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Wright, Anderson und Aspinall folgen Durrant ins Halbfinale

Die Marshall Arena in Milton Keynes war an diesem Samstagabend der Ort der Entscheidung. Rein theoretisch stritten sich fünf Spieler um drei verbliebene Halbfinalplätze. Realistisch betrachtet waren Gary Anderson und Gerwyn Price allerdings aus diesem Rennen, sodass Peter Wright, Nathan Aspinall und Michael van Gerwen im Fernduell um zwei Tickets kämpften. Auf diese Partien durften sich die Fernsehzuschauer am 16. und letzten Spieltag freuen: Gary Anderson musste gegen Gerwyn Price ran, Michael van Gerwen musste gegen Daryl Gurney unbedingt vorlegen, Peter Wright wollte gegen Michael Smith Punkte einsammeln, und Nathan Aspinall war gegen Glen Durrant gefordert.

Price tut seine Pflicht, erreicht die Play-Offs aber dennoch nicht

Für Gary Anderson ging es heute darum, auch letzten Zweifel an seiner Play-Off-Teilnahme auszuräumen – gegen Gerwyn Price reichte dazu ein Remis. Der Waliser benötigte dagegen den Sieg, um die kleine Chance auf das Erreichen des Halbfinals aufrechtzuerhalten. Nachdem der „Iceman“ das erste Leg des Tages für sich entschieden hatte, scheiterte er im zweiten Durchgang knapp an 142 Restpunkten. Anderson räumte Sekunden später 110 Punkte ab und nutzte wenig später zwei weitere Fehler des Gegners zum Break. Der Schotte rutschte insgesamt in dieser Partie jedoch auffällig oft in das 5er-Segment ab und machte Andeutungen, Probleme mit seinem Wurfarm zu haben. Price hatte so in den nächsten Minuten leichtes Spiel. Er nutzte sein deutliches stärkeres Scoring konsequent aus und holte sich unter anderem mit zwei 13- und einem 11-Darter ganze fünf Legs nacheinander. Aus dem völligen Nichts spielte Anderson anschließend einen großartigen 12-Darter, den er mit dem 170er-Finish beendete. Price applaudierte zwar kurz, blieb davon aber dennoch unbeeindruckt. Nachdem er zunächst zum sofortigen Rebreak kam, machte er mit einem 11-Darter inklusive 100er-Finish den Deckel drauf. Durch den 8:3-Erfolg rückte Price auf Rang vier vor, war allerdings darauf angewiesen, dass van Gerwen und Aspinall beide verlieren. Auch Anderson musste nun auf Patzer der Konkurrenz hoffen.

Gerwyn Price 8:3 Gary Anderson
107,70 Average 83,39
3 180s 2
100 High Finish 170
1 100+ Checkouts 2
8/14 Finishing 3/7

Schockierender Auftritt: van Gerwen kommt mit dem Druck nicht klar

Für Michael van Gerwen ging es nun um Alles oder Nichts; er brauchte dringend den (möglichst deutlichen) Sieg, um seine Konkurrenten unter Druck zu setzten. Abzuwarten blieb, wie schwierig es ihm der abgeschlagene Tabellenletzte Daryl Gurney machen würde. Für den Weltranglistenersten ging es denkbar schlecht los. Er kassierte frühestmöglich ein Break und warf anschließend an der Doppel-16 vorbei, um dieses wieder wettzumachen. Noch dicker kam es für den Niederländer im dritten Durchgang, als er ganze sechs Möglichkeiten auf Doppelfelder in den Sand setzte. Gurney leistete sich seinerseits ebenfalls sechs Fehler und holte sich dennoch das Break. Der Nordire bestätigte dieses mit einem 78er-Checkout und führte mittlerweile tatsächlich, ohne selbst besonders zu glänzen, mit 4:0. Gurney bekam nun Freude an diesem Match und zeigte ein 121er-Finish zum Abschluss eines 12-Darters, um noch weiter zu erhöhen – durch diesen Leggewinn war klar, dass Anderson die Play-Offs erreichte. Ganz im Gegensatz dazu wurde es für „Mighty Mike“ immer bitterer. Er leistete sich im sechsten Durchgang zwei weitere Fehlwürfe und durfte sich Sekunden später ein 90er-Checkout von „Superchin“ anschauen. Danach gelang van Gerwen endlich das ersehnte Erfolgserlebnis, ein 121er-Finish via Bullseye, Triple-13 und Doppel-16 brachte ihm sein erstes Leg. Gurney antwortete allerdings umgehend und hatte den ersten Punktgewinn perfekt gemacht. Per 13-Darter holte sich van Gerwen zwar den nächsten Durchgang, an ein mögliches Comeback war aber nicht zu denken. Denn Gurney gelang als letzte Aktion ein 104er-Checkout, mit dem er den eindeutigen 8:2-Erfolg besiegelte. Michael van Gerwen, der die Premier League zuletzt vier Mal hintereinander gewonnen hatte, verpasste zum ersten Mal in seiner Karriere den Einzug in die Play-Offs.

