Dartsbuch

Wie im UK Open-Finale: van Gerwen bezwingt Price erneut

Das allseits präsente Coronavirus ist auch im Dartssport angekommen, in den letzten Tagen musste die PDC drei European Tour-Events in Deutschland und den Premier League-Doppelspieltag in Rotterdam fürs Erste verschieben. Der sechste Spieltag in Liverpool fand allerdings so wie geplant und auch mit Zuschauern statt. Den Anfang bei der Jagd um die nächsten Punkte machten heute Michael Smith und Peter Wright, ehe Daryl Gurney auf Glen Durrant traf und Gerwyn Price und Michael van Gerwen sich in einer Neuauflage des UK Open-Endspiels duellierten. Anschließend traf Lokalmatador Stephen Bunting auf Rob Cross, ganz zum Schluss waren noch Gary Anderson und Nathan Aspinall im Einsatz.

Los ging es wie beschrieben mit der Begegnung von Michael Smith und Peter Wright. Nach ausgeglichenem Start erzielte Wright in Durchgang Nummer drei das erste Break der Partie, welches er mit einem 13-Darter bestätigte. Wright zog in dieser Phase einsam seine Kreise, sicherte sich problemlos auch die nächsten beiden Legs und lag mittlerweile eindeutig mit 5:1 vorne. Erst als der amtierende Weltmeister knapp an 156 Restpunkten scheiterte, kam Smith wieder zum Zuge und holte sich auf der Doppel-20 seinen zweiten Leggewinn. „Snakebite“ antwortete jedoch sofort mit einem 13-Darter und hatte den ersten Punkt bereits eingefahren. Smith überlebte anschließend die ersten vier Matchdarts und gewann noch zwei Legs, mehr als eine Ergebniskorrektur war dies aber nicht. Denn Wright gelang im elften Leg ein großartiger 10-Darter, mit dem er den 7:4-Erfolg perfekt machte.

Michael Smith 4:7 Peter Wright
94,00 Average 100,78
4 180s 5
40 High Finish 65
0 100+ Checkouts 0
4/11 Finishing 7/17

Durrant grüßt weiter von der Spitze

Aktueller Tabellenletzter in der Premier League war Daryl Gurney, der sich zuletzt bei den UK Open aber verbessert zeigte und ins Halbfinale vorstieß. Heute ging es für ihn gegen Spitzenreiter Glen Durrant darum, den Anschluss an das restliche Teilnehmerfeld herzustellen. „Superchin“ startete mit einem 144er-Finish in das Match, worauf Durrant mit einem 13-Darter reagierte. Der Engländer konnte ein 80er-Finish zum Break nachlegen, überstand anschließend einen Breakdart gegen sich unbeschadet und lag stattdessen nun mit 3:1 vorne. Ein tolles Finish gelang „Duzza“ im fünften Leg als er 127 Punkte über das Bullseye ausmachte – sein Kontrahent hatte bereits bei 36 Rest auf seine Gelegenheit gewartet. Gurney kam per 72er-Checkout sofort zum Rebreak, schaffte es aber nicht, nachzulegen. Da auch die beiden darauffolgenden Legs als Breaks gewonnen wurden – Durrant gelang dabei ein 88er-Bullfinish – hatte der dreifache BDO-Weltmeister den ersten Punkt durch das 6:3 bereits sicher. Doch Gurney kämpfte sich nochmal heran, gewann zwei Legs nacheinander und sorgte für das finale zwölfte Leg. Dort konnte Durrant sein Anwurfleg verteidigen, der 14. Wurf steckte in der Doppel-20 und brachte ihm den 7:5-Sieg ein.

Daryl Gurney 5:7 Glen Durrant
95,43 Average 95,39
3 180s 0
144 High Finish 127
1 100+ Checkouts 1
5/14 Finishing 7/11

Mit seinem 11:9-Finalerfolg gewann Michael van Gerwen am Sonntag bei den UK Open über Gerwyn Price seinen ersten Titel im laufenden Jahr. Heute trafen die beiden Spitzenspieler erneut aufeinander. Aufgrund eines vergebenen Breakdarts verlor „Mighty Mike“ das Auftaktleg, war wenig später jedoch mit einem starken 11-Darter erfolgreich. Nachdem beide Profis anschließend je einen 14-Darter zeigten, erhielt van Gerwen eine Breakchance, diesmal verfehlte er jedoch das Bullseye. Price schnappte sich per 80er-Finish doch noch sein Anwurfleg, van Gerwen konnte auf der Doppel-16 für das 3:3 sorgen. Mit einem unter Druck zustande gekommenen 157er-Checkout brachte sich der „Iceman“ wiederum in Front, sein niederländischer Gegner konterte mit einem ebenfalls sehenswerten 123er-Finish über Single-Bull, Triple-20 und Doppel-19.

