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Anderson feiert seinen ersten Turniersieg

Der Mann der Stunde in der Premier League hieß eindeutig Michael van Gerwen. Der Niederländer entschied nicht nur die letzten beiden Spieltage für sich, sondern triumphierte auch am letzten Wochenende beim zweiten European Tour-Wettbewerb in Hildesheim. Vor diesem Hintergrund musste der aktuelle Tabellenführer auch am, in Nottingham stattfindenden, sechsten Spieltag als Favorit angesehen werden. Er traf in seinem Viertelfinale auf den zuletzt angeschlagenen Gerwyn Price. Zuvor eröffneten Michael Smith und James Wade den Donnerstagabend, ehe es darüber hinaus zu den Duellen zwischen Gary Anderson und Jonny Clayton sowie zwischen Peter Wright und Joe Cullen kam.

Starkes Scoring, schwache Doppelquote – Wade unterliegt deutlich

Nachdem er an den ersten drei Spieltagen sieglos geblieben war, präsentierte sich Michael Smith zuletzt verbessert und erreichte am vergangenen Donnerstag sogar das Endspiel. Darauf wollte der Vizeweltmeister heute aufbauen, er eröffnete den Abend gegen James Wade. Die ersten drei Legs dieses Spieltags wurden ohne besondere Vorkommnisse vom jeweils anwerfenden Spieler gewonnen. Danach unterlief Wade der erste schwerwiegende Fehler, als er vier Darts an den anvisierten Doppelfeldern vorbeisetzte. Smith erwischte nach eigenen Schwierigkeiten die Doppel-2, bestätigte dieses Break mit einem 13-Darter und lag folglich relativ komfortabel mit 4:1 vorne. „The Machine“ war in punkto Scoring zwar hervorragend unterwegs, sein Finishing machte ihm heute aber einen Strich durch die Rechnung. Beispielhaft dafür war das sechste Leg. Wade glänzte mit sechs perfekten Darts und hatte nach neun Würfen nur noch 54 Punkte übrig, verpasste mit der darauffolgenden Aufnahme jedoch sowohl die Single-14 als auch die dadurch einzig verbliebene Chance auf der doppelten 20. Mit einem eigenen 12-Darter schnappte der „Bully Boy“ ihm dieses sicher geglaubte Leg vor der Nase weg. Wenig später leistete sich Wade zwei weitere Patzer auf seiner favorisierten Doppel-20. Auch diesen Fehler aufseiten des Gegners nutzte Smith zu seinen Gunsten, er jagte den ersten Matchdart in die Doppel-4 und feierte einen deutlichen 6:1-Erfolg.

Michael Smith 6:1 James Wade
102,92 Average 102,63
4 180s 6
66 High Finish 25
0 100+ Checkouts 0
6/11 Finishing 1/9

Zwei Serien enden: van Gerwen verliert, Anderson gewinnt

Aufgrund einer Handverletzung hatte Gerwyn Price seine Teilnahme am letzten Spieltag sowie beim European Tour-Event in Hildesheim absagen müssen. In Nottingham war der Weltranglistenzweite wieder mit von der Partie, er bekam es mit dem seit sechs Premier League-Spielen ungeschlagenen Michael van Gerwen zu tun. Der „Iceman“ eröffnete das Spielgeschehen mit einem perfekt ausgeführten 100er-Checkout, van Gerwen sorgte auf der Doppel-9 allerdings für das sofortige Rebreak. Der Niederländer blieb auch danach am Drücker. Einem 13-Darter ließ er einen 12-Darter folgen, wobei er letzteren mit einem sehenswerten 144er-Finish beendete. Durch einen 14-Darter stoppte Price anschließend den Lauf seines Konkurrenten, dadurch bekam der Waliser plötzlich selbst Oberwasser. Im sechsten Leg glänzte er mit einem 130er-Finish, kurz darauf gelangen ihm sechs perfekte Darts. In beiden Situationen war Price letztlich mit einem 12-Darter erfolgreich. Ein weiterer zielgenauer Wurf auf Tops brachte Price anschließend an den Punkt, an dem ihm nur noch ein Leggewinn vom Sieg trennte. Van Gerwen gab nicht vorzeitig auf und beendete seine Durststrecke mit einem 120er-Highfinish, eine Möglichkeit zum 5:5-Ausgleich ließ „Mighty Mike“ jedoch ungenutzt. Price zeigte Sekunden später keinerlei Nerven und versenkte gleich den ersten Matchdart in der Doppel-20.

