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Schindler und Scorpion sind Promi-Darts-Weltmeister 2018


Dartspieler Komparse für Jan-Josef Liefers gesucht Schatten

Foto © ProSieben/Willi Weber

Nach der weitgehend erfolgreichen Premiere richtete der TV-Sender Pro 7 am 6. Januar 2018 wenige Tage nach Abschluss der PDC-Weltmeisterschaft die zweite Auflage der Promi-Darts-WM aus. Mit dabei waren genau wie im letzten Jahr acht PDC-Profis, die jeweils mit einem Prominenten auf zwei Gruppen verteilt ein Team bildeten. Abgesehen vom Duo der Titelverteidiger Michael van Gerwen und Tim Wiese wurden alle Doppel neu gemischt. Der Austragungsort wurde um wenige Kilometer verschoben: Ort des Geschehens war dieses Mal die etwa 3.500 Zuschauer fassende Castello Arena in Düsseldorf. Moderiert wurde die Veranstaltung von Joko Winterscheidt, Elmar Paulke wirkte als Kommentator und Master of Ceremonies mit. Alle Spiele wurden im Best-Of-3-Legs-Modus ausgetragen.

Gruppe A: Titelverteidiger nach zwei Spielen raus

Nach seinem grandiosen Sieg bei der „echten“ Weltmeisterschaft wollte man den Fans Rob Cross natürlich nicht vorenthalten, und so war dieser an der Seite von Sängerin Fernanda Brandao am Start. Im ersten Match des Abends ging es für die beiden gleich gegen die letztjährigen Sieger Michael van Gerwen und Tim Wiese. Beiden Profis gelang im ersten Leg eine 180, und so war es van Gerwen, der am Ende 41 Punkte zum 1:0 checkte. Wiese gelang im zweiten Leg eine ordentliche Aufnahme von 80 Punkten; sein Teamkollege bekam kurze Zeit später seine Möglichkeit zum Matchgewinn. Er verpasste jedoch Tops für ein 80er-Finish, Cross war da und nahm die doppelte 10 mit. Das Entscheidungsleg durfte Wiese zwar beginnen, doch auch weil Brandao Aufnahmen von 95 und 76 Punkten gelangen, war dieses Spiel bis zum Ende spannend. Van Gerwen bekam noch eine Chance, vergab bei 78 Restpunkte aber auch den zweiten Matchdart. Cross bedankte sich und löschte 60 zum 2:1-Erfolg.

Das zweite Duell in dieser Gruppe lieferten sich dann Gary Anderson zusammen mit dem Turner Fabian Hambüchen und Max Hopp, der den früheren Profifußballer Stefan Effenberg zur Seite gestellt bekam. Hambüchen glänzte im ersten Leg mit einer Aufnahme von 97 Punkten, außerdem hatte er seinem Partner später mit einer 65 36 Restpunkte stellen können. Doch auch Hopp war auf der Bühne angekommen, warf eine 180 und checkte zum Abschluss des Legs 81 mit zwei Pfeilen. Hambüchen gelang auch im zweiten Leg eine schöne Aufnahme von 92 Punkten, sodass er seinem Partner einen ordentlichen Vorsprung herausspielte. Anderson nutzte das und spielte mit 113 Punkten das erste Highfinish des Abends. Es ging also ins Entscheidungsleg, Effenberg setzte auch sein erstes Highlight und spielte mit 134 Punkten die höchste Punktezahl eines Promis. Hopp bekam in der Folge einen Matchdart, traf die Doppel-16 allerdings nicht. Anderson war zur Stellte, versenkte seinen Wurf in die Doppel-20 und erzielt zusammen mit Hambüchen den 2:1-Sieg.

Hopp und Effenberg waren auch Teil der nächsten Begegnung der Gruppe A. Gegen das Duo Cross und Brandao waren sie dabei schon zum Siegen verpflichtet. Dementsprechend legten die beiden los und Hopp konnte am Ende des Auftaktlegs 22 Punkte zum Leggewinn mitnehmen. Ein Maximum gelang dem gegnerischen Profispieler im Leg danach, und Cross war es auch, der auf der doppelten 6 den Ausgleich schaffte; auch das dritte Match musste ins entscheidende dritte Leg. Sowohl Effenberg als auch Hopp bekamen in diesem Leg entscheidende Matchdarts, verpasste aber einiges an Möglichkeit. Cross und Brandao hatten vorher zwar auch gepatzt, doch der Weltmeister nutzte schließlich die Fehler der Gegner und checkte 17 Punkte zum Sieg. Cross und Brandao waren damit sicher im Halbfinale, Hopp und Effenberg dagegen schon ausgeschieden.

Bei einer Niederlage im folgenden Spiel gegen Anderson und Hambüchen würde dieses Schicksal auch die Titelverteidiger van Gerwen und Wiese ereilen. Souverän sicherte sich der „Flying Scotsman“ auf der doppelten 13 das erste Leg, welches van Gerwen umgehend egalisieren konnte. Die von seinem Teamkollegen mit einer 56 gestellten 32 Restpunkte brachte der Weltranglistenerste auf null. Es ging also auch hier in das Entscheidungsleg, welches van Gerwen und Wiese in jedem Fall gewinnen mussten. Dies gelang jedoch nicht, Anderson checkte 39 auf der Doppel-16 und beendete so schnell das früh Titelverteidigung der beiden Gegner. Er und sein Partner Hambüchen standen dagegen im Halbfinale.