M. van Gerwen 2:8 Daryl Gurney
91,74 Average 91,04
1 180s 1
121 High Finish 121
1 100+ Checkouts 2
2/13 Finishing 8/16

Dieses Ergebnis nahm Peter Wright mit Sicherheit wohlwollend zur Kenntnis. Er selbst hatte im dritten Match des Abend keinen Druck mehr und könnte sich bei mindestens einem Punktgewinn sogar auf Rang zwei vorarbeiten. Für seinen heutigen Gegner Michael Smith ging es nur noch um einen versöhnlichen Saisonabschluss. Nachdem das Auftaktleg an den amtierenden Weltmeister gegangen war, war Smith mit einem 128er-Finish erstmals erfolgreich. Die nächsten Minuten gehörten allerdings Wright, der ohne ernsthafte Schwierigkeiten drei Legs hintereinander einfuhr. Erst als „Snakebite“ dann im sechsten Durchgang zweimal außen an der Doppel-12 vorbeigeworfen hatte, meldete sich Smith mit einem 70er-Finish wieder zu Wort. Wright stellte den vorherigen Abstand jedoch umgehend wieder her und baute seinen Vorsprung durch ein 86er-Checkout zum Break sogar noch weiter aus. Da Wright ein 76er-Finish nachlegte, hatte er den Sieg bereits vor Augen, ließ die ersten beiden Matchdarts jedoch liegen. Smith hielt die Partie also noch am Leben, produzierte daran anschließend ein Break und überlebte anschließend die nächsten zwei Matchdarts. Da er selbst Augenblicke später 87 Punkte auf Null gebracht hatte, lag er nur noch mit 5:7 in Rückstand. Im darauffolgenden Leg leistete sich der Engländer Fehler und verpasste es, noch näher heranzukommen. Stattdessen nutzte Wright seinen insgesamt sechsten Matchdart und beendete die reguläre Premier League-Saison mit einem Erfolgserlebnis.

Peter Wright 8:5 Michael Smith
96,62 Average 94,33
3 180s 3
86 High Finish 128
0 100+ Checkouts 1
8/22 Finishing 5/11

Vor dem allerletzten Match der regulären Saison war die Ausgangslage ganz einfach. Glen Durrant hatte den ersten Platz bis zum Schluss verteidigt und konnte nun befreit aufspielen. Nathan Aspinall benötigte einen Punkt, also mindestens sieben gewonnene Legs, um an Price vorbeizuziehen und unter die besten Vier zu kommen. „The Asp“ erlebte einen Start nach Maß und entschied die ersten beiden Legs für sich, hatte aber auch das nötige Glück, dass Durrant eigene Chancen nicht zu nutzen wusste. Mithilfe eines 14-Darters baute Aspinall seine Führung aus, ehe „Duzza“ dazwischenging und mit einem 72er-Checkout erstmals erfolgreich war. Aspinall stellte den alten Abstand allerdings sofort wieder her und beobachtete kurz darauf, wie Durrant knapp an 167 Restpunkten scheiterte. Der frühere UK Open-Sieger hatte selbst noch 170 Zähler übrig, konnte jetzt tatsächlich das höchste Finish im Darts mitnehmen und führte mittlerweile mit 5:1. Durrant spielte in diesem Match die untergeordnete Rolle und trat erst wieder in Erscheinung, als er im achten Durchgang 127 Punkte löschte. Doch Aspinall blieb weiter hochkonzentriert und zeigte sein wichtigstes Checkout im darauffolgenden Leg: das 124er-Bullfinish löste bei ihm große Freude aus, da er dadurch den Einzug in die Play-Offs auf Kosten von Gerwyn Price perfekt gemacht hatte. Unterm Strich hatte Aspinall auch keine Schwierigkeiten mehr, das Match erfolgreich zu beenden. Er gewann mit 8:2 und erreichte auf diese Weise sein erstes Ziel.

Nathan Aspinall 8:2 Glen Durrant
101,46 Average 100,15
2 180s 1
170 High Finish 127
2 100+ Checkouts 1
8/13 Finishing 2/9

Die Abschlusstabelle nach 16 Spieltagen wird von Durrant angeführt, der seit Februar 21 Punkte einsammeln konnte. Wright wird mit einem Punkt weniger Zweiter, während Aspinall sogar noch Anderson überholt und Dritter wird – beide können am Ende 19 Zähler vorweisen. Auf Rang fünf landet Price, mit der gleichen Punkteausbeute von 17 steht van Gerwen nur auf dem sechsten Platz. Smith beendet diese Saison mit 13 Punkten als Siebter, Gurney muss sich mit elf Punkten mit dem letzten Tabellenplatz begnügen.

Die Play-Offs werden am 22. Oktober in London ausgetragen. Dort wird Glen Durrant auf Gary Anderson treffen und Peter Wright sich mit Nathan Aspinall duellieren. Noch am selben Abend wird dann der Sieger der Premier League Darts 2020 ermittelt.


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