Gerwyn Price 6:4 M. van Gerwen
102,70 Average 95,93
3 180s 2
130 High Finish 144
2 100+ Checkouts 2
6/8 Finishing 4/8

Nur am allerersten Spieltag konnte Gary Anderson eine Partie für sich entscheiden, ansonsten ging der zweimalige Premier League-Champion bislang immer als Verlierer von der Bühne. Diese Negativserie wollte er nun gegen Jonny Clayton stoppen. Die Anfangsphase dieser Partie verlief sehr ausgeglichen, beide Profis konzentrierten sich erfolgreich auf die eigenen Anwurflegs. Die logische Konsequenz war der Zwischenstand von 3:2 aus der Sicht des Schotten. Anderson war es auch, der kurz darauf das erste Break erzielte. Hierfür löschte er 92 Punkte, wobei er das abschließende Bullseye aus einem schwierigen Winkel treffen konnte. Durch ein 107er-Finish kam Clayton zum sofortigen Rebreak. Allerdings antwortete Anderson wiederum umgehend mit einem 12-Darter, sodass ihm nur noch ein Leggewinn zum Weiterkommen fehlte. „The Ferret“ gab sich nicht vorzeitig geschlagen, sicherte sich zwei Legs nacheinander und erzwang dadurch das Entscheidungsleg. Dort erhielt Clayton einen einzigen Matchdart, setzte ihn aber deutlich am Bullseye vorbei. Dagegen platzierte Anderson seinen dritten Matchdart in der Doppel-4 und beendete auf diese Weise seine Niederlagenserie.

Gary Anderson 6:5 Jonny Clayton
96,41 Average 92,32
3 180s 2
130 High Finish 121
2 100+ Checkouts 2
6/21 Finishing 5/12

Zum Abschluss des Viertelfinals standen sich Joe Cullen und Peter Wright gegenüber. Der Weltranglistenerste produzierte direkt im Auftaktleg ein Break, warf im darauffolgenden Leg jedoch fünfmal am äußeren Ring des Boards vorbei und schenkte den zuvor erarbeiteten Vorteil wieder weg. Danach profitierte Wright allerdings selbst von gegnerischen Fehlern. Cullen leistete sich in Leg Nummer drei zwei Fehlwürfe und scheiterte einige Zeit später knapp an 136 Restpunkten. Mit einem wichtigen 100er-Finish verkürzte der „Rockstar“ danach zwar auf 2:3 aus seiner Sicht, eine Möglichkeit zum Ausgleich konnte er allerdings nicht wahrnehmen. Auch im weiteren Verlauf gelang Cullen nicht das notwendige Break, sodass Wright seinen Vorsprung halten konnte. Einige Minuten später erhielt „Snakebite“ seine ersten beiden Matchdarts, setzte diese jedoch außen an der Doppel-8 vorbei. Rückblickend hatte dieses Missgeschick abgesehen von einem verlorenen Leg keine weiteren Auswirkungen auf den Spielverlauf. Schlussendlich versenkte Wright den dritten Matchdart in der Doppel-20 und komplettierte mit dem 6:4 die Runde der letzten Vier.

Peter Wright 6:4 Joe Cullen
87,02 Average 86,30
3 180s 2
66 High Finish 100
0 100+ Checkouts 1
6/15 Finishing 4/10

0:4 gedreht: grandiose Aufholjagd von Smith gegen Price

Jetzt durften sich die Zuschauer in Nottingham auf das erste Halbfinale zwischen Gerwyn Price und Michael Smith freuen – beide hatten in ihren Auftaktspielen starke Leistungen abgeliefert. Daran konnte in der Anfangsphase allerdings nur Price anknüpfen. Der frühere Weltmeister startete mit zwei 14-Dartern hintereinander und kam anschließend trotz sieben Fehlwürfen auf die Doppel zum Break, weil Smith selbst dreimal vorbeigeworfen hatte. Der Waliser zeigte anschließend ein 110er-Highfinish und erhöhte dadurch auf 4:0. Eine Chance, um noch weiter davonzuziehen, nutzte Price nicht aus. Kurz darauf unterliefen ihm gleich sieben weitere Patzer, sodass er seinen Gegner in die Partie hineinbrachte. Smith löschte in dieser Situation 83 Zähler auf dem Bullseye, erwischte anschließend die Doppel-20 und befand sich mittlerweile nur noch mit 3:4 in Rückstand. Den Ausgleich holte sich der „Bully Boy“ nur wenig später mit einem 106er-Highfinish. Das Comeback vollendete Smith schlussendlich mit einem 13- sowie einem 15-Darter, wobei der dritte, in der Doppel-5 steckende Matchdart, den Deckel draufmachte.

