Michael van Gerwen setzt sich weiter ab

Am ersten Premier League-Spieltag nach der Judgement Night, waren es Raymond van Barneveld und Peter Wright, die zwei Spiele absolvieren durften. Bevor sie am Ende des Abends aufeinandertrafen, spielte Barney gegen Daryl Gurney und „Snakebite“ traf auf Landsmann Gary Anderson. Michael Smith wollte sich zudem für seine erste Premier League Niederlage dieses Jahres bei Rob Cross revanchieren und Tabellenführer Michael van Gerwen bekam es mit dem Australier Simon Whitlock zu tun.

Schlechter Start für Barney und Wright

Daryl Gurney und Raymond van Barneveld trafen sich am ersten Spieltag der diesjährigen Premier League und trennten sich friedlich mit 6:6. Seitdem hat sich einiges verändert. Gurney ist sicherer geworden und dies wollte er auch beweisen. Er startete direkt mit einem Break und brachte seinen Gegner damit unter Druck. Der wäre aber kein fünfmaliger Weltmeister, wenn er damit nicht umgehen könnte. Ein 158’er Finish sorgte für das sofortige Rebreak und die Uhren waren wieder auf null gestellt.

Es war von Beginn an ein rasantes Spiel. Nachdem sich van Barneveld erstmals in Führung brachte, weil Gurney ein 123’er Finish verpasste, war es der Nordire der mit einer fantastischen Performance einen tollen Lauf hinlegte. Er drehte die Partie, spielte dabei mitunter einen tollen 11-Darter, bei dem er nach neun Darts auf 32 Punkten Rest stand. Raymond versuchte sich zu strecken, stellte sich im siebten Leg auf 36 Punkte, doch Gurney war eiskalt und checkte ein 121’er Finish auf dem Bullseye. Er sollte insgesamt fünf Legs in Serie gewinnen und sich bis auf 6:2 absetzen. Erst danach konnte Raymond nochmal dazwischengrätschen. Seinen eigenen Anwurf brachte er ins Ziel und verkürzte ein letztes Mal. Im zehnten Leg kam seine 180 dann aber zu spät. Mit einem Average von knapp 103 Punkten krönte sich Daryl Gurney wenig später durch das 7:3 zum Sieger und spielte sich so noch näher an die Play-Off-Plätze heran.

Im Anschluss folgte das Duell der beiden schottischen Premier League-Teilnehmer. Auch diese Partie endete im Hinspiel mit 6:6-Unentschieden und so wollten beide natürlich dieses Mal als Sieger vom Oche gehen. Anderson ging als Favorit ins Spiel, auch wegen des klaren 6:0-Endspielsiegen im letzten Duell der beiden auf einem Players Championship Turnier. Gary startete auch super ins Spiel. Souverän holte er sich sein erstes Leg und legte dann ein 144’er Finish zum 12-Darter und Break hin. Er war in der Anfangsphase kaum zu stoppen. Eine tolle 177 brachte ihn auch im dritten Leg auf die Siegerstraße. Erst danach kam auch Peter mal zu Versuchen auf die Doppel. Beide ließ er jedoch liegen, sodass Anderson sich weiter absetzen konnte. Durch das 5:0 schien die Partie bereits entschieden und Wright schien wieder in seinem Negativtrott angekommen zu sein. Nur weil Gary dann drei Breakdarts vergab, konnte auch Peter sich ein Leg holen und so zumindest den Whitewash verhindern. In den gegnerischen Legs war er jedoch auch in der Folge noch chancenlos. Nachdem Anderson im achten Leg zwei Matchdarts verpasste und „Snakebite“ ein weiteres Mal verkürzte, nutzte Anderson seinen insgesamt dritten Matchdart zum deutlichen 7:2-Erfolg, womit er Wright weiter in die Krise schubste. Mit einem Average von über 104 Punkten war es aber auch eine tolle Leistung Andersons.


Smith verpasst die Revanche

Im Duell zwischen Simon Whitlock und Michael van Gerwen musste man nicht lange überlegen, wer als Favorit ins Spiel gehen würde. MVG hat mit 30 Siegen aus 36 Matches gegen den Australier eine deutliche Bilanz und konnte auch beide Begegnungen in diesem Jahr für sich entscheiden. In Führung ging allerdings der „Wizard“, der seinen eigenen Anwurf mit 14 Darts ins Ziel brachte. Im Anschluss entwickelte sich die Partie dann aber sehr schnell in eine Richtung. Michael glich zunächst unter leichtem Druck aus, ehe er mit einem tollen 106’er Finish das erste Break schaffte. Dort konnte Whitlock jeweils noch mithalten, mit zunehmender Dauer schien er jedoch den Glauben an eine Überraschung immer mehr zu verlieren. Und dann kam auch noch Pech dazu. Nachdem „Mighty Mike“ sein Break bestätigt hatte, verpasste Whitlock ein 126’er Finish auf der Doppel-6, überwarf sich dabei sogar noch, weil er die 13 traf. Michael wusste dies zum nächsten Break zu nutzen und mit einem fantastischen 121’er Finish via Bullseye, Triple-13, Doppel-16 konnte er dieses auch bestätigen. Es war ein 12-Darter der seinen Average bis auf 110 Punkte erhöhte. Im Anschluss ging er jedoch wieder etwas runter, weil der Niederländer auf die Doppel ein wenig schwächer wurde. Simon konnte seine beiden Möglichkeiten zu verkürzen aber nicht nutzen und so schnappte sich van Gerwen am Ende einen deutlichen 7:1-Erfolg.