In fünften Match der Gruppe A ging es nur noch um die abschließende Platzierung der beiden Teams, denn sowohl Anderson und Hambüchen als auch Cross und Brandao hatten die Gruppenphase selber schon überstanden. Auf der doppelten 12 sicherte sich Anderson Leg Nummer eins, und als der Schotte im nächsten Leg eine 180 warf, schien das Match entschieden. Jedoch konnte das gegnerische Duo mitspielen, und Cross konnte letztendlich 25 Punkte zum 1:1 wegnehmen. Eine 180 gelang Cross dann im Entscheidungsleg, diese war aber nicht genug, denn Anderson löschte 60 Punkte zum 2:1-Sieg. Er belegt somit zusammen mit Hambüchen den ersten Platzt in Gruppe A, während Cross und Brandao als Zweitplatzierte weiterkommen.

Da die Begegnung zwischen van Gerwen/Wiese und Hopp/Effenberg keinen Einfluss auf den weiteren Turnierverlauf gehabt hätte, wurde auf diese Partie verzichtet.

Gruppe B: Taylor und van Barneveld überstehen Gruppenphase nicht

Zwei Legenden des Dartsports trafen gleich in der ersten Partie in der anderen Gruppe aufeinander. Raymond van Barneveld zusammen mit Scooter-Frontmann H.P. Baxxter (der einen extrem harten Wurfstil mitgebracht hatte) bekam es mit Phil Taylor an der Seite von Sternekoch Frank Rosin zu tun. Viele Zuschauer waren natürlich extra gekommen, um „The Power“ nochmal live zu erleben; und so wurde der Rekordweltmeister auch in Düsseldorf frenetisch besungen. Groß war dementsprechend die Freude bei den Zuschauern, als Taylor 21 Punkte zum 1:0 mitnahm. Ein ganz starkes Leg zeigte im Anschluss daran der gegnerische Profi, „Barney“ spielte eine 140, eine 180 und checkte zusätzlich dazu auch 83 Punkte mit zwei Darts. Nachdem van Barneveld im Entscheidungsleg ein 170er-Checkout nur knapp verpasste, bekam Taylor eine Chance zum Match. Doch bei 95 Restpunkten traf er nach der dreifachen 19 die einfach und nahm sich so eine zweite Chance. Weil die prominenten Partner auch nicht treffen konnten, kam „Barney“ zurück und nahm die verbliebenen 5 Punkte zum 2:1-Erfolg mit.

Die letzten Akteure, die noch nicht auf der Bühne waren, durften dies jetzt tun. Vorjahresfinalist (allerdings mit Lothar Matthäus) Peter Wright hatte Moderatorin Ruth Moschner zur Seite, die beiden bestreiten ihr Auftaktmatch gegen Martin Schindler zusammen mit dem YouTuber Marcel Scorpion. Letztgenanntem gelang im Auftaktleg eine gute Aufnahme von 100 Punkten, auch Schindler war ordentlich dabei, sodass der Profi locker auf der doppelten 14 vollenden konnte. Auch das 55er-Checkout von Wright im zweiten Leg war relativ unspektakulär, ehe das Entscheidungsleg extrem dramatisch war. Scorpion gelang eine 140, dies sollte allerdings nicht zum Sieg reichen. Denn der Amateur verpasste einige Doppelfelder, das Problem hierbei war allerdings, dass auch der Profi patzte und ganze neun Versuche auf Doppel ausließ. Wright bedankte sich dafür und traf die Doppel-8 zum 2:1-Sieg.

Viel Zeit, die unnötige Niederlage aufzuarbeiten blieb nicht. Im nächsten Spiel musste das Duo Schindler/Scorpion unter hohem Druck gegen van Barneveld und Baxxter antreten, die ihr erstes Spiel gewonnen hatten. Unter anderem ein erneut starker Score in Höhe von 100 Punkten von Scorpion im ersten Leg brachte seinem Team einen Vorsprung, den Schindler nutzen konnte, als er 90 Punkte auf dem Bullseye checkte. Ein 65er-Checkout ebenfalls von „The Wall“ brachte ihm und seinem Doppelpartner den 2:0-Sieg.

Taylor und Rosin hatten ihr Auftaktspiel wie beschrieben verloren und waren gegen das Doppel Wright/Moschner fast schon zum Sieg gezwungen. Ein schönes 104er-Highfinish via 19, Triple-19 und Doppel-14 von Taylor brachte das 1:0, im zweiten Leg gelang ihm dann sein erstes Maximum. Ein Treffer in der doppelten 8 ebenfalls von Taylor machte den 2:0-Sieg perfekt. Weil jedes Team jetzt ein Spiel gewonnen und eins verloren hatte, wurde es in den beiden letzten Begegnungen der Gruppenphase maximal spannend.