Nach wie vor gab es in diesem Match kein Break zu beobachten, diese Tatsache änderte sich auch im neunten Leg nicht, weil van Gerwen drei Möglichkeiten ungenutzt ließ. Da dem Weltranglistenersten wenig später ein souveränes 78er-Finish gelang, war klar, dass die Partie über die maximale Distanz gehen würde. Nun konnte van Gerwen nochmals einen Gang höherschalten. Er kam dank eines 12-Darters zum erhofften Break, warf im nachfolgenden Leg Scores von 177 sowie 180 Punkten und machte das Match letztlich mit einem 13-Darter zu. Unterm Strich verhalf van Gerwen ein 106er-Average zum 7:5-Erfolg.

Gerwyn Price 5:7 M. van Gerwen
98,07 Average 106,27
5 180s 6
157 High Finish 123
1 100+ Checkouts 1
5/10 Finishing 7/17

Challenger Bunting knöpft Cross ein Unentschieden ab

Der aus Liverpool stammende Stephen Bunting war als Gastspieler in seine Heimatstadt eingeladen worden. Dabei forderte er den früheren Weltmeister Rob Cross heraus. Dieses Duell gab es übrigens erst kürzlich im Achtelfinale der UK Open, dort konnte sich „Voltage“ mit 10:8 behaupten. Cross warf im Auftaktleg vierfach an Doppeln vorbei und kassierte dementsprechend sofort das Break. Auch das nächste Leg musste er an seinen Gegner abtreten. Anschließend war Cross auf der Doppel-20 erstmals erfolgreich, setzte dann aber erneut einen Pfeil am äußeren Ring vorbei. Bunting nutzte dies zu seinen Gunsten, kam wenig später sogar selbst zum Break und baute seine Führung bis auf 4:1 aus. Mit einem 13-Darter stellte Cross den Anschluss wieder her, bestätigen konnte er dieses Rebreak auf der Doppel-16. Nachdem „The Bullet“ fünf Möglichkeiten ausließ, um den alten Abstand wiederzuerlangen kam Cross zum 4:4-Ausgleich. Das Match schien jetzt zu kippen, im darauffolgenden Leg ließ Bunting eine Breakchance liegen und durfte sich ein 119er-Highfinish seines Gegners anschauen. Bunting hatte nun vier Legs in Serie verloren, antwortete in dieser Situation trotz eines knapp verpassten 160er-Checkouts sofort und läutete so die spannende Schlussphase ein. Cross konnte durch nach Hause bringen seines Anwurflegs vorlegen und erhielt wenige Minuten später einen Matchdart auf der Doppel-18, verfehlte diesen aber denkbar knapp. Bunting brachte seinen Pfeil in der doppelten 16 unter und besiegelte das 6:6-Unentschieden.

Rob Cross 6:6 Stephen Bunting
90,14 Average 91,25
3 180s 0
119 High Finish 52
1 100+ Checkouts 0
6/17 Finishing 6/15

Ganz zum Schluss kam es noch zum Aufeinandertreffen von Gary Anderson und Nathan Aspinall. Der Engländer setzte im Auftaktleg sechs Breakdarts in den Sand, sodass Anderson trotz drei eigener Fehler einen positiven Start erlebte. Aspinall warf im zweiten Durchgang allerdings zwei 180er und kam letztlich per 11-Darter zum blitzschnellen Ausgleich. Der „Flying Scotsman“ zeigte im dritten Durchgang fünf perfekte Darts sowie einen 13-Darter und produzierte schon wenig später das erste Break der Partie. Auf der Doppel-18 konnte Anderson nachlegen und lag dadurch bereits mit 4:1 in Front. Durch ein 87er-Checkout auf der Doppel-5 zog der Schotte anschließend weiter davon, doch dann konnte Aspinall seine Durststrecke beenden, als er in dieser Situation zum sofortigen Rebreak kam.

Nachlegen konnte „The Asp“ mit seinem zweiten 11-Darter, nutzte im neunten Leg einen Fehler seines Gegners und lag mittlerweile nur noch mit einem Leg in Rückstand. Aspinall legte mit dem nächsten „Elfer“ nach und stellte Parität her – das Match würde also über die volle Distanz gehen. Unter Druck gelang Anderson im elften Durchgang ein 95er-Finish, mit dem er endlich das erhoffte sechste Leg für sich entschied. Dass es am Ende zur Punkteteilung kam lag daran, dass Aspinall zum Abschluss ein 12-Darter gelang. Obwohl es nicht zum Sieg reichte, gelang dem Engländer ein brillanter 108er-Average.

Gary Anderson 6:6 Nathan Aspinall
94,27 Average 107,64
3 180s 8
95 High Finish 88
0 100+ Checkouts 0
6/13 Finishing 6/16

Da das Spitzenduo seine Partien am sechsten Spieltag gewinnen konnte, bleiben Durrant und van Gerwen ganz vorne. Smith, Wright und Aspinall sind nun die hartnäckigsten Verfolger, Anderson ist mit sechs Punkten Sechster. Price bleibt dagegen bei fünf Punkten stecken, genauso viele hat Cross auf seinem Konto. Abgeschlagen Letzter bleibt Gurney mit gerade mal zwei Zählern. Nach derzeitigem Stand soll der siebte Spieltag nächsten Donnerstag planmäßig in Newcastle stattfinden.

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