Dartsbuch

Aspinall fügt van Gerwen die erste Niederlage zu

Der dritte Spieltag der Premier League Darts wurde in Cardiff ausgetragen, dementsprechend standen besonders zwei Spieler im Vordergrund. Neben dem Weltranglistendritten Gerwyn Price (heute gegen Daryl Gurney) war dies Gastspieler Jonny Clayton, der Michael Smith herausforderte. Den Anfang machten Peter Wright und Rob Cross, zudem wollte Michael van Gerwen gegen Nathan Aspinall weiter ungeschlagen bleiben und Glen Durrant gegen Gary Anderson den nächsten Coup landen.

Los ging es also mit dem Duell des Weltmeisters von 2018 Rob Cross mit dem amtierenden Weltmeister Peter Wright. „Snakebite“ legte hervorragend los und gewann die ersten drei Legs jeweils mit 13-Dartern. Cross konnte per 14-Darter dazwischengehen und beobachtete kurz darauf, wie sein Gegner zwei Darts auf Doppel ausließ. „Voltage“ löschte selbst 127 Punkte und verkürzte bis auf ein Leg. Doch Wright ließ nicht mehr zu, weil er mit einem großartigen 10-Darter rebreakte und wenig später sogar auf 5:2 davonzog. Cross ließ sich weiter nicht abschütteln, verpasste im neunten Leg allerdings eine wichtige Breakchance. Wright war auf der doppelten 15 zur Stelle und hatte den ersten Punkt eingefahren. Cross gab das Match aber noch lange nicht verloren, zeigte zwei 14-Darter in Folge und sorgte für ein finales 12. Leg. Dort konnte der Engländer den Vorteil des Anwerfens jedoch nicht nutzen, stattdessen erwischte Wright die Doppel-5 mit dem letzten Dart und war letztendlich mit 7:5 siegreich. Dazu verhalf dem Schotten auch der Punktedurchschnitt von fast 102.

Peter Wright 7:5 Rob Cross
101,95 Average 90,13
3 180s 1
40 High Finish 127
0 100+ Checkouts 1
7/14 Finishing 5/10

Starker Smith lässt Clayton keine Chance

Nun freuten sich die Zuschauer in der walisischen Hauptstadt auf Jonny Clayton. Der Weltranglisten-16. hatte speziell für den heutigen Tag Trikot und Einlaufmusik geändert und forderte nun Michael Smith heraus. Mit einem 13-Darter erlebte „The Ferret“ einen guten Start in das Match, doch danach zündete Smith den Turbo. Er sorgte für den schnellen Ausgleich und bestrafte danach drei Fehlwürfe seines Kontrahenten mit dem Break. Nachlegen konnte der Engländer mit zwei 12-Dartern, wobei der letztere besonders erwähnenswert ist: Smith baute seinen Vorsprung durch ein 167er-Highfinish auf 4:1 aus. Erst nachdem Smith wenig später ein 13-Darter gelang, durfte sich Clayton nach langer Wartezeit wieder auf Doppel versuchen, warf jedoch zweimal außen an der Doppel-16 vorbei. So sicherte sich Smith den ersten Punktgewinn und machte diesmal auch nicht denselben Fehler wie letzte Woche, als er eine deutliche Führung abschenkte. Stattdessen glänzte der „Bully Boy“ zum Abschluss noch mit einem 142er-Finish via Triple-20, Bullseye und Doppel-16 und bejubelte einen deutlichen 7:1-Erfolg. Sein Average lag am Ende bei starken 105,5 Punkten.

Jonny Clayton 1:7 Michael Smith
97,44 Average 105,51
1 180s 1
40 High Finish 167
0 100+ Checkouts 2
1/7 Finishing 7/11

Als einziger der neun festen Premier League-Spieler hatte Michael van Gerwen die ersten beiden Partien gewinnen können. Diese Serie wollte er auch gegen Nathan Aspinall aufrechterhalten. Nachdem die ersten beiden Legs gerecht aufgeteilt wurden, verfehlte der Niederländer im dritten Durchgang das Bullseye. Aspinall nahm diese erste Breakmöglich sofort wahr, weil er 110 Punkte auf Null brachte. Van Gerwen scheiterte wenig später haarscharf an 140 Rest und musste das dritte Leg in Serie abgeben, hatte anschließend im fünften Leg aber auch selbst Glück, dass Aspinall nur beinahe 170 Punkte ausgemacht hätte.

