fand nie wirklich ins Match und konnte dem Tempo van Veens kaum folgen. Mit einem klaren 6:2 sicherte sich van Veen das Halbfinalticket – ein Auftritt, der genau zur richtigen Zeit kam. „So habe ich mich lange nicht gefühlt auf der Bühne“, ließ der Niederländer durchblicken.
| Gian van Veen | 6:2 | Jonny Clayton |
| 104,32 | Average | 95,14 |
| 3 | 180s | 1 |
| 152 | High-Finish | 88 |
| 2 | 100+ Checkouts | 0 |
| 50% | Finishing | 29% |
Humphries setzt Zeichen: Souverän gegen van Gerwen
Im Duell zweier Topstars zeigte Luke Humphries eine reife und kontrollierte Leistung gegen Michael van Gerwen. Der Engländer agierte deutlich ruhiger als zuletzt und spielte seine Chancen konsequent aus. Van Gerwen setzte zwar mit zwei High-Finishes Highlights, doch insgesamt fehlte dem Niederländer die Konstanz. Humphries hingegen nutzte seine Möglichkeiten effizient und zog mit einem 6:3-Erfolg ins Halbfinale ein. „Ich habe heute bewusst etwas ruhiger gespielt“, erklärte Humphries. „Das hat mir geholfen, die wichtigen Momente für mich zu entscheiden.“
| Luke Humphries | 6:3 | Michael van Gerwen |
| 99,18 | Average | 91,02 |
| 3 | 180s | 1 |
| 35 | High-Finish | 122 |
| 0 | 100+ Checkouts | 2 |
| 33% | Finishing | 50% |
Littler lässt Price keine Chance: Einseitiges Halbfinale
Im ersten Halbfinale knüpfte Littler nahtlos an seine starke Auftaktleistung an. Gegen Gerwyn Price ließ der junge Engländer von Beginn an keinen Zweifel daran, wer dieses Match kontrollieren würde. Mit druckvollem Scoring und sicheren Checkouts zog Littler schnell davon, während Price nie wirklich Zugriff auf die Partie bekam. Besonders auffällig: Price blieb ohne einzige 180 – ein klares Indiz für die Dominanz Littlers. Am Ende stand ein deutliches 6:1, mit dem sich Littler souverän ins Finale spielte. „Ich wusste, dass ich mein Spiel einfach durchziehen muss“, so Littler.
| Luke Littler | 6:1 | Gerwyn Price |
| 98,34 | Average | 94,18 |
| 4 | 180s | 0 |
| 78 | High-Finish | 40 |
| 0 | 100+ Checkouts | 0 |
| 46% | Finishing | 20% |
Humphries übersteht van Veen-Test: 160er-Finish als Schlüssel
Das zweite Halbfinale war deutlich umkämpfter. Gian van Veen bestätigte seine starke Form und lieferte Humphries einen offenen Schlagabtausch auf hohem Niveau. Der Niederländer überzeugte mit starkem Scoring und setzte Humphries immer wieder unter Druck. Doch der entscheidende Moment kam im vorletzten Leg: Humphries checkte spektakulär 160 Punkte und riss damit das Momentum an sich. Dieser Moment kippte die Partie endgültig, Humphries setzte sich mit 6:3 durch und zog ins Finale ein. „Das 160er-Finish hat mir unglaublich geholfen“, gab er zu. „Das war der Wendepunkt.“
| Luke Humphries | 6:3 | Gian van Veen |
| 101,80 | Average | 102,67 |
| 3 | 180s | 5 |
| 160 | High-Finish | 61 |
| 1 | 100+ Checkouts | 0 |
| 50% | Finishing | 75% |
Finale: Littler dreht 3:5 und krönt sich zum Tagessieger
Das Finale hielt, was es versprach – und noch mehr. Beide Spieler starteten mit sechs Holds in Serie und lieferten sich ein Duell auf absolutem Topniveau. Dann setzte Humphries einen Glanzpunkt: Mit einem 10-Darter breakte er Littler und zog anschließend auf 5:3 davon. Zudem brillierte er mit einem starken 130er-Checkout – die Tür zum Tagessieg stand weit offen. Doch Littler bewies einmal mehr seine Nervenstärke. Mit Legs in 12 und 11 Darts kämpfte er sich zurück und erzwang den Decider. Dort spielte er seinen Vorteil beim Anwurf konsequent aus und machte mit der Doppel-10 den 6:5-Sieg perfekt.
„Natürlich will ich immer an der Tabellenspitze stehen“, erklärte Littler nach dem Spiel. „Ich habe mich heute den ganzen Abend über gut gefühlt – und solche Matches geben dir nochmal extra Selbstvertrauen.“ Humphries zeigte sich trotz der Niederlage kämpferisch: „Wenn ich dieses Niveau halte, werde ich meine Chancen bekommen.“
| Luke Littler | 6:5 | Luke Humphries |
| 104,11 | Average | 103,10 |
| 2 | 180s | 4 |
| 88 | High-Finish | 130 |
| 0 | 100+ Checkouts | 1 |
| 35% | Finishing | 56% |
| Viertelfinals | Halbfinals | Finale | |||
| Best of 11 | Best of 11 | Best of 11 | |||
| 3 | J.Rock | ||||
| 6 | L.Littler | 6 | L.Littler | ||
| 5 | S.Bunting | 1 | G.Price | ||
| 6 | G.Price | 6 | L.Littler | ||
| 2 | J.Clayton | 5 | L.Humphries | ||
| 6 | G.v.Veen | 3 | G.v.Veen | ||
| 6 | L.Humphries | 6 | L.Humphries | ||
| 3 | M.v.Gerwen | ||||
Fotos © PDC @ Darts1