Zuerst kam hierbei zum Match zwischen den Teams Schindler/Scorpion und Taylor/Rosin. Nur haarscharf schrammte Scorpion im ersten Leg an einer 180 vorbei, es wäre die erste eines Promis gewesen. Obwohl diese Aufnahme am Ende „nur“ 123 Punkte hoch war, schaffte Schindler es, zum 1:0 zu checken. Im zweiten Leg folgten dann einige verpasste Matchdarts, sodass Rosin zu seinem persönlichen Highlight kam. Neun Punkte löschte er via Single-1, Single-6 und Doppel-4 zum ersten überhaupt von einem Nicht-Profi gewonnenen Leg. Doch auch Scorpion zeigte wiederholt, dass er gut spielen kann und half seinem Team mit Aufnahme von 140 und 80 Punkten. Taylor und Rosin kamen nicht mehr hinterher, Schindler traf die Doppel-20 und brachte sich und seinen Partner als Tabellenerste ins Halbfinale. Taylor und Rosin sind dagegen als Tabellendritte ausgeschieden.

Der letzte verbliebene Halbfinalplatz wurde also zwischen den Duos Wright/Moschner beziehungsweise van Barneveld/Baxxter vergeben. Ein schönes 103er-Highfinish des Niederländers brachte seinem Doppel die Führung, welches Wright auf der Doppel-3 ausgleichen konnte. Dabei hatte er Glück, weil Baxxter und van Barneveld einige Matchdarts ausließen. Selbiges passierte im Entscheidungsleg, weil alleine „Barney“ fünf Chancen liegen ließ. Wright hatte sich und seine Teamkollegin mit zwei 180ern nacheinander in Position gebracht, letztendlich war „Snakebite“ zur Stelle und nahm die Doppel-4 zum Sieg mit. Die beiden rutschen also auf Platz zwei noch in die Vorschlussrunde, während van Barneveld und Baxxter das Turnier verlassen mussten.

Halbfinale: Enge Spiele über maximale Distanz

Das erste Semifinale wurde zwischen auf der einen Seite Gary Anderson und Fabian Hambüchen und auf der anderen Seite Peter Wright und Ruth Moschner ausgetragen. Hambüchen wollte als zweiter Promi überhaupt ein Leg auschecken, bei 41 Restpunkten gelang ihm dies jedoch nicht, weil er sich mit zweimal 20 überwarf. Wright war da und traf die Doppel-16, schon im Leg danach gelang Hambüchen der ersehnte Erfolg – 40 Punkte löschte er via 20, 10 und Doppel-5 zum 1:1-Ausgleich. Das Entscheidungsleg spielte dann das Duo Wright/Moschner besser, sodass Wright 30 Restpunkte hatte und mit dem letzten verbliebenen Pfeil den 2:1-Erfolg und den damit verbundenen Finaleinzug klarmachte.

Sich gegenüber standen im zweiten Halbfinale die Doppel Rob Cross/Fernanda Brandao und Martin Schindler/Marcel Scorpion. Mit 120 Punkten gelang letzterem eine wiederholt gute Aufnahme, doch der gegnerische Weltmeister warf eine 180 und checkte 38 Punkte zum 1:0. Eine 123 von Scorpion hatte Anteil daran, dass sich sein Team im zweiten Leg davonspielte und sein Partner auf der Doppel-8 den Ausgleich schaffte. Auch im dritten Leg nacheinander gelang Scorpion eine Aufnahme von über 100 Punkten. Cross konnte zwar mit einer 171 dagegenhalten, diese kam aber zu spät, sodass Schindler die Doppel-10 zum 2:1-Erfolg verwandelte.

Abschließend fehlte nur noch das Finale zwischen den beiden Siegerteams aus den Halbfinals. Schindler verpasste zu Beginn des Spiels bei 88 Restpunkten zwei Darts auf Doppel-14, sodass sein Partner auf das erste selbst gecheckte Leg hoffte. Und das gelang ihm dann tatsächlich, gleich der erste Versuch saß mitten in der Doppel-7. Auch das zweite Leg war schnell geschafft. Diesmal checkte Schindler 45 auf der Doppel-10 zum Sieg und zum Titel. Martin Schindler und Marcel Scorpion dürfen sich also Promi-Darts-Weltmeister nennen.

Gewonnen hat dieses Duo im Grunde nur, weil Scorpion deutlich besser spielte als alle anderen Prominenten und in Teilen an die Leistung seines Profipartners herankam. Insgesamt war das Niveau ziemlich bescheiden, einige der Promis hatten kaum einem Plan von dem, was sie taten, und warfen im Grunde blind auf die Scheibe. Moderator Winterscheidt zeigte wie im letzten Jahr, dass er kaum Ahnung vom Darts hat. So nannte er beispielsweise den Weltmeister wiederholt „Robin Cross“. Aufgrund der Länge des Abends, dem relativ schwachen Niveau und häufigen Werbeunterbrechungen war auch die Stimmung der Fans gegen Ende der Veranstaltung nicht besonders gut.

Promi-Darts-WM 2018

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