Michael van Gerwen neuer Spitzenreiter

Nach dem ausgefallenen Spieltag in Exeter ging es für die Dartselite nun nach Leeds. Dort gab es einige interessante Duelle. So bekam es Tabellenführer Michael Smith mit dem wiedererstarkten Weltmeister Rob Cross zu tun. Michael van Gerwen wollte an Smith dran bleiben und traf auf den punktgleichen Simon Whitlock. Der Sieger der UK Open, Gary Anderson, wollte den Erfolg mit einem Sieg über Daryl Gurney bestätigen. Außerdem spielte Gerwyn Price gegen Raymond van Barneveld und Peter Wright gegen Mensur Suljovic.


Spätes Erwachen verhilft Barney zum Sieg

Den Anfang machten Michael van Gerwen und Simon Whitlock. Die Bilanz zwischen den beiden war eine deutliche. Michael verlor nur eine der vergangenen 20 Duelle gegen den Australier, im letzten Vergleich der beiden in der Premier League konnte Simon in der Saison von 2014 aber immerhin ein Unentschieden erreichen. Beide blieben bei den UK Open hinter den Erwartungen zurück, verloren schon ihre ersten Spiele und schieden direkt aus. Es war Wiedergutmachung angesagt und den besseren Start dafür erwischte tatsächlich Simon Whitlock. Der vergab nur knapp ein 170’er Finish, holte sich aber dennoch direkt ein Break und bestätigte dieses auch etwas glücklich. Michael hatte in dieser Phase noch ein paar Probleme, konnte sich aber in den Scores steigern. Er kam zum Anschluss, und weil Whitlock nach perfektem Start ins vierte Leg in den weiteren vier Aufnahmen kein Treffer in ein Triple-Segment mehr gelang, schaffte der Weltranglistenerste auch das Break zum Ausgleich.

Doch MVG hatte auf die Doppel nicht seinen besten Tag. Weil er einige Möglichkeiten vergab, so auch ein 120’er Finish, konnte Simon mit einem 17-Darter das nächste Break gegen van Gerwen holen. Das weckte diesen dann aber auf. Er antwortete mit einem 110’er Finish und 12-Darter und ging wenig später erstmals in Führung, ohne dass Whitlock überhaupt im Finishbereich war. Der Australier konnte unter Druck dann zwar nochmal ausgleichen, verpasste im Anschluss aber seinerseits einige Chancen, um Michael wehzutun. So ließ dieser sich den Sieg nicht mehr nehmen und holte am Ende den 7:4-Sieg. Für Whitlock wäre an diesem Abend allerdings mehr drin gewesen.

Raymond van Barneveld und Gerwyn Price waren als nächstes an der Reihe. Price wollte sich unbedingt seinen ersten Sieg in der Premier League holen und wäre mit einem solchen an seinem heutigen Kontrahenten in der Tabelle vorbeigezogen. Raymond stand im direkten Vergleich aber mit vier Siegen aus fünf Spielen deutlich besser da, gewann auch schon im Jahr 2018 gegen den Waliser. Und er startete direkt mit einem Break, musste dafür lediglich einen 19-Darter zeigen. Beide erwischten keinen guten Start, doch in den Scores war Gerwyn besser, der direkt zum Ausgleich kam. Erneut reichten Raymond dann 18 Darts, um sich wieder mit einem Break in Führung zu setzen. Nicht mal 80 Punkte spielte der Niederländer zu dieser Zeit pro Aufnahme, führte aber trotzdem.