Michael Smith 6:4 Gerwyn Price
89,11 Average 86,25
3 180s 0
106 High Finish 110
1 100+ Checkouts 1
6/14 Finishing 4/20

Der zweite Finalist wurde im schottischen Duell zwischen Gary Anderson und Peter Wright ermittelt. Das Premierenleg ging an Anderson, danach war der amtierende Weltmeister per 14-Darter erstmals erfolgreich. Unmittelbar danach genügten Anderson genauso viele Würfe, um wieder in Führung zu gehen. Wie zuvor auch glich Wright umgehend wieder aus. Weil auch die beiden darauffolgenden Legs vom jeweils anwerfenden Spieler gewonnen wurden, blieb die Begegnung mit dem Zwischenstand von 3:3 weiter vollkommen offen. Mit einem 13-Darter übernahm der „Flying Scotsman“ wiederum die Führung, ehe Wright der letztlich entscheidende Fehler unterlief: er setzte vier Pfeile an den entsprechenden Doppelfeldern vorbei. Anderson blieb auf seiner bevorzugten Doppel-20 fehlerfrei und sicherte sich damit das erste und einzige Break der Partie. Ein 72er-Finish machte abschließend alles klar, Anderson entschied die Partie mit 6:3 für sich und rückte zum ersten Mal in dieser Saison ins Endspiel vor.

Gary Anderson 6:3 Peter Wright
103,89 Average 100,61
3 180s 5
106 High Finish 126
1 100+ Checkouts 1
6/17 Finishing 4/11

Zweite Finalniederlage nacheinander für Smith

Fest stand damit bereits, dass die Premier League of Darts 2022 einen neuen Tagessieger erleben würde. Es entschied sich nun zwischen Michael Smith und Gary Anderson, wer die fünf Punkte und das Bonuspreisgeld von 10.000 Pfund mit nach Hause nehmen würde. Der frühere Doppelweltmeister eröffnete das Endspiel mit einem großartigen 10-Darter. Dieses Break gegen sich ließ Smith nicht lange auf sich sitzen, er antwortete mit einem 105er-Highfinish. Kurz darauf überstand er zwei Breakdarts gegen sich unbeschadet. Mit einem 15-Darter stellte Anderson wenige Minuten später wieder Parität her, ehe er durch ein 84er-Checkout auf der Doppel-11 wieder die Führung übernahm. Das auf diese Art und Weise erzielte Break bestätigte der Schotte mithilfe eines 13-Darters. Nach einem 74er-Checkout war Anderson nur noch ein Leg von der Ziellinie entfernt. Kurz bevor es zu spät war, kämpfte sich Smith wieder heran. Der Engländer zeigte einen 13- und einen 15-Darter und war nur noch mit 4:5 im Hintertreffen. Danach machte Anderson aber den Sack zu. Er versenkte den dritten Matchdart in der Doppel-4 und holte sich als bisheriges Schlusslicht den ersten Tagessieg.

Gary Anderson 6:4 Michael Smith
104,24 Average 99,02
5 180s 3
84 High Finish 105
0 100+ Checkouts 1
6/13 Finishing 4/6

Seine Tabellenführung hat van Gerwen verteidigt, nun besitzt er allerdings nur noch zwei Punkte Vorsprung auf Wright. Aktuell komplettieren Clayton und Price die Play-Off-Plätze. Ihre Position deutlich verbessern konnten Smith und Anderson. Dies geschah auf Kosten von Wade, der von Rang vier auf sieben zurückfällt. Neuer Tabellenletzter ist Cullen. In der nächsten Woche verlässt die Premier League Großbritannien, der siebte Spieltag wird in Rotterdam ausgetragen.

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