Mit einem 14-Darter zeigte „The Asp“ eine gute Reaktion und lag zu diesem Zeitpunkt mit 4:2 vorne. Van Gerwen musste sich nun steigern und im Stil eines Weltranglistenersten tat er genau das: unter anderem mit einem 10-Darter gewann er drei Legs nacheinander und war plötzlich selbst in Front. Doch Aspinall hielt mit dem 5:5 dagegen und sorgte für eine spannende Schlussphase. Der entscheidende Fehler sollte letztlich van Gerwen unterlaufen: im elften Leg warf er zwei Pfeile am äußeren Ring vorbei. Aspinall bedankte sich sofort mit dem Break, war im darauffolgenden Anwurfleg mit einem 14-Darter erfolgreich und feierte den 7:5-Sieg.

M. van Gerwen 5:7 Nathan Aspinall
97,61 Average 101,12
3 180s 3
52 High Finish 110
0 100+ Checkouts 1
5/13 Finishing 7/13

Price mit dem dritten Remis, Gurney mit dem ersten Punkt

Nun war mit Gerwyn Price die klare Nummer eins im walisischen Darts an der Reihe. Gegen Daryl Gurney wollte der „Iceman“ den ersten Saisonsieg klarmachen. Nachdem es ausgeglichen losging, zeigte Gurney im dritten Durchgang einen starken 11-Darter, doch Price konterte umgehend mit einem 14-Darter. Auch die nächsten beiden Legs sollten gerecht aufgeteilt werden, ehe es im siebten Leg erstmals eine große Chance zum Break gab. Price hatte hier bereits Scores von 174 und 180 Punkten vollbracht, warf jedoch sechs Mal an den Doppelfeldern vorbei. „Superchin“ rettete dementsprechend seinen Anwurf, konnte aber auch im nächsten Leg selbst nicht breaken. Erst als Gurney ein Leg später zwei Möglichkeiten ausließ war es soweit: Price kam unter dem Jubel der Zuschauer zum ersten Break der Partie und lag nun selbst mit 5:4 vorne. Doch Gurney blieb unbeeindruckt, antwortete ohne zu Zögern mit einem 13-Darter und sicherte sich auch das darauffolgenden Leg. Im finalen 12. Leg spielte Price dann einen guten 13-Darter, der das 6:6-Unentschieden besiegelte.

Daryl Gurney 6:6 Gerwyn Price
97,46 Average 93,70
2 180s 3
80 High Finish 60
0 100+ Checkouts 0
6/13 Finishing 6/16

Im letzten Match des Abends standen sich noch Gary Anderson und Glen Durrant gegenüber. „Duzza“ erlebte einen Traumstart, er nutzte den schwachen Beginn seinen schottischen Gegners konsequent aus und erarbeitete sich ohne große Schwierigkeiten eine 3:0-Führung. Auf der Doppel-3 vermeldete Anderson erst danach sein erstes Erfolgserlebnis, verpasste kurz darauf jedoch eine Breakchance auf dem Bullseye. Durrant bestrafte dies eiskalt, als er mit einem 107er-Highfinish den alten Abstand wiederherstellte.

Ein Leg später gelang dem Engländer dank eines 12-Darters sogar das nächste Break, ehe er im darauffolgenden Durchgang bereits bei 32 Rest auf seine Möglichkeit wartete. Doch jetzt zeigte Anderson seine Klasse und beendete einen eigenen 12-Darter mit einem 122er-Checkout auf der doppelten 7. Da der „Flying Scotsman“ einen 14-Darter folgen ließ, lag er nun nur noch mit 3:5 in Rückstand. Durrant konzentrierte sich auf seine Anwurflegs und ließ dabei kaum etwas anbrennen. Anderson konnte zwar noch ein viertes Leg auf seine Seite ziehen, doch danach machte Durrant den Deckel drauf. Das Ergebnis lautete dabei 7:4.

Glen Durrant 7:4 Gary Anderson
97,24 Average 96,89
2 180s 2
107 High Finish 122
1 100+ Checkouts 1
7/13 Finishing 4/7

Mit der Ausbeute von fünf Punkten ist Durrant nun Tabellenerster – vor van Gerwen, der die erste Pleite einstecken musste. Ebenfalls bei vier Zählern steht Aspinall, ehe mit Smith, Cross, Price, Wright und Anderson gleich fünf Spieler bei drei Punkten stehen. Trotz des ersten Punktgewinns behält Gurney die rote Laterne. Der vierte Spieltag findet nächsten Donnerstag in der irischen Hauptstadt Dublin statt.

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