Der „Iceman“ wurde nun etwas stärker, konnte den Druck ein wenig erhöhen. Raymond hielt dagegen, bekam im achten Leg aus dem Nichts einen 12-Darter von Price serviert. Gerwyn holte sich so ein Break. Doch dies warf van Barneveld nicht zurück, es stachelte ihn an. Plötzlich erlebten die Zuschauer in Leeds ein komplett anderes Spiel. Barney antwortete mit einem 121’er Finish auf der Doppel-14, ebenfalls für einen 12-Darter und glich wenig später auch wieder aus. Raymond ließ es danach nur noch laufen, während Price sich zwar streckte, jedoch keine Chance mehr bekam, um hier ein Wörtchen mitzureden. Ein 101’er Finish sorgte für das vorentscheidende Break zugunsten van Barnevelds, ehe er 89 Punkte auf dem Bullseye zum 7:5-Sieg ins Ziel brachte. Die letzten vier Legs gingen alle an den Niederländer.


Suljovic deklassiert Peter Wright

Mensur Suljovic hatte in Berlin unter großer Unterstützung der deutschen Fans seinen ersten Sieg bei der Premier League geholt. Er selbst sprach davon, dass seine Nervosität bei diesem Wettbewerb immer mehr abnehme. Nun gegen Peter Wright wollte er natürlich nachlegen und begann auch richtig gut. Eine wichtige 171 von Peter zum richtigen Zeitpunkt und ein knapp verpasstes 132’er Finish auf dem Bullseye von Mensur, sorgten aber dafür, dass Peter sich seinen ersten Anwurf noch sichern konnte. Im Anschluss war diese Partie dann aber eine absolute One Man Show. Zunächst glich Mensur aus und holte sich direkt danach sein verdientes Break. Er spielte deutlich besser als sein schottischer Kontrahent und so hatte er auch keine Probleme dieses Break sehr souverän zu bestätigen.

Peter fand einfach nicht zu seiner Form. Er brachte viel zu wenig Konstanz in sein Spiel. Einer hohen Aufnahme mit zwei Triplen folgte häufig eine Aufnahme ohne Triple, teilweise sogar mit Ausrutscher in die kleinen Felder. Eine 180 kam im fünften Leg deutlich zu spät. Auch wenn er eine Möglichkeit bekam 85 Punkte auf dem Bullseye zu checken. Es gelang ihm jedoch nicht. Mensur schaffte das nächste Break und checkte wenig später 73 Punkte um sich auf 5:1 abzusetzen. Im Grunde war die Messe an dieser Stelle bereits gelesen. Ein Comeback von Peter konnte man vor allem durch die starke Leistung Mensurs nicht mehr erwarten, und der Österreicher legte direkt ein weiteres Break nach. Er verpasste dann zwar ein 161’er Finish zum Match, doch da Peter noch nicht im Finishbereich war, durfte er noch einmmal ran. Und auf der Doppel-14 beendete er die Partie dann mit dem 7:1 und einem Schnitt von 103,01 Punkten.

Am vergangenen Wochenende konnte sich Gary Anderson erstmals den Titel bei den UK Open erkämpfen und sicherte sich damit seinen verbandsübergreifend zehnten Major Titel. Nun wollte er auch in der Premier League endlich in die Spur kommen, traf dazu auf Daryl Gurney. Gegen den Nordiren verlor er allerdings die letzten drei Duelle, insgesamt stand es zwischen den beiden nach zwölf Vergleichen 6:6. Ein klares Zeichen für den Abend also eigentlich. Beide starteten furios, Anderson sogar perfekt. Beinahe hätte Gurney sich trotzdem ein Break geholt, vergab aber ein 81’er Finish auf der Doppel-13. So war es ein 13-Darter, der Gary die Führung brachte. Zwischen dem zweiten und dritten Leg spielte Anderson dann legübergreifend gleich vier 140’er nacheinander.

