Littler gewinnt episches Finale gegen Humphries und holt den Premier-League-Titel zurück

59 Legs, zwei Decider in den Halbfinals und ein Endspiel, das über weite Strecken kaum Luft zum Durchatmen ließ – der Finalabend in London entwickelte sich zu einem würdigen Abschluss der Premier-League-Saison. Vor allem Luke Littler und Luke Humphries lieferten sich im Endspiel ein Duell auf außergewöhnlichem Niveau, nachdem beide zuvor bereits dramatische Halbfinals überstanden hatten. Am Ende war es erneut Littler, der im entscheidenden Moment die besseren Antworten fand und sich zum zweiten Mal den Titel sicherte.

Littler übersteht Price-Comeback und erreicht erneut das Finale

Das erste Halbfinale zwischen Luke Littler und Gerwyn Price begann zunächst ausgeglichen. Beide Spieler fanden schnell ihren Rhythmus, hielten ihre Anwürfe und sorgten früh für hohes Tempo.

Nach der ersten Pause zog Littler das Niveau jedoch deutlich an. Der Weltmeister gewann fünf Legs in Serie, traf regelmäßig die Triple und erspielte sich scheinbar komfortabel eine 9:4-Führung. Price wirkte in dieser Phase bereits geschlagen.

Doch der Waliser antwortete eindrucksvoll. Mit drei Highfinishes – darunter ein starkes 137er-Checkout – kämpfte sich Price zurück ins Match und gewann selbst fünf Legs nacheinander. Damit stand es völlig überraschend wieder 9:9.

Im Entscheidungsleg behielt Littler dann die Nerven. Mit einem wichtigen 14-Darter brachte der Tabellenführer der Ligaphase das Match doch noch über die Ziellinie und zog zum dritten Mal in Folge ins Endspiel ein.

„Das war ein echtes Auf und Ab“, sagte Littler nach dem Match. „Als Gezzy zurückkam, musste ich mich nochmal komplett sammeln.“

Luke Littler 10:9 Gerwyn Price
98,47 Average 100,42
8 180s 6
81 High-Finish 137
0 100+ Checkouts 3
45% Finishing 47%

Humphries dreht Halbfinale gegen Clayton in letzter Sekunde

Auch das zweite Halbfinale bot über weite Strecken alles, was einen Premier-League-Finaltag ausmacht. Luke Humphries erwischte gegen Jonny Clayton zunächst den deutlich besseren Start und erspielte sich früh eine 6:2-Führung.

Clayton ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken. Der Waliser erhöhte das Tempo, punktete konstant stark und gewann sieben der nächsten acht Legs. Humphries geriet dadurch mit 7:9 in Rückstand und stand kurz vor dem Aus.

In dieser kritischen Phase zeigte der Titelverteidiger jedoch seine Stärke. Ein wichtiges 121er-Checkout brachte Humphries zurück ins Spiel, ehe er sich mit drei Legs in Serie noch in den Decider rettete.

Dort bekam Clayton sogar noch einen Matchdart, konnte die Partie aber nicht beenden. Humphries nutzte die letzte Gelegenheit und machte den 10:9-Erfolg perfekt.

„Ich habe einfach versucht, ruhig zu bleiben“, erklärte Humphries später. „Jonny hat mich extrem unter Druck gesetzt, deshalb bin ich froh, dass ich irgendwie durchgekommen bin.“

Luke Humphries 10:9 Jonny Clayton
96,16 Average 95,86
6 180s 8
121 High-Finish 84
1 100+ Checkouts 0
32% Finishing 43%

Littler entscheidet hochklassiges Finale gegen Humphries im Decider

Wie schon in den vergangenen beiden Jahren standen sich Luke Littler und Luke Humphries im Finale gegenüber – und diesmal entwickelte sich daraus eines der spektakulärsten Endspiele der Premier-League-Geschichte.

Humphries erwischte zunächst den besseren Start und eröffnete die Partie direkt mit zwei 13-Dartern. Littler reagierte allerdings sofort, gewann drei Legs in Folge und übernahm zwischenzeitlich selbst die Kontrolle.

Das Match kippte danach mehrfach hin und her. Humphries spielte phasenweise herausragend auf die Doppelfelder und nahm mit 134, 112 und 121 gleich drei Finishes über 100 Punkte heraus. Dadurch setzte sich der Titelverteidiger zwischenzeitlich auf 6:3 ab.

Littler blieb jedoch permanent im Match und antwortete vor allem über sein brutales Scoring. Immer wieder stellte sich der Weltmeister früh Restpunkte, spielte mehrere Legs in 11 Darts und glich beim Stand von 7:7 erneut aus.

Auch in der Schlussphase blieb das Niveau außergewöhnlich hoch. Humphries kämpfte sich nach Rückständen mehrfach zurück, Littler konterte immer wieder mit starken Scores und setzte beim Stand von 9:9 einen wichtigen 10-Darter.

Doch selbst danach war die Partie noch nicht entschieden. Littler vergab im 20. Leg einen Matchdart auf Tops, Humphries bestrafte den Fehler sofort und rettete sich mit einem starken 68er-Checkout in den Decider.

Im letzten Leg hatte Humphries eigentlich den Vorteil beim Anwurf, doch Littler setzte ihn sofort unter Druck. Schließlich traf der Weltmeister die Doppel-10 und machte damit den 11:10-Erfolg perfekt.

„Das war eine Achterbahnfahrt“, sagte Littler nach dem Titelgewinn. „Vor ein paar Wochen stand ich noch weit unten in der Tabelle. Jetzt halte ich wieder den Pokal in den Händen.“

Auch Humphries zeigte sich trotz der Niederlage beeindruckt vom Niveau des Finals: „Luke hat unglaublich gespielt. Das war wahrscheinlich eines der besten Finals, die wir in der Premier League gesehen haben.“

Mit seinem zweiten Premier-League-Titel reiht sich Littler nun in einen exklusiven Kreis mehrfacher Sieger ein und beendet eine Saison, in der er nach schwierigem Start am Ende erneut die wichtige Trophäe gewann.

Luke Littler 11:10 Luke Humphries
111,67 Average 105,60
12 180s 5
94 High-Finish 134
0 100+ Checkouts 3
44% Finishing 48%

Fotos © PDC @ Darts1

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