Die Premier League startete in diesem Jahr für Michael Smith perfekt. Er holte sich vier Siege aus den ersten vier Spielen und stand an der Spitze. Dann aber kam Weltmeister Rob Cross und fügte ihm am fünften Spieltag mit einem 7:5 die erste Niederlage zu. Dafür wollte sich Smith, der seine gute Form auch mit dem Gewinn des Players Championship Turnieres am vergangenen Samstag unter Beweis stellte, nun revanchieren. Doch der Start ging ganz klar an „Voltage“. Der holte sich mit einem 107’er Finish und 12-Darter sofort ein Break und konnte dieses nach verpasstem 102’er Finish von Smith auch bestätigen. Unter Druck schlug der „Bully Boy“ zurück. Er verkürzte und profitierte im Anschluss selbst von einer ausgelassenen Möglichkeit des Gegners, sodass er sogar ausgleichen konnte.

Nach einem perfekten Start schnappte er sich dann das dritte Leg in Serie und ging damit erstmals in Führung. Die Konstanz war in den letzten Monaten häufiger ein Problem bei Rob, der sich aber sofort wieder zu fangen schien. Ein starker 13-Darter sorgte für den Ausgleich und weil Michael ein 121’er Finish auf dem Bullseye verpasste, holte sich Cross mit dem 12-Darter erneut ein Break. Smith wirkte verunsichert, was Rob ausnutzte. Nach einem starken 13-Darter bei eigenem Anwurf, zeigte er erneut 12 Darts im Leg von Michael Smith, womit er sich bereits einen Punkt gesichert hatte. Dann aber verpasste er seinen ersten Matchdart und Smith versuchte ein Comeback. Er holte sich das direkte Rebreak und kam trotz verpasstem 170’er Finish auf 5:6 heran. Im entscheidenden Leg war eine 180 aber nicht genug für Michael, wodurch sich Cross wie schon im Hinspiel mit 7:5 durchsetzte. Dabei spielte der Weltmeister starke 106,26 Punkte im Schnitt und schloss in der Tabelle zu seinem Kontrahenten auf.


“Snakebite” siegt erstmals seit Spieltag 2

Zum Abschluss des Abends gaben sich Raymond van Barneveld und Peter Wright ein weiteres Mal die Ehre. Nach dem Aus von Gerwyn Price und Mensur Suljovic und den klaren Niederlagen zu Beginn des Abends, standen beide am Ende der Tabelle und wollten sie noch ein Wörtchen um die Play-Offs mitreden, brauchten sie einen Sieg. Bessere Chancen darauf hatte Raymond, der zwei Punkte mehr auf dem Konto hatte und auch das Hinspiel klar mit 7:1 gewann. Es war ein zäher Start beider. Raymond reichte ein 21-Darter zur Führung, Wright war dabei noch nicht mal auf einem Doppel. Ihm reichten dann wiederum 18 Darts zum Ausgleich, ehe das Spiel ein wenig besser wurde. Vor allem Wright legte nun richtig gut los. Nur knapp verpasste er ein 121’er Finish zum Break. Weil Raymond aber 135 Punkte ebenfalls nicht auf null brachte, schaffte „Snakebite“ es doch und legte nach. Das Selbstvertrauen kam zurück und so schnappte er sich nach dem 3:1 mit einem 132’er Finish via Bull, Bull, Doppel-16 auch noch das nächste Break. Zwar kam van Barneveld danach nochmal ran, weil Peter auf die Doppel ein wenig schluderte, doch da er selbst ein 120’er Finish verpasste, konnte Wright mit dem 5:2 für die Vorentscheidung sorgen. Der Punktgewinn war ihm sicher, nachdem er 107 Punkte auf null gebracht hatte und mit einem weiteren Break sicherte sich Peter Wright dann tatsächlich den 7:2-Erfolg. Es war sein erster Sieg in der Premier League seit dem zweiten Spieltag.

In der kommenden Woche finden gleich zwei Spieltage der Premier League statt. Der ausgefallene Spieltag in Exeter vom 1. März wird am Mittwoch in Rotterdam nachgeholt. Dort dürfen sich die Fans dann auf zwei Auftritte von Gary Anderson und Weltmeister Rob Cross freuen. Bevor sie im direkten Duell aufeinandertreffen eröffnet Anderson den Abend gegen Michael Smith und Cross spielt gegen Daryl Gurney. Unter großer Unterstützung der niederländischen Fans wird Michael van Gerwen gegen Peter Wright spielen und Raymond van Barneveld muss gegen Simon Whitlock ran.

Tobias Gürtler

Premier League Darts


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