In der Anfangsphase, obwohl sie sehr ausgeglichen war, wirkte der „Flying Scotsman“ etwas ruhiger, er lauerte auf einen Fehler von Gurney. Dieser kam im vierten Leg, als der Nordire dreimal die Doppel-18 verpasste. So holte sich Anderson das Break zum 3:1. Er verpasste dann aber ein 126’er Finish auf dem Bullseye, sodass Daryl wieder herankam. Weil Gary dann auch 88 Punkte auf Bull nicht auschecken konnte, glich „Super Chin“ sogar aus und legte einen Lauf hin. Auch dank eines 110’er Finish konnte er sich vier Legs in Folge holen und mit 5:3 in Führung gehen. Nachdem Gary wieder herankam, verpasste Daryl gleich fünf Chancen auf Doppel, wurde aber von seinem Gegner nicht bestraft, wodurch ihm der Punkt nicht mehr zu nehmen war. Er verdaddelte im letzten Leg dann allerdings zwei Matchdarts, sodass Anderson nach einem 13-Darter im eigenen Anwurf auch noch das zwölfte Leg für sich entschied und so das durch die Gesamtstatistik angekündigte 6:6-Unentschieden besorgte.


Smith kassiert erste Niederlage

Im letzten Spiel des Abends trat dann der Mann an, der in der bisherigen Saison jedes Spiel gewinnen konnte. Tabellenführer Michael Smith traf auf Weltmeister Rob Cross und wollte seine Statistik aufbessern. Nur ein Sieg gelang ihm in sechs Duellen gegen „Voltage“. Bereits im ersten Leg gelang ihm eine 180, und so holte sich Michael direkt ein Break. Doch er konnte es nicht bestätigen. Nachdem Rob perfekt gestartet war, glich er aus und drehte die Partie zu seinen Gunsten. Smith hatte zuvor ein 100’er Finish zum nächsten Break verpasst. Doch der „Bully Boy“ war am Drücker. Auch wenn er ein paar Doppelprobleme hatte, gelang es ihm, das Spiel ein weiteres Mal zu drehen. Er verpasste zwar ein 112’er Finish, doch weil Cross selbst 116 Punkte nicht auscheckte, holte sich Smith mit einem weiteren Break das 3:2.

Rob Cross spielte zu dieser Zeit im Schnitt weniger als 90 Punkte. Smith zeigte zwar auch nicht die von ihm gewohnt hohen Scores, aber es reichte, um das Heft des Handelns auch weiterhin in der Hand zu haben. Er setzte sich auf 4:2 ab, traf dann aber plötzlich nach einer tollen 180 eine Weile die Triple nicht mehr. Cross wollte dies nutzen und checkte auch ein 112’er Finish, doch die Möglichkeit zum Break ließ er fahrlässig liegen. 180 Punkte warf Smith dann im neunten Leg, allerdings brauchte er dafür dieses Mal ganze drei Aufnahmen. Er ließ immer weiter nach, und die Partie drohte zu kippen. Eine 180 im zehnten Leg kam zu spät von Michael, und so schaffte Cross tatsächlich wieder den Ausgleich, durfte die Schlussphase mit seinem Anwurf nun sogar beginnen. Nach neun Darts stand er bei 47 Punkten Rest, zauberte einen 11-Darter daraus und sicherte sich damit schon mal das Remis. Doch er wollte mehr und spielte ein tolles letztes Leg, wo er unter Druck 121 Punkte auf dem Bullseye checkte und sich mit einem 12-Darter noch den 7:5-Sieg sicherte. Smith hatte damit seine erste Niederlage der Saison kassiert.

In der nächsten Woche trifft sich die Dartselite in Nottingham. Sehr interessant dürfte die Partie zweier ganz großer Namen werden, wenn Gary Anderson auf Raymond van Barneveld trifft. Michael Smith will seine Spitzenposition zurückerobern, bekommt es mit Peter Wright zu tun. Michael van Gerwen hat was dagegen und will gegen Gerwyn Price weiter Tabellenführer bleiben. Nach zwei Siegen in Serie wird der Österreicher Mensur Suljovic in der kommenden Woche auf Weltmeister Rob Cross treffen und hat damit eine schwierige Hürde zu bewältigen. Außerdem kommt es zur Neuauflage des letztjährigen World Grand Prix Finals zwischen Daryl Gurney und Simon Whitlock.

Tobias Gürtler

Premier League Darts


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